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"Die heilige Johanna" von George Bernard Shaw - Referat



Thema Inhaltsverzeichnis Seite


Einleitung 3

Inhaltsangabe ( Szene 1) 4

Inhaltsangabe ( Szene 2) 5

Inhaltsangabe ( Szene 3 und 4) 6

Inhaltsangabe ( Szene 5 und 6) 7

Inhaltsangabe ( Szene 6 und der Epilog) 8

wesentliche formale und thematische Schwerpunkte 9

Einordnung in das Zeitgeschehen 10

Einordnung in das Zeitgeschehen (Zitat-Angaben) 11

Interpretation von Textstellen 12

Interpretation von Textstellen ( Zitat-Angaben) 13

Schlussbemerkung 14

Literaturverzeichnis 15























Einleitung


In unserer Deutsch Facharbeit, haben wir das Drama „Die heilige Johanna“ von George Bernard Shaw, welches er 1923 schrieb, untersucht.

In unserer Ausarbeitung haben wir das Leben der Johanna d`Arc und ihre dramatische Verbrennung als Ketzerin behandelt.



Wir behandelten in unserer Arbeit das Leben der Johanna d´Arc und ihre dramatische Verbrennung als Ketzerin. Dies brachte ihr Jahre nach ihrem Tode die „selig“ und „heilig“ Sprechung ein.

Unsere Vorgehensweise bestand darin, dass wir uns das Drama „Die heilige Johanna“, so wie die dazugehörige Sekundärliteratur aus der Bücherei ausgeliehen haben.
Anschließend haben wir beide das Drama gelesen und uns nach jedem Kapitel Stichpunkte für die Inhaltsangabe notiert. Zur Ergänzung dieser Notizen haben wir die, für uns sehr hilfreiche, Sekundärliteratur genutzt. Des Weiteren haben wir uns auch einige Informationen zum Hergang des Dramas aus dem Internet geholt.

Bei unserer Gliederung haben wir uns Gedanken gemacht, welche Reihenfolge chronologisch ist, für Leser die nicht über das Drama Bescheid wissen.
Beginnend mit der Inhaltsangabe, des Weiteren die wesentlichen formalen und thematischen Schwerpunkte, nachkommend die Einordnung ins Zeitgeschehen und abschließend die Interpretation einer Textstelle und natürlich unsere Schlussbemerkung zu dem Drama.






















„Die heilige Johanna“
George Bernard Shaw


Gang der Handlungen:

In dem Drama „Die heilige Johanna“ geschrieben 1923 von George Bernard Shaw, handelt es um eine Jungfrau vom Lande, dass Orléans von den Engländern befreien soll.


Szene 1:

Frühling 1429 im Schloss von Vancouleurs an der Maas zwischen Lothringen und der Champagne. Laut dem Volk scheint ein Fluch über der Stadt zu liegen. Seitdem das „Mädchen“ aufgetaucht ist, legen die Hennen keine Eier und die Kühe geben keine Milch mehr. Hauptmann Robert de Baudircourt und sein Verwalter empfangen das Mädchen Johanna, die sie zwei Tage vorher abgewiesen hatten, um sich anzuhören was sie zu sagen hat. Johanna verkündet, dass sie Befehle von ihrem König im Himmel bekommt und sie ausführen muss. Gottes Mitteilung an den Hauptmann ist, dass Johanna ein Pferd mit Rüstung bekommt und mit einigen Soldaten zum Dauphin gesandt werden soll, um die Belagerung von Orleans aufzuheben und den Dauphin in der Kathedrale von Reims zu krönen. Baudircourt hält Johanna für eine verrückte und versucht Bertrand von Poulengey einem Soldaten, vergeblich davon zu überzeugen, dass das Vertrauen in das Mädchen zu Schwierigkeiten führen kann. Johannas einfache Erklärung dafür ist, dass alle Menschen Gottes Untertanen sind und, dass die Engländer in ihrem eigenen Land bei ihrer eigenen Sprache bleiben sollen. Mit der Zeit schafft es Johanna, selbst den unempfindlichen Hauptmann Robert de Baudicourt von ihrer Fähigkeit, die Massen mit sich zu reißen zu überzeugen und wird von ihm mit all ihren Anforderungen zum Dauphin geschickt.






















