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Satanismus - 5.Version - Referat



Satanismus
Der Begriff Satanismus lässt sich nicht eindeutig definieren. Allerdings gibt es viele Gruppierungen, die sich unter diesem Oberbegriff finden lassen. Wobei ihre wohl einzige Gemeinsamkeit dieser Begriff darstellt.
Der Satanismus basiert auf keiner einheitlichen Lehre und die Fremdwahrnehmung und die Eigenwahrnehmung der Gruppe klaffen sehr weit auseinander.
Der Religionswissenschaftler Joachim Schmidt sieht bei den, in Deutschland vorkommenden Satanismus, fünf verschiedene Varianten.

1. Der reaktive, paradigmatisch komforme Satanismus
Bei dieser Form wird der Teufel als das Sinnbild des Bösen verehrt. Anhänger dieser Gruppe gehen davon aus, dass der Teufel über Gott siegen wird, weil er der Stärkere ist.
Diese Einstellung könnte durchaus als Rebellion gegen das vorherrschende Christentum gewertet werden.
Bei genauer Betrachtung lässt sich feststellen, dass es sich hier nicht um Satanismus im eigentlichen Sinne handelt, sondern um eine Art Teufelsanbetung.
Diese Formen gehören meistens in den jugendlichen Satanismus. Diese Gruppierungen sind in der Regel nicht von langer Dauer.

2. Der gnostisch umgewertete Satanismus
Hier wird Satan nicht als böse bewertet, sondern hier gehen Anhänger davon aus, dass Satan Licht und Erkenntnis bringen wird.
Die Anhänger lehnen die christliche Ordnung ab und feiern Satan als den „Schutzherrn“ der Aufklärung.

3. Integrativer Satanismus
Gott und Satan präsentieren sich als eine Einheit, die sowohl Licht als auch Dunkelheit in sich trägt. Anhänger glauben das am Tag des jüngsten Gerichtes Gott das Urteil fällen und Satan es ausführen wird.

4. Der autarke, sekundär christliche Satanismus
Bei dieser Form des Satanismus gehen Anhänger davon aus, dass Satan die dunkle Kraft, Vitalität und Materie in der Natur ist.
Im Prinzip das was Gott für die Christen bedeutet, wird hier Satan zugeschrieben. Diese Tatsache wird jedoch von den Satanisten vehement negiert.

5. Der synkretistisch gebrochene Satanismus
Hier ist Satan nicht die zentrale Figur aber er kann leibhaftig in bestimmten Kontext erscheinen.

Generell gehen Anhänger des Satanismus davon aus, dass jeder sein eigener Gott ist, der nur für sich selbst und nicht für andere zuständig ist. Hiermit erklärt sich dann auch die egoistische Einstellung der Satanisten. Ihre Bedürfnisorientierte Handlungsweisen wollen sie ebenfalls damit rechtfertigen.

Was motiviert Jugendliche den Satanismus beizutreten

Macht bzw. Ohnmacht
Der Druck, den Jugendliche heute erleben ist sehr vielseitig und machtvoll. Gerade in der Lebensphase Pubertät erleben sich viele Jugendliche als Ohnmächtig und ausgeliefert.
Sie versuchen in Extremen zu leben, um zu provozieren und die Mächtigen an ihre Grenzen zu bringen. Dieses Machtspiel erleben sie als lustvoll und genießen es.

Aggressionen
Die gesellschaftlichen Erwartungen an ihre Jugend sind, dass diese sich freundlich und liebevoll mit einbringen. Das stellt für einige der jungen Erwachsenen eine echte Herausforderung dar, weil sie nicht wissen, wo sie mit ihrem Aggressionen bleiben sollen. Für einige ist die sportliche Betätigung das Ventil, aber nicht alle haben diesen Zugang. Gerade an dieser Schnittstelle sind Jugendliche bereit sich auf riskante Aktionen wie den Satanismus einzulassen.

