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Pest - Referat



Die Pest –
Das Geheimnis des großen Sterbens

Im 14. Jh beginnt der „Schwarze Tod“ seinen Lauf durch Europa. Rund 25 Millionen Menschen sterben.

Sehr geehrte Frau Professor, liebe Mitschülerinnen und liebe Mitschüler. Unser Thema lautet: „Die Pest – Das Geheimnis des großen Sterbens“.

Wir möchten euch zuerst über die Pest aus der Sicht des Mittelalters informieren und danach über die heutige Sicht der Pest.

1. Die Pest im Mittelalter

a) Verbreitung
Von Kaffa, das war eine Stadt am Mittelmeer, aus gelangt die Seuche 1347 über Handelsschiffe nach Messina auf Sizilien, dann weiter in die Häfen von Venedig und Genua, schließlich auch in die großen Kulturstädte Florenz und Pisa. Tausende blicken täglich dem Tod ins Auge. Erkrankte damals jemand an der Pest, so wurde dieser ganz einfach im Haus zurückgelassen. Die Angehörigen ließen Todgeweihte aus Furcht vor Ansteckung im Stich. Über dem Eingang wurde ein schwarzes Kreuz gezeichnet, damit jeder wusste, dass dieses Haus ein Pesthaus war. EVENTUELL VORLESEN VOM ZETTEL!
Woher die Seuche aber überhaupt kam, wusste niemand. Die einen machten verdorbene Winde verantwortlich, andere sahen schlechte Konstellationen der Sterne als Auslöser. Der Hinweis auf die Sterne reichte den Menschen in Europa allerdings nicht aus. Sie suchten nach Schuldigen. Diese waren meist Ausländer, Krüppel, Bettler, Zigeuner und Juden.

b) Wirtschaft
Auch wirtschaftlich zeigte die Pest ihre Auswirkungen. Die Infrastruktur in den Städten brach zusammen, weil Bäcker, Metzger und Handwerker starben. Die Preise explodierten. Leichenbekleidung kostete auf einmal das 10-fache. Quacksalber haben Hochkonjunktur, Leichengräber verdienten mehr als je zuvor. Vielerorts genossen die Menschen neue Privilegien. Frauen durften von nun an als Zeugen vor Gericht aussagen. Schreiber, die nicht offiziell der Notarzunft angehören, können rechtsgültige Verträge aufsetzen. Da die Gesellschaft solche Dienstleistungen brauchte, durften nun auch jene sie erbringen, die sonst als nicht befähigt galten.

c) Zweifel an der Pest
Es stellt sich die Frage: „War es allein die Pest, die damals so schrecklich wütete?“ Nach heutigem Wissen wird die Pest durch Rattenflöhe übertragen. Diese springen erst zum Menschen über, wenn die Ratte bereits tot ist. Doch kein einziger Chronist verzeichnete ein Massensterben unter Ratten in dieser Zeit. Weiters hätte sich die Lungenpest, diese wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen, in den kalten Wintermonaten verbreiten müssen, wenn alle in ihren Häusern bleiben, sich um den Ofen drängen und dieselbe verbrauchte Luft atmen. Dem war aber nicht so. Die Verbreitung der Seuche kam in der kalten Jahreszeit immer zum Erliegen. Die Zweifel an der Pest als alleinige Ursache für das Massensterben im Mittelalter nährt auch eine jüngst veröffentlichte Studie britischer Wissenschaftler der Oxford University. Sie untersuchten die Zähne von 66 Skeletten, die in fünf europäischen Massengräbern aus der Pestzeit gefunden wurden. Mit gentechnischen Methoden versuchten Forscher Überreste des Pesterregers zu finden. Doch sie fanden in ihren Proben nichts, was auf eine Pesterkrankung hindeutet. Möglicherweise waren die Bakterien jener Zeit andere als die, die uns heute bekannt
sind. Man vermutet deshalb, dass nicht nur die Pest, sondern auch andere Seuchen zur gleichen Zeit auftraten.

2. Das klinische Bild der Pest

Der Erreger der Infektionskrankheit ist ein stäbchenförmiges Bakterium. Normalerweise ist es unter Nagetieren, vor allem Ratten, verbreitet. Doch wenn der Ratenfloh keine lebende, warme Ratte mehr erreichen kann, springt er auf den Menschen über und überträgt den Erreger.
Das moderne Wissen über die Pest basiert auf Forschungen und klinischen Beobachtungen. Sie tritt auch heute noch in Teilen Südostasiens, Afrikas sowie im tropischen Mittel- und Südamerika auf. Die Behandlung erfolgt mit einer Kombination von verschiedenen Antibiotika. Große Epidemien wie im Mittelalter treten nicht mehr auf. Es gibt drei Krankheitsformen:

a) Beulenpest
Die Beulenpest tritt am häufigsten auf. Sie wird durch einen Flohstich übertragen. Innerhalb von drei bis fünf Tagen schwellen die Lymphknoten in der Leiste, am Hals oder unter den Achseln stark und schmerzhaft an – bis zur Größe eines Hühnereis. Das sind die typischen „Pestbeulen“. Sie bluten innerlich und können dann blau-schwarz durch die Haut schimmern. Weitere Merkmale sind: sehr hohes Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Gliederschmerzen. Die Beulenpest verläuft nur in 30–40 % der Fälle tödlich.

b) Lungenpest
Die Lungenpest ist eine besondere Form der Lungenentzündung. Sie entsteht, wenn Pestbazillen über den Blutkreislauf in die Lunge gelangen. Ansteckung ist aber auch durch Tröpfcheninfektion möglich. Symptome sind: plötzlich auftretendes hohes Fieber, Übelkeit und später blutig-schwarzer Auswurf. Da den Kranken die Atmung versagt, färbt sich ihre Haut dunkel. Daher hat die Pest auch den Namen „Schwarzer Tod“. Unbehandelt führt sie fast immer zum Tod.

c) Hautpest
Die Hautpest ist meist eine Komplikation der Beulen- oder Lungenpest. Sie tritt aber auch ohne andere Symptome auf. Typisch sind eitrige und blutige Hautinfektionen. Wird diese Form der Pest nicht behandelt, ist auch sie meistens tödlich.


Wir hoffen, ihr wisst nun mehr über die Pest und das Geheimnis des großen Sterbens und danken für eure Aufmerksamkeit.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: FunnyMilkaMausi



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