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tibetischer Buddhismus - Referat



Inhaltsverzeichnis


- Einleitung

- Tibetischer Buddhismus, Vajrayana: Die Verbreitung

- Die Lehre

- Klosterleben in Tibet

- Symbole und Gebetsgegenstände des Buddhismus

- Tod, Bestattung, Wiedergeburt eines Lamas




Einleitung

Der Buddhismus wird in 3 Hauptrichtungen aufgeteilt. Sie heissen: Hinayana, Mahayana und Vajrayana. Der Vajranana ist der tibetische Buddhismus, der auch unter dem Namen Lamaismus bekannt ist.


Die Verbreitung

Der Buddhismus in Tibet hatte sich zunächst ab dem 8. jahrhundert und später an dem 11. jahrhundert in vier grossen buddhistischen Schulen (Nyingma, Kagyü, Sakya, Gelug) entwickelt.

Bön-Religion
Vor dem Buddhismus war in Tibet die Bön-Religion verbreitet. Diese Religion ist von Buddhistischen Einflüssen stark durchdrungen – wie auch der Buddhismus vom Bön beeinflusst wurde.
Die Altreligion des Bön vertritt animistische und schamanistische Auffassungen und versucht mit astrologischen Hilfsmittel, Zaubersprüchen und Riten, Amuletten und Geisterfallen, aber auch mit Blutopfern Naturereignisse und Menschenschicksale zu beeinflussen. Bön ist in ungeformte unzählige lokale Traditionen gegliedert.

Nach der Überlieferung soll vor dem 7.Jh. auf wundersame weise eine kostbare Schatulle auf dem Dach eines tibetischen Königpalastes erschienen sein, die zwei buddh. Sutra-texte und andere hl. Objekte enthielt. der König verstand die Bedeutung dieser Objekte nicht, erkannte aber intuitiv dass sie von grosser Bedeutung waren. Die wahrscheinlichere Version der Geschichte ist, dass ein indischer Mönch die Gegenstände brachte, der die buddh. lehren nach Tibet einführen wollte. Da er aber die Sprache des Königs nicht verstand und kein Übersetzer da war, reiste er unverrichteter Dinge wieder zurück nach Indien und lies nur die Schatulle und ihren Inhalt als Geschenk an den König zurück.
unter dem König Songtsen Gampo begann der Buddhismus in Tibet erstmals wirklich Fuss zu fassen. Vorherrschende Religion war aber immer noch der Bön.

Erste Ausbreitung der Lehre
Die eigentliche landesweite Ausbreitung des Buddhismus in Tibet fand im 8.Jh. statt, als man die ersten buddhistischen Schriften aus dem Sanskrit ins Tibetische übersetzte.
Als der Buddhismus im 8.jh auf die Bön-religion stieß, begannen die Priester, u.a. Shenrab Miwo, die Auffassungen des Bön nun in Fahrzeugen zusammenzufassen, nach dem Vorbild buddhistischer Lehrgebäuden.
Diese Fahrzeuge schließen u.a. Totenrituale, Orakeldeutungen und Geisterbeschwörungen ein. Es wurde eine Gesamtheit der Götter sichtbar, in dem die buddhistische Vorstellungswelt des Mahayana/Tantrayana bereits starke spuren hinterlassen hatte.

anfangs des 9.Jh: indischen Guru Rinpoche nach Tibet ein um dort den buddh. zu lehren. So setzte sich der Vajrayana-Buddhismus, eine Weiterentwicklung des Mahayana-Buddhismus, in Tibet durch.
Guru Rinpoche gründete 814 das erste Buddhistische Kloster Samye-Ling, welches sich zum wichtigsten Lehrzentrum der damaligen zeit entwickelte.
Die damals entstandene Schultradition nennt man Nyingma (wörtlich: die alten), die die alten Übersetzungen beinhaltet und sich insbesondere in den sog. inneren Tantras von den später entstandenen Schulen unterscheidet.
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Vom 8.bis zum 11. Jh. war die Nyingma-Tradition mit 6 gr. Klöstern die einzige buddhistische Schule in Tibet.
Im 9.Jh setzte König Langdarma das Bön kurzzeitig noch einmal gegen den Buddhismus durch, der König sei dann 842 von einem buddhistischen Mönch ermordet worden. Die Verfolgung während Langdarma überstand der B. aber gut.
trotz den Ähnlichkeiten beziehen sich Bönpo auf Shenrab Miwoche.

