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Essstörungen - 2.Version - Referat



Inhaltsverzeichnis
1. Magersucht
1.1. Allgemeines
1.2. Anzeichen für Anorexie / Krankheitsbild
1.3. Symptomatik
1.4. Grundlagen und Ursachen für Magersucht
1.5. Folgen von Anorexie
1.5.1. Was sagt die Presse dazu?
1.5.2. Meine eigene Meinung
1.6. Therapiemöglichkeiten
2. Ess- Brech- Sucht
2.1. Allgemeines
2.2. Anzeichen von Bulimie / Krankheitsbild
2.3. Symptomatik
2.4. Ursachen und Grundlagen für Ess- Brech- Sucht
2.5. Folgen von Bulimie
2.6. Therapiemöglichkeiten
3. Esssucht
3.1. Allgemeines
3.2. Anzeichen von Adipositas / Krankheitsbild
3.3. Symptomatik
3.4. Ursachen und Grundlagen für Esssucht
3.5. Folgen von Adipositas
3.6. Therapiemöglichkeiten
4. Zusammenhänge zwischen den Krankheiten (meine Meinung)
5. Wie können Außenstehende helfen?

Vorbemerkung:

Wenn man auf der Straße eine extrem dünne Person sieht, denkt man oft, dass diese unter einer Essstörung leidet. Meist wird dann an Magersucht oder Bulimie gedacht. Menschen, die unter einer, oder gar beiden, der zwei Krankheiten leiden sind süchtig nach dem Dünnsein. Dicke Menschen dagegen werden, im Gegenteil zu Dünnen, oft stark gehänselt. Dicksein ist, genau wie Bulimie oder Magersucht, eine Sucht. Natürlich ist Dicksein oft auch erblich bedingt, doch einige von ihnen leiden an der so genannten Over- Eating- Störung. Diese Art von Essstörung wird, wenn über ein solches Thema gesprochen wird, völlig außer Betracht gelassen.
Ich möchte über dieses Thema schreiben, da ich es sehr wichtig finde. In Familie oder Schule wird viel zu wenig über die Folgen von Essstörungen aufgeklärt. Jeder Dritte leidet daran und eine Menge verstecken ihre Krankheit so geschickt, dass man ihnen kaum noch helfen kann. Fast jede Essstörung fängt oft mit einer harmlosen Diät an.

Ich möchte in meiner Arbeit über die Gründe, Einflüsse, Anzeichen, Merkmale, Folgen, Therapiemöglichkeiten, und wie man als Außenstehender helfen kann schreiben.

1.Magersucht ( Anorexia nervosa oder Anorexie)
1.1. Allgemeines
Wörtlich übersetzt bedeutet Anorexie "Appetitverlust oder -verminderung" und Anorexia nervosa "nervöser Appetitverlust ". Diese Bezeichnung ist sehr irreführend, da nicht immer in der Appetit, sondern in erster Linie das Essverhalten gestört ist. Der Zusatz "nervosa" weist auf die psychischen Ursachen der Essstörung hin.
Magersucht ist eine Störung des individuellen Essverhaltens, dass durch seelische Probleme ausgelöst wird. Die Magersucht beginnt meistens in der Pubertät, denn da verändert sich der Körper so, dass einige Pfunde zugenommen werden und der Körper scheinbar dicker wird.
Die meisten Mädchen, Frauen, Jungen und Männer, die an Anorexie leiden haben den Drang schlank zu sein und fürchten sich vor jedem Gramm, dass sie an Gewicht zunehmen. Magersüchtige finden sich selbst zu dick, unabhängig von ihrem tatsächlichen Gewicht. Meistens erkennen sie nicht, dass sie bereits untergewichtig sind und fühlen sich immer noch zu dick. Extrem magersüchtige Personen versuchen noch immer an bestimmten Stellen des Körpers Gewicht zu verlieren ( z.B. da, wo nur noch Haut die Knochen überzieht). Bei diesem Versuch des Abnehmens, vermeiden Magersüchtige die Nahrungsaufnahme bzw. kalorienreiche Nahrung, was im Extremfall zum Tod führen kann.
Eine häufige Todesursache sind die krankheitsbegleitenden Depressionen bzw. andere Krankheiten, denen der geschwächte Organismus keinen ausreichenden Widerstand mehr entgegensetzen kann. Nach verschiedenen Angaben liegt die Sterblichkeit zwischen 5% und 20%. Magersüchtige streben für gewöhnlich nach Perfektion und setzen sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Sie genießen das Gefühl ihren Körper unter Kontrolle zu haben und sehen in der Gewichtsabnahme eine Bestätigung ihrer Leistung.
Anorexia nervosa hat einen gesellschaftlichen Charakter. Als "Massenerkrankung" kommt sie nur in reichen Ländern vor. Arme Länder kennen diese Krankheit nicht. Magersucht ist eine Krankheit, die vorherrschend nur in Familien vorkommt, die stark erfolgsorientiert ist.

