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Facebook (Eigenschreibweise facebook) ist ein soziales Netzwerk, das vom gleichnamigen amerikanischen Unternehmen Facebook Inc. betrieben wird. Der Name bezieht sich auf die sogenannten Facebooks (Englisch wörtlich: „Gesichtsbuch“, sinngemäß: „Jahrbuch“) mit Abbildungen von Studenten, die an manchen US-amerikanischen Colleges verteilt werden.

Das soziale Netzwerk wurde am 4. Februar 2004 von Dustin Moskovitz, Chris Hughes, Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg veröffentlicht und zählt mehr als eine Milliarde Mitglieder. Facebook gehört nach unterschiedlichen Statistiken zu den fünf am häufigsten besuchten Websites der Welt, in Deutschland liegt es auf dem zweiten Rang hinter Google.[4]

Seit seiner Veröffentlichung steht Facebook aufgrund mangelhafter Datenschutzpraktiken in der Kritik, insbesondere von europäischen Datenschützern und Sicherheitsexperten.[5] Verbraucherzentralen in Deutschland raten davon ab, das Angebot zu nutzen.[6][7] Zahlreiche andere Plattformen bieten Alternativen zur Nutzung von Facebook
Geschichte
Mark Zuckerberg (2005)

Im Jahr 2003 entwickelte Mark Zuckerberg die Website facemash.com, den Vorgänger von Facebook, während seines Studiums der Psychologie und Informatik an der Harvard University. Es handelte sich um ein aufgrund von Protesten nur wenige Tage öffentliches Bewertungssystem für das Aussehen von Frauen.[8] Zuckerberg stellte Fotos von Studentinnen ohne deren Erlaubnis ins Internet und forderte die Besucher der Seite auf, von jeweils zwei zufällig ausgewählten Fotos das attraktivere zu wählen. [9]

Facebook in seiner heutigen Form besteht seit Frühjahr 2004. In Harvard war die webbasierte Version der offiziellen, gedruckten Jahrbücher aufgrund von Bedenken im Bereich Datenschutz nur langsam in Gang gekommen. Das erweiterte Konzept verbreitete sich zunächst über die Ivy-League-Universitäten und anschließend weltweit.[9] Die Plattform erreichte im September 2011 rund 800 Millionen Mitglieder weltweit.[10] Neben Mark Zuckerberg waren die Studenten Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes am Projekt beteiligt. Außerdem stieg 2004 der Mitbegründer von Napster, Sean Parker, als Berater in das Team ein und erhielt sieben Prozent Anteile an Facebook. Nachdem Parker wegen Kokainbesitzes verhaftet worden war, war er dazu gezwungen, Facebook zu verlassen.[11]

Das Unternehmen Facebook Inc. gibt es seit dem 4. Februar 2004. Knapp acht Jahre später, am 2. Februar 2012, kündigte Facebook die Erstnotierung an der Börse an.[12] Diese wurde am 18. Mai 2012 in die Tat umgesetzt.[13] In der ersten Woche nach dem Börsengang sank der Aktienkurs von 38 auf rund 33 Dollar, wodurch etwa 14 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung verloren gingen. Die Börsenaufsicht warf Facebook vor, Kleinanlegern Informationen vorenthalten zu haben. Diese strengten Sammelklagen auf Schadenersatz an.[14]

Am 19. Februar 2014 kaufte Facebook Inc. den Messenger-Dienst WhatsApp für insgesamt 19 Milliarden US-Dollar (13,81 Milliarden Euro) gestückelt in 4 Mrd. bar sowie Facebook-Aktien im Restwert.[15][16] Im Zuge des Verkaufs zieht WhatsApp-Mitgründer Jan Koum in den Facebook-Verwaltungsrat ein.

