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So lernt mein Kind ganz konzentriert - Referat



Thema: Buch der Literaturliste
„So lernt mein Kind ganz konzentriert“
Das Schritt für Schritt Erfolgsprogramm

Autor: Dipl.-Päd. Detlef TRÄBERT,
Verlag AOL, 4, Auflage 2010

Inhaltsverzeichnis:

Seite 1 Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassung
Seite 1-4 Persönliche Stellungnahme
Seite 4 Quellenverzeichnis

Inhaltsangabe:

Dieser Ratgeber von Detlef Träbert ist für Eltern und Lehrkräfte sehr hilfreich. Er beschäftigt sich damit, sich Konzentrationsproblemen zu stellen und diese stufenweise zu bekämpfen und die Hintergründe zu verstehen. Der Autor beschreibt den Unterschied von Konzentrations-schwächen und Konzentrationsstörungen und rät immer wieder vorsichtig mit den Begriffen Konzentrationsproblem und ADS umzugehen, um Kinder nicht zu brandmarken. Die Hilfestellungen des Buches sind umfassend und geben viele Anregungen für Überlegungen, die wir Erwachsenen vielleicht gerne im Alltagsstress vergessen. Man wird durch dieses Buch sensibilisiert, darauf zu achten, ob man selbst die Fähigkeit besitzt, sich jederzeit zu konzentrieren oder ob man in punkto Hektik eine Vorbildwirkung auf sein Kind hat. Eventuell verursacht man die Konzentrationsstörungen durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel, falschen Tagesrhythmus und zu wenig Lernpausen selbst bei seinem Kind. Auch wird den Lehrkräften bezüglich Motivation, Erwartungshaltung und Hausaufgaben auf die Finger geschaut.

Der Autor setzt sich mit vielen verschiedenen Techniken, Experimenten und Studien zu die-sem Thema auseinander und beschreibt im Detail Trainingsprogramme, die es bestimmt Wert sind, sie auszuprobieren.

Dazu meine persönliche Stellungnahme:

Ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen und das Wissen darauf ist für meinen zukünftigen Beruf und auch für mich als Mutter sehr gewinnbringend. Es war leicht und verständlich zu lesen, alle Fremdwörter zum dem Thema werden erklärt und alle Fakten sind übersichtlich gestaltet.

Interessant war für mich, wie funktioniert dieses Konzentrationsprogramm und warum verstehen die Eltern die Fokussierungsprobleme der Kinder oft als etwas Negatives? Der Autor greift auch die Verhaltenserwartung der Lehrkräfte und Eltern auf und beschreibt die unter-schiedlichsten Vorstellungen zum Begriff Konzentration.

Die Punkte, die mich besonders angesprochen haben, waren, dass die Störungen der Auf-merksamkeit genau beleuchtet wurden. Der Unterschied zwischen willentlich gesteuerter Aufmerksamkeit und unwillkürlich gefesselt Aufmerksamkeit wird genau beschrieben. Natürlich fällt es einem leichter sich stundenlang auf einen spannenden Film einzulassen, als ein trockenes Fachbuch zu lesen, dass man vielleicht gar nicht lesen möchte und kommen dann noch Nebengeräusche dazu, sind diese vielleicht sogar willkommen. Hier spricht man jedoch von keinem Konzentrationsproblem oder Konzentrationsstörungen und der Autor betont des Öfteren, dass man bei Kindern mit solchen Aussagen vorsichtig sein sollte, damit man keinen Teufelskreis in Gang setzt.

Als Erziehungsberechtigter und als Lehrkraft sollte man sich vor Augen halten, dass die Kon-zentrationsspanne bei Schulanfängern in etwa bei 10-15 Minuten, am Ende der Grundschulzeit bei 20-25 Minuten und ab 12 Jahren bei in etwa 30 Minuten liegt.1

Der Unterschied zwischen Konzentrationsschwächen und Konzentrationsstörung habe ich spannend gefunden. Es wäre natürlich bei jedem Kind, das Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren, gut zu wissen, ob es sich hier um eine Veranlagung, gesundheitliche Einflüsse handelt oder ob der Schüler durch die momentanen Lebensverhältnisse beeinträchtigt ist. Hierzu gibt es im Buch eine 12-Punkte-Checkliste und einen Screening-Bogen, der dies ab-klären soll bzw. einen Hinweis auf ADS liefern könnte.

