Suchbegriff:

Weltreligionen - Der Islam - Referat



I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
- Der Islam -

1. Einleitung

2.Gründung und Entwicklung

3. Die Verbreitung

4. Die Gruppierungen
# Die Schiiten
# Die Sunniten
# Die Charidschiten
# Die Fundamentalisten

5. Die 5 Säulen des Islam
# Das Glaubensbekenntnis (Schahada)
# Das Gebet (Salāt)
# Die Almosensteuer (Zakāt)
# Das Fasten (Saum)
# Die Pilgerfahrt (Haddsch)

6. Der Schluss
Begriffserklärung

7. Quellennachweis


Einleitung

- Der Islam -

Nach dem 11. September wurde in der westlichen Welt das Wort Islam vor allem im Zusammenhang mit Terrorismus gebraucht. Tatsächlich haben Selbstmordattentate bei islamischen Fundamentalisten eine lange Tradition.
Der Islam ist die jüngste Weltreligion. Das Wort Islam bedeutet „Hingebung an Gott1“. Diese kennzeichnet daher auch den frommen Muslim.
Der islamische Staat basiert auf der Scharia2, welche wiederum auf dem Koran basiert. Weiterhin ist eine sehr enge Verbindung zwischen Religion und Politik kennzeichnend. Alle Bereiche des Lebens müssen sich dem Geiste des Islam ausrichten. Politiker sollten sich durch Frömmigkeit und Sachkunde ausweisen.
Da der Islam ein sehr umfangreiches Thema ist, werde ich mich in meiner Hausarbeit hauptsächlich auf die wichtigsten Punkte beziehen:
Die Gründung und Entwicklung, die Verbreitung, die Gruppierungen und die religiösen Pflichten des Islams.


Gründung und Entwicklung

Der Gründer des Islam war Mohammed. Er wurde um 570 n. Chr. in der Stadt Mekka geboren. Da er schon früh seine Eltern verloren hatte, wuchs er erst bei seinem Großvater, dann bei seinem Onkel auf. Beide waren Kaufleute, wodurch auch Mohammed, trotz fehlender Schulbildung, Händler wurde. Da er durch diesen Beruf viele Reisen unternahm, erwarb er sich umfassende Kenntnisse über die anderen Schriftreligionen. Später heiratete er die um 15 Jahre ältere reiche Kaufmannswitwe Khadidscha. Schon während dieser Zeit begann Mohammed sich regelmäßig auf einen Berg in der Nähe Mekkas zurückzuziehen. Dort empfing er auch, dem Glauben der Muslime zufolge, im Alter von 40 Jahren, also um 610 n. Chr. durch den von Gott geschickten Engel Gabriel3 die erste Sure des Korans:


„Rezitiere im Namen deines Herrn, der schuf
Der den Menschen schuf aus einem Blutstropfen,
Rezitiere bei diesem Herrn, dem Hochgeehrten,
Der mit dem Schreibrohr lehrte,
Den Menschen lehrte, was er nicht wusste.“
(Koran, Sure 96)

Mohammed hatte von diesem Zeitpunkt an bis zu seinem 63. Lebensjahr noch weitere Offenbarungen und fühlte sich als Prophet berufen, den einzigen Gott gegen die Vielfalt der arabischen Stammesgötter zu verkünden.

Bereits lange Zeit vor Mohammed war Mekka ein blühender Umschlagplatz an der alten Gewürzstraße von Indien nach Syrien, ein religiöses Zentrum. Die zahlreichen Heiligtümer, vor allem die berühmte Kaaba4, zogen Pilger aus dem gesamten mittelarabischen Raum an; die Wallfahrtsfeste der unterschiedlichen Religionen waren für die Kaufleute der Stadt ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor.

Ab 612 verkündet Mohammed die ihm in Visionen zuteil gewordenen Offenbarungen. Der Prophet warnt in seinen Predigten die Mekkaner vor der nahen Apokalypse und ruft sie zur Umkehr und Hinwendung zu Gott als den einen, einzigen Schöpfer und Richter der Menschen auf.