Szene 2:

Im Schloss Chinon am 8.März 1429.
Der Dauphin, der noch ungekrönte König Karl VII, hat den Erzbischof von Reims und den Oberhofmeister Monseigneur de la Trémouille zu sich berufen. Die beiden warten ungeduldig auf den Dauphin. Auch Gilles de Retz, ferner Blaubart genannt, kommt hinzu.
Der Dauphin hat die Herren zu sich berufen, da er einen Brief von Robert, mit der Nachricht der heiligen Johanna erhalten hat.
Johanna hat den Wunsch geäußert, dem König vortreten zu dürfen. Doch die Herren wollen ihr einen Streich spielen um zu testen, ob sie wirklich eine „heilige“ ist
1 „ Wir können leicht feststellen, ob sie ein Engel ist oder nicht. Wenn sie kommt, tun wir so, als sei ich der Dauphin. Dann werden wir ja sehen, ob sie den Schwindel entdeckt.“ Der Blaubart soll sich als König ausgeben, der Dauphin nimmt den Platz des Blaubart ein. Dennoch erkennt Johanna sofort, dass die Männer sie blenden wollen. ² „ Komm, komm, Blaubart: das kannst du mir nicht weismachen. Wo ist der Dauphin?“
Sie will dem König Mut machen, sich gegen die Engländer zu stellen, weil es allgemein bekannt ist, dass er kein Freund von Kampf und Krieg ist. Er hat das Gefühl, den Erwartungen seines Volkes nicht gerecht werden zu können.
Sie macht ihm natürlich auch Mut, damit sie Rüstung und Pferd bekommt, um ihre Mission von Gott erfüllen zu können.




























Szene 3:

Orleans, 29. Mai 1429. Dunois, der Bastard von Orlèans und sein Page sitzen am Wasser und warten auf Westwind, um die Engländer angreifen zu können. Als Johanna auf ihrem Pferd angeritten kommt, erklärt sie Dunois, dass sie nicht als Frau betrachtet werden möchte, sondern als Soldat, weil sie sich nicht um die typischen Dinge kümmert wie andere Frauen. 1 „ Ich kümmere mich nicht um Dinge, um die sich Frauen kümmern.“
Dunois erkennt Johannas Fähigkeiten zu kämpfen und ihre Verliebtheit in den Krieg. Er hält sich allerdings an seinem Vorsatz fest, dass Johanna ihm zwar als „Heilige“ willkommen ist, jedoch nicht als Soldat.
Sie erklärt ihm, dass sie als Dienerin Gottes handelt und soviel Mut aufbringt um als Anführerin vorauszugehen und die anderen Soldaten zu leiten ohne jeweiligen Zorn, sondern nur aus reinem Pflichtbewusstsein zu Gott.
Dunois beichtet Johanna, dass sie nur auf Gottes Zeichen warten, um ihnen Westwind zu schickt zum antreiben seiner Schiffe. Er will Johanna in die Kirche führen, damit sie für den notwendigen Westwind zu Gott betet. Auf dem Weg zur Kirche bemerkt der Page von Dunois, dass sich das Fähnchen, welches sich der Bastard in den Boden rammen lassen hat, Westwind anzeigt. Daraufhin kniet sich Dunois vor Johanna nieder und befiehlt ihr ihn und die Armee zu führen.