Am 25. März 2014 gab Facebook Inc. die Übernahme von Oculus VR bekannt. Für einen Kaufpreis von 400 Millionen US-Dollar in bar und 1,6 Milliarden US-Dollar in Facebook-Aktien wurde Oculus VR von Facebook übernommen.[17]
Funktionen

Jeder Benutzer von Facebook verfügt über eine Profilseite, auf der er sich vorstellen sowie Fotos und Videos hochladen kann. Auf der Pinnwand des Profils können Besucher öffentlich sichtbare Nachrichten hinterlassen oder Kommentare zu eigenen Beiträgen des Profil-Inhabers veröffentlichen. Berühmt wurde Facebook aber für seinen "Like"- bzw. "Gefällt mir"- Button, mit dem Nutzer mit nur einem Klick äußern können, wenn sie etwas befürworten. Alternativ zu öffentlichen Nachrichten können sich Benutzer persönliche Nachrichten schicken oder chatten. Freunde können zu Gruppen und Veranstaltungen eingeladen werden. Facebook verfügt zudem über einen Marktplatz, auf dem Benutzer Kleinanzeigen aufgeben und einsehen können.[18]

Die Identität neu angemeldeter Nutzer wird nicht weiter geprüft. Im Oktober 2010 berichtete ein Angestellter des Nachrichtenmagazins TechCrunch, bei Facebook ein Konto mit dem Namen des Google-Managers Eric Schmidt erstellt und dazu seine korrekte E-Mail-Adresse verwendet zu haben. Da Facebook Konten, die noch nicht auf die Bestätigungsnachricht reagierten, bestimmte Aktionen wie das Einrichten des Profils und das Versenden von Privatnachrichten erlaubt, erhielt das „gefälschte“ Konto von Eric Schmidt private Nachrichten diverser Bekannter, die das Konto offenbar für echt hielten.[19]
Orte

Im August 2010 stellte Mark Zuckerberg eine zusätzliche Funktion namens Facebook Orte (englisch Facebook Places) vor.[20] Diese Erweiterung ermöglicht es, anderen Nutzern mitzuteilen, wo sie sich gerade befinden und mit wem sie gerade zusammen sind. Außerdem kann sich ein Nutzer anzeigen lassen, welche Freunde gerade ihren Standort mitgeteilt haben.[21] Dieser standortbezogene Dienst stellt eine Adaption der Gowalla- und Foursquare-Funktion dar und wurde zunächst nur in den Vereinigten Staaten gestartet. Die Einführung des Dienstes in Deutschland fand im Oktober 2010 statt, Facebook Places wurde schrittweise für alle Nutzer freigeschaltet.[22]

Am 3. November des gleichen Jahres wurde Facebook Orte um sogenannte Facebook-Angebote (englisch Facebook Deals) ergänzt. Im Rahmen dieses Angebots können Unternehmen standortbezogene Rabatte und Gutscheine anbieten.[23] Beim Start des neuen Dienstes haben verschiedenste Unternehmen mitgewirkt – unter anderem Cinemaxx, Douglas, Gravis und Vapiano.[24]
Suche

Facebook besitzt seit Beginn eine Suchfunktion, um etwa neue Freunde oder Gruppen zu finden. Am 15. Januar 2013 stellte Mark Zuckerberg eine neu konzeptionierte Suche Facebook Graph Search vor.[25] Im Unterschied zur bisherigen Lösung handelt es sich um eine semantische Software, die Bedingungen interpretieren und verstehen kann, statt wie bisher nur Schlagwörter.[26] Facebook will so etwa Anfragen beantworten wie Finde alle Freunde, die gestern in Berlin waren. Graph Search ist derzeit in der Betaphase für Benutzer verfügbar, die Facebook auf Englisch nutzen. Diese unterstützt nur Personen, Fotos, Orte und Interessen. Es sollen weitere Inhalte (Beiträge, Kommentare, Veranstaltungen) und Sprachen folgen.[27]

Seit Juni 2013 bietet Facebook die Möglichkeit, auch Hashtags zu verwenden.[28] Nach Angaben der Entwickler sollen diese die Suche erleichtern, besonders im Falle aktueller Inhalte. Dies beinhaltet auch sogenannte Trending Hashtags, die besonders häufig im eigenen Freundeskreis angegeben werden.
Videos