Die zweite Ausbreitung der Lehre
begann ab dem 11.Jh.
Mit dem Mönch Rinchen Zangpo: Übersetzer indischer Schriften hervor, erneuerte die alten Mönchsregeln und wurde als Klostergründer tätig.
Der zweite grosser Erneuerer war der bengalische Mönch Atisha, der um 1040 nach Tibet reiste und zahlreiche tantrische Lehren ins Klosterleben einführte. Er brachte Lehren des Mahayana und verschiedene Vajrayana-Praktiken mit und gründete seine Belehrungen auf den Sutra-Lehren.
Auf ihn geht die Kadampa-schule zurück, diese schule ist eine Vorläufertradition der drei neueren Hauptschulen des tib. Buddhismus und ging aus der zweiten Übersetzungsphase tantrischer Lehren hervor.
Diese drei neuen Schulen ab dem 11.Jh, sind die Kagyü- Sakya und die Gelug-Schule. Die Schule der alten Kadampa-Meister ist als eigenständige Schule nicht erhalten geblieben, sondern im 14.Jh in die Gelug-Schule aufgegangen

· die Kagyü-Schulen, die auf den Übersetzer Marpa zurückgehen. Sein Schüler war Gampopa.
Gampopa wurde wegen seiner Gelehrsamkeit berühmt. Er begründete die für die Kagyü-Schulen typische Form der Belehrung, indem er die klösterliche Tradition der früheren Kadampa und die yogi-tradition der indischen meister miteinander verschmelzen liess.

· Sakya war ursprünglich der Name eines Klosters im Südtibet. Die tantrischen Lehren der Sakyapa wurden im 11. Jh. übersetzt. Die Sakya-Meister gründeten ihre Lehren auf denen des Sakyapa. Die Sakya-Schule hat darüber hinaus auch die Lehren der alten Kadampa übernommen.

Die reformierte Schule des Tsongkhapa
Mönch Tsongkhapa (1357-1419)vertrat stark die Ideale der früheren Kadampa-Schule und betonte daher die Bedeutung der Vinaya(Mönchsregeln)
er gründete die Gelug-Schule, Mönchsdisziplin und Zölibat großen Wert legen
Die Lehren der Gelug-Schulen wurden, im Gegensatz zu den anderen tibetischen Schulen, nicht aufgrund einer eigenen Übersetzungsphase in das Lehrgebäude der Gelug übernommen.
Der Kern der Übertragungen der Gelug liegt in den Lehren der Kadampa, insbesondere in den Mahayana-Lehren.
Der „Lamrin-Stufenweg zur Erleuchtung“ ist bis heute die Grundlage des von den Gelug gelehrten Erleuchtungsweges.


Die Rime
Im 19.Jh entstand die sog. Rime-Bewegung, die gruppenübergreifend Lehren und Traditionen aus allen Gegenden Tibets sammelte.
Zur Überwindung von Konkurrenz und Sektierertum unter den verschiedenen buddhistischen Schulen.


