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Tricks gegen Kälte - Leben unter Null Grad Celsius - Referat



Tricks gegen Kälte - Leben unter Null Grad Celsius


Sinkt die Körpertemperatur unter 32 Grad, wird es für Tiere lebensbedrohlich. In ihrem Blut bilden sich Eiskristalle, die Muskeln werden steif, Organe platzen. Es kommt zum Herzstillstand und schließlich schlafen die Tiere schmerzlos ein. Um an den Polarkreisen nicht auf diese Weise zu erfrieren, haben die Lebewesen dort Tricks entwickelt, wie sie der Kälte Herr werden: Pinguine setzen auf Gruppendynamik, Polarfüchse schlagen sich mit Abfallkost durch und Eisbären „verharren“ der Dinge.


Eisbären: die Könige der Arktis

Die meisten Eisbären leben am Nordpol an der Grenze zwischen Pack- und Treibeis. Dort herrschen Temperaturen von minus 70 Grad. Stürme jagen mit 200 Stundenkilometern über das Land. Das Eis ist in ständiger Bewegung. So gelangen die Eisbären auf Eisschollen oft bis vor die Küste Islands und Südgrönlands und legen den Rückweg zu Fuß oder schwimmend wieder zurück. Im Wasser schützt sie eine zehn Zentimeter dicke Fettschicht vor Erfrierungen und die darüber liegende Haut gleicht sich der Außentemperatur an. An Land wärmt sie ein wasserdichter, dicker Pelz. Er ist, ähnlich wie eine Thermojacke, mit Luft gefüllt, die die Kälte abhält. Doch die Luft entweicht, sobald das Fell nass wird. Deshalb müssen sich Eisbären nach dem Schwimmen das Wasser aus dem Fell quetschen, indem sie sich im Schnee wälzen.

Das Winterkleid der Eisbären produziert auch selbst Wärme: Die Haare sind nämlich nicht weiß, sondern durchsichtig. Dadurch leiten sie das Licht auf die dunkle Haut, die es in Wärme umwandelt.

Bei Minusgraden schwitzen

So gut vor Kälte geschützt, müssen sich Eisbären nicht vor Erfrierungen, sondern vor Hitzeschocks schützen. Schon bei einer Laufgeschwindigkeit von sieben Kilometern pro Stunde bekommen sie „Fieber“. Um daran nicht zu sterben, geben sie die überflüssige Wärme über die unbehaarten Partien wie Gesicht, Mund und Nase nach außen wieder ab.

Neben Hitze können Eisbären auch große Fettmengen speichern und in Notzeiten wieder dem Stoffwechsel zuführen. Meistens finden sie genug Futter, müssen dafür aber auch die Hälfte ihrer aktiven Zeit investieren. Pro Jahr legt ein Eisbär knapp 15.000 Kilometer zurück, um Robben, Tang und Aas ausfindig zu machen. Er jagt nur an Land, denn unter Wasser ist er viel zu langsam. So sieht man Eisbären meist stundenlang neben Luftlöchern von Robben sitzen, bis ein Opfer in Greifweite auftaucht.


Pinguine: gemeinsam stark

In der Antarktis (Südpol) leben die wahren Überlebenskünstler, die Pinguine.

Die Adélie-Pinguine

20 Arten gibt es, wobei die bekanntesten die 1,20 Meter großen Kaiserpinguine und die geschäftigen schwarzweißen Adélie-Pinguine sind. Die Adélie-Pinguine verbringen den Polarwinter im Meer und kommen im September zum Brüten an Land. 84 Prozent von ihnen treffen sich mit dem Partner vom Vorjahr am gleichen Nistplatz. Das Brüten übernehmen Weibchen wie Männchen. In der Regel haben Adélie-Pinguine zwei Eier, die sie im Liegen unter der Bauchhaut auf Körpertemperatur halten.

Um dabei nicht zu erfrieren, wärmt wie ein dichtes Federkleid und eine dicke Fettschicht. Sogar Schnabel und Nasenöffnungen sind befiedert. Zudem sitzen auf jedem Quadratzentimeter Haut rund 13 Federn, die wie kleine Dachziegeln angebracht sind und Wind
wie Wasser abhalten. Am Schaft der Federn schließen Dunenbüschel kleine Luftpolster wirkungsvoll ein. So verlieren die Vogelkörper so gut wie keine Wärme. Das äußere Gefieder hat dagegen Lufttemperatur und verhindert, dass Schneeflocken auf den Federn schmelzen.

Die Kaiser-Pinguine

Kaiserpinguine brüten bei noch eisigeren Temperaturen als die Adélie-Pinguine. Im Juni, mitten im lichtlosen Polarwinter, legen die Weibchen ein einziges Ei. Damit das Ei am Boden nicht erfriert, rollen sie es über ihre Füße auf die ihrer Partner. Anschließend verschwinden sie, unverfroren wie sind, für zwei Monate zur Jagd im Meer. Alleingelassen stülpen die Männchen ihre Bauchfalte über das Ei und schlurfen in dieser Position vorsichtig über das Eis. Damit sie selbst nicht erfrieren, rücken sie mit anderen Kaiserpinguinen dicht zusammen. Bis zu 50.000 Tiere zählt eine solche Gruppe. Als Spielregel gilt: Die aufgewärmten Tiere aus der Mitte lösen regelmäßig die am Rand wartenden ab. Ohne die Gruppendynamik bräuchte ein Pinguin allein doppelt so viel Energie, um nicht zu erfrieren.

Damit die Füße nicht absterben, berühren die brütenden Pinguine nur mit den Fersen das Eis. Zudem kühlt ihr Blut in den Füßen auf Bodentemperatur ab. So frieren sie nicht am Boden fest.


Polarfüchse: inkognito im Winterpelz

Kurze Beine, kurze Schnauze, kleine Ohren. Der Polarfuchs ist gedrungener als der Europäische Rotfuchs und bietet nur wenig Angriffsfläche für Kälte und Wind. Neben seinem kompakten Körperbau schützt ihn ein dichtes, langes Winterfell, das sogar seine Fußsohlen bedeckt. Halten Witterungen von minus 70 Grad länger an, kann der Polarfuchs seinen Stoffwechsel für ein paar Wochen herabsetzen.

Mit den Jahreszeiten ändert sich auch die Farbe des Felles. Bei den Polarfüchsen in Kanada wird der gelbbraune Pelz im Winter weiß. Und bei den Artgenossen in Grönland färben sich die Haare in den kalten Monaten blau. Das Ausbleichen des Pelzes macht Sinn, denn dabei fließt Farbstoff aus den Haarröhren. Es entstehen Hohlräume, die die Kälte fernhalten. Weiterer Nutzen: Der weiße wie blaue Pelz ist nur schlecht vom Packeis zu unterscheiden und dient als Tarnung.

Der Polarfuchs ist nicht nur frosterprobt, sondern auch äußerst genügsam. In der Not frisst er sogar das Aas von toten Tieren und übriggebliebene Kadaverreste.

Quelle(n) für dieses Referat: -Internet



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