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Sozial- und Arbeitspolitik Schweden - Referat



1. Arbeitsmarkt
Immer niedrige Arbeitslosenzahlen – vor der Wirtschaftskrise 1.8%
Jetzt 6,5% - Durchschnitt EU 7,3%
Jedoch überdurchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit
Aktivierungsprinzip:
- jene, die sich um die berufliche Integration bemühen, erhalten höhere Leistungen als jene, die dies unterlassen
- Keine Androhungen von Konsequenzen bei nicht regelkonformem verhalten
Öffentliche Arbeitsvermittlungsstellen sollen passende Arbeitnehmer und –geber zusammenführen  bei den stellen muss man sich registrieren um Geldleistungen zu erhalten
Programme zur Weiterbildung und Programme, die durch befristete Arbeitsplätze und durch Einstellungsbeihilfen Arbeitserfahrungen bieten.
Keine nennenswerten Unterschiede zwischen Geschlechtern  hohe Frauenbeschäftigungsquote

2. Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
Ca. 80% der Arbeitnehmer sind Mitglieder in Gewerkschaften - Deutschland 42%
industrielles Prinzip - die nationalen Gewerkschaften nach dem Wirtschaftssektor organisiert sind, in dem die Arbeitnehmer tätig sind, und nicht nach dem Beruf
Auch Arbeitgeber organisiert: Zentralverband schwedischer Arbeitgeber (SAF) und ähnliches
Tarifvereinbarungen können jeden Aspekt der Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer betreffen, z.B. Löhne und Ge hälter, Arbeitsbedingungen sowie Modalitäten und Voraussetzungen für Einstellungen
Früher fanden die Tarifverhandlungen traditionell zentral zwischen den beiden Seiten statt, die im Namen ihrer Mitgliedsverbände verhandelten.
- immer stärker dezentralisiert worden, so daß sie immer häufiger auf der Ebene der einzelnen Sektoren stattfinden
Gewerkschaften verfolgen solidarische Lohnpolitik
- Erfolg der Gewerkschafts politik der Lohnangleichung zeigt sich in den sehr niedrigen Differenzen zwischen den Löhnen und Gehältern in Schweden im Vergleich zu anderen OECD-Ländern.
- Lohndifferenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Zehntelwert für Industriearbeiter zu Beginn der 80er Jahre in Schweden 34% betrug, machte sie im Vereinigten Königreich 210% und in den Vereinigten Staaten 490% aus.
- schwedischen Gesetze schreiben keine Mindestlöhne vor; Mindestlohnsätze sind jedoch in Tarifvereinbarungen festgelegt
- Friedenspflicht zwischen Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften  wenige Streiks

3. Arbeitsrecht
Nach Arbeitszeitgesetz beträgt die normale Arbeitszeit maximal 40 Stunden pro Woche
+ Vorschriften zu Überstunden, Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, arbeitsfreien Zeiten und anderem
- Tarifvereinbarungen legen wöchentliche Arbeitszeiten zwischen 35 und 40 Stunden fest
- Gesetz über den Jahresurlaub haben alle Beschäftigten Anspruch auf mindestens 25 Arbeitstage, d.h. fünf Wochen Jahresurlaub.
- Gesetz zur Sicherheit des Arbeitsplatzes schützt Arbeitnehmer vor unfairer Entlassung, d.h., der Arbeitgeber muß in der Lage sein, eine objektive Begründung für die Entlassung zu geben
- Grundsatz: "Als letzter gekommen, als erster gegangen".
- hoch entwickeltes System der Mitbestimmung der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz, auf der Grundlage der Benennung von Gewerkschaftsvertretern, die im Namen der Beschäftigten ihre Rechte ausüben. Gewerkschaftsvertreter erhalten besondere Rechte, damit sie ihre Aktivitäten ausüben können: z.B. einen besonderen Kündigungsschutz.
- Plant ein Arbeitgeber größere Veränderungen in der Tätigkeit des Unternehmens oder bei den Arbeits- oder Anstellungsbedingungen für ein oder mehrere Gewerkschaftsmitglieder, ist er verpflichtet, die Arbeitnehmer zu konsultieren, bevor er eine Entscheidung trifft.
- privaten Unternehmen mit mindestens 25 Beschäftigten haben diese das Recht der Vertretung im Aufsichtsrat

