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Vergewaltigung - Referat



Bei sexuellem Missbrauch gibt es verschiedene Formen der Ausübung, von denen einige auf den ersten Blick gar nicht darauf schließen lassen. Nun, einige Beispiele:
· Der Erwachsene fühlt sich sexuell erregt, wenn er nackt betrachtet wird, und er nötigt ein Kind dazu.
· Er fordert das Kind auf, ihm bei sexuellen Handlungen, z.B. bei der Masturbation, zuzuschauen, weil das seine sexuelle Erregung und Befriedigung noch steigert.
· Er zeigt dem Kind pornographische Bilder oder Filme.
· Er beobachtet das Kind gezielt beim Entkleiden, Waschen, Baden oder auf der Toilette (eventuell bietet er auch seine Hilfe an), um sich dabei sexuell zu erregen.
· Der Erwachsene ,,begutachtet" das Kind und fasst ihm dabei auch an die Intimbe-reiche oder er schaut immer wieder genau dort nach, ob es sauber ist, oder er unter-sucht es immer wieder auf Würmer, Infektionen usw.
· Erfordert das Kind zu spielerisch getarnten, ihn sexuell erregenden Handlungen auf: ,,Schau mal, in meiner Hose ist ein Zauberer. Der ist zuerst klein. Wenn du ihn be-rührst, schaut er plötzlich hoch und wird ganz groß!" Oder: ,,Hinter meinem Hosen-latz sitzt ein Vögelchen. Wenn du dort aufmachst und hinschaust, kommt es rausge-flogen!" Oder: ,,Du magst doch so gerne Nutella. Hier zwischen meinen Beinen hab ich es ganz dick hingeschmiert. Du kannst es Abschlecken!"
· Der Erwachsene betreibt ,,praktische Sexualaufklärung", d.h., er manipuliert am Ge-schlechtsteil des Kindes und an seinem eigenen, um seine Aufklärung vermeintlich zu verdeutlichen. In Wirklichkeit geht es ihm jedoch dabei um seine eigen sexuelle Erre-gung.
· Der Erwachsene fordert das Kind direkt auf, dass es sich an seinem eigenen Intimbe-reich streichelt. Häufig onaniert er dabei.
· Der Erwachsene berührt, streichelt und manipuliert das Kind an dessen Intimberei-chen wie Brust, Po, Scheide oder Penis.
· In vielen Fällen dient das Schlagen auf den entblößten Po eines Kindes (zur Strafe getarnt) der sexuellen Erregung eines Erwachsenen.
· Er benutzt das Kind zu nackten, erotischen und pornographischen Aufnahmen oder Filmen.
· Der Erwachsene zwingt das Kind zum Geschlechtsverkehr (oral, anal oder vaginal); es wird also vergewaltigt.
· Wenn das Kind nicht mitmachen will, wird an sein Mitleid appelliert, wird es bedroht, gezwungen, mit Belohnungen gelockt, erpresst oder mit körperlicher Gewalt überwältigt.

Zitiert aus: ,,Sexueller Missbrauch/
Schutz durch Aufklärung"; Karin Frei

Da ich nun versucht und hoffentlich einigermaßen geschafft habe euch zu erklären was sexueller Missbrauch an Kindern genau bedeutet, kommt es nun zu den nächsten in-teressanten Fragen, wie:

Wer sind die Täter und wo kommt Missbrauch vor?

Diese Frage ist eigentlich mit drei Worten zu beantworten: IN DER FAMILIE ! ! !
Natürlich nicht nur, aber 1982 gab das Bundeskriminalamt nach einer Studie an, dass nur 6,2% der Täter, dem Kind oder der Familie vor dem Missbrauch völlig fremd war.
Denn häufig sind es Familienangehörige: Väter, Stiefväter, Großväter, Brüder und Onkel. Wobei an erster Stelle die Vaterfigur steht, dabei ist es egal, ob es der leibliche Vater oder ein Freund der Mutter ist, laut Gabriele Stanzel wird ca. jede zehnte Vaterfigur zum Täter. Dies soll aber nicht bedeuten, dass nur Männer missbrauchen, denn auch Frauen missbrauchen Kinder, hierbei sieht die Rate von 1 bis 6.8% gegenüber den Männern mit 93.2 bis 99% jedoch sehr gering aus.
Die Täter kann man weder in eine Geschlechtskategorie (siehe oben), noch in eine soziale Schicht stecken. Denn es sind sowohl Lehrer, Arbeiter und Sozialarbeiter, wie auch Ärzte, Hochschulprofessoren, Facharbeiter und Pfarrer. Welche besonders interessante Beobachtung dabei aufkommt ist, dass dieser Täterkreis hauptsächlich auf den Missbrauch an Mädchen zutrifft. Bei Jungen sind es nämlich eher seltener Familienangehörige. Bei ihnen sind es eher Personen zu denen der Junge aufschaut, gleich einer Autoritätsperson, z.B. Lehrer, Erzieher, Babysitter, Sportleiter oder Gruppenführer.
Man sieht also, dass man die Täter nicht erkennen kann. Denn in den seltensten Fällen sind es Vorbestrafte Triebtäter. Eher ist es der angesehene Familienvater. Wenn es also so schwierig ist zu erkennen wer es sein könnte und wer nicht, tut sich doch die Frage auf:

Wie oft kommt er vor?

