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Utopie: Weltfrieden - Referat




UTOPIE:


WELTFRIEDEN

WELTETHOS

ZUM EWIGEN FRIEDEN


UTOPIE: WELTFRIEDEN- WELTETHOS- EWIGER FRIEDE

1. Inhaltsangabe

2. Forschungsbericht

3. Einleitung
3.1. Definition Weltfriede
3.2. Komponente eines Weltfriedens

4. Kant- Zum ewigen Frieden
4.1. Biographie Kant
4.2. Inhaltsangabe
4.3. Krieg – (ewiger) Friede

5. Hans Küng- Projekt Weltethos
5.1. Biographie Küng
5.2. Stiftung Weltethos
5.3. Inhaltsangabe
5.4. Religionsdialog, Religionsfriede, Weltfriede

6. Bilder

7. Quellenangaben










2. FORSCHUNGSBERICHT

Bei dieser Arbeit ist mir klar geworden, wie sehr man auf die Informationsuche aus dem Internet fixiert ist, doch das diese nicht mehr ausreicht, d.h. andere Quellen wie Bücher oder Zeitschriften müssen für die Arbeit herangezogen und verwendet werden. Gerade solche spezifischen Themen, wie Weltfriede, verlangen solch ein Vorgehen. Die Informationen aus dem Internet bilden zwar eine gute Grundlage, aber mehr auch nicht. Um mehr über dieses Thema schreiben zu können und auch erfahren zu können, muss man Informationen heranziehen, die mehr als nur die Grundlage bilden und unter die Oberfläche blicken lassen.
Nach langer Informationssuche im Internet, die meist nicht sehr ergiebig war, griff ich auf Bücher zurück.
In diesem Fall die zwei Bücher von Hans Küng und Immanuel Kant, „Projekt Weltethos“ und „Zum ewigen Frieden“.
Leider waren das zweit genannte Buch keine grosse Hilfe, da der Inhalt der einzelne, schon ausgelegten Texte zu kompliziert und auf einem höherem Niveau geschrieben sind.
Die Originalschrift von Immanuel Kant ist in alt- deutscher Schrift geschrieben und so auch schwer zu verstehen.
Um diese zwei Bücher in Hinsicht auf das Thema zu deuten und zu interpretieren, muss man klarstellen, was es mit einem weltweiten Frieden auf sich hat und was damit alles zusammen hängt, im negativen wie auch im positiven Sinne.
Wie auch schon in der Inhaltsangabe zu erkennen, startet diese Arbeit, mit der Frage, was den ein Weltfriede ganz bestimmt ist und wer welche Rolle darin spielt. Ein wichtiger Punkt in der Utopie „Weltfriede“ spielen ganz bestimmt die Vereinten Nationen, die UN.













3. EINLEITUNG

3.1. Definition Weltfrieden

Der Begriff Weltfrieden bezeichnet den Zustand eines friedlichen Lebens auf der ganzen Welt, ein Leben ohne Krieg und Feindseligkeiten. Mit dem Begriff Weltfrieden werden oft Begriffe wie Glück und Freiheit für alle Lebewesen genannt. Der Begriff wird auch oft in Verbindung mit politischen Bewegungen als oberstes Ziel genannt, sogenannte Friedensbewegung. Unter Philosophen wird „der Weltfrieden“ als unerreichbare Utopie bezeichnet. In der Antike, in Mythen und Kulten, wurde der weltweite Frieden immer in Verbindung mit der Ankunft eines Messias, Erlösers und Herrschers, der alle Feinde vernichtet und alle Völker freundschaftlich vereint, gebracht. Auch in der Religion ist der Wunsch nach einem weltweiten Ethos gegeben. In diesem Zusammenhang fallen Namen wie Messias im Judentum und darauf Christus im Christentum. So lässt sich eine Verbindung zur Bibel herstellen, in der geschrieben steht, dass bei der Geburt Jesu der Frieden auf Erden verkündet wurde. Durch ethische Arbeiten an diesem brisanten Thema, wie Hans Küngs „Projekt Weltethos“, wird klar, dass solch ein weltweiter Frieden nur dann erreicht werden kann, wenn sich die verschiedenen Weltreligionen friedlich und respektvoll begegnen und nach ethischen Grundsätzen handeln.
Ethisch und politisch gesehen ist der Weltfrieden ein wichtiges und hohes Ziel. Geschichtlich gesehen ist es allerdings zweifelhaft, ob und wie ein solcher Frieden erreicht werden kann.