Identitätssuche
Eine Aufgabe der Pubertät ist sich selber zu definieren und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Um sich in diese Richtung weiterzuentwickeln müssen verschiedene Rollen und Identitäten ausprobiert werden.
Gerad hierfür bietet die satanische Szene, aus der Sichtweise eines Jugendlichen, eine breite Palette an Möglichkeiten und das auch noch im geschützten Rahmen.

Nervenkitzel
/> Gerade bei jungen Erwachsenen ist der Adrenalinschub in Form von Nervenkitzel und Aufregung ein sehr beliebter Gefühlszustand. Die daraus resultierenden Glücksgefühle werden als angenehm und wiederholungsbedürftig angesehen. Genau diese Erfahrung versprechen die Satanisten und so gewinnen sie schnell Zulauf.

Ich-Aufwertung
Die Jugendlichen haben plötzlich das Gefühl jemand zu sein, der auch noch besser ist als andere. Dieses Gefühl holt sie aus ihrer Ohnmacht in eine übermächtige Position. Zusätzlich können sie ihr äußeres Erscheinungsbild selbst aus einer Vielzahl von Möglichkeiten, kreieren.

Aufmerksamkeit und Zuwendung
Als Satanist steht man im Mittelpunkt, das Umfeld redet über den jeweiligen Jugendlichen. Für einige ist das schon Zuwendung und Aufmerksamkeit genug.

Peer Group
Ein zentrales Thema in der Pubertät. Die Anerkennung durch Gleichaltrige ist wichtiger als durch Erwachsene. Zugehörigkeit zu einer Gruppe wird als Aufwertung erlebt. Dabei geht es nicht um die Inhalte, sondern nur um das Gefühl dabei zu sein. Der einzelne wird alles tun um nicht ausgeschlossen zu werden.

Sicherheit
Manche Jugendlichen können ihre eigenen Unsicherheiten durch die Anlehnung an eine starke Führungskraft überspielen. Je machtvoller die Führungskraft ist desto mehr Sicherheit verbreitet sie.

Abgrenzung
Pubertät ist die Zeit, in der sich Heranwachsende von der Welt der Erwachsenen abgrenzen wollen. Über Provokation und Reibung finden sie ihren Platz, von dem sie aus einem Beitrag leisten können.
Gerade die Jugendlichen, die vorbelastet sind, schaffen diesen Spagat nicht aus eigener Kraft. Umso empfänglicher sind sie für den Einfluss und den Manipulationen der satanischen Gruppierungen.

Freiheit
Der Satanismus verspricht die absolute Freiheit. Dagegen erleben einige Jugendliche die Werte und Normen der Gesellschaft als einengend. Der bedürfnisorientierte Satanismus hält in diesen Bereichen keine Grenzen vor. Damit ist er an Attraktivität für pubertierende Jugendliche nicht zu überbieten. Jeder moralische Zweifel wird ignoriert und die scheinbar hemmungslose Freiheit wird zunächst glorifiziert.

Das alles ist aus der Wahrnehmung eines pubertierenden Jugendlichen, der keine andere, für ihn als positiv erlebte, Zugehörigkeit gefunden hat, Motivation genug um alle Zweifel ignorieren zu können. Wenn er an den Punkt kommt, an dem ihn die Realität einholt, ist es in der Regel zu spät um einfach nur Nein zu sagen. Dann ist ein Ausstieg aus diesen Kreisen für ihn alleine nicht zu bewältigen.

Quellennachweis
https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/2313/file/Dagmar_Fuegmann_Zeitgenoessischer_Satanismus.pdf
https://www.sekten-sachsen.de/satan-motive.htm

Zusammenfassung
Das Referat erläutert die fünf Varianten des, in Deutschland vorkommenden, Satanismus.
Geprägt wurden diese Varianten nach dem Religionswissenschaftler Joachim Schmidt.
Danach werden verschiedene Motivationsmöglichkeiten, die den Eintritt in den Jugendsatanismus erleichtern, vorgestellt.




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