Hier behandelt Träbert folgende Einflüsse2 und zu vielen Faktoren führt er Gegenmaßnahmen oder Trainingsprogramme an:

1. Äußere Lebensumstände
2. Erziehungsverhalten gegenüber dem Kleinkind
3. Physiologische Belastungen – Ernährung, Bewegung
4. Umweltbelastungen
5. Reizüberflutungen
6. Reizmangel für die Nahsinne – Spielräume, Bewegungsarmut
7. Pubertät – hormonelle Umstellung und körperliche Veränderung
8. Alltagshektik
9. Zeitgeistphänomen: Produkt vor Prozess
10. Fehlen von Reizen zur Weckung der Aufmerksamkeit – langweiliger Unterricht
11. Überforderung
12. Angst – Angst macht dumm

Die Grundlagen der Konzentration wie Ernährung, gesunde Entwicklungsmöglichkeiten klingen natürlich logisch aber in der Hektik des Alltags, vergessen wir manchmal darauf und essen vielleicht zu viel Süßes oder Weißmehlprodukte, Fertigprodukte und gesüßte Säfte. Der Autor weist in seinem Buch darauf hin, dass das Frühstück besonders wichtig für den Organismus ist, dass wir reichlich Wasser trinken sollten, genug Schlaf uns fit hält und wir früh genug aufstehen sollten um Hektik zu vermeiden.

Träbert zitiert eine Kölner Studie, „Gesunder Schlaf für Kölner Kinder“, die zeigte, dass 18 % der Kinder häufig Schlafstörungen aufweisen. An dieser Studie haben 11.000 Probanden, Erst- und Viertklässler samt Eltern teilgenommen. Über das Ergebnis war ich wirklich schockiert und unschwer zu erraten, waren hierzu die Problemquellen, nämlich Lärm und abendli-cher Fernsehkonsum, kombiniert mit eventuell unregelmäßigen Tagesrhythmen oder auch Bewegungsmangel.

Das Buch greift auch die Aktion „spielzeugfreien Kindergarten“ auf, wo alle Spielsachen für sechs Wochen weggeschlossen wurden und die Kinder jede Menge Spiele mit Alltagsgegenständen selbst erfinden mussten, um ihre Phantasie anzuregen. Es wird in diesem Ratgeber auch betont, dass Eltern die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Nachkommen wichtiger nehmen sollten, als die Erfolge der Schullaufbahn und ich hoffe, ich kann all das in meinen Lehrberuf und in die Erziehung meiner Kinder einfließen lassen.

Für Lehrer fand ich das Kapitel 5, das sich mit den Hausaufgaben beschäftigt interessant. Da-zu führt der Autor deutsche Richtlinien an, in der das Kind z. B. (umgemünzt auf österreichische Verhältnisse) in der NMS zwischen 90 und 120 Minuten pro Tag benötigen würde, um seine Hausübungen zu schaffen. Sollten Kinder gar nicht mit diesen Zeiten auskommen bzw. sich der Lernerfolg mit diesen Zeiten nicht einstellen, wäre zu klären, wie es den Mitschülern damit geht. Sollte es sich um ein individuelles Problem des Kindes handeln, sollte man die zuständige Lehrkraft zu Rate ziehen und
mit deren Beobachtungen ergänzen. Weiters gäbe es noch die Möglichkeit sich mit Beratungslehrern und dem Schulpsychologischen Dienst in Verbindung zu setzen. Und natürlich wäre es wichtig, zu achten, wo und wie und unter welchen Umständen lernt das Kind zu Hause. Gibt es einen festen, ungestörten, ergonomisch guten Arbeitsplatz? Sind alle Materialien zur Hand und wie sind die Lichtverhältnisse?

Hier kann ich auch aus dem Nähkästchen plaudern. Mein mittlerweile 15-jähriger Stiefsohn, lernte in seinem Zimmer ab dem Wechsel in die Handelsakademie nicht sehr fokussiert und die Noten waren ebenfalls nicht vielversprechend. Im 2. Lehrjahr änderten sich einige Faktoren und wir sind alle sehr froh, dass die Klasse von 36 auf 22 Kinder schrumpfte, aber auch die Lernsituation zu Hause haben wir umgestaltet. Er muss jetzt in der Küche am großen weißen Tisch (frei von Ablenkungen) lernen, hier darf er kein/en Handy, PC usw. dabei haben und steht dabei unter Beobachtung (dies ergibt sich durch die Glastür automatisch). Natürlich fand er das anfänglich überhaupt nicht cool und zu kindisch. Aber nach kurzer Zeit machte er das freiwillig und er sieht auch, dass der Erfolg für sich spricht.