3.2. Komponente eines Weltfriedens

In Verbindung mit der Schaffung und dem Erhalt eines weltweiten Friedens werden immer wieder und zu Zeit immer häufiger die Vereinten Nationen gebracht. Da die UN noch keine eigene Exekutivgewalt besitzen, können nicht mehr als Resolutionen ausgesprochen werden. Daneben könnte auch eine diplomatische Zusammenarbeit verschiedener Staaten in einem sogenannten Staatenbund wesentlich zu einer Lösung beitragen. In Zeiten des kalten Krieges lassen sich immer Bewegungen in Richtung eines friedlicheren Beisammenleben ansprechen, wie z.B. die Unterteilung der Staaten in Gut und Böse. Laut Historikern ist ein Langzeit-Trend in Richtung Vereinigung und gegen den Kampf untereinander auszumachen. Ein Beispiel zeigt die gesamte Entwicklung Europas im 20. Jahrhundert und davor, mit einigen Ausnahmen wie z.B. der Kosovo- Konflikt. Auch weltweit betrachtet zeigt sich ein Schritt in die richtige Richtung, Richtung Weltfrieden, wobei bei solchen Zusammenschlüssen politischer Art meist die Verstärkung im Bereich der Wirtschaft bzw. das Erreichen wirtschaftlicher Ziele eine grosse Rolle spielen.
Viele Friedensforschungen betrachten Armut, Ungerechtigkeit und mangelnde Bildung als Ursache für Kriege und die Utopie „Weltfrieden“
Durch Armut sinkt der Lebenswert des Menschen laut eigener Einstellung, d.h. sie haben weniger zu verlieren wenn sie sterben und sprengen sich deshalb auch mal selber in die Luft und führen unerschrockener Krieg als andere.
Um eine Ursache für Krieg zu stoppen, bemüht sich der „Global Marshall Plan“ (GMP) mit der Koordination von Entwicklungs- und Industrieländern.
Viele erschreckende Beispiele zeigen, wie sich, trotz insgesamt guter Entwicklung, immer wieder katastrophale Fehlentwicklungen in den Weg des Weltfriedens stellen. Der Faschismus in Italien und Spanien oder der Nationalsozialismus in Deutschland, waren Bewegungen die die Entwicklung des Weltfriedens aufgehalten haben. Der Militarismus in Japan oder der revolutionäre Kommunismus stellten sich nicht als ideale Möglichkeit dar, die Entwicklung der Welt in die Bahn des Weltfriedens zu lenken. Dazu kam der nordamerikanische Neokapitalismus mit seinen drei Paradigmen (Selbstbereicherung, Selbstbelohnung, Selbstgefälligkeit), der nicht zu einer Humanisierung, eine erster Schritt zum weltweiten Frieden, führte, sondern eine Nation mit Schulden überhäufte, wie es sonst noch nie gab.
In den letzten Jahrhunderten gab es immer wieder bedeutende Friedensschlüsse, die sich allerdings nie auf einen globalen Frieden bezogen, sondern versuchten, Frieden vor Ort zu schaffen. In der Zeit von 1800 bis 1900 sind solche Schlüsse meist auf den Krieg in Europa zurück zu führen, was für den Weltfrieden im heutigen Sinne kaum eine Bedeutung gehabt hat. Im 20. Jahrhundert lassen sich zum Beispiel der Versailler Vertag nennen oder die Pariser Friedenskonferenz, die auf die beiden Weltkriege zurück zu führen sind, also eine der neusten Friedenskonferenzen lässt sich die Petersberger Afghanistankonferenz nennen.