Die Lehre

Da sich die Tibeter an die Bön-Religion gewohnt waren, wurde ihnen der Buddhismus erst akzeptabel, als er in sein eigenes magisch- mystisches Stadium eingetreten war.
Es war die im 4./5. Jh. entstandene Richtung des Vajrayana, des diamantenen Fahrzeugs, die in Tibet ihre Wirkung entfaltete.
Das Vajra, der Donnerkeil des Gewittergottes Indra, symbolisierte in diesem System einerseits die diamantharte und zugleich diamantklare buddhistische Lehre, andererseits die undurchdringliche und unzerstörbare Leere, die alle Dinge erfüllt, auch das menschliche Individuum und die Götterwelt. Der Diamant wird also mit der lehre, der Erleuchtung und dem Nirwana gleichgesetzt. Die Gläubigen sollen selbst zu geistigen diamantwesen werden: klar unzerbrechlich und unbesiegbar.

Das Vajrayana hat in Tibet viele Mönchsorden hervorgebracht (rote Hüte, Schwarze Hüte, Gelbe Hüte), die in Lhasa und Shigatse grosse Klosteranlagen gebaut haben, in denen eine reiche Literatur und Kunst entstand.

Der tibetische Buddhismus ist eine legitime Form des Buddhismus. Er bildete sich nach dem Hinayana und Mahayana als drittes Fahrzeug heraus.
Mahayana: werden Welt und Erlösung im Gedanken der Leere völlig identifiziert.
tibetischen Buddhismus gewinnt die Welt eine eigene Bedeutung als Mittel zur Erlösung, was nicht die Möglichkeit ausschliesst, dass in der Philosophie des Vajrayana die ganze Wirklichkeit letztlich auch als Leere verstanden wird.

Die Lehre: Leiden und Täuschungen überwinden
Die Lehre des Buddha konzentriert sich auf die Analyse des menschlichen Daseins und der erfahrbaren Welt. Beide sind unvermeidlich mit Leid verbunden, und das Ziel der buddhistischen Lehre ist die Befreiung von diesem Leid.
Dreikörperlehre
Die Buddhagestalt hat im Vajrayana komplexe Formen angenommen, die nur aus der Dreikörperlehre zu verstehen sind.
Der Buddha lehrte in seiner Daseinsanalyse drei Merkmale der erfahrbaren Welt: daß alle Produkte unbeständig sind, daß alles Befleckte (mit Leidenschaften Verbundene) leidhaft ist, und daß alle Wissensobjekte leer und ohne Selbst sind. Letzteres bedeutet nicht, daß sie überhaupt nicht existieren, sondern, daß sie nur in Abhängigkeit existieren.
Die Täuschung in bezug auf diese Daseinsmerkmale führt zu Leiden. Vor allem die Gier nach letztlich Unbefriedigendem und Unbeständigem, die aus dieser Täuschung entsteht, spielt im Prozess der Leidensentstehung eine große Rolle und führt zu ständiger, unfreiwilliger Wiedergeburt im Daseinskreislauf (P/S: Samsāra). Der Unerlöste befindet sich damit in einem unendlichen Kreislauf von Existenzen, in denen er hofft, dauerhafte Freude finden zu können, aber stattdessen Enttäuschung und Leid erfährt, z.B. in Form von Geburt, Alter, Krankheit und Tod. Die Art der Wiedergeburt in nächste Existenzen wird durch gute oder schlechte Taten (S: Karma) in der gegenwärtigen Existenz bestimmt.
Durch die Erkenntnis der Vier Edlen Wahrheiten, des Fundaments der buddhistischen Lehre, beginnt der Weg zur Befreiung aus dem Leid.
Die Vier Edlen Wahrheiten vom Leiden besagen:
1. Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll(Dukkha). Das uns im Leben zweifellose zugängliche Glück ist immer unbeständig. D.h. das Leiden ist der Grundzustand des Lebens.
2. Ursachen des Leidens sind der Lebensdurst, Leidenschaften wie Gier, Hass und Verblendung und die Taten, die daraus entspringen. Diese bewirken ein böses Karma, das zur Fortsetzung des elenden Lebensprozesses durch Wiedergeburt führt. Der Lebensdurst treibt die Wesen in den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen(„Samsara“ – Rad der Zeit)
3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Diese Wahrheit ist die Erlösungsbotschaft des Buddhismus. Die Botschaft besagt, dass es ein Ende des Leidens gibt. Dies zu verwirklichen, muss man seine Quelle, den Lebensdurst, vernichten, da dieser ein Karma bewirkt, das immer wieder den Eintritt in den unheilvollen Kreislauf des Lebens zur Folge hat.
Punkte 1-11 Klasse liest vor
4. Die vierte edle Wahrheit zeigt den Weg zur Aufhebung des Leids Dieser Weg ist der achtgliedriger Pfad, ein „mittlerer Weg“ zwischen gieriger Lust und asketischer Härte.
Die Glieder dieses Pfades sind: Rechte Ansicht, Rechtes Denken, Rechte Rede, Rechtes Handeln, Rechter Lebensunterhalt, Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit, Rechte Sammlung.
Darüber hinaus enthält die buddhistische Geistesschulung die Entwicklung der Fünf Kräfte Vertrauen, Tatkraft, Achtsamkeit, Konzentration und Weisheit. Hier geht es darum, die 5 Kräfte in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander zu bringen.
Das Ziel des Heilsweges (des Pfades) ist die vollständige Umwandlung des Menschen. Die Illusion von einem beständigen, unabhängigen „Selbst“ wird aufgegeben, die Daseinsgier verlischt, und die drei „unheilsamen Wurzeln“ (Gier, Hass und Verblendung) werden restlos beseitigt. Dadurch wird die Befreiung aus dem Daseinskreislauf erreicht. Diese Beendigung des Leidens wird als Verlöschen (des Leidens) (S: Nirvāna) bezeichnet.