1.2. Anzeichen für Anorexie / Krankheitsbild

Betroffene sind oft nicht nur dünn, sondern wiegen ca. 15% weniger als sie sollten und weisen folgende Charakteristika auf:

- Ziel: Perfekter Körper, gut und großartig ist nicht genug.
- Sie leugnen ihr Körpergewicht und gefährlich dürr zu sein, weil ihre Selbstwahr-
nehmung stark gestört ist.
- Alles dreht sich ums Essen. Sie reden ständig davon und notieren jedes Gramm, dass
sie zu sich nehmen.
- Sie haben extreme Angst davor "fett" zu sein.
- Sie treiben übermäßig Sport, um mehr an Gewicht zu verlieren oder es zu
halten, selbst wenn sie krank, erschöpft oder verletzt sind.
- Es zeigen sich psychische Schäden: Bei Frauen setzt die Regel aus, Männer werden
impotent, Nägel und Haare werden brüchig, die Haut trocknet aus, Blutdruck und
Körpertemperatur sinken
- Magersüchtige klagen oft über Schlafprobleme, Bauchschmerzen und Schwindel-
gefühle.
- Ihnen ist ständig kalt.
- Sie lieben es riesige Mahlzeiten für andere zu kochen, ohne selbst etwas davon zu
essen.
- Magersüchtige sind ständig nervös, können sich nicht konzentrieren und verlieren
schnell das Interesse an Dingen die ihnen normalerweise Spass machen und ziehen
sich sehr zurück um allein zu sein um Kalorien zu zählen.
- Sie haben wahnsinnige Angst zu versagen.
- Der tägliche Blick auf die Waage wird zum Zwang.
- Sie greifen oft zu Appetitzüglern und Abführmitteln.
- Der Anfangshunger wird durch lieterweises Wassertrinken unterdrückt.

1.3. Symptomatik

- Körperschema- Störung
Bei anorektischen Patienten kommt es oft zu einer Störung der Wahrnehmung des Körpers. Sie sehen in den Spiegel und ihnen steht ein Mensch gegenüber, der
extrem dick ist. Sie denken sie sehen so fürchterlich fett aus, obwohl sie schon
kritisches Untergewicht haben.

- Verändertes Essverhalten
Aufgrund des verzerrten Bildes im Spiegel, versuchen Magersüchtige ihr vermeintlich zu hohes Gewicht zu reduzieren. Sie nehmen nur noch kalorienarme oder gar keine Nahrung mehr zu sich. Außerdem schlucken sie eine Menge Abführmittel und Appetitzügler und trinken lieterweise Wasser. Beim Essverhalten lassen sich zwei verschiedene Typen feststellen. Etwa 50% aller Betroffenen halten ausschließlich Diäten, bei den anderen treten aber auch bulimische Symptome (selbst induziertes Erbrechen und Essanfälle) auf. Bei der zuletzt genannten Gruppe beginnt die Störung meist später, sie besitzen vor der Erkrankung ein höheres Körpergewicht, die Körperschema- Störung ist ausgeprägter und sie sind häufig depressiver als Patienten mit reinen anorektischen Symptomen.

- Gewichtsverlust
Neben strengen Diätregeln werden regelmäßig Abführmittel und Appetitzügler eingenommen. Viele Menschen, die an Magersucht leiden, treiben zusätzlich Sport um an Gewicht zu verlieren. Nicht nur die Menge, die abgenommen wird zählt, sondern auch der Zeitraum in dem die Gewichtsabnahme passiert ist für den Be-troffenen enorm wichtig. Durchschnittlich verlieren die von Magersucht erkrankten Personen 45%- 50% ihres Ausgangsgewichtes.

- Körperliche Veränderungen (siehe: 1.5. Folgen von Anorexie)
Durch die Mangelernährung kommt es auf die Dauer zu schweren körperlichen Schäden.

- Psychische Veränderungen
Verbunden mit dem nie erlahmenden Streben, immer dünner zu werden, ist die ständige Angst vor dem täglichen Schritt auf die Waage, um zu überprüfen ob man mehr wiegt als am Vortag . Schon wenige Gramm mehr lösen eine regelrechte Panik bei der betroffenen Person aus. Das Essverhalten wird nun noch strenger kontrolliert. Oft zeigen von Magersucht erkrankte Menschen auch depressive Symptome und starke Reizbarkeit.