Und um es noch einmal deutlich zu machen:

Wer genau ist betroffen?

Die meisten denken, das Kinder vorallendingen in der Pubertät gefährdet sind. Doch das trifft nicht zu, denn Kinder aller Altersstufen sind betroffen. Und zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass 45% der Opfer noch keine zehn Jahre alt sind. In einigen Kinderkrankenhäusern wurde schon berichtet, dass sie sogar Säuglinge behandelten, denen durch sexuellen Missbrauch lebensgefährliche Verletzungen zugeführt wurden. 45% ergeben eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass die Dunkelziffer beim sexuellem Missbrauch an Kindern in der Bundesrepublik etwa bei 200 000-300 000 liegt, jährlich.
Die sexuelle Gewalt von Männern richtet sich zu 80-90% gegen Mädchen, und zu 20% gegen Jungen. Man geht also davon aus, dass jedes vierte Mädchen Opfer sexueller Ausbeute eine Erwachsenen wird.

Wie ist es möglich, dass oft lange Zeit niemand etwas bemerkt?

Bei Babys und Kleinkinder ist es oberflächlich gesehen einfach zu beantworten: sie können noch nicht sprechen. Aber auch sie senden Signale aus, die eigentlich auf Missbrauch zurück zu führen sind, z.B. Angstreaktionen, Schreien oder Abwehr mit dem ganzen Körper. Dies wird leider selten richtig gedeutet, da der Gedanke an sexueller Gewalt für viele unrealistisch erscheint. Nach dem Motto: ,,So etwas würde bei uns in der Familie nie passieren."
Allgemein kann man jedoch sagen, dass Kinder es selbst zu erst nicht bemerken, es vielleicht sogar zuerst als angenehm ansehen oder nicht einmal wissen was mit ihnen geschieht. Kinder selbst trauen sich aus Angst meist nicht etwas zu sagen, denn Kinder werden schon früh zu Gehorsam erzogen, so dass sie vielleicht Angst vor einer Strafe haben. Außerdem werden Kinder häufig daran gehindert, ihren Gefühlen zu vertrauen, mit Sätzen wie, ,,Das tut doch nicht weh! Also brauchst du auch nicht zu heulen!" werden sie zunehmend verunsichert. Denn Gefühle wie Angst, Unsicherheit,
Scham, Verzweiflung, Schmerz oder Wut werden bei Erwachsenen nicht gerne gesehen und deshalb mit negativen Bemerkungen abgetan.
Ein missbrauchtes Kind kann meist nicht glauben, dass der geliebte Vater oder ein anderes Familienmitglied ihm Böses antut. Zuerst denkt es, dass es sich die schrecklichen Dinge nur einbildet. Wenn es sie aber als Realität abtut, wird das Kind trotzdem nichts sagen, denn es denkt sich, dass man ein Mitglied der Familie nicht verraten darf. Es hat Angst, dass der fürsorgliche Hort zusammenbricht oder das die Mutter es nicht verkraften könnte, und alles zusammen brechen würde. Von großen Verlassenheitsängsten geplagt, gibt es sich also der Vergewaltigung hin.
Trotzdem versucht sich ein Kind zur Wehr zu setzen, auf seine Art natürlich:
· Es verschließt fest den Mund, wenn es küssen soll.
· Es schiebt den Täter von sich weg.
· Es dreht sich angewidert weg.
· Es weint.
· Es zieht sich mehrere Kleidungsstücke an.
· Es versteckt sich.
· Ein Mädchen zieht keine Röcke mehr an.
· Es wickelt sich nachts in mehrere Decken ein.
· Es legt sich zum Geschwisterkind ins Bett.
· Es verstellt die Kinderzimmertür mit Kommoden oder Spielsachen.
· Es versucht, nachts bei der Mutter zu schlafen
· Es versucht, wach zu bleiben.
· Es schließt die Tür ab, wenn ein Schlüssel vorhanden ist.
· Es treibt sich tagelang herum, um der Begegnung mit dem Täter auszuweichen.(. . . )

Aus: ,,Sexueller Missbrauch/
Schutz durch Aufklärung; Karin Frei

Außerdem befürchtet ein Kind, dass niemand ihm glauben könnte.

