Elternratgeber 26: Lerntypen Teil 1

Um richtig gut und leicht zu lernen, ist es für die Eltern sinnvoll, erstmal zu wissen, welcher Lerntyp Ihr Kind denn eigentlich ist. Aus Erfahrung weiß man, nicht jedes Kind lernt gleich. Manche merken sich Lernstoff leicht, wenn sie ihn lediglich durchlesen, andere merken ihn besser, wenn sie ihn hören. Wieder andere lernen beim schreiben und der vierte Typ lernt am besten, wenn sie sich über den Inhalt austauschen kann. Also hat es nichts mit Intelligenz zu tun, wenn Kinder langsam lernen. Es hat schlichtweg mit den verschiedenen Lerntypen zu tun. Besonders zu Beginn der Lernzeit ist dies so. Wie bei allem, werden eben auch zum lernen die Sinnesorgane benutzt. Hier gehören natürlich die Augen und Ohren dazu, ebenso aber der Geruchssinn, der Geschmackssinn und der Muskelsinn.

Der Lernstoff gelangt also über die Sinnesorgane in das Gedächtnis. Und diese Sinne sind eben bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Dementsprechend gibt es die verschiedenen Lerntypen:

  1. Den auditiven Lerntyp
  2. Den visuellen Lerntyp
  3. Den kommunikativen Lerntyp
  4. Den motorischen Lerntyp

Wenn Sie nun wissen, welcher Lerntyp Ihr Kind ist, können Sie es dementsprechend fördern. Bei der Lerntyp Bestimmung geht es nur um Tendenzen. Zum wirklich effektiven Lernen ist es natürlich am besten, wenn alle Sinne optimal genutzt werden. Dennoch sollte man darauf achten, wenn Kinder allein vom Hören wenig lernen, das visuelle mit reinzunehmen oder es schreiben zu lassen. Sinnvoll über lange Zeit ist es aber auf jeden Fall, alle Sinnes Kanäle zu trainieren, um optimale Verknüpfungen herzustellen. So können sowohl Aufmerksamkeit als auch die Motivation stark gesteigert werden. Es gibt übrigens kaum reine Lerntypen. Also nicht nur visuelle oder auditive Typen. Es gibt Menschen, welche unter Druck am besten arbeiten, andere brauchen eine kleine Geräuschquelle im Hintergrund, wiederum andere brauchen absolute Stille. Kein Mensch ist gleich, dies gilt eben auch hier. Dennoch, wenn man weiß, welcher Lern-Typ man ist, bzw. welcher Haupt-Typ davon, kann man individuell gefördert werden. Was eben gerade am Anfang der Schulzeit schon wichtig ist.

Sie können das übrigens ganz einfach testen:
Nehmen Sie sich eines der Schulbücher Ihres Kindes zur Hand, wo Sie wissen, dass dieses Fach besonders schwer fällt. Lesen Sie zuerst mal den Stoff vor, das ist die auditive Methode. Reden Sie über den Stoff und lassen Sie Ihr Kind den Stoff erklären, das ist die kommunikative Methode. Malen Sie ein Bild zu dem Stoff, das ist die visuelle Art und zuletzt zelebrieren Sie das ganze in Bewegung mit Erklärungen, das ist dann die motorische Variante. Vergleichen Sie am Ende dieses Experimentes: Bei welcher Variante hat Ihr Kind den Lernstoff am ehesten verstanden? Fragen Sie es ruhig, es redet ja gern mit Ihnen!

Wenn Sie nun diesen Haupt-Typ bestimmt haben, können Sie zukünftig mit dieser Lerntypmethode arbeiten und die Übungsaufgaben dementsprechend vorbereiten. Achten Sie aber wie gesagt schon darauf, immer mehr Verknüpfungen zwischen den Sinnen herzustellen. Testen Sie zwischendurch, ob es mit der zu Beginn nicht so gut funktionierenden Lernweise - beispielsweise war das das auditive Lernen - nun besser zu recht kommt. Ziel ist wie gesagt, alles zu verknüpfen. Denn, beispielsweise später bei den großen Prüfungen gibt es auch keine Möglichkeit, herumzulaufen. Aber, das Lernen zuhause für die Prüfungen, kann man immer nach seinem Haupt Typ gestalten. Daran braucht sich nichts zu ändern! In Teil 2 stellen wir die einzelnen Typen nochmals gesondert vor.