Gedichtanalyse

Gedichtanalysen stellen im Rahmen der deutschen Sprache für viele Schüler und Schülerinnen eine wahre Herausforderung dar. Tatsache ist, dass das Interpretieren und Analysieren von poetischen und lyrischen Werken manchmal schwieriger ist als gedacht. Neben einigen grundsätzlichen Regeln, die es beim Analysieren von Gedichten und lyrischen Texten bzw. Textfragmenten einzuhalten gilt, ist darüber hinaus ein gewisses Geschick an sogenannter Interpretationsfreudigkeit gefragt. Metaphern identifizieren, Reimschemata im Hinblick auf die inhaltlichen Aspekte erörtern und zwischen den Zeilen lesen sind nur einige jener wichtiger Punkte, die im Rahmen einer Gedichtanalyse unerlässlich sind.

Keine Angst vor Gedichtanalysen: Informationen und allgemeine Regeln

Eine Gedichtanalyse gestaltet sich grundlegend in formaler, inhaltlicher, sprachlicher sowie interpretationsmäßiger Hinsicht. Dies macht auf den ersten Blick einen nicht besonders „attraktiven“ Eindruck, trotz allem jedoch ist die Analyse von Gedichten ein Prozess, der unter Einhaltung gewisser Regeln eigentlich ganz einfach und unkompliziert von statten geht. Auch wenn du dich mit Gedichtanalysen nicht besonders gut anfreunden kannst, ist es wichtig, keine Angst bzw. Abneigung zu entwickeln. Eine Gedichtanalyse gibt dir, im Vergleich zu Zusammenfassungen und rein inhaltlichen Erörterungen von u.a. literarischen Werken und Kurzgeschichten, die Möglichkeit, deine Interpretationskunst anzuwenden. Dies bedeutet, dass du im erörternden Teil der Gedichtanalyse deiner Interpretationsfreudigkeit freien Lauf lassen kannst. Natürlich muss deine Interpretation in sich schlüssig und stimmig sein, trotzdem kannst du hier im Hinblick auf das Lesen zwischen den Zeilen Gedanken, Aspekte, etc. deines persönlichen Empfindens herauslesen. Alles zusammen muss im Anschluss an deine Interpretation ein summarisches Ganzes ergeben.

Der formale Teil einer Gedichtanalyse verläuft nach ganz bestimmten und expliziten Regeln. Hierbei ist es u.a. erforderlich Metrum und Rhythmus, Vers- und Strophenbau, vorhandene Reimschemata sowie rhetorische Figuren zu erörtern. Damit du dies ohne Probleme bewältigen kannst, solltest du dir einfach die allgemeine Verslehre zu Gemüte führen. Dann wirst du die formale Analyse eines Gedichts bei jedem lyrischen Werk durchführen können.

Tipps und Tricks rund um die Gedichtanalyse

Eine Gedichtanalyse möchte in sich stimmig und schlüssig sein. Damit der Leser die jeweilige Analyse auch wirklich verstehen kann, muss diese eine gewisse Struktur aufweisen. Verläuft in deiner Analyse kein roter Faden vom Anfang bis zum Ende, so wird man deinen Gedankengängen und interpretationsmäßigen Ansätzen nicht zu 100 Prozent folgen können.

Wir möchten dir hier ein paar essentielle Tipps und Tricks ans Herz legen, damit deine Gedichtanalyse ein erfolgreiches Gesamtwerk werden kann …

  • Lies das zu bearbeitende Gedicht mehrmals und versuche, Verszeile für Verszeile sowie Strophe für Strophe verstehen zu können. Setze die einzelnen Verszeilen und Strophen zueinander in Verbindung, um ein durchgängiges Verständnis des lyrischen Textes bzw. Textfragments zu erhalten.
  • Informiere dich außerdem über den Autor des zu analysierenden Gedichtes. Welches Leben hat er geführt? Zu welcher Zeit hat er gelebt? Greift er in deinem Gedicht wichtige Aspekte seines Lebens auf?
  • Betreibe Recherche, um herauszufinden, in welche Literaturepoche sich dein Gedicht eingliedern lässt. Welche Merkmale sind für diese Epoche typisch? Kannst du Parallelen zu deinem Gedicht entdecken? Hat dies einen signifikanten Einfluss auf den Inhalt des zu analysierenden Werks?
  • Wichtig ist außerdem, dass du für dich selbst aus dem vorliegenden Werk etwas herauslesen kannst. Interpretiere nach deinem persönlichen Empfinden und versuche, deine Interpretation in eine schlüssige Struktur zu lenken. Du wirst sehen, dass deine Interpretation so ein in sich stimmiges Gesicht annimmt.

Gedichte analysieren – aber richtig!

Beim Gedichte analysieren ist es vorweg besonders wichtig, sich mit dem jeweiligen Werk intensiv auseinanderzusetzen. Ein einmaliges Durchlesen des lyrischen bzw. poetischen Textes reicht nicht aus, um dessen Inhalt einerseits richtig, andererseits vollständig erfassen zu können. Tatsache ist, dass eine Gedichtanalyse gut vorbereitet werden muss – und das noch dazu unter Einhaltung bestimmter essentieller Regeln.

Wenn du schon einige Ideen im Hinblick auf deine Gedichtanalyse vorbereitet hast, dann kannst du mit dem Schreiben deiner Analyse beginnen. Halte dich dabei an dieses Muster:

  1. Einleitung
    1. Name des Gedichts
    2. Name des Autors
    3. Erscheinungsjahr, falls angegeben
    4. Gedichtart (Ballade, Sonett, etc.)
    5. zeitliche Einordnung (Literaturepoche, etc.)
    6. kurze inhaltliche Deutung bzw. Hinweis auf das Thema des jeweiligen Gedichts (bezogen auf die einzelnen Strophen); du kannst hier auch bereits einen ersten Interpretationsansatz entwickeln, um den Inhalt wiederzugeben.
  2. Hauptteil, d.h. Analyse des Gedichts und dessen Interpretation
    1. Metrum und Rhythmus
    2. Vers- und Strophenbau
    3. Reimschema (Paarreim, Kreuzreim, etc.)
    4. Rhetorische Figuren
    5. detaillierte Interpretation der einzelnen Strophen
    6. Analyse der Sprache (Nomen, Adjektive, etc.)
    7. Stilmittel
    8. Lyrisches Ich
    9. Metaphern, Anaphern, Alliteration
  3. Schluss und summarisches Ganzes
    1. Intention des Werkes
    2. Zusammenfassung der Analyseergebnisse