4. KANT – ZUM EWIGEN FRIEDEN

4.1 Biographie Immanuel Kant

Immanuel Kant wurde am 22. April 1724 in Königsberg als viertes Kind von Johann Georg Kant und Anna Regina Reuter geboren. Da das Elternhaus stark protestantisch geprägt war uns seine Mutter der Bildung gegenüber sehr aufgeschlossen war, kam er 1732 an das Friedrichskollegium und begann schon 1740 mit dem Studium in Königsberg. Neben Theologie interessierte er sich auch für Naturwissenschaften. Nach seinem vorzeitigen Abbruch des Studiums 1748 arbeitete er mehrere Jahre als Hauslehrer an verschiedenen Posten ausserhalb Königsbergs.
1754 nahm er sein Studium wieder auf. Und schon 1755 veröffentlichte er seine erste Schrift „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“, die ihm zu einer Stelle als Privatdozent in Königsberg verhilf. Er lehrte Logik, Metaphysik, Anthropologie, Moralphilosophie, natürliche Theologie, Mathematik, Physik, Mechanik, Geographie, Pädagogik und Naturrecht.
In den folgenden Jahren bis 1770 lehnte er mehrere Angebote für Lehrstellen, u.a. in Erlangen und Jena. Erst im Jahre 1770 erhielt er seine angestrebte Stelle als Professor für Logik und Metaphysik an der Universität Königsberg.
1787 wurde er in die Berliner Akademie der Wissenschaften aufgenommen.
Seine letzten Jahre waren geprägt durch viele Konflikte mit der Zensurbehörde, er durfte zwar bis 1796 weiter lehren, erhielt aber die Weisung keine Schriften mehr unters Volk zu bringen, die nicht mit der Bibel vereinbar seien.
Kant verbrachte sein fast ganzes Leben im damals weltoffenen Königsberg und verstarb am 12. Februar 1804 mit fast 80 Jahren. Sein Grab befindet sich im Königsberger Dom
Immanuel Kant gilt in der heutigen Zeit als einer der bedeutendsten Philosophen, heute noch sehr bekannt sind z.B. sein kategorischer Imperativ, seine Erkenntnistheorie, seine Kritik der reinen Vernunft, der praktischen Vernunft und der Kritik der Urteilskraft. Des weiteren veröffentlichte Kant viele Schriften über Metaphysik, Religionen, Rassen, Frieden, Naturwissenschaft und Aufklärung.




