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Ratte - Referat















1.) Die Haus- und Wanderratte
2.) Richtiges Hochnehmen
3.) Auslauf
4.) Verhalten
5.) Gewaltsames Zähmen
6.) Merkmale
7.) Sinnesorgane der Ratte
8.) Fortpflanzung
9.) Tragezeit





Es gibt hier bei uns zwei wilde Formen der echten Ratte. Da ist einmal die Wanderratte die Urform unserer heutigen Labor- und Farbratten; dann ist da noch die Hausratte.
Es gibt noch unzählige weitere Nage- und auch andere Tiere, die fälschlicherweise als Ratten bezeichnet werden. Hierzu zählen z.B. die Wasserratte, Biberratte, Beutelratte, Gambiaratte, Strauchratte und noch viele mehr. Aber nun zurück zu den echten Ratten.
Die Hausratte ist vor vielen Jahrhunderten aus Südostasien nach Europa eingewandert. Sie wird als der Hauptüberträger der Pest genannt. Vielmehr war es u.a. der Rattenfloh, der die Pest verbreitete, die Ratte aber als Träger "benutzte". Auch die Ansteckung von Mensch zu Mensch war möglich, so dass man davon ausgehen kann, dass die Menschheit selbst die damals noch recht unbekannte Krankheit weitgehend verbreitet hat. Oftmals wird auch von der Wanderratte als Pestüberträger gesprochen, jedoch kam diese erst im 18. Jahrhundert nach Europa, zum Ende der Pest. Die Hausratte ist heute fast ausgerottet und daher unter Artenschutz gestellt worden.

Die Hausratte hat meist eine dunkelbraune, fast schwarze Fellfarbe, die im Bauchbereich etwas heller wird. Sie ist im Ganzen kleiner als die Wanderratte, vom Aussehen eher mit einer großen Hausmaus vergleichbar. Der Körperbau sie zierlicher, die Schnauze läuft spitzer aus, die Ohren sind recht groß und dünn. Der Schwanz ist länger als der Körper. In ihrem Ursprungsland lebte die Hausratte auf Bäumen, wanderte dann aber mit zunehmender Bevölkerung in die Behausungen der Menschen und lebte dort auf Heuböden, in Dachgeschossen und ähnlichen hohen Gebäudeteilen.

Auch die Wanderratte stammt aus Asien, kam aber erst vor ca. 200 Jahren zu uns. Sie lebte in freier Landschaft in selbst angelegten unterirdischen Behausungen, Böschungen und in Uferregionen. Die Wanderratte ist ein Allesfresser und so blieb es nicht aus, dass sie sich in der Nähe der so viel Abfall produzierenden Menschheit vorwagte, ja, deren Nähe sogar sucht - bekam und bekommt sie hier heute noch stets Nahrung. Die Wanderratte lebt in Bodenregionen und in Menschennähe vorwiegend in Kellern, Gewölben, Tunneln und eben der Kanalisation.

Die Wanderratte ist von rötlich graubrauner Farbe, die Unterwolle heller. Der weißgraue Bauch ist scharf von der Fellfarbe abgezeichnet. Oft ist entlang der Wirbelsäule ein dunklerer Streifen. Sie ist von robuster Statur und größer als die Hausratte. Der Schwanz ist kürzer als der Körper, die Schnauze läuft runder aus, die Ohren sind nicht so groß und leicht behaart.

Die Wanderratte ist der Vorfahre unserer heutigen Farbratte (Laborratte). Wie es bei nahezu jeder Tierart vorkommen kann, gab es unter den wilden Wanderratten auch einige Albinos. Diese wurden eingefangen, in langen Jahren weiter gezüchtet und als Labortiere verwendet, daher auch "Laborratte". Mit der Zeit entstanden verschiedene Farben und es bürgerte sich die Bezeichnung "Farbratte" für die inzwischen zum beliebten Haustier gewordene zahme Ratte ein.