- Biologische Einflüsse
Für die biologische Verursachung von Magersucht sprechen Untersuchungen, die zeigen, dass ein eineiiger Zwilling von einer anorektischen Patientin ebenfalls an Magersucht erkrankt. Zumindest tragen 50% dazu bei, dass dies passieren kann.
Man vermutet die Entstehung der Magersucht in der Hirnregion, wo Essverhaltens-steuerung, sexuelle Aktivitäten und die Menstruationssteuerung vorliegen. Die Funktionsstörung kann aber auch als Folgeerscheinung des Gewichtsverlustes, und somit die Aufrechterhaltung der Magersucht dienen, entstehen.

- Psychologische Einflüsse
Anorexie tritt meistens dann auf, wenn die Person unter Stress steht und sich von der Bewältigung der alterstypischen Anforderungen entkräftet fühlt. Vor allem in der Pubertät versuchen junge Menschen ihre entsprechende Identität zu finden. Sie wollen unabhängig von den Eltern sein. Magersüchtige kommen meist aus so ge-nannten Bilderbuchfamilien und sind daher entweder in ihrer Entwicklung so sehr eingeengt und finden keinen anderen Ausweg als die Magersucht zu entwickeln, oder sie werden so sehr vernachlässigt, weil Vater und Mutter von morgens bis abends arbeiten müssen um die Familie zu ernähren, dass sie sich irgendwie bemerkbar machen wollen. Die Essstörung ist also eine Art Hilferuf.

- Gesellschaftliche Einflüsse
Auf fast jedem Zeitschriftendeckblatt ist sie zu sehen. Die perfekte Frau. Maße am Besten 90- 60- 90. Sie muss extrem dünn sein und schön. Dünn macht schön und glücklich. Oft wissen viele Frauen nicht, dass die Models in den Werbeblöcken meist mit Computer dünner, schlanker und ihre Oberweite technisch vergrößert wird. Sie jagen einem Ideal nach, welches in der Realität nicht zu finden ist. Viele Models, die sich auf
dem Laufsteg präsentieren sind oft schon so extrem krank und nervlich am Ende, doch sie machen es nicht für sich, sondern für ihre Agentur und die sehen nur den Ruhm.
Meiner Meinung nach kann die Magersucht aber auch ganz andere Ursachen haben. Wenn sich die Betroffenen zurückziehen, muss es dafür auch einen Grund geben. Viele Menschen ziehen sich zurück, weil ein Verwandter, Bekannter oder Freund gestorben ist. Für sehr sensible Menschen, die danach nicht mehr wissen was sie tun sollen, ist die Magersucht das einzige, worin sie einen Sinn sehen weiter zu leben. Auch die Trennung der Eltern ober von einer geliebten Person kann ein Auslöser für die Anorexie sein. Vor allem jüngere kommen mit einem Auslandsaufenthalt, dem Wegzug von älteren Geschwistern oder Missbrauch und schlechte Erfahrung mit Menschen (sowohl seelisch als auch körperlich) nicht zurecht.
Die Grundlagen für die Anorexie sind vor allem indirekte Unterstützung von der Umwelt, wie zum Beispiel "Du bist aber fett geworden, willst du nicht mal etwas dagegen tun?" und "Du bist aber schön dünn geworden!". Dadurch werden die Betroffenen zur Magersucht angeregt oder in ihrer Person gestärkt. Sie sehen in der Magersucht ihren Lebensinhalt, sie denken Macht und Stärke zu besitzen oder sich von der Familie abzugrenzen. Sie flüchten vor der realen Welt und bringen somit ihr Leiden zum Ausdruck.

1.5. Folgen von Anorexie
Die Folgen von Magersucht sind sehr an die körperliche Veränderungen des Betroffenen gebunden. Aufgrund von hormonellen Störungen kann es bei der Frau zum Ausbleiben der monatlichen Regelblutung und beim Mann zur Impotenz kommen. Beginnt die Magersucht in der Pubertät, wird die körperliche Entwicklung meist stark verzögert. Verlangsamung des Herzschlags, Absinken von Körpertemperatur und Blutdruck, flaumartige Behaarung des Rückens, Muskelschwäche, Haarausfall und Wassereinlagerung im Gewebe können als Folgen von Anorexia nervosa auftreten. Der Mineralstoffhaushalt wird stark gestört. Der Energieverbrauch wird aufgrund der Mangelernährung herabgesetzt. Im Verlauf der Krankheit treten Herz- und Kreislauf-störungen auf und bei zusätzlicher körperlicher Belastung tritt manchmal sogar der plötzliche Herztod ein. Stoffwechselstörungen führen zu lebensbedrohlichen Lähmungen.

