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Schleiereule - Referat



Die Eule unterscheidet sich so deutlich von den anderen Vogelarten, dass sich sehr viele Aberglauben um das Tier entwickelt haben.
Diese sind recht widersprüchlich: von Hexen und Teufelsvogel bis zur weisen Eule.
Die derzeit berühmteste Eule ist Hedwig, die Briefeule von Harry Potter! Sie hat aber auch andere Botenfunktionen. In der Schweiz ist sie ein Glücksbringer und ein Unglücksbote in Griechenland. In anderen Kulturen wird Sie als dämonischer Vogel dargestellt. In Italien glaubt man, dass ihr Blick tötet. In Indien wiederum gilt die Eule als dumm und wird als das Schimpfwort: „Idiot - Ullu“ verwendet!
In vielen Kinderbüchern taucht die Eule als Symbol der Weisheit auf, z.B. Pu der Bär.
Sie schmückt schon seit Urzeiten das griechische Geld, zuerst die Drachme und heute den Euro, weil sie das Begleittier der Göttin Athene ist.
Der Aberglauben betrifft wahrscheinlich die Schleiereule am meisten, da sie die Art ist, die am nächsten zum Menschen lebt.

Die Schleiereule
(Tyto alba)

Beschreibung:
Eulen sind eine Ordnung der Vögel mit über 140 Arten. Innerhalb der Eulen werden die Schleiereulen und eigentlichen Eulen unterschieden. Schleiereulen werden 33 bis 35 cm lang und wiegen zwischen 300 und 400 Gramm. Sie erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 85 cm. Die Augen auf ihrem runden Kopf schauen nach vorne und sind nicht wie bei anderen Vögeln seitlich am Kopf. Dadurch ist ihnen ein Räumliches sehen möglich. Besonderes Kennzeichen der Schleiereulen ist eine herzförmige, weiße Zeichnung im Gesicht, der sogenannte Gesichtsschleier sie haben im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln einen kurzen Schwanz. Ihr Rücken ist goldbraun gefärbt und der Bauch rostbraun bis weiß .Männchen und Weibchen sehen sehr ähnlich aus, Weibchen sind aber im Allgemeinen etwas größer. Ein Ohr der Schleiereule ist etwas höher als das andere angeordnet. Auf diese Weise können sie Geräusche besser einordnen. Das untere Ohr nimmt wahr, was am Boden geschieht, das andere hört „nach oben“. Zusätzlich bündelt das Gesicht, das wie eine flache Schüssel geformt ist, jedes Geräusch.

Lebensraum:
Die Schleiereule ist ein Kulturfolger, der sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Sie ist die einzige Eule, die in unseren Breiten ausschließlich in menschlichen Siedlungen und von Menschen errichteten Gebäuden sowohl ihren Tageseinstand als auch ihren Nistplatz hat. Meistens handelt es sich um landwirtschaftliche Gebäude am Dorfrandbereich oder in Einzellage, aber auch Kirchtürme, Trafohäuser und Fabrikgebäude werden von Schleiereulen genutzt. Offenes Kulturland mit ganzjähriger kurzer Vegetation – insbesondere Dauergrünland - ist das bevorzugte Jagdgebiet.

Nahrung und Jagdverhalten:
Die Schleiereule jagt vor allem nachts und in der Dämmerung kleine Säugetiere wie z.B. Mäuse, Ratten, kleine Kaninchen und Fledermäuse. Vögel, Reptilien, Frösche und Insekten sind ebenfalls Beutetiere. Schleiereulen sind ausgezeichnete Jäger, da sie mit ihren nach vorne gerichteten Augen gut räumlich sehen können. Mit ihren scharfen Augen können sie besonders Bewegungen am Boden wahrnehmen, außerdem sehen sie im Dunklen sehr gut. Durch ihr gutes Gehör können sie kleinste Bewegungen ihrer Beute feststellen. Sie können z.B. eine Maus unter einer 8cm dicken Schneeschicht hören. Sobald eine Schleiereule ein Beutetier entdeckt hat, schwebt sie lautlos auf ihr Opfer herab und packt es mit ihren langen Krallen.

Ruhephasen:
Ihre Ruhephasen können die Eulen zumeist ungestört auskosten, da sie nur sehr wenig natürliche Feinde haben und durch die Färbung ihres Gefieders gut getarnt sind. Hauptsächlich zur Brutzeit benötigen weibliche Eulen besonders viel Ruhe und sind zu dieser Zeit daher auch besonders verletzlich. Durch die zunehmende Bebauung und die moderne Freizeitgestaltung in der Natur werden die Ruhemöglichkeiten der Eulen immer mehr eingeschränkt. Der Uhu nistet z. B. sehr gerne an Felswänden in Gebirgen und wird dabei nicht selten von Kletterern überrascht. Dies hat zur Folge, dass einige Vögel in die Tiefe stürzen. Aus diesem Grund ist z.B. der Uhu in Deutschland fast komplett ausgestorben.