Allgemeines zum Klosterleben in Tibet

Die Klöster Tibets sind fest verwurzelt in der tibetischen Gesellschaft und die Mönche leben von den Almosen der Bevölkerung. Viele Familien geben ihre Söhne in ein Kloster, da die Klöster grosses Ansehen geniessen. Nonnen gibt es viel weniger als Mönche und sie müssen ihren Unterhalt selbst verdienen. Traditionell hatten die Nonnen schon immer einen schwereren Stand. Die Klöster hatten häufig ein politisches und gesellschaftliches Gewicht, was aber für die Nonnenklöster weniger zutraf. Das geht u.a. darauf zurück, dass die
Frau im Buddhismus einen schlechteren Stand hat. Auch wenn Frauen insgesamt gesehen recht stark und aktiv in diesem Kulturkreis und aus eigener Initiative im Kloster sind, ist es doch eine männlich dominierte Gesellschaft.
Den Tagesablauf im Kloster prägen immer wiederkehrende Zeremonien: Gebet, Gesang, Meditation, Lesungen der Mantren, begleitet vom Duft der Räucherstäbchen, von dampfendem salzigen Buttertee, der aus Holzschalen getrunken wird und die Kälte erträglicher macht. Aber auch lebhaft kann es zugehen, wenn das Disputieren(debattieren, diskutieren) geübt wird oder sie als farbenfroh maskierte Cham-Tänzer die Klosterfeste zu einer Attraktion im Dorf machen.
Es gibt vier große buddhistische Schulen in Tibet, die Nyingma-, die Kagyü-, die Sakya- und die Gelug-Schule. Der strengere und dominierende Orden der vier, ist der sogenannte Gelbmützenorden, die Gelug übersetzt «Die Tugendhaften». Weisheit und Gelehrsamkeit stehen bei ihnen im Vordergrund. Ein buddhistischer Lehrmeister zu werden, ein «Lama», bedarf einer langen Ausbildung. Der Mönchsschüler wird von seinem persönlichen Lehrer angeleitet, lernt lesen, schreiben und Schriften auswendig. Darauf folgt Reflexion (Überlegung), Diskussion. Dialektische Argumentation spielt gerade bei den Gelug eine große Rolle. Wer fleißig studiert, kann ein Lama werden. Es gibt Prüfungen mit verschiedenen Graden bis zum «Geshe», vergleichbar mit unserem Doktorgrad. Das ist die klassische Ausbildung. Aber auch Berufung kann eine Rolle spielen. Kinder, die als Wiedergeburt eines verstorbenen Lamas entdeckt werden, erhalten im Kloster die beste Ausbildung.

