Elternratgeber 17: Konzentrationsprobleme

Konzentration ist das A und O für den Lernerfolg. Viele Kinder sind heute unkonzentriert und haben teilweise massive Konzentrationsprobleme. Aber gleich vorweg: Nicht alles ist gleich das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kurz auch ADS genannt! Dies ist ganz wichtig zu wissen. Diese Diagnose wird einfach zu schnell und zu oft gestellt, also lassen Sie Ihr Kind bitte genau testen, bevor Sie irgendwelche Therapien starten. Konzentrationsprobleme sind erstmal sehr häufig. Gerade beim Schulstart sind es Kinder noch nicht gewohnt, über einen langen Zeitraum zu sitzen. Daher ist es sinnvoll, das Kind behutsam darauf vorzubereiten.Üben Sie schon vor Schulstart, dass es z.B. ein schönes großes Bild malt, es soll sich dabei Zeit lassen. Sie als Eltern achten darauf, dass es genau so lange sitzt, wie es später in der Schule sitzen wird. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es danach gerne eine Viertelstunde Pause machen kann, wenn die Zeit um ist. So wird es frühzeitig darauf vorbereitet, sich konzentrieren zu müssen und hat aber auch die Aussicht auf Pause. Wie im echten Leben eben.

Wenn Ihr Kind erst wegen eines Konzentrationsproblems in der Schule auffällt, ist das auch kein Drama. Übung macht den Meister. Achten Sie zuhause vor allem auch auf feste Abläufe. Denn, oftmals wissen Kinder gar nicht, was Sie meinen, wenn Sie beispielsweise sagen: "Geh kurz raus zum spielen und dann lernst Du noch ein wenig". Bitte achten Sie darauf, feste Rahmen zu bilden. Das sieht dann beispielsweise so aus: "Du kannst noch eine halbe Stunde raus gehen, dann aber wirst Du bitte noch eine Viertelstunde lernen". So ist klar, was Sache ist. Das Kind kann damit etwas anfangen.

Reden Sie mit Ihrem Kind, egal welchen Alters. Konzentration ist in der Schule und im ganzen Leben wichtig. Selbst wenn der Schulstoff langweilig ist, ist er dennoch wertvoll. Wecken Sie gesundes Interesse in Ihrem Kind, dann wird es sich von selbst auf den Schulstoff konzentrieren. Hier bekommen Sie noch ein paar effektive Konzentrationsübungen, welche auch noch Spaß machen. Sie eignen sich perfekt auch als Spiel in der Familie.

Denn, nicht vergessen, beim Spielen lernt man erst recht:

  1. Spiegelverkehrt schreiben: Der Name wird komplett rückwärts geschrieben. Erweiterung: Kurze Texte rückwärts schreiben lassen.
  2. Buchstaben zählen: Aus einem beliebigen Buch eine Passage, oder einer Zeitung einen Artikel auswählen. Aus diesem Text werden beispielsweise alle "e" gezählt. Zu Beginn kann gerne vorsichtig mit einem Bleistift der betreffende Buchstabe umrandet werden, später aber bitte nur noch mit dem Kopf zählen. Erweiterung: Beispielsweise alle "e" und "u" werden gezählt.
  3. Erzählen lassen: Wie war Dein Tag? Klingt banal, aber man muss sich wirklich konzentrieren, um den Tagesablauf rekonstruieren zu können. Fördert in hohem Maße auch die bildliche Vorstellungskraft.
  4. Fremdsprachen mit einbauen: Wenn z.B. gerade Englisch gelernt wird, ist es eine schöne Lern und Konzentrationsübung, zum Beispiel von 100 ab rückwärts zählen zu lassen. Natürlich in diesem Beispiel das Ganze in englisch. Erweiterung: In 2er, 3er, 4er Schritten zählen lassen.
  5. Genau zuhören: Schalten Sie das Radio an. Sobald die Sprecher reden, genau zuhören lassen. Dann das Radio leiser drehen und das Kind erzählen lassen, was es gehört hat. Kann zu einem lustigen Spiel werden! Erweiterung: Die Sendung aufnehmen! Und danach genau vergleichen, wie viel wer von dem Gehörten gewusst hat.

Es gibt sehr viele weitere Übungen, lassen Sie sich auch selbst etwas einfallen. Konzentration zu erlernen ist gar nicht so schwer. Wirkliche Störungen lassen sich erkennen, wenn wirklich gar keine Bemühung fruchtet. Das ist selten. Und wie gesagt, meistens ist das Erlernen von guter Konzentration, wie bei fast allem, reine Trainingssache.