Ein Mappenvorbereitungskurs an einer privaten Kunstschule.

Nach dem Abitur habe ich mich entschlossen Kommunikationsdesign zu studieren. Für diesen Studiengang kann man sich nicht einfach einschreiben, wie es bei anderen Fächern der Fall ist, sondern man muss seine kreative und künstlerische Eignung im Bewerbungsverfahren ersteinmal nachweisen. Die Bewerbung läuft von Fachhochschule zu Fachhochschule leicht unterschiedlich ab, jedoch sind fast überall Arbeitsproben - eine Arbeitsmappe- verlangt, mit der man sich für die Aufnahmeprüfung qualifizieren kann.

Auf dem Arbeitsamt wurde mir eine Kunstschule zur Mappenvorbereitung empfohlen - das war das Freie Institut für Kunst und Design - in Neustadt an der Waldnaab.

Der Mappenvorbeitungkurs ging von Oktober bis Juni, täglich von 9:00-17:00 Uhr und kostete monatlich ungefähr 360 Mark. Hinzu kamen noch Kosten für ein Zimmer - Neustadt ist ein kleiner Ort und die Mietpreise sind daher zum Glück relativ niedrig - und die Materialkosten für Farben und Papier.
Der Kurs hatte ca 20 Teilnehmer, die sich alle für ein künstlerisches Studienfachfach (freie Kunst, Kunsterziehung, Bildhauerei, Grafikdesign, bzw Visuelle Kommunikation und Kommunikationsdesign, Modedesign, Bühnenbild, Architektur, Innenarchitektur...) bewerben wollten. Geleitet wurde der Mappenkurs von einem freien Künstler und einem Grafikdesigner und Innenarchiutekten.
Es gab keinen festen Stundenplan oder Lehrplan, man arbeitete solange und was man wollte. Wir zeichneten, malten, fotografierten, die Dozenten gaben Tipps und Verbesserungsvorschläge, Anregungen und sagten aber auch wenn irgendetwas in eine Sackgasse zu führen schien oder einfach schlecht war.
Hin und wieder gabs kleine Unterrichtseinheiten im Zeichnen (z.B. zu Perspektive, Licht und Schatten) oder in Typografie.Aber allgemein war es ein sehr freies, unschulisches Arbeiten.
In diesen Monaten hatte man Zeit herauszufinden, was einem liegt - man konnte viel ausprobieren und mit den verschiedenen Techniken experimentieren, das Thema für die Mappe ergab sich dann praktisch von selbst.
Es kamen regelmäßig ehemalige Schüler zu Besuch, die ihre erfolgreichen Mappen präsentierten und über ihre Erfahrungen bei der Aufnahmeprüfung und im Studium berichteten.
Von den 20 Leuten haben fast alle ihren gewünschten Studienplatz erhalten, bei denen bei denen es nicht geklappt hat lag es meist an der Motivation - es waren oft die, die selten anwesend waren und allgemein wenig für ihre Mappe getan haben.
Der Kurs wird bei den Fachhochschulen und Kunsthochschulen als Vorpraktikum angerechnet und ist auf jeden Fall auch trotz der Kosten zu empfehlen.