4.2. Inhaltsangabe: Der Friedensbegriff von Kant

Die Altersschrift „Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf“ wurde 1795 erstmals veröffentlicht und gilt als eines der bekanntesten Werke Immanuel Kants.
Kant unterteilt seine Schrift in 3 wichtige Teile. Den ersten Abschnitt, die sechs Präliminarartikel, den zweiten Abschnitt, die drei Definitivartikel, und den dritten Teil, Zusätze und Anhänge. Insgesamt ist zu sagen, dass die Schrift fünf grössere, relativ sebstständige Themenkreise behandelt. In der Schrift wird nicht nur Kants Potential als Rechts- und Staatsphilosoph deutlich, sondern auch sein Potential als politischer Dichter.
1. Die „Präliminarartikel“ wenden sich im Gesamtbild an die Politik, d.h. an ihre Akteure, Staatsoberhäupter, Regierungen und Parlamente. Die Präliminarartikel benennen Rechtsverletzungen, die zum Zweck der Friedensstiftung teils sofort („strenge Verbotsgesetze“) , teils nur möglichst bald („Erlaubnisgesetze“) aufzugeben sind. Sie benennen auch die zweite Möglichkeit, die Theorie, die bis heute nur ein Wunsch ist, einer Kritik an einer zu hastigen Politik, die gerade deswegen fundiert falsche Entscheidungen trifft.
2. Die „Definitivartikel“ skizzieren die Grundzüge einer in drei Teilen – Staatsrecht, Völkerrecht, Weltbürgerrecht – vollständigen Theorie des öffentlichen Rechts. Sie enthalten den Kern der Theorie des Friedens nach Kant, seine moralischen und deshalb auch vorwegnehmende Bedingungen der Möglichkeit. Diese Artikel wenden sich an weniger soziale Systeme eher Rechts- und Staatsordnungen und die für sie verantwortlichen Entscheidungsträger, wie Verfassungsgeber und Regierungen sowie die autorisierenden Staatsvölker.
3. Der erste Zusatz setzt die Theorie des ewigen Friedens fort, auf die moralische Rechtstheorie des Friedens folgt eine teleologische Naturtheorie. Kant entwirft eine Geschichte der Menschheit, die nur von der menschlichen Natur, aber zugleich vom Frieden als Endzweck bestimmt sind. Als Adressaten führt Kant einerseits Rechts- und Staatsordnungen, damit sind soziale Systeme gemeint, andererseits auch Politiker bzw. Politiktheoretiker an, die als Ausrede für Desinteresse an der globalen Friedensordnung nicht ihre Unrealisierbarkeit haben, d.h. ihr Stand als Utopie.
Dieser erste Zusatz hat in Kants Werk die Überschrift „Von der Garantie des ewigen Friedens“.
4. Der zweite Zusatz, bekannt als „Geheimer Artikel zum ewigen Frieden“, beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Philosophie und der Macht der Politik genauso wie in 5.
der zweiteilige Anhang zum Thema „Moral und Politik“. Beide
Zusätze lassen sich auf eine Theorie- Praxis- Diskussion ein und beschrieben das Verhältnis zwischen Moral und Politik in Hinsicht auf den ewigen Frieden. Kant richtet diesen zweiten Zusatz und auch den zweiteiligen Anhang sowohl an Politiker, einschließlich die Völker unter den Politikern, sowohl auch an Politiktheoretiker, einschließlich den Philosophen.
Kant schrieb sein Werk in Form eines Friedensvertrages. Er wollte jedoch, wie die meisten Friedensverträge, keinen bestimmten Krieg in einen Frieden auf Zeit überführen, sondern den Krieg in den Frieden.

4.3. Krieg – (ewiger) Friede

Die Bedingungen für einen Frieden sind systematisch gesehen im ersten Teil seiner Schrift, den Präliminarartikel, festgehalten. Diese Artikel umfassen Verbote der geheimen Kriegsvorbehalte bei Friedensschlüssen, d.h. bei solchen Verträgen muss jeder Krieg von Anfang ausgeschlossen sein, das Verbot des privatrechtlichen Erwerb von Staaten, der Staatsverschuldung in Beziehung auf äussere Konflikte, d.h. Verschuldung zum Anlass eines Krieges machen, das Verbot der gewaltsamen Einmischung in andere Staaten und das Verbot der ehrlosen Kriegsverhandlungen. In seiner Vorarbeit bezeichnete Kant diese Verbote als negative Mittel. Man muss, wenn man Frieden haben will, auf Mittel verzichten, die den Krieg jederzeit möglich machen könnten, wie z.B. ein immer bereites Heer.
Ein Friede setzt laut Kant voraus, dass alle Ansprüche, die der Staat bis dahin besitzt und die Feindseligkeiten zum Anlass machen könnten, für Null erklärt werden müssen.
Im Bezug auf den ewigen Frieden nennt Kant, dass es als Voraussetzung dafür auch den nicht- ewigen Frieden geben muss, den Frieden auf Zeit oder z.B. den regionalen Frieden. Diese kurzen Phase von Frieden sollen dann „Waffenstillstand“ heissen und nicht Frieden.
Wenn der Friede allerdings ewig sein soll, muss der Wille dazu unbedingt gegeben sein.
Um einen weltweiten, ewigen Frieden zu erreichen, muss man Entscheidungen treffen, die allein von der Vernunft geleitet werden und eindeutig nach Gerechtigkeit streben.
Ein solcher Friede ist aus Kants Sicht schwer zu erreichen, eigentlich schon fast utopisch, den ein ewiger und weltweiter Friede sei für Menschen ein unnatürlicher Zustand und müsse erst gestiftet werden. Eine Gewährung für solch einen Frieden ist Sache der Politik, die allerdings immer den Menschen in dem Staat als heilig ansehen müsse auch wenn es der Politik selbst grosse Anstrengungen kosten mag.