Mohammed sieht sich nicht als Religionsstifter, sondern als letzter Prophet, der die alte Botschaft – von allen Irrtümern gereinigt – wieder zur Geltung bringt. Ihm sei es aufgetragen worden der ganzen Welt den einzigen Gott zu vermitteln.

In Mekka findet seine Botschaft wenig Anklang. Die Kaufleute sehen ihre wirtschaftliche Basis bedroht, als Mohammed die Götzen5 und die Kaaba-Zeremonien kritisiert und die traditionelle Sozialordnung in Frage stellt.
Als die Situation für ihn lebensgefährlich wird, zieht er sich mit seinen Anhängern nach Yathrib6 zurück.

Diese Auswanderung im Jahre 622 n. Chr. wird als „Hidschra“ bezeichnet und ist der Beginn der arabischen Zeitrechnung: des Mondkalenders.
In Medina gelang es Mohammed schnell, sich durchzusetzen und das Ideal einer muslimischen Gesellschaftsordnung7 zu etablieren, in der Religion, Staat und Gesellschaft eine Einheit waren.

630 n. Chr. zog der Prophet nach wechselvollen Auseinandersetzungen mit den Mekkanern siegreich in Mekka ein. Die Götzenbilder und heidnischen Bilder in und um Mekka wurden zerstört, die Kaaba als islamisches Zentralheiligtum anerkannt.
In den nächsten zwei Jahren festigte sich Mohammeds religiöse und politische Stellung in Arabien so deutlich, dass bei seinem Tod im Jahre 633 n. Chr. fast alle arabischen Stämme der Halbinsel vereinigt waren.

Die Verbreitung

Mit der Unterwerfung der arabischen Stämme schaffte Mohammed nach seinem Tod die militärische Basis.

Seine Nachfolger Abu Bakr, Omar und Osman unterwarfen innerhalb weniger Jahrzehnte den Vorderen Orient von Marokko bis Transoxanien und eroberten im 8. Jh. Spanien. Der kurzzeitige Griff über die Pyrenäen scheiterte 732 n. Chr. Die Araber wurden bei Tours und Poitiers8 von Karl Martell besiegt. Nach dem Niedergang des in Teilstaaten zerfallenen Kalifenreiches, begann im 10. Jh. die Islamisierung der Türken und im 11. Jh. die muslimische Herrschaft in Indien. Durch die Einnahme Konstantinopels 1453 wurde das Byzantinische Reich9 vernichtet. Dies trug den Islam über den Balkan weit nach Europa.

Die Kämpfe der Muslime gegen nichtislamische Gebiete werden auch „Heiliger Krieg10“ genannt. Das Ziel ist die Verteidigung und Ausdehnung der islamischen Herrschaft. Diese Eroberungspolitik wird durch den Koran unterstützt, denn Mohammed hatte den Wunsch, sein Gotteswort gen Norden zu tragen.
Der Islam ist heute die herrschende Religion im Vorderen Orient, Pakistan, Irak, Iran, Nord-Afrika und Indonesien.

Der Islam ist in vielen Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung die Staatsreligion.

Die Gruppierungen

Der Islam besteht aus vielen verschiedenen religiösen Gruppierungen mit teilweise sehr unterschiedlichen Ausrichtungen.

1. Die Schiiten

Die Schia (arabisches Wort für „Partei“) ist die zweitgrößte Bekenntnisgruppe des Islam, die etwa ein Zehntel aller Muslime ausmacht. Ihre Anhänger, die Schiiten, betrachten den 4. Kalifen11 Alī ibn Abī Ṭālib, den Schwiegersohn und Vetter von Mohammed, und
dessen Nachkommen als rechtmäßige Führer an. Man unterscheidet die Ismailiten (Siebener-Schiiten), die Zaiditen (Fünfer-Schiiten) und die Imamiten (Zwölfer-Schiiten). Sie bilden in den ehemals persischen Gebieten Asiens die Mehrheit und ihre Glaubensrichtung teilt sich noch in weitere Strömungen auf.

