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Sag, was du denkst - Referat




::Viele Leute sind der Ansicht, dass sie immer das sagen, was sie denken. Bei dieser Einstellung ist ein interessanter
Gedankengang festzustellen. Und zwar: Wer sagt was er denkt, hat sich vorher Gedanken darüber gemacht,
was er sagt. Das wäre die logische Schlussfolgerung dieser Behauptung. Viele Kriege, viele Irrtümer, viele
Falschlehren und die Politiker haben das Volk verwirrt, da sie ihre Meinung kundgegeben haben, ohne vorher
nachgedacht zu haben. Nun betrachten wir uns einmal die heutige Jugend: Diese freche, hinterhältige Generation.
Allerdings: Jugendliche sagen meistens das, was sie denken. Aber aus welcher Quelle stammen diese Gendanken?
Es ist doch eindeutig, dass es die Gedanken der Erwachsenen sind, die sich nur nicht trauen, mit ihren Ansichten
an die Öffentlichkeit zu gehen. Nun erörtere ich, ob die Einstellung, alles zu sagen, was man denkt, Vor- oder Nachteile
mit sich bringt. Braucht unsere Gesellschaft Leute, die offen sagen, was sie denken? Oder sollten diese Leute ihre
Thesen der Öffentlichkeit vorenthalten?
>Ein wichtiger Gesichtspunkt zu dieser Frage wäre, dass in vielen nicht-demokratischen Ländern die persönliche Meinung
in der Öffentlichkeit verboten ist und teilweise verfolgt wird. Ein aktuelles Beispiel ist definitiv die Volksrepublik China.
Aufgrund der kommunistischen Regierung gibt es dort weder Meinungs- noch Pressefreiheit.
>Selbst in unserer Gesellschaft ist die nackte Wahrheit oft unerwünscht. Ein zutreffendes Beispiel findet man bei unseren
Politikern. Die hohe Arbeitslosigkeit wird von den Regierenden gerne übersehen. Wenn diese darauf hingewiesen
werden, dass Reformen längst überfällig sind, bekommt man oft zu hören, dass man diesen Zahlen nicht Glauben
schenken solle.
>Ein weiterer Aspekt des Offenlegens der eigenen Gedanken ist, dass die Gefühle, psychische Stabilität, das
Selbstbewusstsein und mentale Wohlbefinden anderer in Mitleidenschaft gezogen werden und teilweise schwer
beschädigt werden könnten. Eine 'Gedanken-offene' Einstellung kann sich ungesund auf die Beziehungen im
Umfeld auswirken. Man sollte zum Beispiel gegenüber Personen weiblichen Geschlechts nie auf Nachfrage
negative Eindrücke über Äußerlichkeiten verlauten lassen. Seine Meinung frei heraus zu reden kann den
Mitmenschen ernsthaft verletzen, mit der schlimmsten Folge, dass dieser oder diese die Beziehung
beendet und auf unbefristete Dauer eingeschnappt oder wütend ist.
::Allerdings ist es auch in vielerlei Hinsicht sinnvoll, die eigene Meinung, das eigene Denken zu vertreten. Spontane
Offenbarung der eigenen Gedanken überrascht, fasziniert den Gegenüber und beweist ihm die Ehrlichkeit des
Gesprächpartners.
<Und genau das ist der Punkt: Wenn man sich eine Lüge ausdenkt, denkt man immer noch parallel über die Wahrheit
nach. Daraus folgt, ein redender Denker lügt nicht. Wer sagt, was er denkt, der erzählt die Wahrheit. Und in den
heutigen Zeiten brauchen wir die Wahrheit, denn sie geht immer mehr verloren. Wenn sich die Bürger der
verschiedenen Länder den Satz 'Sag, was du denkst' zum Motto machen würden, würde vieles nicht unbedingt
einfacher sein, aber man könnte den
Mitmenschen vertrauen, wenn man sie fragt, wie sie die letzte Grillparty fanden.
Falsches Lob schafft nur Fassaden.
<Nun nehmen wir ein weiteres Beispiel: Ein Ehemann gesteht seiner Gattin, dass er ihre neue Frisur schlicht und
ergreifend häßlich fände. Er ist vollkommen ehrlich und sagt das, was er denkt. Allerdings hat diese Bemerkung
Ernstzunehmende Folgen: Je nach den Verhältnissen der Beziehung zwischen den beiden würde dies zu einem
Streitgespräch, einer Ehekrise oder in manchen Fällen auch zu gar nichts führen. Jedoch eins ist gewiss:
Die Gattin ist nicht angetan von der etwas rüden Beschreibung ihrer Frisur, die ihr Partner da hat verlauten lassen.
Nun besteht ein Problem in der Beziehung, da der Mann ehrlich ist. Wir führen das Beispiel fort, es handelt sich um
eine nachsichtige Frau, sie fragt ihren Mann nach Verbesserungsvorschläge. Hier ist also ein Idealfall eingetreten:
Jemand hat das gesagt, was er gedacht hat, das Ergebnis war für den Gegenüber negativ und es man versucht, die
Situation zu verbessern. Ganz simpel ausgedrückt nennt man das Kritik. Es werden Gedanken offen dargelegt, um
Verbesserungen herbeizuführen.
<Es hätte allerdings auch ein anderes Ende nehmen können: Nehmen wir an, die Frau sei nicht kritik-fähig, und es
kommt zu einem Streitgespräch. Der Mann beharrt auf seiner Aussage und lässt sich nicht niedermachen. Er sagt
konsequent weiter das, was er denkt, er bleibt weiter ehrlich. Dies ist ein weiterer, wichtiger Punkt des offenen
Denkens: Man sagt, was man denkt, und lässt sich nicht kleinkriegen von anderen, denen es nicht passt, was man
sagt. Man lässt sich nicht fertigmachen. Ohne diese Einstellung verliert man das offene Denken sehr schnell.
Meine Schlussfolgerung anhand dieser aufgeführten Argument möchte ich in einen kleinen, kompakten Satz
zusammenfassen, und dem Hörer/Leser mit auf den Weg geben, einmal über ihn nachzudenken:
::Sag, was du denkst, wenn du sicher bist, dass andere nicht schalflose Nächte denkend über dem verbringen, was du
gesagt hast.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: jOt



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