5. HANS KÜNG –PROJEKT WELTETHOS
5.1. Biographie Hans Küng

Hans Küng wurde am19. März 1928 in Sursee, Luzern in der Schweiz geboren. Als Theologe war er unter anderem an der Universität Tübingen Direktor. Von 1962 bis 1965 war er offizieller Berater des 2. Vatikanischen Konzils unter Papst Johannes XXIII.
Er ist der erste Theologe seit dem 19.Jhd., der die Unfehlbarkeit des Papstes in Frage stellte. Darauf hin wurden ihm Anfang 1980 vom der Deutschen Bischofskonferenz die Erlaubnis entzogen, weiterhin als kirchlicher Lehrer zu arbeiten.
Daher überraschte es viele, dass er vor kurzem, am 23.September 2005, vom Papst Benedikt XVI. in Rom empfangen wurde.
Hans Küng stelle sich vielen Lehrmeinung der Kirche kritisch gegenüber, wie z.B. der Unsittlichkeit der künstlichen Empfängnisverhütung, der Unerlaubtheit der Abtreibung oder z.B. auch der Unmöglichkeit der Frauenordination. Er stellt das Festhalten am Zölibat in Frage, wie auch die Ungültigkeit der anglikanischen Weihen.
Hans Küng erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Theodor- Heuss- Preis und auch den Niwano- Friedenspreis, der als „asiatischer Friedensnobelpreis“ gilt.
Neben seinem bekanntesten Werk „Projekt Weltethos“ erschienen von ihm Werke wie „Existiert Gott?- Anwort auf die Grundfrage der Neuzeit“, „Der Islam – Geschichte, Gegenwart, Zukunft“ oder z.B. auch die Werke „Das Judentum“ und „Das Christentum“.
Klar wird, dass sich Hans Küng viel mit den Weltreligionen von Buddhismus bis Islam beschäftigt hat und darauf auch seine Erklärung stützt wie es zum Weltethos kommen kann.
Hans Küng ist der Initiator des Projektes Weltethos.

5.2. Projekt Weltethos

Die Grundforderung des Projektes Weltethos spricht jedem Menschen das Recht zu, menschlich behandelt zu werden. Die Erklärung zu Weltethos wurde in der Zeit Ende August/ Anfang September 1993 in Chicago von Vertretern verschiedener Religionen zusammengetragen. Insgesamt kamen so 6.500 Vertreter aus allen Religionen und Weltanschauungen zu dem Treffen. Die „Erklärung zum Weltethos“ enthält vier entscheidende Leitsätze. Sie verpflichtet jede Religion, eine Kultur ohne Gewalt und mit Ehrfurcht vor Leben, mit Solidarität und einer gerechten Wirtschaftsordnung, voll Toleranz und Leben in Wahrhaftigkeit, mit Gleichberechtigung und Partnerschaft von Mann und Frau zu gewähren. Diese Forderungen wurden teilweise von den 10 Geboten des Christentums und des Judentums abgeleitet, wobei laut Inhalt die Bergpredigt stark beteiligt ist.
Das Projekt Weltethos wird seit 1995 maßgeblich von der Stiftung Weltethos vorangetrieben. Präsident dieser Stiftung ist Hans Küng. Die Hauptaufgaben der Stiftung bestehen darin, interkulturelle und interreligiöse Forschung durch zu führen und zu fördern, Bildungsarbeit anzuregen und durchzuführen sowie interkulturelle und interreligiöse Begegnung zu ermöglichen und zu unterstützen. Ziele des Projektes sind die Umsetzung der Menschenrechte, Gewährung der menschlichen Freiheit, dem Welthunger zu beseitigen, eine gerechte Wirtschaftsordnung durchsetzen, ein solidarisches menschliches Zusammenleben schaffen, und die Ökosysteme und den Friedens auf der Erde zu schützen.
Hans Küng legt in seinem Buch „Projekt Weltethos“ das Erreichen der Ziele auf die Religionsbasis.