In Kooperation mit dem Webportal Prescreen hat Facebook im Februar 2012 ein Video-on-Demand-Angebot gestartet. Es wurden vornehmlich Independentfilme veröffentlicht. Den Anfang machte der Thriller Of Silence von Jeremiah Sayys.[29] Experten beurteilten die Zusammenarbeit weniger als Erfolg für Facebook denn für Prescreen. Bislang wurde die Funktion nicht auf Länder außerhalb Nordamerikas ausgedehnt.[30]
Chronik

Am 16. Dezember 2011 wurde die Funktion Chronik (englisch Timeline) zur Erstellung eines Lebenslaufs freigeschaltet.[31] Die Idee hinter Chronik ist, dass der Nutzer sein Leben chronologisch darstellen kann. Während die Chronik zunächst optional durch Nutzer freigeschaltet werden konnte, ist sie seit Herbst 2012 verpflichtend und wird auch auf älteren Konten zwangsweise aktiviert.[32]

Im Zuge der Einführung wurde der obere Abschnitt des Profils verändert, sodass Nutzer dort nun ein großes Bild einfügen können. Damit soll das Profil noch individueller gestaltet werden können.[33] Allerdings müssen Nutzer bei der Auswahl des gewünschten Bildes einige Richtlinien beachten, zum Beispiel sind keine Informationen zum Preis eines Produkts oder Hinweise auf Funktionen von Facebook („Gefällt mir“) zugelassen. Bei einem Verstoß gegen die Richtlinien behält sich Facebook vor, die betreffende Titelgrafik zu löschen.[34]
Connect

2008 wurde Facebook Connect vorgestellt und am 4. Dezember nahezu zeitgleich mit Google Friend Connect in Betrieb genommen.[35] Damit konnten sich Nutzer mit ihrem Facebook-Profil auf anderen Websites authentifizieren, wodurch eine zusätzliche Registrierung entfällt. Das Single-Sign-On-System ist konzeptionell Microsoft Passport und OpenID ähnlich, geht jedoch über die reine Anmeldung hinaus. So konnten Angebote, die Facebook Connect unterstützten, mit Erlaubnis des Anwenders weitergehende Informationen aus seinem Profil abrufen oder Inhalte an das soziale Netzwerk senden.[36] Zu Beginn war die Funktion unter anderem bei Digg und Seesmic implementiert. Im Herbst 2010 wurde Facebook Connect durch das sogenannte Open Graph Protocol erweitert beziehungsweise ersetzt.

Auch mehrere Spielkonsolen verwenden den Anmeldedienst. Nutzer der mobilen Konsole Nintendo DSi können beispielsweise mit der integrierten Kamera gemachte Bilder auf Facebook hochladen. Die Xbox 360 erlaubt seit einer Betriebssystem-Aktualisierung den direkten Zugriff auf das Netzwerk. Mit der PlayStation 3 können Spieler Transaktionen im PlayStation-Store und neu erhaltene Trophäen auf der persönlichen Facebook-Seite anzeigen lassen.
Facebook Save

Facebook hat mit Facebook Save eine neue Funktion vorgestellt mit der es möglich sein soll Inhalte des sozialen Netzwerks zu speichern. So können die Nutzer zum Beispiel Links, Orte oder bestimmte Inhalte in einem bestimmten Ordner im Facebook-Menü ablegen und später wieder abrufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Website oder eine App genutzt wird.[37]
Währung

Von 2008 bis 2013 bot Facebook nach dem Vorbild von Second Life eine eigene Währung an, deren Einheiten Facebook Credits genannt werden. Die virtuelle Währung konnte mit verschiedenen Verfahren erworben werden, beispielsweise mit Kreditkarte. Sie ließ sich für alle kommerziellen Anwendungen und Spiele auf Facebook einsetzen, jedoch nicht zurück in echtes Geld umtauschen.[38] Bei jeder Transaktion behielt Facebook einen Teil des Betrages ein, der sich zu Beginn auf 30 Prozent belief. Die virtuelle Währung konnte über die Facebook-API auch von Angeboten außerhalb des sozialen Netzwerks akzeptiert werden.[39] Zum 12. September 2013 stellte Facebook die eigene virtuelle Währung wieder ein und setzt seitdem auch in APIs wieder auf lokale Währungen.[40]
Telefonate

In Kooperation mit Skype hat Facebook am 6. Juli 2011 unter dem Motto „Manchmal sind Emoticons einfach nicht genug“ eine Funktion vorgestellt, mit der Nutzer des Netzwerks eine Videokonferenz durchführen können, sofern sie eine Webcam besitzen. Das Gespräch läuft dabei direkt im Browser ab, eine zusätzliche Applikation ist nicht notwendig. Lediglich ein Plugin muss installiert werden.[41] Im Zuge der Kooperation wurde ebenfalls die Möglichkeit geschaffen, Kontakte aus Facebook automatisch in Skype anzusehen. Auch Neuigkeiten des Netzwerks werden dargestellt, außerdem können sich Mitglieder des sozialen Netzwerks ohne erneute Registrierung bei Skype anmelden.[42]

Unter der Bezeichnung Facebook Messenger existiert eine Anwendung für Apple iOS und Android. Im Januar 2013 kündigte Mark Zuckerberg an, zumindest die iOS-Variante unterstütze ab sofort Telefonate. Diese werden als Voice over IP ausgeführt und sind kostenlos. Der Dienst war zunächst nur in den USA verfügbar.[43] Inzwischen ist dieser Dienst auch für Android und in weiteren Ländern, darunter auch Deutschland verfügbar.
Stellenbörse

Facebook hat im November 2012 eine Stellenbörse vorgestellt, auf der die Gesuche und Gebote anderer Plattformen zusammengefasst werden. Sie trägt die Bezeichnung Facebook Social Jobs Partnership und wurde als Anwendung umgesetzt, die innerhalb des Netzwerks zunächst nur von US-Nutzern installiert werden konnte. Experten werten diese Funktion als ersten Schritt hin zu einer vollwertigen Stellenbörse, die direkt in Facebook integriert wird, wie es zum Beispiel schon bei LinkedIn oder XING der Fall ist.[44]
Facebook Home
→ Hauptartikel: Facebook Home

Im April 2013 gab Facebook die Einführung mehrerer Anwendungen für das Betriebssystem Android bekannt.[45] Nach ihrer Installation ersetzt Facebook Home den Sperrbildschirm des Smartphones durch neue Bilder und Botschaften der Freunde. Außerdem ist es möglich, ohne Freigabe des Geräts auf Nachrichten und SMS zu antworten.[46]
Anwendungen

Im August 2006 öffnete Facebook seine Plattform für Anwendungen von Drittanbietern. Entwicklern steht über die Facebook-Plattform eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung, mit der sie Programme schreiben können, die sich dem Design von Facebook anpassen und nach Erlaubnis der Nutzer auf deren Daten zugreifen können.[47] Mitglieder des sozialen Netzwerks können die angebotenen Programme in ihre Profilseiten integrieren. Die Bandbreite umfasst Spiele und andere Kommunikationsanwendungen. Nach offiziellen Angaben waren im Oktober 2009 mehr als 350.000 Applikationen verfügbar.[48] Allerdings erreicht nur ein kleiner Teil davon mehr als 100.000 Nutzer im Monat.

Beobachter bewerteten die Öffnung der Plattform als wichtigen Schritt, um die Attraktivität von Facebook zu erhöhen und damit die Nutzerzahl zu steigern.[49] Allerdings wuchs das
Angebot derart rasant, dass Nutzer über die Unübersichtlichkeit klagten. Einige Applikationen sind vor allem darauf ausgelegt, sich möglichst schnell zu verbreiten, und gehen dabei nicht unbedingt vorsichtig mit den Daten der Nutzer um. Um dem entgegenzuwirken, werden Rückmeldungen von Nutzern ausgewertet und gegebenenfalls Anwendungen gesperrt, die gegen die Richtlinien verstoßen. Außerdem existieren Angebote, die den Datenschutz dritter Anwendungen zu beurteilen helfen.[50]

Seit Frühjahr 2012 ist der Facebook App Center verfügbar. In diesem werden sämtliche Anwendungen, die für Facebook bereitstehen, an zentraler Stelle nach dem Vorbild des App Store gebündelt. Das sollte die Übersicht der Nutzer erhöhen und die Plattform für neue Entwickler attraktiver machen.[51]
Facebook Pages

Facebook bietet nicht nur Profile für Privatpersonen an, sondern auch sogenannte Seiten (englisch Facebook Pages) für Künstler, bekannte Personen, Unternehmen und Marken.[52] Folgende Seitenkategorien werden unterschieden:

lokales Unternehmen oder Ort;
Unternehmen, Organisation oder Institution;
Marke oder Produkt;
Künstler, Band oder öffentliche Person;
Unterhaltung;
guter Zweck oder Gemeinschaft.

Facebook-Seiten werden häufig als Teil des Social-Media-Marketings beziehungsweise der Public-Relations-Aktivitäten genutzt. In der Regel gelingt die Akquisition von Fans auf Facebook einfacher, je emotionaler ein Produkt oder eine Dienstleistung ist. Grundsätzlich hat der Bekanntheitsgrad eines Produktes einen hohen Einfluss auf den Erfolg einer Seite.

Ausgewählte Werbekunden (sogenannte Facebook Business Partners) haben seit Oktober 2012 die Möglichkeit, mehrere Seiten unter einer einzigen Adresse und einem einheitlichen Dashboard zusammenzufassen. Dem Besucher werden je nach Sprache und Aufenthaltsort dann die entsprechenden Inhalte angezeigt.[53]
Werbung

Die Finanzierung des sozialen Netzwerks erfolgt durch Werbung.[54] Neben klassischen Bannern und Textanzeigen ermöglicht Facebook sogenannte Sponsored Stories, die nach dem Vorbild normaler Beiträge im Newsfeed erscheinen und ggf. kommentiert und weitergeleitet werden können.[55]

Die Wirkung von Werbung auf Facebook wird kontrovers beurteilt. Einerseits gibt es zahlreiche Untersuchungen, in denen der Return on Investment größer als bei anderen Medien eingestuft wurde, insbesondere im Vergleich zum Fernsehen.[56] Andererseits gibt es Unternehmen, welche den Zweck von Werbung auf Facebook überwiegend negativ beurteilen. So hat zum Beispiel der Automobilkonzern General Motors im Mai 2012 entschieden, alle Kampagnen auf Facebook einzustellen. Nach Angaben des Wall Street Journals (WSJ) soll das GM-Marketing zu dem Schluss gekommen sein, dass diese Art der Werbung in sozialen Netzwerken nur wenig Einfluss auf die Konsumenten habe.[57]
Entwicklung

Facebook veröffentlicht keine Gesamtmitgliederzahl. Laut Angaben des Unternehmens loggten sich im Oktober 2012 rund 955 Millionen Mitglieder mindestens einmal ein, wobei nur persönliche Nutzerprofile gezählt werden, nicht aber sogenannte Seiten von beispielsweise Musikbands und Unternehmen. Faktisch können einerseits Profile von mehreren Menschen genutzt werden, wenn zum Beispiel ein Verein ein Profil statt einer Seite anlegt, andererseits können einzelne Menschen mehrere Profile anlegen. Nutzerangaben wie Geschlecht, Alter und Herkunft werden von Facebook nicht geprüft und sind nicht in jedem Fall wahr. Facebook selbst schätzte Mitte 2012, dass etwa 5 bis 6 Prozent der monatlich aktiven Profile falsche oder doppelte Profile sind,[58] also rund 50 Millionen. Zum Jahreswechsel 2013 errechnete Facebook 76 Millionen Konten, die gegen Facebooks Richtlinien verstoßen (7,2% aller Accounts: 5% doppelte Nutzerkonten, 1,3% falsch eingeordnete Konten, 0,9% Spam-Accounts).[59] Die folgenden statistischen Aussagen stimmen deshalb nicht genau mit den Menschen überein, die Facebook nutzen.
Mitglieder

Im Dezember 2011 meldeten sich insgesamt 798,9 Millionen Mitglieder mindestens einmal mit einem eigenen Account bei Facebook an. Dies entspricht einem Wachstum von 214,6 Millionen (+36,7 %) gegenüber Dezember 2010, Asien wies Ende 2011 mit 214,7 Mio. Personen die höchste Mitgliederanzahl auf, gefolgt von Europa (193 Mio.), Nordamerika (174,5 Mio.), Süd- und Mittelamerika (148,5 Mio.) sowie Afrika (55,2 Mio.) und Ozeanien (13,0 Mio.).[60]
Länderübersicht[60]
Mitgliederstärkste Länder Lf. (Vorjahr) Land Mitglieder
1. (1.) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 157,4 Mio.
2. (2.) Indonesien Indonesien 41,8 Mio.
3. (7.) Indien Indien 41,4 Mio.
4. (15.) Brasilien Brasilien 35,2 Mio.
5. (8.) Mexiko Mexiko 31,0 Mio.

Deutschland rangierte Ende 2011 mit 22,1 Mio. Mitgliedern auf Rang 10, die Schweiz mit 2,73 Mio. auf Rang 49 und Österreich mit 2,68 Mio. auf Rang 50.[60]

* Bei Facebook werden insgesamt 211 Länder ausgewiesen. Die Auflistung spiegelt jedoch nicht das offizielle UNO-Länderverzeichnis wider. Neben einer Vielzahl von Ländern, die von der UNO nicht als eigenständige Länder anerkannt sind, gibt es auf der anderen Seite eine Reihe von UNO-anerkannten Ländern, die bei Facebook nicht zur Wahl stehen: die Elfenbeinküste, Guinea, Iran, Kuba, Liberia, Montserrat, Myanmar (Burma), Nordkorea, Simbabwe, Sudan und Syrien.

2011 verzeichnete Süd-/Mittelamerika mit einem Wachstum von 77,3 % die stärkste Zuwachsrate, gefolgt von Afrika (+62,3 %), Asien (+56,4 %), Europa (+25,7 %), Ozeanien (+10,9 %) und Nordamerika (+6,3 %). Das stärkste absolute Wachstum vermochte Brasilien mit 26,4 Mio. zu verzeichnen, gefolgt von Indien (+24,1 Mio.), Mexiko (+12,7 Mio.), den USA (+10,4 Mio.) und Indonesien (+10,0 Mio.). Deutschland wies mit 8,2 Mio. (+58,8 %) das insgesamt sechststärkste Wachstum auf. In Österreich kamen 421.000 Mitglieder (+18,6 %) und in der Schweiz 244.000 Personen (+9,8 %) dazu.[60]

Im Juli 2012 wurde bekannt, dass Facebook in Deutschland erstmals aktive Nutzer in einem messbaren Ausmaß verloren hat.[61] So seien im Mai 23,95 Millionen Nutzer auf dem sozialen Netzwerk aktiv gewesen, im Juni jedoch nur noch 23,75 Millionen.[62] Dessen ungeachtet sind laut Geschäftsbericht von Facebook selbst Ende Dezember 2012 weltweit mehr als 1,06 Mrd. Nutzer aktiv.[63][64]

Traditionell gibt Facebook nur wenige Informationen über die Struktur seiner Mitglieder heraus. Abweichend von der bisherigen Strategie wurde im August 2012 mit Facebook Stories eine Plattform geschaffen, auf der ausgewählte Nutzer der Plattform vorgestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf besonders unterhaltsamen oder spannenden Mitgliedern. Facebook sucht öffentlich nach Interessenten für Facebook Stories.[65]
Reichweite

