Elternratgeber 19: Nachhilfe – möglichst rechtzeitig

Nachhilfe, wie handhaben, wann ist sie angezeigt? Das Hilfe von Nöten ist, zeigt sich spätestens, wenn es schlechte Noten hagelt und dadurch die Versetzung gefährdet ist. Die Eltern können eventuell gar nicht helfen, da sie den Schulstoff selbst nicht verstehen. Da ist natürlich klar, dass die Nachhilfe als die Lösung schlechhin scheint. Aber, Nachhilfe ist nicht gleich Nachhilfe und nicht immer ist sie die Lösung.

Erstmal braucht das Kind Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie können es dabei unterstützen. Desweiteren muss Ihr Kind, um gute Erfolge zu erzielen, auch wollen! Es nützt das teuerste Nachhilfe Institut nichts, wenn das Kind absolut demotiviert ist und stark überfordert ist. Daher sollte man erstmal genau sehen, ob das Kind überhaupt seiner Schulart gewachsen ist! Es ist zwar immer schön, wenn Eltern die maximale Bildung ihrer Kinder anstreben, aber es ist nun mal nicht jedes Kind für höhere Schulen geeignet. Das sollte man unbedingt akzeptieren!

Jedes Kind ist anders. Das eine lernt leicht und quasi im Vorbeigehen, das andere muss stundenlang lernen, um halbwegs gute Ergebnisse zu erzielen. Da stellt sich dann natürlich die Frage, ob die gewählte Schulform dauerhaft sinnvoll sein wird. Denn, wenn das Kind dann beispielsweise 3 Fünfen nach Hause bringt, dann braucht es für 3 Fächer Nachhilfe. Das kann einen wahnsinnigen Druck auslösen, welcher schwerlich in den Griff zu bekommen ist. Bevor man hier mit Fremd Lehrern startet, sollte man erstmal sehen, ob es mit anderen Lern Methoden besser zu recht kommt. Wenn es allerdings normalerweise gut zu recht kommt und auf einmal Probleme auftreten, dann kann man schon mit Nachhilfe helfen.

Plötzliche Probleme können durch familiäre Änderungen entstehen oder auch durch Umzüge. Das Kind gerät aus seinem gewohnten Rhythmus, da ist es normal, dass es erstmal überfordert ist. Nachhilfe sollte nie eine Dauerlösung sein. Nachhilfe ist dazu gedacht, Stütze zu geben, Defizite auszugleichen und das Lernverhalten im Allgemeinen zu fördern. Dies sollte aber über einen überschaubaren Zeitraum gehen und auch wirklich weiter bringen. Das Kind sollte alle Anregungen zuhause umsetzen können. So kann man es dann Stück für Stück wieder in die Selbständigkeit bringen.

Wo bekommt man am Besten Nachhilfe?
Nachhilfe kann man von den verschiedensten Seiten erhalten:

  • Die Einzelnachhilfe:
    Einzelnachhilfe wird gerne von Studenten, älteren Schülern oder auch von Lehrern angeboten. Diese kommen zu Ihnen nach Hause. Vorteil: Ihr Kind lernt in seiner gewohnten Umgebung und die Betreuung ist natürlich effektiver als in der Gruppenarbeit.
  • Nachhilfe oder auch Förderkurse in der Schule:
    Die meisten Schulen bieten Förderunterricht. Die Lehrkräfte sehen schnell, wer wo hängt und verordnen Förderunterricht. Dieses Angebot sollte man nutzen, Ihr Kind wird praktisch an der Quelle gefördert.
  • Die Nachhilfe Institute:
    In den Instituten wird Einzelbetreuung, aber auch Gruppenbetreuung angeboten. Das ist eine Frage des Geldes. Einzelbetreuung ist natürlich teurer. Egal welche Betreuung, die Schüler erhalten Aufgaben, welche sie allein lösen sollen. Bei allen Lernproblemen wird geholfen. In den Instituten arbeiten oft Studenten oder ältere Schüler. Nachhilfe findet 1 bis 2 mal die Woche statt. Erkundigen Sie sich bei anderen Eltern oder der Schule, welches Institut empfohlen wird. Nicht jedes ist gleich. Es gibt gewaltige Preis und Qualitätsunterschiede.

    Was macht gute Nachhilfe in Instituten aus?

    • In einer Gruppe sollten maximal 5 Kinder sein
    • Die Schüler sollten aus gleichen Jahrgängen und Schultypen kommen.
    • Jede Gruppe sollte einen eigenen Raum haben, in welcher sie ungestört lernen kann
    • Der Nachhilfe-Unterricht sollte sehr nah an der Methodik der Schule sein, sonst gerät das Kind nur durcheinander.
    • Beratung sollte selbstverständlich sein und zwar mit dem Kind. Vereinbaren Sie mit dem Institut gemeinsam, wie oft Ihr Kind zur Nachhilfe kommen soll. Es soll weder zu viel noch zu wenig sein. Die Freizeit soll auch nicht zu kurz kommen, damit kein Frust und Druck entsteht.
    • Es sollte für das Institut selbstverständlich sein, Sie auf dem Laufenden über die Entwicklung zu halten.
    • Wenn mit PC Lernprogrammen gearbeitet wird, fragen Sie genau nach, ob diese auf dem neusten Stand sind.
    • Laufzeit beachten. Es sollte immer eine monatliche Kündigung möglich sein!
Ihr Kind ist wichtig, wählen Sie nach Ihrem Gefühl die für Euch passende Nachhilfe Möglichkeit aus. Ob nun mit Ihnen gemeinsam oder mit Freunden, ob mit Förderunterricht oder eben mit Instituten, das Ziel sollte immer sein, es Ihrem Kind so angenehm und dennoch so förderlich wie möglich zu machen.