5.3. Inhaltsangabe „Projekt Weltethos“

Hans Küng hat sein Buch in 3 grosse Teile gegliedert. „Kein Überleben ohne Weltethos“, „Kein Weltfriede ohne Religionsfrieden“ und der letzte Teil „Kein Religionsfriede ohne Religionsdialog“. Laut Küng brauchen wir einen globalen Ethos, denn auf Dauer würde jede Demokratie ohne ein Minimum an Grundkonsens nicht überleben. Diese Übereinstimmung der Meinung und Standpunkte muss sich auf Mitwelt, Umwelt und Nachwelt beziehen und in einem dynamischen Prozess immer wieder neu gefunden werden. Dabei brauchen wir eine Koalition der Glaubenden und Nichtglaubenden. Es ist eine Tatsache, dass über sie fast komplette Lebensgeschichte des Menschen hinweg die Religion immer ein Orientierungspunkt für moralische Werte waren. Aber auch Menschen ohne jede Bekennung zu irgendeiner Religion brauchen einen Orientierungspunkt für ihr moralisches Handeln. Daher eine Koalition.
Religionen haben immer ihren absoluten Standpunkt, Küng bezeichnet dies als Wahrheit. In der langen Geschichte der Menschheit und den Religionen wurde und wird auch heute noch immer klar, dass jede Religion ihre Wahrheit verteidigt, notfalls mit alles Gewalt, koste es was es wolle. Küng meint daher, dass weder eine "Festungsstrategie", eine Strategie der Geheimnisse und keine Informationsabgabe nach Außen, noch eine "Verharmlosungsstrategie", eine Strategie, in der man nur sehr wenig Informationen weitergibt, oder "Umarmungsstrategie", eine Strategie, die alle Umstände verschönert und sie in ein falsches Licht rückt, weiter helfen. Küng fordert einen ökumenischen Weg zwischen Wahrheitsfanatismus und Wahrheitsvergessenheit.
D.h. man muss eine Mitte zwischen zuviel und zu wenig finden, die die Wahrheit zwar aufdeckt, aber der Religion noch einen gewissen Schutzraum lässt. Küng stellt für das Erreichen des Zieles des Weltfrieden nur eine Lösung, es muss eine Religionsfrieden geben. In den letzten Jahren wird klar, dass Küng mit dieser Theorie immer mehr Recht gewinnt. Anschläge in den USA, Krieg in Israel und am Gaza- Streifen oder immer mehr Gewalt in der islamischen und muslimischen Welt zeigen dies. Ein Religionsfrieden kann allerdings nur durch einen Dialog zwischen den einzelnen Religionen erreicht werden. Die Religionen Christum, Islam und Judentum spielen dabei wohl eine sehr grosse Rolle, laut Küng. Religionen müssen sich über verbindliche Normen und Werte verständigen. Denn der Religionsfriede ist eine Voraussetzung für einen dauerhaften Weltfrieden, der sich auf Mitwelt, Umwelt und Nachwelt bezieht.

