Studieren an der Fachhochschule

Das Praxissemester

Ein Punkt der das Studium Kommunikationsdesign an einer Fachhochschule vom Studium an einer Kunsthochschule oder Kunstakademie unterscheidet ist das Praxissemester.
Es ist Pflicht, im fünften oder sechsten Semester ein mindestens fünfmonatiges Praktikum in einer Werbeagentur, einem Verlag oder in der Marketing- oder PR-Abteilung eines Unternehmens zu absolvieren. Bei der Wahl ist man ziemlich frei, der Praktikumsplatz muss nur vom jeweiligen Praktikantenbetreuer genehmigt werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, das Praktikum im Ausland zu absolvieren. Nach dem Praktikum muss ein Praktikumsbericht abgegeben werden und entstandene Arbeiten werden in einem kurzen Referat präsentiert.

Im folgenden ein Praktikumsbericht einer Kommunikationsdesignsstudentin, die ihr Praktikum in einer kleineren Agentur absolvierte.

Praktikumsbericht

Nach einem Vorstellungsgespräch bei in einer mittelgroßen Nürnberger Werbeagentur hatte ich die Gelegenheit ein dreitägiges Schnupperpraktikum zu machen.
Während dieser drei Tagen realisierte ich, dass ich in dieser Agentur die Möglichkeit bekommen würde, viel mitzuarbeiten und dazuzulernen und beschloss mein Praktikum dort zu absolvieren.

Zur Agentur

Die Agentur ist eine Full-Service-Agentur deren Leistungsspektrum vom Printbereich
über Internet und Multimedia bis hin zu Messedesign reicht. Auch die Erstellung von Kommunikationskonzepten und den dazugehörigen Design-Guidelines zählt zu den Dienstleistungen der Agentur.
Neben dem Hauptkunden Siemens Medical Solutions zählen weitere Firmen der Region zum Kundenstamm.
Beschäftigt werden dort etwa 15 Mitarbeiter: zwei SeniorADs, mehrere ADs/Junior ADs,
zwei Texter, sowie Kontakter, Teamassistenz und eine Auszubildende zur Mediengestalterin.

Schnelligkeit und absolute Präzision bei der Auftragsbearbeitung sind das USP der Agentur. Denn gerade für kleinere Firmen ist es angesichts der großen, auch internationalen Konkurrenz schwierig, Großkunden wie Siemens zu halten.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden und einen effektiven Workflow innerhalb der Agentur zu erreichen und vor allem zu halten, sind Arbeitsprozesse und Kontrollmechanismen verbindlich definiert. Dies reicht von Dateibenennungen bis hin zum Anlegen eines Layouts. Die Prozesse werden ständig hinterfragt, überarbeitet und ergänzt. Durch sie kann jeder Mitarbeiter in kürzester Zeit in alle Projekte einsteigen, sie übernehmen oder unterstüzen. Das garantiert der Agentur größtmögliche Flexibiltät.

Das Team

Ich arbeitete mit einen Team bestehend aus einem Senior AD und meist zwei bis drei ADs. Wir gestalteten und überarbeiteten hauptsächlich Printmedien des Geschäftsgebiets Computed Tomography der Siemens AG.
Während meines Praktikums, fand die weltweit wichtigste Messe für Medizintechnik (RSNA) in Chicago (USA) statt. Dazu wurden zahlreiche Werbeschriften entworfen oder überarbeitet: Produkt- und Imagebroschüren, Messepläne, Einladungen, Flyer, verschiedene Druckschriften für den internen Gebrauch (Elevatorcards und Sales-Booklets als Gedächtnisstützen für die Vertreter), Gewinnspiele, Give-aways und vieles mehr. Im Multimediabereich gestalteten wir Trailer, CDs und Präsentationen.
Ähnliche Arbeiten fielen anlässlich eines Sales-Kongresses in Dubai und weiteren Messen wie ECR (Wien) oder der deutschen Medizintechnikmesse Medica (Düsseldorf) an.

Die Aufgaben

Anfangs arbeitete ich dem Team zu (Bildersuche, Bildkonvertierung, Textkonvertierung, Korrekturlesen, Erstellung von Falzmustern etc) wurde aber mehr und mehr miteinbezogen. Mit wachsenden Kenntnissen konnte ich bei immer mehr Jobs mitarbeiten: scribblen, Layouts anlegen oder überarbeiten und reinzeichnen.
Gegen Ende des Praktikums half ich bei der Angebotserstellung und holte Angebote von Lieferanten ein. War weniger zu tun, erledigte ich kaufmännische Aufgaben, pflegte das Archiv, half bei der Stundenerfassung der Mitarbeiter oder der Rechnungskalkulation. Diese Arbeit gewährte mir neben gestalterischen auch betriebswirtschafltiche Einblicke in den Arbeitsalltag einer Agentur.

Bewertung des Praktikums

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich meine an das Praktikum gestellten Erwartungen erfüllt haben. Besonders was die Bedienung von Grafikprogrammen und das Gebiet der Druckvorstufe betrifft konnte ich viel dazulernen. Arbeiten unter Termindruck, kreatives Arbeiten innerhalb des vorgegebenen, teils recht engen Rahmens der CI, und der Umgang mit den Kunden und deren Wünschen zählen ebenfalls zu den Dingen, die sich im Studium nicht in dieser Form vermitteln lassen, in der Praxis aber an der Tagesordnung stehen. Von daher war ich mit dem Praktikum sehr zufrieden und das Semester in der Werbeagentur brachte mir Erfahrungen, auf die ich nicht verzichten möchte.