Symbole und Gebetsgegenstände des Buddhismus

Klangschale
Eine Klangschale ist eine in der Form annähernd halbkugelförmige Schale aus einem schweren Material von geringer Dämpfung. Klangschalen stammen ursprünglich aus dem fernöstlichen Raum, vornehmlich aus Tibet, Nepal, China, Japan und Indien. Der Ursprung der Klangschalen wird in Indien und im Himalaja vermutet, im Gebiet des heutigen Tibet. Buddha soll mit einer Klangschale abgebildet worden sein. Sie spielen deswegen im buddhistischen Leben vor allem bei religiösen Zeremonien eine nicht zu unterschätzende Rolle, wenn es darum geht, Räume mit Klang zu füllen. Jeder Mönch besitzt jedoch nur eine solche Schale; über ihre Verwendung gibt es offenbar keine näheren Informationen. Traditionell werden sie aus mehreren Metallen (Legierung) hergestellt, und zwar in der Regel aus Kupfer, Eisen, Zinn, Blei, Quecksilber, Silber und Gold.

Die Glücksschärpe, Katha
Sie ist Symbol für Höflichkeit und Segen, Zeichen einfacher Kultiviertheit, Geste des Anbietens und Empfanges, ein höflicher Austausch. Sie fehlt bei keiner Zeremonie. Sie ist meistens weiss, manchmal orange oder goldgelb. Die schönsten bestehen aus Seide mit eingewebter Mani-Formel und den acht Glück bringenden Zeichen. Sie ist fast ausschliesslich den höchsten religiösen Würdenträgern und bedeutenden Persönlichkeiten vorbehalten. Die Einfacheren und Verbreiterten Schärpen sind auch aus Seide, aber von bescheidenerer Dimension. Heute sind sie nur noch Symbole eines Symbols und bestehen nur noch aus Baumwolle oder synthetischem Gewebe und sind kleiner. Sie hat viele Bedeutungen:
· Sie wird einer höheren gestellten Person z.B einem Lama mit gefalteten, zur Stirn erhobenen Händen und unter zeremonieller Verneigung dargeboten(Respekt und guter Wille)
· Wenn sie zurückgereicht wird, dann bewahrt sie der Eigentümer wie ein Talisman auf.
· Wenn eine andere Schärpe als Gegengabe geboten wird, so gilt dies als Unterpfand des Schutzes, begleitet von kostbaren Wünschen.
· Unter gleichgestellten erfolgt der Austausch in der Höhe der Schulter.
· Einem viel jüngeren wird sie um den Hals gelegt.

Die Gebetskette, Mala
Sie ist einer der wichtigsten Attribute des Pilgers wie auch einiger Gottheiten. Sie besteht aus 108 Perlen und wird zum Zählen der Wiederholungen eines Gebetes verwendet. Die Gebetsformeln differieren leicht je nach Schule oder Gottheit. Eine weit verbreitete Praxis besteht darin diesen Mantra 1000000 Mal zu wiederholen, zum Zweck der Reinigung oder um Verdienst anzuhäufen. Diese Übung macht ausserdem das Denken klar und ruhig, eine unerlässliche Vorbereitung zur Meditation. Es hat vier Merkzeichen, Tschaturmaharadscha genannt, da die Tibeter Angst haben sich zu verzählen. Das sind grössere Perlen oder auch Symbole als Anhänger. Der Mala kann aus fast jedem Material gemacht werden z.B. aus Glas, Stein oder Elfenbein. Die tantrischen Meister benutzen oft Gebetsketten aus Knochen. Die Farbe ist jedoch wichtig, sie sollte diese Farbe haben, die der gewählten Gottheit zugeordnet ist. Wird die Kette nicht zum Beten genutzt, ist sie meistens als Armband am linken Handgelenk.


