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Religion und Glauben im Mittelalter- Der Investiturstreit - Referat



Im Mittelalter spielte die Religion eine noch viel größere Rolle als in der heutigen Zeit. Wer nicht der Kirche angehörte oder eine andere Glaubensrichtung besaß, wurde geächtet.

So gab es auch schon seit es Kaiser und Päpste gab den Machtkampf zwischen ihnen, der 1076 ausartete. Papst Gregor VII. war nicht damit einverstanden, dass Könige Bischöfe ernennen können, er hatte Angst, dass die vom König ernannten Bischöfe wegen der Loyalität zum König und nicht wegen geistlicher Bildung und Charakter eingesetzt wurden. Außerdem wurden Ämter von Adeligen Familien erkauft, wodurch diese mehr Einfluss auf die Geistlichkeit bekamen. Solche Ämter wurden meist einfach weitervererbt. Im 11. Jahrhundert gab es eine Bewegung aus Geistlichen, die die "Freiheit der Kirche" von Einfluss und Herrschaft weltlichen Mächte forderte. Sie meinten: "Jeder Geistliche stünde Gott näher als die Laien, die kein kirchliches Amt besaßen. So gelangten viele geistliche Würdenträger zu der Meinung, dass geistliche nicht mehr vom weltliche Adel (also von Laien) eingesetzt werden sollten. Der Kauf der Ämter wurde verurteilt und verboten. Den Geistlichen wurde von der Reform ein enthaltsames Leben, wie z.B. auch das Zölibat (Ehelosigkeit) gehörte. Zudem sollten Päpste nur noch von den höchsten geistliche Würdenträgern, den Kardinälen, gewählt werden. Der Kaiser sollte diese Wahl nur noch bestätigen. 1075 kam es in Mailand zu Unruhen zwischen Reformbefürworten und Reformgegnern. Deshalb setzte der amtierende König, Heinrich IV. einen neuen Bischof ein. Das tat er jedoch gegen den Willen des Papstes. Papst Gregor VII. drohte dem König mit einem Bann, aber damit wäre Heinrich auch als König in Frage gestellt worden, weil auch der König nach Gottes Willen herrschen sollte. Heinrich IV. wollte den Papst auf einer Reichsversammlung absetzen, was er in Deutschland nicht vollstrecken konnte. Darauf hin wagte Gregor einen Schritt, den noch niemand vor ihm gewagt hatte: Er bannte Heinrich, untersagte ihm die Regierung und löste seine Untertanen von ihrem Lehnseid. Da Heinrich schon vorher Gegner unter den Adeligen hatte, nutzten diese ihre Chance und stellten ihm eine fast unlösbare Aufgabe: Er musste innerhalb von einem Jahr wieder in die Kirche aufgenommen werden, sonst würden sie seinen Nachfolger wählen. Also musste sich Heinrich IV. dem Papst unterwerfen, ihm blieb nichts anderes übrig. Er überquerte mit seiner Familie und seinen Begleitern mitten im Winter die Alpen in Richtung Rom. Papst Gregor VII. hatte sich in der Burg Canossa verschanzt und erwartete einen Angriff von Heinrich. Doch wenn der König Gregor angegriffen hätte, wäre er auf gar keinen Fall mehr in die Kirche aufgenommen worden. Januar 1077 erreichte Heinrich die Burg. Er kam allein und in einem Büßerhemd. Auf so etwas hatte sich Gregor nicht
vorbereitet. Da er Gottes Vertreter auf Erden war, musste er dem König früher oder später vergeben und ihn wieder in die Kirche einsetzen. Der Erzählung nach soll König Heinrich 3 Tage und 3 Nächte vor den Toren Canossas gekniet und den Papst angefleht haben, bevor dieser sich erbarmte und die Tore öffnete. So wurde Heinrich wieder in der Kirche aufgenommen. Aber König Heinrich IV. wollte die Überlegenheit des Papstes nicht anerkennen, also zog er einige Jahre später mit seinem Heer nach Rom und eroberte die Stadt. Papst Gregor musste fliehen und starb 1085 in der Verbannung. Heinrich ließ einen neuen Papst einsetzen und sich von ihm zum Kaiser krönen. Die fortschreitende Kirchenreform und die damit verbundene Neuregelung der Machtbefugnisse zwischen weltlichem und geistlichem Stand ließ sich aber nicht aufhalten: König Heinrich V. und Papst Calixt II. Schlossen 1122 im Wormser Konkordat einen Kompromiss (Konkordate sind Verträge zwischen einem Papst und einem weltlichem Herrscher). Der Kompromiss ging davon aus, dass ein Bischof sowohl weltliche Aufgabe, den Kirchenbesitz zu verwalten als auch eine geistliche Aufgabe habe, nämlich die Sakramente zu verwalten. Es wurde festgelegt, dass der weltliche Herrscher den, von ihm ernannten Bischöfen, nur noch das Zepter, das Zeichen der weltlichen Macht überreichen durfte und der Papst nur noch den Hirtenstab, das Zeichen der geistlichen Macht. So hatte der König zwar weiter Einfluss auf die Besetzung der Bistümer, aber ihm wurde klar der Rang als Laien zugesprochen.



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