Die weltweite Marktdurchdringung (Verhältnis der Facebook-Mitglieder zur gesamten Bevölkerung) betrug Ende 2011 11,7 %. Im kontinentalen Vergleich weist Nordamerika mit einer Dichte von 50,3 % den höchsten Wert auf, gefolgt von Ozeanien (35 %), Europa (26,1 %) und Süd-/Mittelamerika (24,9 %). Das Schlusslicht bilden Afrika (5,3 %) und Asien (5,1 %).[60]
Länderübersicht[60]
Dichteste
Marktdurchdringung (MD) Lf. Land MD
1. Monaco Monaco 103,9 %*
2. Island Island 66,1 %
3. Gibraltar Gibraltar 65,4 %
4. Färöer Färöer 61,7 %
5. Brunei Brunei 58,3 %

Geringste
Marktdurchdringung Lf. Land MD
211. China Volksrepublik China 0,04 %
210. Turkmenistan Turkmenistan 0,2 %
209. Amerikanisch-Samoa Amerikanisch-Samoa 0,3 %
208. Niger Niger 0,3 %
207. Burundi Burundi 0,4 %

Die USA weisen eine MD von 50,6 % auf, Indonesien 17,6 % und Indien 3,4 %. Weitere Länderwerte: Deutschland 27,1 %, Schweiz 35,0 %, Österreich 32,0 %, GB 49,3 %, Italien 34,5 %, Japan 4,9 % und Russland 4,9 % (siehe vk.com).[60]

Im Dezember 2011 haben mehr Personen als die Gesamtzahl der registrierten Einwohner Monacos von dort aus ihre persönliche Facebook-Seite aufgerufen.
Geschlechter

Die aktiven User teilen sich in 377,7 Mio. Frauen und 410,7 Mio. Männer auf. Die weltweite Frauenquote beträgt 47,9 %. Der Geschlechteranteil variiert jedoch sowohl im Kontinental- als auch im Ländervergleich erheblich. In vier der sechs Kontinente überwiegt der Frauenanteil, während im bevölkerungs- und mitgliederstärksten Kontinent Asien ein klares Männerplus besteht. Nordamerika weist mit einem Anteil von 54,6 % den höchsten Frauenanteil auf, gefolgt von Ozeanien (53,8 %), Süd-/Mittelamerika (51,2 %) und Europa (50,1 %), während Asien (40,5 %) und Afrika (37,8 %) klar höhere Männeranteile aufweisen.[60]
Länderübersicht[60]
Höchste Frauenquoten Lf. Land Frauenquote
1. Tonga Tonga 58,0 %
2. Französisch-Polynesien Französisch-Polynesien 55,7 %
3. Lettland Lettland 55,6 %
4. Moldawien Moldawien 55,5 %
5. Bahamas Bahamas 55,4 %

Höchste Männerquoten Lf. Land Männerquote
1. Vatikanstadt Vatikanstadt 100 %
2. Afghanistan Afghanistan 84,2 %
3. Niger Niger 78,9 %
4. Jemen Jemen 76,6 %
5. Guinea Guinea 76,4 %

Die USA weisen eine Frauenquote von 54,8 % auf, Indonesien 40,7 % und Indien 27,4 %. In Deutschland (48,1 % Frauenanteil), Österreich (48,7 %) und in der Schweiz (47,8 %) sind die Geschlechterquoten ähnlich ausgeprägt wie in der weltweiten Verteilung.[60]

Mitglieder, die Facebook in US-amerikanischem Englisch nutzen, steht seit 2014 die Möglichkeit offen aus 50 Geschlechtsbezeichnungen zu wählen.[66]
Altersstruktur