Szene 4:

In einem Zelt im englischen Lager. Kaplan de Stogumber ist erschüttert über die Niederlage der Engländer unter der Führung von Johanna und versucht seine Wut zu unterdrücken. Graf von Warwick verordnet eine Verhandlung mit dem Bischof von Beauvais, Peter Cauchon, an, um die Verbrennung der Jungfrau Johanna als Hexe zu erreichen. Außerdem setzt er ein königliches Lösegeld für Johanna aus, der ihm das Mädchen bringt. Couchon und Warwick bezeichnen Johanna als Hexe und Ketzerin, die vom Teufel erleuchtet wurde. Außerdem erwähnt Warwick, dass Johanna auf den Scheiterhaufen gehört, weil es eine politische Notwendigkeit für England sei. Der französische Bischof Cauchon ist trotz alledem bemüht die Jungfrau vor dem verbrennen zu retten und einen Widerruf vor der ganzen Welt von ihr zu erlange, um sich der Kirche zu unterwerfen. Ansonsten wird sie der weltlichen Macht übergeben und die Kirche kann sie nicht mehr vor dem Verbrennen retten.













Szene 5:

Nach der Krönung von König Karl VII in der Kathedrale von Reims betet Johanna und weint um ihrer Selbstwillen. Das Mädchen kann nicht verstehen, warum die Priester, Ritter und Hofleute, denen sie Glück brachte, ihnen den rechten Weg zeigte und sie zum Sieg führte, sie immer noch nicht lieben. Dunois betrachtet Johanna als ihren einzigen Freund unter dem Adel. Nach der Krönung gesteht Johanna vor König Karl VII, Blaubart, La Hire und Dunois ihre Heimreise auf den Hof zu ihrer Familie, worauf König Karl VII beruhigt darauf eingeht und ihr alles Gute wünscht. Unerwartet bekommt Johanna den Einfall, zusammen mit ihrem Freund La Hire Paris zu erobern bevor sie ihre Heimreise antritt, worauf der König abwertend darauf reagiert und versucht sie zur Vernunft zu bringen, weil gerade alles gut ist wie es ist. Der Erzbischof wirft Johanna auf ihre Idee Paris zu erobern vor, dass sie im Gewand der Tugend und Bescheidenheit gekommen ist, aber nach den gesegneten Taten von Gott, sündhaft und stolz wurde.





Szene 6:

Am 30. Mai 1431 kauft Graf Warwick Johanna von den Burgundern, die sie gefangen haben ab.
Nach neun Monaten Haft kommt es endlich zur Gerichtsverhandlung, unter der Johanna mit zwölf Anklagepunkten beschuldigt wird. Die Ketzerei zählt zu dem wichtigsten Anklagepunkt in der Gerichtsverhandlung gegen das Mädchen.
Bischof Peter Cauchon ist noch immer bereit Johanna vor dem Scheiterhaufen zu bergen und versucht sie dazu zu bringen, einen Widerruf ihrer Aussagen, dass sie die Stimmen Gottes höre zu tätigen. Die Ankläger Kaplan und ein Domherr von Paris kämpfen dafür, dass Johanna auf den Scheiterhaufen verbannt wird.
Laut Graf Warwick ist Johannas Tod eine politische Notwendigkeit, die kein Erbarmen zeigen darf.
Als Johanna begreift, dass sie zur Hinrichtung auf den Scheiterhaufen verbannt werden soll, kommt die Angst über sie und sie beginnt an den Stimmen ihrer Heiligen zu zweifeln und widerruft daraufhin alles was sie je über die Stimmen gesagt hatte. Cauchon beginnt zu hoffen, dass Johanna endlich zur Besinnung gekommen ist. Kaplan reagiert zornig, weil Johanna zu entwischen scheint. Darauf wird Johannas Widerruf eilends von den Gerichtsvorsitzenden schriftlich festgehalten und Johanna unterschreibt das Schriftstück mit ihrem Zeichen.
Nachdem Johanna erfährt, dass sie zwar von der Verdammung der Kirche befreit ist, allerdings auf eine immerwährende Gefangenschaft bis ans Ende ihrer Erdentage verurteilt ist, greift Johanna nach dem Widerruf und zerreißt es. Sie kann sich ein Leben im Rattenloch, dazu ohne Tageslicht nicht vorstellen und wählt somit den Tod durch ihre Verbrennung auf dem Markthof.
Durch Johannas Handlung als rückfällige Ketzerin muss sie für schuldig befunden werden und außerdem noch den weltlichen Behörden übergeben werden.
Kaplan mitteilt seine Befriedigung in der er 1 „ Ins Feuer mit der Hexe!“ brüllt und sich auf Johanna stürzt um den Soldaten sie am hinaus stoßen Hilfe zu leisten.


