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Werthers Bürgerlichkeit - Referat



-Werther ist bürgerlicher Intellektueller
-Bürgerlichkeit drückt sich zuerst in der Selbstverständlichkeit aus, mit der er sich als Gesprächspartner des Grafen empfindet. Sie drückt sich am Ende darin aus, dass er Beruhigung in der Literatur sucht und dazu eine berühmte Szene von Homer wählt. Sie drückt sich auch in der Selbstverständlichkeit aus, mit der er über sein Schicksal berichtet und es nicht einem Tagebuch, sondern Briefen anvertraut.
-Entstehende bürgerliche Briefkultur war Ausdruck eines bürgerlichen Selbstbewusstseins, das die Briefe nicht mehr der aristokratischen (adeligen) und der Gelehrtenwelt überließ. Vor allem aber war es der Inhalt dieser Briefe, der das bürgerliche Tugendideal betraf, geprägt von einem natürlichen Gefühl ohne Standesschranken, Leidenschaften als lebbarer Zustand und die Empfindungen als mitteilenswerter Gegenstand.
-Er möchte sich gegen alle Konventionen zu seiner Liebe stehen, wobei Liebe keine geistige Beziehung ist, sondern sinnliche Beziehung eingebettet in Natur und Natürlichkeit des Menschen.
-Deshalb → „Empfindung“, „Herz“ und „Seele“ 3 der häufigsten Begriffe im Roman, gehören zum Umfeld der Liebe und sind Ausdruck der bürgerlichen Tugend.
-Er erlebt aber auch eine Welt der Deklassierung, in der seine Bürgerlichkeit Anlass ist, ihn aus nobler Gesellschaft zu verbannen. → Rührt so stark an seinem Ehrgefühl, dass er die Entlassung verlangt und lieber auf den hierarchischen Aufstieg verzichtet, als ehrlos zu sein.
→ Entspricht aufklärerisch-moralischen Verhalten, angereichert (verbessert) mit Bildungseinflüssen (u.a. von Klopstock)
-15. März: Er berichtet von einem Verdruss (Ärger), der ihn wegtreiben werde. Brief steht in der Mitte des Romans, hat also bereits dadurch eine bevorzugte Stellung. Zudem einer der längsten Briefe, dessen Vorgänge sich auf nächste Briefe auswirken. Diskriminierendes Erlebnis, das sein Leben verändert: Während eines Besuches im Haus des Grafen übersieht er, dass eine adlige Gesellschaft zu Besuch eintrifft und seine Gegenwart anstößig findet. → Kommt zu bedrückenden Szene, Graf muss, um seiner Gesellschaft gerecht zu werden, Werther des Haus verweisen, wenn auch freundlich und vorsichtig.
→ Er erlebt so äußerste Form der Standestrennung: Er ist für adlige Gesellschaft kein gleichberechtigter Partner, nicht einmal für seinen Gönner.
-Für Werther wird Begegnung mit Adel im Nachhinein zur Besichtigung eines Papoptikums (Kuriositäten-Theater): Nur Zerrbilder und Gespenster treffen sich zu dieser Gesellschaft.
-Als er nach Hinauswurf erlebt, wie seine Gegner über ihn herziehen und ihm übelnehmen, sich über Verhältnisse zu setzen, denkt er an Selbstmord. Zudem verlangt er die Freiheit vom Hof, gerät also in gesellschaftlich verunsicherte Lage. Soziale Verhältnisse haben ihn bereits so verunsichert, dass weitere Enttäuschungen auf vorbereiteten Boden fallen.




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