Die vier Glückssymbole
Schirm: Er schützt vor negativen Einflüssen und geht auf gaben zurück, die Buddha überreicht wurden, als er die Erleuchtung fand.
Siegesbanner: Es symbolisiert den Triumph der Lehre über die Unwissenheit.
Die weise, rechtsdrehende Muschel: Sie wird als Horn geblasen um die Erleuchtung Buddhas zu verkünden.
Goldene Fische: Sie symbolisieren die Befreiung des Geistes aus dem Ozean des Samsara
Goldenes achtspeichiges Rad: Es steht für den edlen achtfachen Pfad der Lehre
Vase mit den Schätzen: Es verkörpert die spirituellen Juwelen der Erleuchtung
Lotusblüte: Sie ist Symbol der absoluten Reinheit, denn sie wächst in ungetrübter Schönheit aus dem Sumpf empor. Es geht wie alle anderen auf ein Geschenk zurückgeht, das dem Buddha nach seiner Erleuchtung überreicht wurde.
Unendlicher Knoten: Er ist ein glückverheissendes Symbol der immerwährenden Verbundenheit, unendliche Liebe und Harmonie versinnbildlicht.


Gebetsfahnen
Tibet ist mit Gebetsfahnen übersät – es gibt mehr Fahnen als Bäume. Die mit Mantras beschrifteten Baumwolltücher flattern überall: auf Bergpässen, an Hängebrücken, vor Nomadenzelten, an den Stirnen von Yaks oder vor Klosteranlagen. Sie sind aus Stoff und haben die Farben Gelb, Weiss, Rot und Blau, welche den fünf Elementen, den fünf sinnen oder den fünf Weissheiten entsprechen. Sie bringen Glück, bewahren die Gesundheit, indem sie vor Krankheit, Bösen Blicken, Dämonen oder Unglück schützen, und schliesslich Dank ausdrücken für ein erfülltes Gelübde oder eine unerwartete Wohltat. Am häufigsten wird das Windpferd, Lungta, Träger des alle Wünsche erfüllenden Juwels auf den Fahnen abgebildet. Man kann darauf den Namen schreiben, dem die von den Winden zugetragenen Wünsche bestimmt sind. Der verfügbare Platz ist voller heiliger oder magischer Formeln, und gewöhnlich beschützen die vier ecken Tiger, Löwe, Drache und der mythische Vogel Garuda.

Kleine Gebetsmühle
Die Gebetsmühle wird im öffentlichen Bereich benützt, aber ist auch der beste Begleiter des Pilgers. Sie besteht meistens aus einem, meist metallischen, Hohlzylinder mit eingravierten mystischen Zeichen oder Gebeten. Um sie zu tragen hat sie einen Griff bei der Mittelachse. In ihnen werden auf Papier oder Pergament geschriebene heilige Texte oder Formeln eingeschlossen. Man setzt die Mühle in Richtung des Sonnenlaufs in Bewegung, und jede Umdrehung entspricht einer Lesung des im Innern befindlichen Gebets. Manche haben zusätzliche Effekte wie z.B. ein kleines Gegengewicht, das an einer Kette in halber Höhe des Metallkörpers angebracht ist und die Bewegungen des Pilgers umsetzt. Die Mühlen haben verschiedene Formen, Farben und Verzierrungen.