Szene 6:

Nach der Hinrichtung kommt der englische Kaplan de Stogumber mit gebrochner Körperhaltung und Seele zurück in die Gerichtsverhandlung und meldet seine Reue. Johannas Todesqualen und ihre letzten Worte, in denen sie den Heiland anrief, machen ihm zuschaffen. Nachdem Johannas Asche ausgestreut wurde, meldet der Scharfrichter, dass bis auf Johannas unversehrtes Herz alles Komplet verbrannt sei und bemerkte, dass man von Johanna nichts mehr wahrnehmen werde, worauf Bruder Martin Ladvenu aussagt 2 „Das ist nicht ihr Ende. Es ist ihr Anfang“.






Epilog (Schlussrede):

In der Juninacht des Jahres 1456, 25 Jahre nach Johannas Tod, sucht Bruder Martin Ladvenu König Karl VII auf, um ihm die Nachricht, dass die neuerliche Untersuchung beendet und Johanna entschuldigt ist. Wie in einem Traum erscheint Johanna dem König, um ihn nach den Ereignissen, die ihrem Tode folgten zu fragen. Nach und nach tauchen die Personen, die an ihrem Schicksal Anteil hatten auf. Bischof Peter Cauchon beklagt sich, da ihn das Gericht anlässlich Johannas Todes verurteilte und seinen Leichnam isolierte. Dunois Geist wird von Johanna aus dem schlafenden Körper gerufen. Er entschuldigt sich gegenüber Johanna, weil er ihr Leben nicht verteidigt hat. Der englische Soldat, der Johanna am Scheiterhaufen zwei als Kreuz zusammengebundene Stöcke gegeben hat,
bekommt einmal im Jahr Ausgang aus der Hölle als Belohnung. Dann tritt der englische Kaplan auf und beichtet, dass er bei Johannas Hinrichtung seinen Verstand verloren habe, weil ihn der Anblick der Verbrennung eines Mädchens nicht aus dem Sinn geht. Warwick bedauert seinen Irrtum, Johanna wegen einer politischen Notwendigkeit verbrennen zu müssen. Schließlich taucht ein modern gekleideter Herr aus dem Jahr 1920 auf und teilt Johanna mit, dass eine Heiligsprechung ihrer Person stattgefunden habe. Alle knien sich vor der heiligen Johanna nieder und preisen sie. Johanna ist skeptisch und will wissen ob eine Rückkehr unter die Lebendigen sinnvoll sei. Zum Schluss machen alle dem Mädchen deutlich, dass eine Wiederauferstehung eine erneute Verbrennung für sie bedeuten würde und ziehen sich nach und nach zurück.














wesentliche formale und thematische Schwerpunkte



Das Drama Die heilige Johanna von George Bernard Shaw wurde, in der für Dramen typischen Darstellung geschrieben, d.h. das Geschehen ist wie ein Drehbuch aufgebaut.

In einem Drama werden Gefühle und Plätze sehr genau beschrieben, die einzelnen Sprachpassagen werden außerdem mit Namen betitelt. So kann der Leser sich besser mit der Handlung und den Personen auseinander setzen. Außerdem hat der Leser das Gefühl ein Teil des Geschehen zu sein.









































Einordnung in das Zeitgeschehen


George Bernard Shaw hat das Drama „Die heilige Johanna“ 1923 verfasst.

Die Entstehung des Werkes beruht darauf, dass sich Bernard Shaw mit verschiedenen Bearbeitungen von Johannas Wesen auseinandergesetzt hat, zum Beispiel mit den Biographien von Lang und Murray, Schillers Drama und dem Roman von Mark Twain. Durch Prozessakten und Berichte über die Untersuchungen zu Johannas Rehabilitation bestand Shaw darauf, dass dies sein Interesse erregt und seine Auffassung Johannas geformt hätte.
Shaw kam zu dem Ergebnis, dass keiner der Autoren sich ausreichend mit der Person von Johanna und ihrem Charakter auseinander gesetzt hatte und ihr somit nicht gerecht werden konnte. Jedoch muss man berücksichtigen, das im 17. Jahrhundert kaum historische Tatsachen über Johanna bekannt waren und so mussten sich die Autoren damals Hintergründe zum Prozess und zur Hinrichtung Johannas erdichten.

