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Schreiben in der Antike - Referat



Schreiben in der Antike

Schrift:
Der älteste Beweis, der auf die lateinische Schrift hinweist, stammt aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Es ist eine Inschrift auf der goldenen Spange von Praeneste. Die Römer übernahmen das Alphabet von den Griechen, was zeigt, dass sie lebendigen Kontakt zu anderen Völkern hatten. Allmählich begann sich die lateinische Schrift zu entwickeln. Es wurden geringe Veränderungen zur Anpassung an die Lautung der lateinischen Sprache vorgenommen. Später entwickelte sich die Buchstabenschrift (lat. capitale), an die Anlehnung der Inschriften. Diese bestand nur aus Großbuchstaben. Für den Privatgebrauch entstand die Kursivschrift, welche aus Inschriften von Pompeji bekannt ist.

Schreibmaterialen:

-Wachstafeln
Hölzerne Schreibtafeln wurden früher viel im römischen Alltag benutzt. Man verwendete sie zum Beispiel für Notizen, Briefe, Verträge, Schreibübungen und Heiratsurkunden. In das vertiefte Innenfeld wurde Wachs eingegossen, wodurch eine Wachstafel entstand (lat. tabula ceratae). Mit einem Griffel ritzte man Buchstaben in das Wachs. Üblich war es, dass man zwei Wachstafeln miteinander verschnürte, sodass man sie zusammenklappen konnte. Für längere Briefe wurden mehrere Wachstafeln mit einer Schnur zusammengebunden. Ein solches Päckchen mit vielen Wachstafeln nannte man Codex. Dies ist der Vorläufer des heutigen Buches.

-Papyrus
Doch der wichtigste Stoff, auf den in der Antike geschrieben wurde, war Papyrus. Unsere heutige Bezeichnung „Papier“ geht auf den Namen der Papyruspflanze zurück. Nachweisbar gibt es Papyrus schon seit dem 3. Jahrtausend vor Christus. Er stammte aus Ägypten, da am Nil viele Papyruspflanzen wachsen. Erst seit dem 6. Jahrhundert vor Christus wurde Papyrus aus Ägypten ins Römische Reich exportiert. Damals war es ein unverzichtbares Schreibmaterial und wurde in Handarbeit hergestellt. Nachdem Papyrus zu einzelnen Blättern verarbeitet wurde, klebte man sie zusammen zu einer Rolle. Papyrusrollen konnte man allerdings nur einseitig beschriften, welches ein großer Nachteil zu späteren Materialien war. Die Städte Pompeji und Herculaneum, die 79 n. Chr. vom Vesuv verschüttet wurden, weisen zahlreiche Funde von Papyri und Wachstafeln nach. Steinhart wurden die Papyrusrollen und man konnte sie in der Neuzeit nicht mehr aufrollen, trotzdem war die Schrift lesbar geblieben.

-Pergament
Einen großen Erfolg konnte auch das Pergament verweisen. Der steigende Bedarf an Schreibmaterialien führte dazu, dass man sich neben dem Papyrus auch an Pergament bediente. Pergament war schon früher bekannt, doch erst ab dem 4. Jahrhundert nach Christus setzte sich das Pergament als Schreibstoff durch. Man konnte Pergament überall herstellen, welches ein großer Vorteil war. Vor allem konnte man Pergament beidseitig beschreiben. Es ist aber auch ein teures Material, da Pergament aus bearbeiteter Tierhaut besteht. Für größere Bücher benötigte man früher, öfter bis zu 500 Schafshäute. Man faltete Pergament so, dass mehrere ineinandergelegte Lagen von Pergament entstanden, nähte sie zusammen und umgab sie mit einem Holzdeckel. Dies bezeichnete man auch als Codex. Der Nachfolger des Wachstafelcodex ist der Pergamentcodex. Erst in Kombination mit dem Pergament wurde die Codexform zu einem Buch, so wie wir
es kennen. Denn Papyrus war für die Buchbindung zu brüchig. Ab den ersten Jahrhunderten nach Christus löste der Codex die Papyrusrollen ab, da es ein handlicheres Nachschlagewerk und leichter transportierbar war. Die Buchmalerei entwickelte sich mit der Verbreitung des Pergamentcodex und später wurden Schutzdeckel kostbarer Bücher mit Edelsteinen verziert.

Schreibgeräte:

-Griffel (lat. stylus)
Mit dem Griffel ritzt man die Schrift in die Wachstafeln ein. Die flache Rückseite benutzt man um Geschriebenes wieder zu glätten. Deshalb galt der Griffel sowohl als Stift und als eine Art Radiergummi. Es gab verschiedene Arten von Griffeln, die entweder aus Eisen, Bronze oder Knochen bestanden.

-Schreibrohr (lat. calamus)
Aus Schilfhalmen wurden früher Formen geschnitten, die einem Schreibstift glichen. Sie sahen unserem heutigen Füller ähnlich. Die Funktionstüchtigkeit hing von dem Schnitt und der Auswahl des Schilfrohres ab.

-Schreibfeder (lat. penna scriptoria)
Gänsefedern benutzte man in der Antike bis ins Mittelalter als Schreibfeder. Schriftlich erwähnt wurde sie das erste Mal im 4 Jahrhundert nach Christus.

-Tinte
Ist ein schwarzes Gemisch aus Klebstoff, Ruß und Wasser. Benötigt wurde sie besonders für die Schreibfeder und das Schreibrohr.

-Andere Schreibgeräte
Es gab noch den Bimsstein zum Glätten des Pergaments und ein Lineal zum Vorzeichnen der Linien.

-Produktion und Verbreitung des Buches:
Berühmte Autoren hatten einen Sekretär, dem sie ihr Werk diktierten. Bevor sie es veröffentlichten, lasen sie es einem sachkundigen Freundeskreis vor, oder fragten einen befreundeten Schriftsteller nach seiner Meinung. Die vollendeten Werke wurden auf einem großen Platz, vor anderen, vorgelesen. Der Buchhandel übernahm die weitere Verbreitung des Buches, indem eine große Anzahl an Schreibern das Buch nach Diktat vervielfältigte. Diese Bücher konnte man nachher auch in zahlreichen öffentlichen Bibliotheken finden.

Viele dieser Bücher beeinflussten jahrhundertelang die Kultur in ganz Europa.

Quellen:
-Pleticha/ Schönberger: Die Römer. Sonderausgabe, Prisma Verlag. Gütersloh, 1980
- www.wikipedia.de
-www.forumtraiani.de



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