Grosse Gebetsmühle
Sie haben auch meist ein metallischen Hohlzylinder mit Zeichen oder gebeten darauf. Sie sind aber an einem Sockel befestigt und die Achse ist an beiden Enden mit einem Fortsatz versehen. Die Gebetsmühlen sind entlang der Aussenmauer der Heiligtümer in Handhöhe aufgestellt und diese können imposante Dimensionen erreichen. Gegen die Unbilden des Wetters werden sie durch ein Dach geschützt oder in ein so genanntes Wachhaus installiert. Rundum ist Raum für die Gläubigen ausgespart, durch den sie die sich drehende Mühle, deren Aussenwanderung mit heiligen Mantras geschmückt ist, begleiten können. So wird also durch einen oder mehreren Handstösse angetrieben, die dazu dienen, das Rad in Bewegung zu setzen. In der Nähe von Bächen werden die Mühlen häufig mit Wasserkraft in Bewegung gehalten.

Der Altar
Ob es sich um einen Hausaltar oder um einen Altar im Heiligtum handelt, für die tägliche Praxis des Gläubigen sind gewöhnlich vier Darstellungen unbedingt notwendig:Eine des Buddha, Statue oder Bild, begleitet von Avalokiteschvara, dem grossen Barmherzigen, Tara der Inkarnation der Aktivitäten des Buddha, und Atschala, der Gottheit, die Hindernisse beseitigt. Vor diesen Darstellungen liegen die Opfergaben(meistens Wasser und licht): Nahrungsmittel und Früchte oder Blumen, in sieben Ritualgefässen klares Wasser, Kerzen in Tiegeln. Neben den Opfergaben befinden sich auch viele andere Gegenstände wie z.B. Donnerkeil und Glocke, kleine Räder oder verzierte Tritonsmuscheln. Bei den Opfergaben ist Absicht, die hinter dem Darbringen der Opfergabe liegt, viel wichtiger als die Handlung. Der Dalai Lama machte folgende Bemerkung: Leute wie wir hängen viel zu sehr von äusseren Dingen ab, wie Statuen, Weihrauch etc….Wenn aber diese Dinge keine Wirkung auf den Geist ausüben, sind sie zu nichts nutze.

Tod eines Lamas

Wenn ein Lama stirbt, so bleibt er die nächsten sechs Tage in Todesmeditation. Sobald die Meditation beendet ist, können die Mönche den Körper des Verstorbenen waschen. Danach kommen viele Gläubige am Verstorbenen vorbei um ihm die letzte Ehre zu erweisen.


Bestattung eines Lamas

Einige Tage später kommt es zur eigentlichen Bestattung. Äbte, Mönche und Lamas ziehen zusammen in einer Prozession zum Platz, wo man den Leichnam verbrennt. Der Körper wird in einer besonderen Zeremonie kremiert. Zu jener Zeit erscheinen am Himmel manchmal mehrere Regenbögen. Diese Zeichen deuten auf die Wiedergeburt des Mannes hin.

Der Totenkult und das Ritual der Bestattung ist heute für viele Tibeter im Exil nur noch Geschichte. Das tropische Klima Indiens macht es für die Tibeter unmöglich, ihre alte Tradition aufrecht zu erhalten. Die Leichen müssen sofort bestattet werden. Für die Tibeter geht damit ein wichtiger Teil ihrer Kultur verloren.


Wiedergeburt eines Lamas

Die Mönche wollen ihren verstorbenen Lehrer oft wieder unter sich haben.
Um die Wiedergeburt des verstorbenen Lamas zu finden, schicken sie eine Suchtruppe los. Diese wendet sich an eines der beiden staatlichen Orakel, an besonders hohe Lamas und bekannte Seher oder Medien. Dann suchen sie die Wiedergeburt mit den üblichen Methoden, von denen wir schon öfter gehört haben. Sie machen Tests mit den Kindern, die in Frage kommen, befragen ihre Eltern und deuten deren Träume. Wenn ein Kind die Tests bestanden hat und die Mönche keine Zweifel mehr haben, wird der auserwählte Junge von einen hohen Lama oder sogar vom Dalai Lama als die Reinkarnation des Verstorbenen bestätigt und er folgt den Mönchen ins Kloster.












Dieses Referat wurde eingesandt vom User: tina-salome



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