Im Jahre 1907 besucht Bernard Shaw zum ersten Mal die Aufführung eines Jeanne d´Arc Balletts. Er war von der Figur der Johanna so bezaubert, dass er daraufhin in die Gegenden reiste, die für ihre Biographie von großer Bedeutung waren.
Schon zu dieser Zeit machte er sich kurze Aufzeichnungen, die einen Meinungswechsel von der albernen Göre zu einem Mädchen mit einem außerordentlich gesunden Menschenverstand betonen. Auch in baldigeren Werken, war er mit seinen Gedanken schon bei Johanna, so nannte er sie beispielsweise schon in einigen Vorworten, 1908 in Getting Married und 1915 in Androcles and the Lion.

1913 besucht Bernard Shaw zum zweiten Mal die von ihm ¹ „Joan of Arc country“ genannte Gegend.

Nachdem Shaw eine Schauspielerin gefunden hatte, die Johannas Wesen gerecht gekommen ist, fing er an, dass Drama niederzuschreiben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er noch kein einziges Wort zu Papier gebracht, hatte jedoch im Geiste feste Vorstellungen und schrieb Johannas Geschichte in kürzester Zeit nieder. Das Stück schrieb Bernard Shaw in der für ihn typischen Kurzschrift. Später erklärte er: ²„Sie [Johanna] führte mir beim schreiben die Hand, die Worte purzelten mit einer solchen Geschwindigkeit heraus, dass mein Federhalter nur so über das Papier sauste und ich sie kaum schnell genug niederschreiben konnte“.

Für sein Theaterstück, wollte Shaw kein perfektes Bild einer Frau haben, da dies auch nie die Vorstellung Johannas von ihrem eigenen Aussehen war. George Bernard Shaw wollte für die Rolle, wie er selber sagte 3“ eine junge Frau, so irgend hässlich wie möglich, die verklärt und unbesiegbar werden würde“.







¹ Shaw, George Bernard: Die heilige Johanna. Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dramas. James Hardin. Diesterweg, Frankfurt am Main 1975,
Seite 19

² Shaw, George Bernard: Die heilige Johanna. Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dramas. James Hardin. Diesterweg, Frankfurt am Main 1975,
Seite 20

3 Shaw, George Bernard: Die heilige Johanna. Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dramas. James Hardin. Diesterweg, Frankfurt am Main 1975,
Seite 20








































Interpretation einer Textstelle


JOHANNA: ¹ „Ich bin Soldat. Man soll mich nicht als Frau betrachten. Ich will mich auch nicht als Frau anziehen […] Ich träume davon, einen Angriff zu führen und Kanonen aufzustellen.“

Ich denke, an Hand dieser Textstelle wird deutlich, wie sehr sich Johanna mit dem Leben eines Soldaten auseinander setzt. Sie macht deutlich, dass sie sich selber nie als Frau gesehen hat und dass sie auch nicht von anderen Menschen als solche wahrgenommen worden wollte.

