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Zwei deutsche Staaten - Referat



Als aus der West-Zone und der SBZ, die BRD (23. Mai 1949) bzw. die DDR (7. Oktober 1949) wurden, hieß es, das unaussprechliche anzuerkennen. Nämlich die Teilung Deutschlands. Das war für die meisten Deutschen ein Schock und eine weitere Entwürdigung nach 1945 (die West-Deutschen setzten sich aber mit der Bedingung; die neue Verfassung der BRD Grundgesetz zu nennen durch, um die Teilung in zwei Staatsgebilde nicht noch weiter zu fundamentieren), die aber zu Beginn noch nicht viel bedeutete, denn seine Verwandten im anderen Teil Deutschlands zu besuchen war bis zum 26. Mai 1952 möglich, an diesem Datum riegelte die DDR die Grenzen ab und machte Reisen und Besuche nach und aus dem Westen unmöglich. Die beiden Deutschen Staaten, obwohl die DDR bis Mitte der siebziger Jahre um ihre internationale Anerkennung als ein solcher kämpfen musste, hatten einen sehr ungleichen Start. Die BRD, ein 50 Millionen Land, das durch den Marshallplan mit Milliarden ausgestattet und dank der Westbindung Zugang zur ganzen Welt hatte, stand einem Ost-Deutschland gegenüber, dass nicht nur alleine die Reparationsforderungen der Sowjetunion zu tragen hatte, sondern auch über keinen Zugang zu internationalen Krediten verfügte und als ein Gebilde galt, das am Tropf der Sowjetunion hing wie kaum ein anderer Staat, was sich aber im Laufe der Zeit fast zum Gegenteil wandelte. Die ungleichen Brüder mussten sich beide mir argwöhnischen Weltmächten auseinandersetzen, die Jetzt ihre Schutzmächte waren und sie in ihren Machtbereich eingliederten. Beide schafften es zu der Spitze in der jeweiligen Welt aufzusteigen und sich Macht und Ansehen im jeweiligen Block zu verschaffen. Doch der überragende wirtschaftliche Erfolg der BRD in der Welt und das Vorrücken der DDR auf den zweiten Platz (hinter Polen) im östlichen Bündnis, brachten auch Probleme mit sich. Adenauer hatte West-Deutschland so stark gemacht, dass die Stimme Bonns immer gewichtiger wurde, Ulbricht war inzwischen kommunistischer als Moskau selbst. Beide jedoch störten durch ihren Widerwillen den jeweils anderen Staat anzuerkennen, die Annäherung der beiden Supermächte und weckten alte Anti-Deutsche Ressentiments in der Welt, denn die Deutsche Frage wurde nun zur wichtigsten im ganzen Kalten Krieg. Das änderte sich erst mit der Ost-Politik von Kanzler Brandt, der mit dieser die letzten Hürden zur Entspannung wegräumte. Mit dem neuen Machthaber in Ost-Berlin Erich Honecker bekam die DDR die langersehnte internationale Anerkennung, auch die Bundesregierung unter Brandt leugnete die Existenz des zweiten deutschen Staates nicht mehr. Direkte Gespräche zwischen Bonn und Ost-Berlin wurden nun möglich, Willy Brandt reiste 1970 als erster bundesdeutscher Regierungschef zu Gesprächen in die DDR. Auf der OSZE- Konferenz in Helsinki 1975 saßen Erich Honecker und Helmut Schmidt nebeneinander. Die DDR entwickelte sich immer mehr zu einer Industrienation ersten Ranges, das irgendwo auf Platz 17 unter den Industriestaaten rangierte. Dabei war das Land bis 1961, also bis zum Mauerbau durch Ulbricht und Chruschtschow ständig an der Schwelle zum totalen Kollaps, den jährlich verließen zwischen 20 und 30 000 Menschen das Land. Zu verlockend war der Westen mit Reisefreiheit, florierender Wirtschaft und Demokratie. Den Stachel im Fleisch der DDR – Ost-Berlin- vermochte der Warschauer Pakt nicht zu ziehen, also baute man eine Mauer drum herum. Nach der Tauwetterperiode in den 70er kam Anfang der 80er Ronald Reagen an die
Macht in den USA, sein Plan die Sowjetunion wirtschaftlich mit einem angekurbelten Wettrüsten zu erschöpfen war real, den die kränkelnde Planwirtschaft der RGW-Staaten war Mitte der 70er in eine tiefe Rezession geraten und die Sanktionen der USA, wegen des Einmarsches sowjetischer Truppen in Afghanistan, machten der Supermacht und ihren Verbündeten im Osten weiter zu schaffen. Als Mitte der 80er Jahre der Rabat auf das russische Gas und Öl auch für die DDR wegfiel, kam auch die Wirtschaft des Ost- deutschen Staates ins Wanken. Honecker verschuldete sich bis 1989 mit 40 Milliarden US-Dollar im Westen, eine Tatsache die den Sturz des Kommunismus mindestens absehbar machte. Die BRD und vor allem Franz-Josef Strauß hielten die schwächelnde DDR Wirtschaft künstlich am Leben und schaufelten somit auch ihr Grab. Als 1985 Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU wurde, begann ein demokratischer Wandel im Ost-Lager, der sowjetische Führer entließ die Satellitenstaaten nach und nach in die Eigenständigkeit, die Regierungen in Prag, Warschau und Budapest frohlockten, nur die Führung in Ost-Berlin zeigte sich völlig Reformunwillig, einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz konnte sich bei der SED niemand vorstellen. Als es Ende der 80er immer klarer wurde, dass es zu einer Wiedervereinigung unter der Herrschaft der Bundesrepublik kommt, waren die Deutschen nach über 40 Jahren am Ziel, der Jubel in Ost wie West-Deutschland war groß, doch auch der Unmut der Verbündeten. Großbritannien und Frankreich machten keinen Hehl aus ihrer Ablehnung zu der Wiedervereinigung, ihnen war schon die Bonner Republik zu groß. Moskau wie Washington zeigten jedoch Weitsicht, gegen die anfängliche Weigerung Gorbatschows ein vereintes Deutschland als NATO-Mitglied zu akzeptieren, half das Argument; dass ein von der NATO kontrolliertes Deutschland viel ungefährlicher für die Sowjetunion wäre als ein neutrales. Deutschland hat sich 45 Jahre nach dem Krieg wieder an die Weltspitze gearbeitet. Der Vier-plus-Zwei Vertrag wurde auf Drängen Kohls in Zwei-plus-Vier abgeändert, so stark war Deutschland jetzt, der Viermächte Status war so nicht mehr gültig, Deutschland war am 3. Oktober 1990 wiedervereinigt und souverän.




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