Elternratgeber 6: Belohnungen – aber richtig

Belohnungen sind immer ein Leistungsansporn. Sei es im Schulleben oder auch in der Erziehung allgemein. Belohnung ist aber nicht gleich materiell zu sehen. Natürlich können Sie Ihr Kind bei guten Noten oder Lernergebnissen mit Geschenken oder Geld belohnen. Aber es geht nichts über die mündliche Belohnung. Anerkennung und Lob sind mindestens genauso wertvoll wie teure Geschenke oder Geld. Mindestens genauso ist fast untertrieben. Es ist sogar viel wichtiger. Ein herzlich ausgesprochenes Lob für tolle Leistungen geht viel mehr ans Herz und motiviert ungemein. Das ist sicher. Dies gilt für Große wie für Kleine.

Erinnern Sie sich, wie Ihr Kind Sie angelächelt hat, als es das erste Mal lief? Das motivierte doch, es gleich weiter zu versuchen. Richtig? Also geizen Sie nicht mit Anerkennung, sondern motivieren Sie Ihr Kind so oft es geht, spornen Sie es an! Es gibt ein Aber. Wir lesen oft, dass man Kritik lassen sollte. Davon halten wir nichts. Kritik ist auch wichtig. Man macht seinem Kind keinen Gefallen, wenn man nur belohnt und alle Fehler unter den Tisch kehrt. Das ist nicht lebensecht. Kritikfähigkeit zu schulen ist mindestens ebenso wichtig wie das Belohnen bei guten Leistungen. Auf das "Wie" kommt es an. Wenn Ihr Kind durch Faulheit glänzt oder aber zum wiederholten Male seine Hausaufgaben nicht erledigt hat oder ähnliches, dann ist es auf jeden Fall wichtig, mit dem Kind deutlich zu reden. Aber natürlich in angemessenem Ton und es bitte nicht "herunterputzen". Ein ruhiges, sachliches Gespräch, in welchem bitte auch das Kind zu Wort kommt, bewirkt wahre Wunder.

Die Waage zwischen beidem, also Kritik und Belohnung, ist einfach wichtig. Wenn es Probleme durch Mangelverhalten gibt, braucht es eine gesunde Kritik, ein klärendes Gespräch. Bei jedem Erfolg oder bei gut erledigten Aufgaben ein schönes und bitte aufrichtiges Lob. So lernt Ihr Kind früh, dass faules, träges oder unflätiges Verhalten nicht gerade gern gesehen ist. Weder bei Euch zuhause, noch in der Schule und erst recht nicht später im Berufsleben. Ebenso lernt es, gute Leistung bringt gutes Feedback.

Bleiben wir nun beim Thema Belohnung Wie sollte das aussehen? Beispiele: Bei jedem kleineren Erfolg gibt es mindestens ein anerkennendes Lob. Bei guten Zeugnisnoten kann die Belohnung natürlich frei bestimmt werden. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Viele geben 1 - 5 Euro bei jeder Note 1, manche stellen einen schönen Freizeitpark Besuch in Aussicht. Auf jeden Fall ist es ist ratsam, lange vor der Zeugnisausgabe die Belohnung festzulegen. Dadurch hat Ihr Kind ein Ziel, auf welches es sich hinzuarbeiten lohnt. Für die einkommensschwächeren Eltern ist es übrigens auch ein leichtes, eine schöne Belohnung in Aussicht zu stellen. Wie wäre es mit einem schönen Fahrradausflug oder einem Picknick im Grünen? Es gibt keinen Grund, Belohnungen wegen Geldmangels ausfallen zu lassen. Kinder freuen sich über jede schöne Unternehmung und werden auch gerne auf solche Ziele mit ihrer Leistung hinarbeiten. Für jede soziale Schicht ist es also möglich, Kinder zu fördern, zu motivieren und eben auch zu belohnen. Für gute Noten ist z.B. auch ein schöner Spiele Abend eine tolle Aussicht. Oder einfach mal irgendetwas gemeinsam machen, oder es gibt zur Belohnung das Lieblingsessen usw. Machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken, lassen Sie sich etwas einfallen! Es ist auf alle Fälle sicher: Kinder, deren Leistungen anerkannt werden, sind motivierter, zielstrebiger, ehrgeiziger. Das hilft ihnen so durch das ganze Schulleben und diese wirklich wichtigen Eigenschaften bleiben ihnen im ganzen späteren Leben erhalten.