Johanna d`Arc möchte nicht sich nicht um Dinge kümmern, um die sich eben Frauen kümmern. Sie will keine der Frauen sein, die wie sie selber sagt, nur von zwei Dingen träumen und zwar davon, ²„Sie träumen von Liebhabern und von Geld“. Sie wollte das Klischee der damaligen Zeit nicht erfüllen ³“ Ich werde niemals einen Mann nehmen“. Zu der Zeit, um 1429, waren Frauen nur da, um den Männern zu gefallen und um das zu tun, was sie ihnen sagten oder sie mussten Männer heiraten, damit sie dadurch auch ihre Familie ernähren konnten. So wollte sie nicht sein, Johanna wollte das Leben führen, welches sie wollte und nicht das Leben, was die anderen für sie gewünscht hätten. Außerdem war es ihr größter Wunsch Soldatin zu werden und davon konnte sie auch niemand abhalten, oder sie zwingen ein andres Leben führen zu müssen. Auch durch die Stimme Gottes, 4 „Ihr sollt mir in Pferd geben […] Das sind die Befehle meines Herren an Euch“. 5 „[…] Mein Herr ist der König des Himmels.“ war dies ihr sehnigster Wunsch. Des Weiteren fand sich Johanna d´Arc von den Männern dieser Welt ungerecht behandelt 6„In Toul hat mich ein Mann verklagt. Ich hätte das Eheversprechen gebrochen, hieß es. Ich habe es ihm nie gegeben.“
Durch den Auftrag Gottes war Johanna außerdem darin bekräftigt, dass das was sie tut, das richtige ist, auch wenn sie eine Frau ist. 7 „ Ich bin kein Draufgänger. Ich bin Gottes Dienerin. Mein Schwert ist geweiht: […]“
Durch diese Kraft als Dienerin Gottes fand sie auch genug Entschlossenheit, um den König Mut zu machen 8„Wozu auf dem Thron sitzen, wenn andere die befehle geben? […] da hast du deinen König […]“ 9“Du bist ja auch noch nicht König, Junge! […]Und ich sage dir: es will keinen Mann zu seinem König haben, bevor man ihm nicht das heilige Öl über das Haar gegossen hat und bevor er nicht in der Kathedrale von Reims geweiht und gekrönt ist. […]“, welcher unter Minderwertigkeitskomplexen leidet 10„ Ich will kein Vater sein[…] Ich will keine von diesen Heldenfiguren sein, […] Ich will genau das sein, was ich bin“.












Zitat- Angaben zu den Interpretationen:



¹ Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 50

² Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 50

³ Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 50

4 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 11

5 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 12

6 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 50

7 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 51

8 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 41

9 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 41 und 42

10 Shaw, Bernard: Die heilige Johanna. Deutsch von Wolfgang Hildesheimer. Edition suhrkamp SV, Frankfurt am Main 1965, Seite 43


















Schlussbemerkung


Als Fazit aus unserer Arbeit ziehen wir, dass Johanna ein sehr mutiges und junges Mädchen gewesen ist. Sie hat sich, obwohl sie ein armes Bauernmädchen war, in der Männerwelt durchsetzten können.
Ihre Entschlossenheit und ihr Standhaftigkeit die Forderungen durchzusetzen, die sie von Gott bekam, hat uns sehr beeindruckt. Ebenfalls Johannas starke Persönlichkeit hat uns imponiert.

Während unsere arbeit mit dem Drama, hatten wir das Gefühl, das sich George Bernard Shaw, eindringlich mit der Person Johannas beschäftigt hat. Man konnte erkennen, das er sich viel Mühe im Ausdruck gemacht, um zu beweisen, das man Johanna sehr viel genauer beschreiben und darstellen kann, als es seine Vorläufer n getan haben. 1 „ Er kam jedenfalls zu dem Schluß, dass keiner der Autoren vor ihm Johanna wirklich verstanden habe und die ihm bekannten dichterischen Bearbeitungen ihr deshalb nicht gerecht worden seien.“

Wir sind der Meinung, dass jeder dieses Buch einmal gelesen haben sollte, da es nicht nur das Allgemeinwissen erweitert, sondern auch weil dies ein Werk ist, das eine starke weibliche Persönlichkeit zeigt, die schon vor vielen Jahrhunderten den Mut hatte, sich gegen die Männer zu stellen, in einer Zeit, in der Frauen nur dazu da waren, das Haus zu hüten und die Kinder zu erziehen.

Wir konnten uns nach einigen Schwierigkeiten, im Verständnis, gut mit der Thematik auseinander setzen.


















¹ Shaw, George Bernard: Die heilige Johanna. Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dramas. James Hardin. Diesterweg, Frankfurt am Main 1975, Seite 18

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: cathrin88




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