1.5.1. Was sagt die Presse dazu?
´ Magersucht endet oft tödlich! `So lautet ein Artikel der Rhein- Neckar- Zeitung vom 13.03.2000. Dieser Bericht besagt, dass die Magersucht, wenn sie nicht zum Tod führt, nicht in allen Fällen 100%-ig geheilt werden kann. Von 84 Frauen, die an Anorexie erkrankten, wurde 21 Jahre nach der Erstbehandlung ihr Schicksal untersucht. 14 von ihnen waren bereits gestorben (12 an den Folgen von Anorexie). 63 Personen von den Überlebenden ließen sich untersuchen. 39 von ihnen waren völlig geheilt und bei 16 stellte man leichte Folgeschäden (Abneigung gegen bestimmtes Essen und leichtes Untergewicht) fest. 3 waren noch immer magersüchtig, bei 6 wurden Verschlechter-ungen in der Entwicklung festgestellt und nur 2 wiesen eine gesundheitliche Verbes-serung auf.

Meine eigene Meinung

Ich denke, dass die Magersucht eine Krankheit ist, die sehr schwer anzufangen und auch schwer abzubrechen ist. Wenn der oder die Betroffene selbst nicht einsieht wie schwerwiegend seine Krankheit ist, was sich zweifellos selten ereignet, kann ihm kaum geholfen werden. Die Magersucht ist erst relativ spät erkennbar, da die Patienten vorgeben schon gegessen zu haben und somit ihre Anorexie gut verstecken können. Wenn die an Magersucht erkrankte Person schon extrem an Gewicht verloren hat ist es schon fast zu spät. Meiner Meinung nach sollte man, um Anorexie vorzubeugen, immer darauf achten wann und wieviel eine junge Person isst. Falls die Person sich äußerst oft abweisend gegenüber dem Essen verhält sollte schon bei Zeiten ein Arzt aufgesucht werden. Wenn Mitschüler eine derartige Störung bemerken, sollten sie mit den Eltern oder einem Lehrer darüber reden. Fast jeder dritte leidet an Essstörungen und das ist eindeutig zu viel.

Therapiemöglichkeiten

Sehr selten können die Probleme einer magersüchtigen Person in einer einzigen Therapie gelöst werden. Darum kommen in ambulanter und stationärer Therapie folgende Elemente zum Einsatz:

Medizinisch - diätetischer Ansatz, Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Familien-therapie, Ambulante Nachsorge

Die stationäre Behandlung ist meiner Meinung nach die bessere, da der Patient, im Gegenteil zur Ambulanten länger als nur 4 Monate in einer Klinik bleibt. Ich denke,
dass das auch der Grund für die höhere Erfolgsrate einer stationären Behandlung ist. Der Patient wohnt während der Zeit in der Klinik mit anderen Betroffenen, so sind Eltern und auch die anorektische Person entlastet und besser für die Therapie eingestellt.
Zuerst wird die Gewichtszunahme der Person angestrebt und als zweiter Schritt wird versucht das Gewicht zu erhalten( Medizinisch - diätetischer Ansatz). Dabei werden die Ursachen für die Magersucht in Psycho- und Familientherapie besprochen. Der
Körper muss jetzt ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt werden. Bei der Psychotherapie werden die Symptome der Anorexia nervosa, die in Folge des Gewichtsmangels entstanden sind und zur Entstehung der Krankheit beitragen untersucht und aufgeklärt. Ganz zum Schluß, wenn die Therapie abgeschlossen ist, folgt die ambulante Nachsorge. Diese kann bis zu zwei Jahren dauern. Diese Art von
Nachsorge ist sehr wichtig, da die Rückfälle ohne der ambulanten Nachsorge enorm hoch sind.

( Ich habe nur eine Art von Therapie beschrieben, da es jede Menge verschiedene Therapiearten gibt, das man eine einzige Projektarbeit über Therapiemöglichkeiten hätte schreiben können.)

2. Ess- Brech- Sucht (Bulimia nervosa oder Bulimie)

2.1. Allgemeines

Das Wort Bulemia bedeutet soviel wie " hungrig
wie ein Ochse". Es beschreibt Leute, die schlingen. Sie essen völlig unkontrolliert riesige Mengen auf einmal.
Menschen, die unter Bulimie leiden, sieht man ihre Essstörung auf den ersten Blick nicht an, da sie oft nicht untergewichtig sind. An Bulimie erkrankte Personen, sind genau wie Magersüchtige auf Erfolg ausgerichtet. Sie beschäftigen sich viel mit Nahrungsmitteln und verstehen oft viel von Ernährung. Die Person mit Bulemia nervosa kämpft ständig mit ihrem Gewicht. Sie will nicht unbedingt dünner werden, sondern ihr Gewicht halten. Der Bulimiekranke ist ein starker Esser. Er verschlingt Unmengen an Nahrung und erbricht sie wieder um nicht zuzunehmen. Bulemiker haben bis zu zehn Fressatacken am Tag. Oft sind es bis zu 15000 kcal., die sie sich je Heißhungeranfall einverleiben ( zum Vergleich: durchschnittlich brauchen Frauen und Männer bei leichter Arbeit etwa 2200 kcal.(9200 kJ ) pro Tag).
Bulimiker schämen sich für das was sie getan haben und leiden somit unter ihrer Krankheit mehr als zum Beispiel die an Anorexie erkrankte Person. Es gibt zwei verschiedene Typen von Bulimiker. Einmal die, die nur hin und wieder einen Heißhungeranfall haben und die, die mehrmals täglich Unmengen an Nahrung verdrücken.
Für Bulemiker ist es extrem wichtig, dass sie ihre Krankheit geheim halten können. Sie fühlen sich schuldig, da sie denken keine Kontrolle über ihren Körper zu haben. Sie können jedoch einen Zeitpunkt wählen wann sie sich wieder "vollstopfen". Da sie sich für ihr Verhalten schämen, wählen sie einen Zeitpunkt an dem keiner zu Hause ist. Die meisten Ess- Brech- Süchtige wissen, dass sie am Ende ihrer Heißhungrattcke etwas Bestimmtes essen müssen um anschließend leichter erbrechen zu können.
Da Bulemiker ihre Essstörung gut vor anderen verbergen können und sich zunächst keine gravierenden äußeren Merkmale insbesondere bezüglich des Gesichts zeigen, beibt eine Bulimie häufig lange Zeit unentdeckt. Die Bulemie bricht meistens erst bei Personen im Alter von 20-30 Jahren aus. Es sind meistens Menschen die schon von zu Hause ausgezogen sind, aber nicht wirklich zurechtkommen und durch die Entwicklung der Bulimie versuchen selbständig zu werden.

2.2. Anzeichen von Bulimie / Krankheitsbild
Betroffene haben in der Regel weder Unter- noch Übergewicht und weisen folgende Charakteristika auf:



- Sie haben ständig geschwollene Lympfknoten und oft Mundinfektionen.
- Bulimiker haben trockene oder schlechte Haut.
- Betroffene klagen oft über Schlafstörungen und Müdigkeit.


- Anfangs treten Halsschmerzen und ein erröteter Rachenraum auf, was
während der Krankheit immer schlimmer wird.
- Sie wirken (und sind )sehr oft niedergeschlagen.
- Bulimiker haben extreme Stimmungsschwankungen.
- Bulimische Patienten sind ganz besessen von Diäten, haben oft viel Ahnung
von der Ernährung und beschäftigen sich häufig mit Nahrungsmitteln.
- An Bulemia nervosa erkrankte Menschen sind Perfektionisten, d.h. sie
wollen alles richtig machen und haben Angst zu versagen.



- Bulimiekranke können Personen sein, die Angst vor der Gewichtszunahme
haben, aber trotzdem Unmengen an Nahrung zu sich nehmen und dazu noch
ständig Diäten halten.


- Sie fühlen sich gefühlsmäßig sehr unsicher.
- Sie besitzen nur wenig Selbstvertrauen und sind meistens negativ eingestellt.
- Sie denken häufig pessimistisch.



- Sie sondern sich sehr von der Umwelt ab und lassen niemanden an ihren
Gefühlen, Gedanken und Ängsten teilhaben.


- Bulimiker nehmen gleichzeitig auch Abführmittel.

2.3. Symptomatik

- Körperschema - Störung
Im Gegenteil zur Magersucht hat der Bulimiker kein Verzerrtes Spiegelbild (und fühlt sich dadurch dicker als er ist). Sollte dies aber als Folgeerscheinung der mangelnden Nährstoffaufnahme auftreten, kann dies der Übergang zur Magersucht werden (siehe: 4. Zusammenhänge der drei Essstörungen)

- Verändertes Essverhalten
Wenn viele Menschen zu der Person sagen, dass sie eine sehr gute Figur hat, ist das für den Bulimiker ein gutes Gefühl und eine Bestätigung. Da sie so bleiben möchte wie
sie ist und möglichst nicht an Gewicht zunehmen darf übergibt sie sich nach jedem Bissen den sie isst und schluckt jede Menge Abführmittel. Extrem Erkrankte haben bis zu zehn Heißhungeranfälle pro Tag. Dabei nehmen sie pro Anfall bis zu 15000 kcal. zu sich, die sie anschließend wieder erbrechen. Um sich besser übergeben zu können, essen Ess- Brech- Süchtige am Ende ihres Anfalls etwas Bestimmtes.
Wenn die Krankheit schon länger anhält, brauchen die Betroffenen sich den Finger schon gar nicht mehr in den Hals stecken, sondern der Magen ist so sehr gereizt, dass er die gegessene Nahrung nicht mehr bei sich behalten kann und sich die Person ohne eigenes Zutun übergibt.

- Gewichtsverlust
Es ist eher selten, dass die Person vor dem Beginn der Krankheit unter- oder über-gewichtig ist. Der Betroffene möchte sein Gewicht halten und nicht unbedingt dünner werden. Anfangs gelingt ihm dies auch, aber im Laufe der Zeit, wird er immer dünner ( nur wenn mehrmals täglich erbrochen wird, nicht wenn dies nur ein oder zwei mal pro Woche geschieht.), da ihm die wichtigen Vitamine und Nährstoffe verloren gehen.

- Körperliche Veränderungen
Aufgrund des Erbrechens werden jede Menge Nährstoffe ungebraucht wieder aus-
geschieden. Auf Dauer schadet das dem Körper, da ihm lebenswichtige Vitamine verloren gehen. Somit zieht die Bulimie extrem schwere körperliche Folgen mit sich.

-Psychische Veränderungen
Bulimische Patienten versuchen um jeden Preis ihr Gewicht zu halten. Sie lassen schwere Krankheiten und ständige Schmerzen über sich ergehen, nur um nicht zuzunehmen. Die Personen, die an Bulimie leiden, stehen unter ständigem Druck, dass ihre Krankheit nicht erkannt wird. Die Bulimiekranken schämen sich für das was sie
machen und denken keine Kontrolle zu haben. Sie schleppen Schuldgefühle mit sich herum, was auch der Grund für ihre depressive Art ist. Da sie auch unter ständiger Müdigkeit leiden sind sie sehr reizbar.

2.4. Ursachen und Grundlagen für Ess- Brech- Sucht
Ich denke, dass die Ursachen der Bulimie die gleichen sind, wie die der Magersucht. Die Menschen, die an Bulimie erkranken, haben sehr oft Probleme damit Hunger und Durst richtig zu deuten. Außerdem kämpfen sie mit ihrem Gewicht. Während andere essen
und essen können ohne dick zu werden, scheinen die an Bulimie erkrankten Menschen bei jedem Bissen dicker zu werden. Deshalb wollen sie das Gegessene auch gleich wieder loswerden. Da diese Krankheit erst im Alter von 20-30 Jahren beginnt kann man Faktoren wie Trennung der Eltern oder Wegzug einer geliebten Person nicht mehr so sehr als Ursache sehen. Vielmehr ist es der Tod einer Person oder der Bulimiker kommt mit seiner Umwelt nicht zurecht und fühlt sich allein gelassen.
Natürlich werden Bulimiekranke, genau wie Magersüchtige, durch die Umwelt bestätigt. Sprüche wie "Du hast aber eine tolle Figur, wie machst du das nur, das du essen kannst was und soviel du willst und nicht zunimmst?" sind da ganz normal. Aber wer möchte das schon nicht hören?

2.5. Folgen von Bulimie
Bulimie ist, wie auch die Anorexie, eine sehr gefährliche Krankheit. Schlechte Zähne, Schwellungen an Lympfknoten und Speicheldrüsen sind noch relativ harmlose Dinge. Herz- und Kreislaufstörungen treten häufig auf. Absinken des Blutdrucks, Schwindelanfälle, Magen- und Darmbeschwerden und Menstruationsstörungen sind dagegen schon schlimmer. Am Schlimmsten wird es, wenn die Speiseröhre oder die Magenwand durch die Säure Risse bekommt. Haarausfall und brüchige Nägel, sowie trockene Haut sind nun alltäglich. Verlust von Mineralstoffen, Entwässerung, chronische
Verdauungsstörungen, Halsbluten und im Extremfall kann es zum Herzversagen kommen. Durch ständigen Missbrauch von Abführmitteln führen diese zu weiteren Problemen, wie Unterleibsschmerzen, Verstopfung, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Nierenstörungen, Muskelschwäche, Völlegefühl, Blähungen, Eiweißmangel.

2.6. Therapiemöglichkeiten
Eine langfristige Behandlung ist sehr wichtig, denn durch die gereizte Speiseröhre und die Magenwand dürfte es der Betroffenen Person sehr schwer fallen wieder Nahrung aufzunehmen. Auch bei der Bulimie ist meiner Meinung nach eine stationäre Behandlung die sinnvollere. Der Patient lernt den Arzt und auch andere Bulimiekranke kennen. Außerdem gibt es eine Art Wohngemeinschaft in der die Patienten für mehrere Monate einziehen können. Sie treffen dort nicht nur an Bulimie erkrankte Menschen,
sondern auch Magersüchtige. In kleinen Gruppen wird zusammen gekocht, natürlich mit ärztlicher und psychologischer Betreuung. In einer Art Seminaren werden in diesen Gruppen auch die Ursachen für die Krankheit besprochen. Diese Art von Therapie finde ich auch sehr gut, denn die Betroffenen lernen sich untereinander kennen und brauchen sich nicht schämen, da sie wissen, dass diese Menschen das selbe, bzw. ein ähnliches Problem haben.

4. Zusammenhänge zwischen den Krankheiten (meine Meinung)
Menschen die an Magersucht leiden haben einen schweren Anfang. Sie müssen ihre Hungergefühle unter Kontrolle bekommen. Vielen gelingt dies nicht. Die Basis zum Übergang zur Bulimie ist geschaffen. Einige leiden deshalb auch an beiden Krankheiten. Sie essen einige Zeit nichts, können ihren Hunger aber nicht unter Kontrolle halten und stopfen alles in sich hinein. Da sie aber nicht dick werden wollen, erbrechen sie alles wieder.
Manchmal bleibt aber keine Zeit sich zu übergeben. Die Betroffenen merken, dass nach einer Weile das schreckliche Dicksein- Gefühl verschwindet und sie sich öfters vollstopfen ohne zu Erbrechen.
Andersherum kann es aber auch sein. An Adipositas leidende Menschen können plötzliche Umwandlungen haben und auf einmal alles was sie gegessen haben wieder erbrechen. Ein Übergang von Adipositas zu Magersucht ist eher unwahrscheinlich, nur wenn zwischendurch die Bulimie erfolgt. Denn durch den ständigen Verlust von wichtigen Nährstoffen und Vitaminen könnte bei dem Bulimiekranken eine Körperschema- Störung wie bei dem Anorexie Patienten auftreten. Aufgrund des verzerrten Spiegelbildes beginnt der Bulimiekranke zu hungern.
Somit haben nach meiner Meinung alle drei Krankheiten nicht nur schwere körperliche Folgen als Gemeinsamkeit, sondern auch der Übergang von einer zur anderen Krankheit kann schnell eintreten.

3. Esssucht ( Over- Eating- Störung, Fettsucht oder Adipositas)

Allgemeines
Der Begriff "over eating" stammt aus dem englischen und bedeutet wörtlich übersetzt Überessen. Die Betroffenen nehmen große Mengen Nahrung zu sich, erbrechen sich danach allerdings nicht.
Over Eater bekommen ihre Krankheit meist durch Diäten. Der Körper ist die wenige Nahrungsaufnahme gewöhnt und somit wird auch weniger Energie verbraucht. Isst man im Anschluss einer Diät wieder normal, nimmt man automatisch wieder zu, und oft sogar mehr als man vor der Diät wog, da der Körper auf wenig Nahrung eingestellt ist und immer noch so wenig Energie verbraucht wird.
Adipositas wird als Übermaß an Fettgewebe definiert, dass häufig zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit führt.
Viele Menschen leiden unter ihrem Gewicht, da sie oft mit Vorurteilen leben müssen. Man sollte aber unbedingt, wie bei den beiden anderen Essstörungen, darauf achten, dass die Krankheit erblich veranlagt sein könnte oder der Gewichtsverlust oder die Gewichtszunahme an andere Krankheiten gebunden sein kann.

3.2. Anzeichen von Adipositas / Krankheitsbild

Die Betroffenen leiden unter einem starken Übergewicht und weisen folgende Charakteristika auf:

- Sie haben ein sehr hohes Übergewicht und stopfen Unmengen an Nahrung
in sich hinein.
- Sie sind oft traurig, wütend oder resigniert.
- Die Betroffenen müssen einen BMI (Body Mass Index (Berechnung: Gewicht
in Kilogramm (kg) / Körpergröße2 (cm)2 ) von mindestens 30 haben um über
Fettleibigkeit sprechen zu können.(Normalwert liegt bei 19- 25)

3.3. Symptomatik

- Körperschema - Störung
Adipöse haben keine Störungen, die das Aussehen verändern wenn sie sich im Spiegel betrachten. Sie sehen, falls sie den Blick in den Spiegel wagen, ein reales Bild von ihrem Körper und dafür hassen sie sich.

- Verändertes Essverhalten
Fettleibige Menschen haben genau wie Bulimiekranke Fressattacken. Diese können
einmal in der Woche oder mehrmals am Tag sein. Sie stopfen alles in sich hinein und essen mehr als normale oder dünne Menschen. Sie behalten das was sie aßen bei sich und werden dadurch immer dicker.

- Gewicht
Adipöse sind meistens schon als Kinder dicker als die anderen Kinder mit denen sie spielen. Dies liegt aber an den Essgewohnheiten der Familie. Fettleibige wiegen im Durchschnitt zwischen 15%-25% mehr als sie sollten.

- Körperliche Veränderungen (siehe: 3.5. Folgen von Adipositas)
An Adipositas leidende Personen können schwerwiegende Probleme haben.
Psychisch Veränderungen
Sie haben nicht nur Angst, vor der Umwelt und den Kommentaren anderer, sondern auch vor sich selbst. Sie ziehen sich zurück und stopfen den Frust in sich hinein. Adipöse sind oft gereizt, ungeduldig, missgelaunt, griesgrämig, nervös, ärgerlich, spannungsgeladen und empfindlich.

3.4. Ursachen und Grundlagen für Esssucht
Auch bei dieser Krankheit sind die Ursachen und Grundlagen wie bei der Magersucht. Aufrechterhaltende Faktoren könnten hier beispielsweise der Misserfolg einer Diät oder Sprüche wie "Du bist aber fett!" sein. Aktuelle Gründe könnten Frustration, übermäßiges Essensangebot, sich Belohnen für berufliche Anstrengungen oder chronische soziale Unzufriedenheit sein.

3.5. Folgen von Adipositas
Neben dem Dickwerden treten folgende Erscheinungen auf. Verdauungsprobleme, Magenbeschwerden, Organverfettung, Herztod manchmal auch Diabetes.

3.6. Therapiemöglichkeiten
Genetische Ursachen sind oft nicht therapierbar. Bei anderen Fällen können folgende Therapien von Nutzen sein: Verhaltenstherapie (Warum isst ein Mensch so viel?, Treffen mit anderen Betroffenen um zu zeigen, dass fressen keine Lösung ist.)
Stationäre Behandlung ( Zusammenleben mit anderen Betroffenen unter
therapeutischer Betreuung, kennenlernen des Arztes schafft Vertrauen) oder wiederum Leben in einer Wohngemeinschaft ( Untereinander das Essverhalten beobachten und führen von Plänen, wann und wie viel gegessen werden darf.)

5. Wie können Außenstehende helfen?
Auf keinen Fall sollte man den Betroffenen mit seiner Krankheit konfrontieren. Es ist sehr wichtig, dass man mit der Person normal redet und nicht ständig sagt, " Nun iss doch endlich.". Das hilft dem Patienten auch nicht weiter.
Die Betroffenen müssen zwar einsehen, dass sie eine schlimme Krankheit haben, aber man sollte trotzdem vermeiden mit der Person über Gewicht oder Essen zu reden. Man sollte außerdem dem Kranken immer wieder versichern, dass sie nicht alleine ist und das man ihr nur helfen will. Die Person sollte zur Annahme der Hilfe immer wieder ermutigt werden. Man darf sie nicht anschreien. Geduld ist jetzt, genau wie Zeit für sie haben, extrem wichtig. Man sollte auch vermeiden der Person in irgend einer Hinsicht Vorwürfe zu machen und die Person die helfen will darf sich keine Figur ( zum Beispiel ein Therapeut) anmaßen, die sie nicht ist.
Der Versuch einen Therapeuten nach Hause zu holen, damit er dort sich ein besseres Bild von der betroffenen Person machen kann, könnte sehr hilfreich sein. Ferner sollte man sich unbedingt mit einem Arzt verständigen und sich weitere Informationen über die jeweilige Krankheit besorgen.





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