Erzählen Kinder die Wahrheit, wenn sie darüber berichten?

Wenn Kinder über sexuelle Missbrauchshandlungen sprechen, lügen sie nicht auch wenn es noch so unglaublich klingt. Allerdings kommt es ab und zu vor, dass sie zunächst berichten, ihre Freundin oder ihr Freund seien das Opfer, oder sie schreiben den Missbrauch zunächst einer anderen Person zu. Dies tun sie, um die Reaktion des Zuhörers zu testen. Nur wenigen Kindern gelingt es überhaupt, sich über selbst erfahrene Missbrauchshandlungen zu äußern. Und wenn es über Missbrauchs-handlungen spricht, so erzählt es höchstens die harmlosen Handlungen.
Häufig taucht die Frage auf, ob die sexuellen Fantasien des Kindes nicht durch das Anschauen pornographischer Filme entstanden sein könnte. Dies kann natürlich manchmal der Fall sein, doch auch hier sollte man einschreiten. Denn durch das Betrachten von Pornofilmen werden Kinder überfordert, geschädigt und letztlich ,,missbraucht". Man sollte auch darüber nachdenken, ob die Erlaubnis zur Anschauen solcher Filme, nicht sogar zur sexuellen Erregtheit des Erwachsenen beiträgt.

Missbrauchte Kinder sind so von dieser Handlung geprägt, dass sie noch Jahre später die Folgen tragen müssen. Physische Folgen sind dabei:


· akute Verletzungen, wie Hämatome, Bißverletzungen an der Brust oder im Genitalbereich, Rötungen an der Vulva (hervorgerufen durch Masturbation), Fissuren an Scheide und After (durch übermäßige Dehnungen mit Gegenständen oder Penis)
· bleibende Gesundheitsschäden
· Amenorrhoe = Ausbleiben der Menstruation
· Gonorrhoe, Syphilis (Geschlechtskrankheiten)
· unfreiwillige Schwangerschaften
· (verpfuschte) Abtreibung
· Sterilität
·

Psychische Folgen sind z.B.:


· Traumatisierung
· Depressionen
· Selbstmordgedanken
· Abscheu gegenüber dem Sexualverkehr
· Unverständnis, Drohungen, Ächtung der Gesellschaft und/ oder seitens des Verlobte/ Ehemänner/ Familien
· eine ungewisse Zukunft als (alleinerziehende) Mutter
· Trennung vom geborenen Kind (Adoption; ,,Findelkinder")
· u.U. gestörtes Verhältnis zum Kind

Wie könnte man das Kind vor soetwas warnen?

Wenn sie Fragen zur Sexualität stellen, egal wie jung sie sind, sollte man sie ehrlich beantworten. Wenn man sie ,,ganz aufklärt", sollte man ihnen soetwas wie eine kleinen Geschichte mit auf den Weg geben, z.B.:
,,Eine Familie wohnt Haus an Haus mit einem Reitergestüt. Dort sollte eine große Fohlenzucht-Ausstellung stattfinden, zu denen Hunderte von Pferdezüchtern aus ganz Europa anreisen und zwei Tage lang Handel betreiben würden. Die beiden Mädchen, 9 und 10 Jahre alt, sind Pferdenärrinnen. Es war damit zu rechnen, dass sie sich in den Trubel stürzen würden und man sie an diesen Tagen kaum zu Gesicht bekommen würde. Sie erhielten von ihren Eltern jedoch die Erlaubnis, dorthin zu gehen. Die Mutter teilte ihnen jedoch vorher ihre Besorgnis mit und besprach folgendes mit ihnen: ,,Ihr beide seht so hübsch und anziehend aus, das wird drüben einigen Besuchern auch auffallen. Sie werden euch zulächeln und sich an euch freuen. Es kann jedoch vorkommen, dass ein Mann euch nicht nur anschauen, sondern auch euch anfassen, euren Popo tätscheln oder euch an manchen Körperstellen angefasst werden will. Jemand könnte auch unter einem Vorwand versuchen, allein mit euch zu sein. Wenn euch etwas komisch vorkommt, dann sagt `nein!′, helft euch gegenseitig, geht weg, kommt zu uns und erzählt es uns. ( . . . )""
In dieser Geschichte wurde den Kindern nichts verboten, sondern die elterliche Angst dargelegt. Das hilft ihnen die Situation besser zu verstehen. Zusätzlich sollte man immer vermerken, das Kinder daran NIE schuld haben!


Dieses Referat wurde eingesandt vom User: drita



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