2. Die Sunniten

Die Sunniten bilden die größte Glaubensrichtung im Islam und werden als Ahl ul-Sunna (arabische Bezeichnung für „Volk der Tradition“) bezeichnet. Der Unterschied zu den Schiiten besteht darin, dass sie Mohammed als rechtmäßigen Propheten und die ersten drei Kalifen anerkennen. Die Sunniten bilden in allen islamischen Ländern mit einem Anteil von ca. 90% die Mehrheit der Muslime.

3. Die Charidschiten

Die Charidschiten, auch Kharidjiten oder Khawaridj (arabisches Wort für „hinausgehen“) sind Anhänger der ältesten islamischen Glaubensgemeinschaft. Sie erkennen nur die ersten beiden Kalifen als rechtgeleitet an und sind in gewisser Weise das Gegenteil zu den Schiiten. Die Charidschiten sind bis heute noch immer in Nordafrika und im Oman verbreitet.

Es gibt noch viele weitere islamische Gruppierungen. Auch Fundamentalisten könnte man als eine solche bezeichnen. Für sie ist die ursprüngliche und reine Religion die Grundlage ihres Lebens. Sie fordern die wörtliche Befolgung der Vorschriften des Korans. Weiterhin setzen sie sich für einen islamischen Staat ein, in dem die Scharia als ihre Grundlage gilt. Die Anwendung der in der Scharia vorgesehenen Körperstrafen, wie beispielsweise die Besteinigung bei Ehebruch, soll die Islamität des Gemeinwesens symbolisieren. Der gegenwärtige islamische Fundamentalist begreift den Islam als geschlossenes System von Lösungen für alle Lebensfragen, wobei die westliche Welt als materialistisch und zerstörerisch empfunden wird.


Die 5 Säulen des Islam

1. Das Glaubensbekenntnis (Schahada)

„Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah und ich bezeuge, dass Mohammed sein Prophet ist.“

Es wird in arabischer Sprache ausgesprochen. Bevor dies geschieht, muss durch eine rituelle Waschung12 die Reinheit erreicht werden. Durch das Glaubensbekenntnis konvertiert man zum Islam.

2. Das Gebet (Salāt)

Vor dem Beten erfolgt die rituelle Reinigung mit Wasser, wobei symbolisch auch Sand oder Staub verwendet werden kann.
Sobald der Muslim die Volljährigkeit – beim Jungen durch die erste Ejakulation, beim Mädchen nach der ersten Periode – erreicht hat, ist er/sie verpflichtet fünfmal am Tag zu beten. Frauen ist es während der Menstruation nicht erlaubt zu beten, da die Verschmutzung durch Blut zu Unreinheit führt, was während der Monatsblutung ein dauerhafter Zustand ist.
Der Muslim wird durch den Muezzin13 bei Sonnenaufgang, am Vormittag, am Mittag, am Nachmittag und am Abend zum Gebet gerufen. Am Freitag ist es den männlichen Muslime eine Pflicht in der Moschee zu beten, an den anderen Wochentagen ist ihnen, wie den Frauen, die Lokalität für das Gebet freigestellt.

3. Die Almosensteuer (Zakāt)

Die Almosensteuer wird für Kranke, Bedürftige und Gefangene verwendet und von der jeweiligen Staatskasse verwaltet. Die Höhe ist nach islamischem Recht vom jeweiligen Wirtschaftsbereich abhängig und kann somit nur Muslimen zu Gute kommen.

4. Das Fasten (Saum)

Das Fasten findet jedes Jahr im Monat Ramadān14 statt und verschiebt sich alljährlich um 11 Tage. Der Muslim ist verpflichtet, im Monat Ramadan zu fasten. Er darf zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang nicht essen, trinken (auch kein Wasser), rauchen und sich dem Ehepartner sexuell nähern. Er sollte Streit vermeiden und gute Taten verrichten. Der Fastenmonat wird mit dem Fest des Fastenbrechens beendet.