Sozial- und Feindverhalten:
Ausgewachsene Schleiereulen sind überwiegend Einzelgänger, die sich mit Ausnahme der Balz und Paarungszeit selten in die Nähe anderer Schleiereulen begeben. Auch bei der Überwinterung kann es sein, dass mehrere Männchen oder sogar mehrere Paare zusammen wohnen. Besonders zur Brutzeit kommt es zu einer vermehrten Verteidigung des Nistbereiches, bei dem die Männchen Eindringlinge verfolgen und sogar angreifen. Trotzdem überlappen sich häufig die Jagdgebiete benachbarter Brutpaare großflächig. Während das Weibchen brütet, versucht das Männchen sehr häufig,
weitere Partnerinnen anzulocken und zur Paarung zu bringen. Dies nennt man Polygynie. Dadurch kommt es manchmal zur Ausbildung von Bruten mehrerer Weibchen am gleichen Nistplatz (Schachtelbruten) oder an verschiedenen Nistplätzen im Revier des Männchens. Die Verpaarung eines Weibchens mit mehreren Männchen ist ebenfalls möglich. Die Schleiereule vermeidet in erster Linie eine Begegnung mit dem Feind. Im Extremfall flieht die Schleiereule und bespritzt ihren Feind mit dünnflüssigem Kot. Jungvögel und Alt Vögel, die nicht fliehen können, drohen dem Feind mit ausgestreckten Flügeln und vorgebeugtem Körper. Sie stoßen dabei laute Schreie aus und starten einen Scheinangriff. Sie wehren sich durch zuschlagen mit den Flügeln und manchmal auch mit Bissen.

Fortpflanzung und Brut:
Natürliche Nistplätze wie Felshöhlen sind selten geworden. Die meisten Bruten erfolgen in Dachböden und Kirchtürmen. Immer wieder finden Eulen auch in Scheunen einen geeigneten Brutplatz. Ab April oder Mai legt das Weibchen vier bis sieben, selten auch bis zu zwölf Eier auf den nackten Boden des Nistplatzes. Die mattweissen Eier werden nicht auf einmal gelegt, sondern in Abständen von zwei oder drei Tagen. Gleich nach der Ablage des ersten Eis beginnt das Weibchen zu brüten. Das hat zur Folge, dass die Jungen nach einer Brutzeit von 32 bis 34 Tagen ebenfalls in Abständen von zwei bis drei Tagen schlüpfen. So können zwischen dem jüngsten und dem ältesten Jungvogel gut 2 Wochen Altersunterschied liegen. Die Vogelkinder werden noch etwa 3 Wochen lang vom Weibchen gepflegt. Das Männchen schafft in dieser Zeit die Nahrung heran. Gibt es im Jagdgebiet der Eltern genügend Futter, hat der Altersunterschied der Jungvögel keine große Bedeutung. Wird jedoch die Nahrung knapp, kommen die jüngeren und damit kleineren Jungtiere bei dem Gerangel ums Futter stets zu kurz und können dabei sogar verhungern. Nicht selten werden diese dann sogar von ihren älteren Geschwistern verspeist. Uns Menschen mag das als sehr grausam erscheinen, dient aber der Erhaltung der Art. Zwei oder drei kräftige Jungvögel haben in Zeiten mit knappem Futter natürlich wesentlich bessere Chancen, auch die nächsten Jahre noch zu erleben, als fünf oder sechs Kümmerlinge. Nach vier Wochen beginnen die Jungvögel den Brutbereich zu verlassen. Sie erkunden dann ihre nähere Umgebung. Jetzt kann man gut beobachten, wie sie „Mäuselsprünge“ und das Flügelschlagen üben. Der Nachwuchs wird im Alter von etwa 60 Tagen flügge und ist weitere 10 Wochen später selbstständig. In guten Mäusejahren beginnen Schleiereulenpaare bereits im Mai mit der zweiten Brut. Die Jungvögel der ersten Brut werden schnell vertrieben. In dieser Zeit sind sie besonders auf Unterschlupfmöglichkeiten in der Nähe des Brutplatzes angewiesen.

Gefährdung in Mitteleuropa und Schutzmaßnahmen:
Der Rückgang der Schleiereule in den letzten Jahrzehnten ist wahrscheinlich auf die moderne Landnutzung zurück zu führen, die den Lebensraum und die Brutorte der Schleiereule negativ beeinflusst und zerstört hat. Die intensive Ackerbewirtschaftung hat über die Einschränkung der Lebensräume für Feld- und Wühlmäuse auch indirekt die Lebensräume für die Schleiereulen eingeschränkt. In vielen Gebieten haben Schutzmaßnahmen, Bruthilfen und erfolgreiche Wiederansiedlungen wieder zu einer Erholung der Bestände geführt. Die ursprünglichen Bestandszahlen der1950er Jahre sind jedoch noch nicht wieder erreicht. Den Jungvögeln fehlt außerdem der Raum, in dem sie ihre Jagdtechnik eintrainieren können, so dass diese Vögel fast nicht in der Lage sind, die erste Zeit ihrer Selbstständigkeit zu überleben.





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