Träbert führt auch den Lerntechnik-Trainer Wolfgang Endres an, der folgendes Lernpausen-Experiment mit drei Schülergruppen durchgeführt hat. Es gab in 30 Minuten Matheaufgaben zu lösen. Die erste Gruppe hatte gar keine Pause, die zweite einmal fünf Minuten Pause und die dritte Gruppe 5x1 Minute Pausen. Damit bewies Herr Endres, dass das „Akku laden zwischendurch“ zu enormen Steigerung der Konzentration führt. Die dritte Gruppe hatte die meisten Lösungen mit der geringsten Fehlerquote erreicht. Meine Frage dazu natürlich, lässt sich in einer Unterrichtseinheit von 45 Minuten auch noch eine Pause einbauen. Es würde logisch erscheinen und man könnte es auf jeden Fall andenken oder ausprobieren oder even-tuell bei einem Unterricht mit Stationen Betrieb, während des Stationen Wechsels ein paar Sportübungen einplanen, so würde man auch einem Absinken des Blutdrucks vorbeugen und hätte gleichzeitig wertvolle Minipausen.

Meine Aufmerksam erregte auch das Kapitel über die positiven Effekte beim Lernen mit Musik. Der Autor beschreibt hier einen Schüler, der erst mit Hintergrundmusik (in diesem Fall waren es Musicalmelodien) beim Lernen den gewünschten Erfolg erzielte, da diese Störgeräusche überdeckte und das Wohlbefinden hob. Dass Musik die rechte Hirnhälfte anspricht, die für ganzheitliches Denken zuständig ist und damit die linke Hemisphäre anregt ist ein zusätzlicher positiver Effekt, von dem ich vorher noch nicht gehört hatte. Dass Lernende mit dem Markieren von schwierigen Wörtern mit Düften profitieren, muss ich mir merken, das klingt gut.

Das Üben, Auswendiglernen im Gehen oder beim Radfahren kenne ich noch aus meiner eigenen Kindheit und auch ich habe instinktiv öfters im Stehen oder im Gehen laut gelernt, als still und leise im Sitzen. Dies wäre ob meines Bewegungsdranges kaum möglich gewesen. Das Lernzelt oder Konzentrationszelt, das man sich leicht selbst mit einem Tuch oder unter einem Hochbett mit einem Stofflaken und Kluppen selber basteln kann, habe ich auch sehr ansprechend gefunden und es zahlt sich bestimmt aus, es auszuprobieren.

Das Thema Aufmerksamkeitsblockaden in Stresssituationen fand ich ansprechend und hier kann ich mir bestimmt als Mutter und Lehrerin einige Tipps aus den Themen Brain-Gym-Übungen, Thymusdrüse klopfen, Atmungsübungen und während der Schularbeit Schultern rollen mitnehmen. Zahlreiche, hilfreiche Übungen dazu habe ich auf YouTube gefunden. Die liegende Acht habe ich vor meiner Matura kennengelernt und angewandt und fand, dass diese sehr gut funktioniert.

Das Thema kognitive Impulsivität, leichter verständlich im husch-husch-Verfahren viele Fehler machen und das Training dagegen zu wirken, wird ebenfalls in diesem Buch erörtert. Wobei ich die Gegenstrategie zum Teil schon von unserem Schulalltag kenne, Studienkolleginnen haben mir schon von tollen Ergebnissen mit sogenannten „Fussballerklassen“ erzählt, bei denen sie rote und grüne Karten, das „noise-meters“ oder Start-Stopp-Zeichnen angewandt haben.

Und natürlich hängt es von den Eltern und Lehrern ab wie ruhig, geduldig und wie konsequent sie diese Lernstrategien verfolgen und ob es auch zwischen all den Pflichten, die unsere Kinder haben auch mal zu Entspannungsphasen kommt, die für jeden Menschen wichtig sind.

1Vgl. Seite 12, 2Seite 18-19, 3Seite 24, 4Seite 43,




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