Der weltweite Altersdurchschnitt aller Facebook-User betrug Ende 2011 29,4 Jahre. Während das Durchschnittsalter in Nordamerika, Ozeanien und Europa zunimmt, wird das weltweite Durchschnittsalter durch die hohen Wachstumsraten in Asien und Süd-/Mittelamerika voraussichtlich sinken. Nordamerika weist mit 34,0 Jahren den höchsten kontinentalen Altersdurchschnitt auf, gefolgt von Ozeanien mit 32,1 Jahren und Europa (30,8 Jahre). Süd-/Mittelamerika liegt mit 27,4 Jahren bereits klar unter dem weltweiten Durchschnitt, ähnlich wie Afrika (27,3 Jahre). Den tiefsten Wert weist Asien mit 26,0 Jahren auf.[60]
Länderübersicht[60]
Höchstes Durchschnittsalter Lf. Land Alter
1. Färöer Färöer 34,4 Jahre
2. Island Island 34,3 Jahre
3. Kanada Kanada 34,1 Jahre
4. Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 34,0 Jahre
5. Dänemark Dänemark 33,6 Jahre

Tiefstes Durchschnittsalter Lf. Land Alter
1. Vietnam Vietnam 23,7 Jahre
2. Indonesien Indonesien 23,9 Jahre
3. Palästinensische Autonomiegebiete Palästinensische
Autonomiegebiete 23,9 Jahre
4. Kambodscha Kambodscha 24,2 Jahre
5. Aserbaidschan Aserbaidschan 24,3 Jahre

Das Durchschnittsalter in Deutschland betrug Ende 2011 29,7 Jahre, in der Schweiz 31 Jahre und in Österreich 29,4 Jahre.[60] Bis Anfang 2013 stieg das Medianalter in Deutschland um 30 Prozent auf 38,7 Jahre.[67][68]
Technik

Das Facebook-Netzwerk ist zentralistisch organisiert: Sämtliche im Netzwerk gespeicherten Daten stehen also unter der Kontrolle von Facebook Inc. Allein dem Unternehmen obliegt auch die Kontrolle, welche Daten an welche Benutzer weitergegeben werden – eine solche findet nicht direkt durch das Netzwerkmitglied oder zwischengeschaltete Stellen statt. Die Kommunikation zwischen Mitgliedern wird über die zentralen Server vermittelt.

Sowohl die eingesetzte Serversoftware als auch die von Facebook entwickelten Clients sind proprietär, ihre Funktionsweise kann daher nicht vollumfänglich überprüft werden.

Ende 2012 verfügte Facebook über etwa 180.000 Server, die in zwei Rechenzentren in den USA bereitgestellt wurden. Nach Angaben von Facebook bearbeiten sie täglich etwa 500 Terabyte, die sich unter anderem aus 300 Millionen neuen Fotos speisen.[69] Mit Hilfe einer Project Prism genannten Software werden die Daten gleichmäßig auf mehrere Rechenzentren verteilt.

Am 12. Juni 2013 eröffnete Facebook in Luleå in Schweden seine erste europäische Serverfarm. Die Wahl fiel auf die nordschwedische Stadt, um die Kosten für die Kühlung der Infrastruktur so gering wie möglich zu halten.[70]

Seit Ende Oktober 2014 ist Facebook über eine eigene Adresse im Tor Netzwerk reichbar (https://facebookcorewwwi.onion), um damit den Zugang für Menschen zu erleichtern in deren Ländern der Zugang zu Facebook durch Zensur erschwert wird.[71][72]
Infrastruktur

Als Betriebssystem dient überwiegend das Betriebssystem CentOS. An Stelle des Apache HTTP Servers, der in den ersten Jahren verwendet wurde, wird heute eine eigene Software für die Auslieferung der Webseiten eingesetzt. Die Server-Software verwendet die Programmiersprache PHP, für die ein eigener Interpreter namens HipHop entwickelt wurde, um die Geschwindigkeit zu optimieren.[73] Als Datenbank diente bis Mitte 2011 Apache Cassandra [74] Es wurde durch eine Kombination aus HBase, HDFS und Haystack ersetzt.[75]

Ein gewisser Teil der Software, die Facebook selbst entwickelt hat, wurde als Open-Source-Software für die Allgemeinheit freigegeben.[76] Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen zahlreiche Projekte finanziell, beispielsweise ist Facebook ein sogenannter Gold Sponsor der Apache Software Foundation.[77]



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