4. Sozialschutz
Zahlung von Leistungen nicht durchgehend bedürftigkeitsabhängig
Relativ hoch - großer Teil des BIP nur dafür
Sozialversicherungssystem wird hauptsächlich von den Arbeitgebern finanziert (55%)
relativ hohen Prozentsatz von Altersruhegeldempfängern, vergleichsweise großzügig
Rentenreform 1994:
- Einführung von Arbeitnehmerbeiträgen, so daß Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 50% des Beitrags zahlen
- Dreistufen system
- 1. Sozialversicherungssystem garantiert eine Grundrente für alle Ruheständler im Alter von mindestens 65 Jahren, ungeachtet des früheren Verdienstes
- Alle die mind 3 Jahre in Schweden gelebt/gearbeitet haben - mehr wenn man 40 Jahre
- 2. +verdienstbezogene Zusatzrente
- 13% Einkommen zahlen
- Wenn 30 J gearbeitet 60% zurückbekommen
- 3. dritte Stufe der Ruhegeldversorgung ist weniger bekannt. Sie besteht aus Systemen, die in Tarif verhandlungen
ausgehandelt wurden
- eines für Angestellte der Zentralregierung, eines für Angestellte der lokalen Verwaltung (Provinzen, Städte und Gemeinden), eines für Arbeiter im privaten Sektor und eines für Angestellte im privaten Sektor - Versorgungsgrad soll 75% sein
Krankenversicherung und die Arbeitsunfallversicherung - 80% Prozent Erstattung
Schwangerschaft und Elternschaft
- Schwangerschaft: bis zu 50 Tage lang während der letzten beiden Schwangerschaftsmonate
- Leistungen bei Elternschaft geben Schutz gegen Einkommensverluste hauptsächlich im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes
- insgesamt bis zu 450 Tage pro Kind bis zum Alter von 8 Jahren Anspruch auf Elternurlaub, Wenn man vor der Geburt des Kindes gearbeitet hat, bekommt man 80 % seines Einkommens für die ersten 390 Tage.
- allgemeines Kindergeld
- für ein Kind: 114 € (1050 kr)
- für zwei Kinder: 239 € (2200 kr)
- für drei Kinder: 392 € (3604 kr)
- für vier Kinder 599 € (5514 kr)
- Einkommensabhängige Arbeitslosenversicherung + pauschales Arbeitslosengeld
- mindestens 12 Monate lang Mitglied einer der Versicherungsgesellschaften waren und mindestens 80 Tage gearbeitet haben - 75%
- Arbeiter unter 55 Jahren kann maximal 300 Tage lang Leistungen beziehen, während die Maximaldauer der Zahlungen für Personen über 55 450 Tage beträgt - Teilnahme an Arbeitsmarktprogrammen dem Betroffenen das Recht gibt, erneut Leistungen zu beziehen.

5. Schulische und berufliche Bildung
System des lebenslangen Lernens, wo Fortbildung ein wichtiger Teil des Allgemeinbildungssystems ist, unter besonderer Betonung von Erwachsenenbildung und höherer Bildung.
- Hauptsache durch öffentliche Gelder finanziert
- 2014 in Schweden im Durchschnitt 12 708 EUR pro Schüler/Studierendem ausgegeben, während es in Ungarn (Daten für 2013) weniger als 2 343 EUR
- Schulpflicht beginnt mit 6 oder 7 Jahren und gilt 9 Jahre  Unterricht in Gesamtschulform
- Die Sekundarschule ("gymnasieskolan") besteht aus 16 national festgelegten Programmen. 14 davon sind Berufsbildungsprogramme und zwei sind Programme, die auf einUniversitätsstudium vorbereiten. Alle Programme dauern 3 Jahre und decken bestimmte Kernfächer ab, z.B. Schwedisch, Englisch, Gemeinschaftskunde, Mathematik, Sport und Gesundheitskunde. Zu den berufsbildenden Programmen gehört praktische Arbeit in einem Betrieb für mindestens 15% der Zeit. Die Sekundarschule ist eine Schule für jeden geworden, denn heute kommen 98% der Schüler, die die Pflichtschule abgeschlossen haben, in die "gymnasieskolan", und nur ein relativ kleiner Prozentsatz (8%) der Schüler gehen ab.
- Studierende haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung von der Regierung in Form von Stipendien und Studentendarlehen
- Erwachsenenbildungssystem: Verbesserung des allgemeinen Bildungsstandes zu erreichen und um die Aus- und Fortbildung zu unterstützen

• Quellen:
• https://de.statista.com/statistik/daten/studie/160142/umfrage/arbeitslosenquote-in-den-eu-laendern/
• https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/BevoelkerungSoziales/Arbeitsmarkt/Frauenanteil_Fuehrungsetagen.html
• http://www.europarl.europa.eu/workingpapers/soci/w13/summary_de.htm
• http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Educational_expenditure_statistics/de






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