5.4. Religionsdialog, Religionsfriede, Weltfriede

Es ist bekannt, dass die verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen immer ihre Unterschiede hatten und auch haben, aber es ist nicht so bekannt, was sie verbindet und ähnlich macht. Auf dieser Basis kann ein Religionsdialog geschaffen werden, der zu einem Religionsfrieden helfen kann. Küng gibt uns dafür 6 Beispiele.
 Religionen sind immer auf das Wohl der Menschen bedacht. In der heutigen Zeit wohl nur auf die Menschen der angehörigen Religion, aber sie wollen nur das Beste für die Menschen.
 Jede der grossen Religion hat fünf Maximen elementarer Menschlichkeit, wie „nicht töten“, „nicht lügen“, „nicht stehlen“, „nicht Unzucht treiben“, und „Eltern achten und Kinder lieben“.
 Religion zeigt uns den Weg zur goldenen, gesunden Mitte. Die Mitte z.B. zwischen Weltverfallenheit und Weltverneinung, oder zwischen Besitzgier und Besitzlosigkeit.
 In jeder Religion findet man die „goldene Regel“: Was du selber nicht wünscht, das tue auch nicht anderen Menschen an“.
 Jeder Religion ist ein sittliches Vorbild gegeben, dem zur Nachfolge gerufen wird, wie Buddhas, Jesu Christi, Lao- Tses, Konfu – Tses oder dem Propheten Mohammed. Dadurch werden die sittlichen Orientierungen aus einer konkreten Lebensgeschichte gewonnen.
 Religionen können einen Sinnhorizont eröffnen, der den Sinn des Lebens und des ganzen Kosmos deuten mag und uns Menschen auf etwas grösseres hinweisen.
Laut Hans Küng kann eine Religionsfriede zu einem Weltfrieden verhelfen, er formuliert es so, dass es kein Weltethos ohne Religionsfrieden gibt. Warum kann es dies nicht?
Wenn man einige Beispiele anführt, wird dies klar. In Europa ist es nach dem 2. Weltkrieg es Leuten wie Charles de Gaulle oder Konrad Adenauer zu verdanken, dass es ein klares Nein zum Krieg gab, und zwar in Verfolgung einer ethisch- religiösen Vision eines Kontinents in Frieden. Ebenso kann man Bürgerrechtsbewegung der USA unter Martin Luther King oder die weltweiten Friedensbewegungen nennen, bei denen religiös motivierte Menschen, meist Christen und Buddhisten, an der Spitze standen und stehen.
Daraus folgt, es muss ein Frieden unter Religionen geben um einen Frieden unter Nationen zu erreichen. Doch um so einen Religionsfrieden herbei zu rufen, müssen die Religionen einen Mittweg finden zwischen Wahrheitsfanatismus und Wahrheitsvergessenheit, so Küng. Denn eine Beharrung auf sein Wahrheitsmonopol bzw. seinen Standpunkt lässt keinen Dialog zu. Um einen Dialog überhaupt möglich zu machen, müssen bei den Gesprächspartnern primär zwei Dinge vorhanden sein: einerseits die Dialogfähigkeit im Sinne einer kritischen Anerkennung des Anderen. Und andererseits Standfestigkeit als Synonym für die Wahrung des eigenen Standpunktes ohne absoluten, alleinigen Wahrheitsanspruch.


7. QUELLENANGABEN

Internet:
Kant, Zum ewigen Frieden:
http://www.mda.de/homes/matban/de/kant-zef.html
http://philosophiebuch.de/ewfried.htm
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Theorie/kant.html
http://www.philosophenlexikon.de/kant.htm

Hans Küng, Projekt Weltethos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_K%C3%BCng
http://www.das-parlament.de/2006/10/DaspolitischeBuch/005.html


Bücher:
Hans Küng, Projekt Weltethos
Verlag: Piper, München 1990

Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden
Klassiker Auslegen, Band 1
Hrsg.: Otfried Höffe
Berlin: Akademie Verlag, 1995




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