5. Die Pilgerfahrt (Haddsch)

Wenn es seine finanzielle und gesundheitliche Lage erlaubt, ist jeder Muslim verpflichtet, wenigstens einmal in seinem Leben die Pilgerfahrt nach Mekka zu verrichten, um dort die u.a. heilige Kaaba zu umschreiten. Diese Pflicht der Pilgerfahrt ist in Sure 3, Vers 97 aufzufinden:

„… und die Menschen sind Gott gegenüber verpflichtet, die Wallfahrt nach dem Haus zu machen – soweit sie dazu eine Möglichkeit finden.“

Demnach reisen mehrere Millionen Muslime einmal im Jahr in die Herkunftsstadt ihres Propheten und vollziehen zahlreiche religiöse Bräuche. Wer diese Reise hinter sich hat, darf den Namen „Hajji“ tragen.

Der Schluss

Der Islam ist heutzutage in aller Munde. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein Bericht in der Zeitung zu lesen oder irgendeine Dokumentation im Fernsehen darüber zu sehen ist. Vor allem ist der Islam ein sehr umfangreicher Bereich und man möchte gerne in den heutigen Tagen einen Überblick in diesem Thema haben. In meinem Referat habe ich versucht diese Glaubensrichtung so informativ und kurz zu beschreiben. Mein Ziel war es jedoch nicht, einen tiefgreifenden Einblick in den Islam, sondern einen allgemeinen Überblick zu bieten und die Leser in das sachliche Geschehen einzubinden. Ich glaube, dass der Islam nicht nur seinem universalen Anspruch nach, sondern auch seiner Verbreitung nach, eine Weltreligion ist und bleibt.


Begriffserklärungen

1 Im Arabischen: „Allah”
2 Das religiöse Gesetz des Islam
3 Erzengel – Gilt als Ausleger von Visionen und als Bote Gottes
4 Gebäude - Das zentrale Heiligtum des Islam
5 Ein Abgott
6 Heutige Medina – Zweitwichtigste heilige Stadt des Islam
7 Im Arabischen: „umma“
8 Auch „Schlacht von Cenon“ genannt
9 Ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum
10 Im Arabischen: „Dschihad“
11 Der Stellvertreter / Nachfolger des Propheten
12 Reinheit vor dem Beten und vor dem Berühren des Korans
13 Ausrufer – Ruft die Muslime zum Gebet auf
14 Fastenmonat – Der 9. Monat des islamischen Mondkalenders
15 Heilige Schrift des Islam – Der Glaube an Gott („Allah“)
16 Ein Abschnitt des Korans
17 Historische Nachrichten, Erzählungen, Berichte, Mitteilungen


Quellennachweis

Quellenangaben der Bilder

* http://alfonsotr.somee.com/islam.jpg
* http://gfx.dagbladet.no/pub/artikkel/4/45/454/454498/mohhee.jpg
* http://www.ansar.de/kaaba2.jpg
* http://www.fremde-kulturen.de/religionen/islam/graphiken%20islam/verbrtg1.jpg
* http://www.islamische-buecher.ch/images/categories/4.jpg
* http://www.syntropia.de/images/SU039.jpg
* http://www.islamic-college.ac.uk/images/HADITH.gif
* http://buecher.hagalil.com/sonstiges/images/scharia.jpg

Quellenangaben der Texteinformationen

* http://wikipedia.de
* http://www.enfal.de/grundlag.htm
* „25 Fragen zum Propheten Muhammad“ von Rüstü Aslandur
Cordoba-Verlag Karlsruhe
* „Der Islam“ von Martin Hartmann
Reprint-Verlag Leipzig
* Der Koran




Kommentare zum Referat Weltreligionen - Der Islam: