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Stalking - Referat



Definition „Stalking“- Der Begriff „Stalking“ kommt aus der englischen Jagdsprache und bedeutet das Anschleichen oder Anpirschen an das Wild. Eine konkrete Übersetzung für diesen Begriff gibt es in der deutschen Sprache nicht. Es ist vielmehr ein komplexes Verhaltensmuster, das sich in verschiedenen Aktivitäten wie beispielsweise Telefonanrufe zu jeder Tages- und Nachtzeit äussert.Vorübergehender Zorn oder Liebeskummer ist noch kein Stalking. Experten sprechen erst von Stalking, wenn die Verfolgung andauert und sich eher steigert als abnimmt. Stalking führt bei den Opfern zu massiven Beeinträchtigungen und erzwingt unter Umständen eine Veränderung der Lebensführung.
Täter und Opfer – Bei den Opfern handelt es sich in 78% der Fällen um Frauen. Das ein Mann gestalkt wird ist seltener, kommt es jedoch vor, ist der Täter zu 60% ebenfalls männlich. Bei Frauen liegt die Wahrscheinlichkeit, von einem Mann gestalkt zu werden, deutlich höher, nämlich bei 94%. Allgemein sind 78% der Täter männlich. Bei dem Täter handelt es sich meist um den Expartner, seltener ist es ein Bekannter oder sogar Freund. Die Chance, von einem Familienmitglied gestalkt zu werden, liegt sehr tief, bei 1,6%. Jeder kann Opfer eines Stalkers werden. Allein in Deutschland gibt es jedes Jahr zwischen 500 000 und 600 000 Fälle, in den USA sogar 1,307,500 Fälle pro Jahr. Auch muss man davon ausgehen das nicht jedes Opfer zur Polizei geht, Studien nach wendet sich sogar nur jedes 5. Opfer an die Polizei. Jede 12. Frau und jeder 45. Mann wird in seinem Leben ein mal gestalkt. Meistens sind die Opfer zwischen 18 und 29 Jahre alt.
Motive – Die Motive eines Stalkers zu erkennen ist nicht einfach, da man dem Stalker, der vielleicht sein Verhalten beschönigt oder selbst sich nicht über seine Motive im Klaren ist, nicht immer glauben kann. Trotzdem wollen wir hier die wichtigsten Motive erwähnen: Der häufigste Wunsch ist es, eine Beziehung mit einer anderen Person einzugehen oder eine auseinandergebrochene Partnerschaft wieder aufleben zu lassen.Wird das Begehren des Stalkers zurück gewiesen, wandelt sich seine Zuneigung nicht selten in Wut. Dieses Rachemotiv kann zu einer aggressiveren Form der Belästigung führen. Stalker, die den Expartner belästigen, wollen oft das „Unkontrollierbare kontrollieren“, da sie vermutlich die Trennung von einem nahestehenden Menschen nicht richtig verarbeiten können. Auch gibt es Stalker, bei denen die Ausübung von Psychoterror von Anfang an im Mittelpunkt steht. Ihnen geht es gezielt darum, einen anderen in Angst und Schrecken zu versetzen. Stalking kann auchals Ablenkung benutzt werden. Viele Stalker die gerade eine Krise durchstehen, können durch die Fixierung auf einen anderen Menschen einen neuen Lebenssinn finden.
Unterschiedliche Stalkinghandlungen/ Dauer – Es gibt verschiedenste Handlungen, die häufigsten sind Telefonanrufe. Das eigentliche Verfolgen, das dem Stalking seinen Namen gegeben hat, tritt nur in ca. 40% der Fälle auf. Jedes Stalking-Opfer erlebt im Schnitt 7,5 verschiedene Handlungen. Jedes vierhundertste Stalking-Opfer wird am Ende zum Mordopfer. Im Schnitt wurden die Handlungen ca. 28 Monate ausgeübt. Beim Stalking durch den Expartner steigt dieser Wert an, allerdings gibt es hierzu verschiedene Angaben. In einzelnen Fällen kann das Stalking über 20 Jahre anhalten.
Folgen für die Opfer – In jedem Stalkingfall wird das Leben des Opfers beeinträchtigt, sei es dadurch das sich das Opfer nicht mehr wohl fühlt und Angst hat oder sogar dadurch, dass das Opfer den Wohnort wechselt um dem Stalker zu entkommen. Viele Opfer klagen über Kopfschmerzen oder andere Beschwerden.
Promi-Stalking – Promi-Stalking tritt immer häufiger in Erscheinung, da viele Leute bestimmte Promis besser kennen als ihre eigenen Nachbarn. Oft sind sie dann besessen von dieser Person und möchten eine Beziehung mit ihr eingehen, oder so sein wie er. Dadurch, dass Promis immer im Mittelpunkt stehen werden sie leicht zur Zielscheibe . Hier zwei Promi-Stalking-Opfer: Sandra Bullock: Sie wurde von einer 46 Jahre altenFrau gestalkt. Nachdem die Frau ihr vor ihrem Haus auflauerte,
versuchte Sandra Bullocks Mann, Jesse James, die Frau dazu zu bringen wegzugehen. Die Frau flüchtete daraufhin in ihr Auto und versuchte nach James Angaben ihn mehrmals zu überfahren. John Lennon: Auch er wurde Opfer eines Stalkers. Der Stalker, Mark David Chapman stiess 1980 auf eine Lennon Biografie. Er war verärgert darüber, dass John Liebe und Frieden predigte, selbst aber reich war. Ausserdem war er verzweifelt, da er selbst nicht berühmt war. Am 8. Dezember 1980 erschiesst er John Lennon vor seiner Wohnung in New York. Der Fall war der erste Stalking Fall, der bekannt wurde. Chapman wurde verurteilt und ist nun einer der berühmtesten Mörder der Welt.
Cyber-Stalking – Cyber-Stalking ist die modernste Variante des Stalking. Bei ihr werden meist täglich E-Mails versendet, oft bis zu 100 am Tag, oder falsche Informationen im Internet (auf sogenannten Foren)verbreitet. Auch gab es Fälle in denen der Täter manipulierte Bilder der Person ins Internet stellte oder an Freunde/Bekannte verschickte.
Geschichte des Stalkings – Berichte über Stalking gibt es schon lange. Früher wurde es in alten Mythen und Poeten erwähnt, später, im 18. Jahrhundert, gibt es Medizinische Fallberichte und Gerichtsakte, welche den damals genannten Liebeswahn erwähnen. Experten vermuten, dass Stalking zunimmt, Beweise hierfür gibt es jedoch nicht, lediglich Umfragen ergeben, dass jüngere Personen schon deutlich mehr Erfahrung mit Stalking haben als ältere. Dies kann aber auch daher stammen, dass ältere Menschen Vorfälle aus ihren Jugend bereits vergessen haben, und Stalking früher noch kein grosses Thema war. Stalking wird erst ab 1980 wissenschaftlich untersucht und als psychische Krankheit gesehen.
Hilfe bei Stalking Fällen – Es können 4 verschiedene Strategien angewandt werden: i.) Ignorieren ( insbesondere bei fremden Stalkern bzw Bekanntschaftsstalkern) ii.)Konfrontieren ( frühzeitig und nur von aussen zB durch die Polizei, einen Rechtsanwalt oder eine Beratungsstelle) iii.)Rechtliche Schritte einleiten ( hierzu später mehr) iiii.)Vermittlung durch Mediation ( solche Methoden können belastend für das Opfer sein, sie sind nur im Frühstadium hilfreich)
Rechtliche Möglichkeiten gegen Stalker –In Deutschland und Österreich gibt es bereits ein Gesetz, dass Stalking (beharrliche Verfolgung) verbietet, bei uns findet am 20. Juni.07 die 2. Lesung des Gesetzes statt. In Österreich gab es bereits erste Verurteilungen . Wenn man rechtliche Massnahmen einleiten will, sollte man zuerst sich professionelle Hilfe holen, am besten durch einen Anwalt der auf Stalking spezialisiert ist und alle Vorfälle dokumentieren. Dann kann man ihn anzeigen und eine einstweilige Verfügung beantragen. Durch die wird dem Stalker vorboten sich einem zu nähern. Verstösst der Stalker gegen diese Verfügung, kann man Anzeige erstatten. Es ist auf jeden Fall wichtig dass man kann sich auch an Beratungsstellen wendet.



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