Einiges haben die beiden Rattenarten (Haus- und Wanderratte) und auch unsere Farbratten jedoch gemeinsam:

Beide haben eine gespaltene Oberlippe, je zwei obere und untere lange Nagezähne, die sich selbst abwetzen und immer wieder nachwachsen, sowie im hinteren Gaumenbereich auf jeder Seite 3 Backenzähne. Die Schnurrhaare, Vibrissen genannt, sind in 5 Reihen angeordnet. Sie haben ein kurzes wollenes Unterfell. An den Vorderfüßen sitzen 4 voll ausgebildete Zehen und 1 "Daumenwarze", an den Hinterfüßen sind 5 Zehen.
Der lange Schwanz hat Schuppenreihen und ist spärlich mit Borsten besetzt. Er ist wichtig für den Temperaturausgleich der Ratte, ebenso wie die anderen haarlosen bzw. wenig behaarten Körperteile (Füße). Auch um das Gleichgewicht beim Klettern halten zu können, braucht die Ratte ihren Schwanz.
Durch die seitlich angesetzten Augen haben Ratten, wie auch andere Beutetiere, einen sogenannten "Rundumblick". Dies bedeutet, dass sie auch von oben und hinten kommende Raubtiere sehr schnell erkennen können.
Ratten können auch in der Dämmerung und der Nacht noch relativ gut sehen. Im allgemeinen aber haben Ratten eher eine schlechtere Sehkraft.
Viel besser ausgebildet ist der Hörsinn. Ratten hören bis in den Ultraschallbereich und kommunizieren so auch miteinander.
Auch der Tastsinn ist sehr gut ausgebildet. Mit ihren Barthaaren (Vibrissen) können Ratten sich auch in absoluter Dunkelheit fortbewegen, ohne irgendwo anzustoßen. Dabei helfen ebenfalls die Grannen, die langen Haare im Fell.

Auch Geschmacks- und Geruchssinn sind sehr gut entwickelt. Ratten entwickeln sich ja sehr schnell zu Feinschmeckern bestimmter Speisen, wie wir Rattenhalter es ja bestens wissen ;-) Der gute Geruchssinn hilft ihnen, Familienangehörige ihres Rudels zu erkennen, sie markieren ihre Reviere, finden bestimmte Laufstrecken mittels Markierungs - Geruch immer wieder. Auch riechen sie an verstorbenen Artgenossen, was diese z.B. zuletzt gefressen haben, bringen diesen Geruch oft mit dem Tod des Tieres in Zusammenhang und werden diese Nahrung nie wieder anrühren.
Merkmale
Die schwarze Hausratte ist mit einer Kopf-Rumpflänge von 16 bis 23 cm deutlich kleiner als die graubraune Wanderratte mit 18-26 cm. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist das Verhältnis von Kopfrumpf- zu Schwanzlänge. Der Schwanz der Hausratten ist stets länger als der Körper, bei Wanderratten ist er meist kürzer, selten genauso lang wie der Rumpf. Auch die Ohrlänge unterscheidet sich arttypisch. So erreicht das Ohr, in Richtung Nase an den Kopf gedrückt, bei Wanderratten maximal den hinteren Augenrand. Die Ohren der Hausratten dagegen bedecken in dieser Weise ein Drittel bis zur Hälfte des Auges. Ratten leben in Gruppen zusammen. Ein seltenes Phänomen, welches bei der Hausratte gefunden werden konnte, ist der aus vielen Einzeltieren zusammengewachsene Rattenkönig. Ratten haben eine spitze Schnauze und eine gespaltene Oberlippe. Zwischen den Schneidezähnen und den Backenzähnen befindet sich eine große Lücke. Die Eckzähne fehlen. Am Auge befindet sich außer dem oberen und unteren Augenlid eine Nickhaut. Die Füße und der lange, mit Schuppenringen versehende Schwanz sind nur spärlich. An den Hinterfüßen besitzen sie fünf Zehen,
an den Vorderfüßen vier Zehen, da der Daumen nicht vollständig ausgebildet.
Fortpflanzung
Ratten sind sehr fruchtbare Tiere. Bereits im Alter von drei bis vier Wochen tritt bei ihnen die Geschlechtsreife ein. Im Jahr hochgerechnet kommt ein frei lebendes Rattenweibchen auf sechs bis acht Würfe, wobei vier Würfe die Normalität widerspiegeln. Die Jungen (pro Wurf etwa fünf bis achtzehn) kommen meist in den Monaten März und April zur Welt, sowie im Spätsommer (September). Doch nur etwa 5 % überleben das erste Jahr. Bei einem Rattenweibchen können die Würfe bis zu zwanzig Jungen enthalten, da sie nicht durch Nahrungsmangel, Feinde oder eingeschleppte Krankheiten bedroht sind.
Tragzeit
Sie beträgt im Durchschnitt 22 Tage. Während dieser Zeit hat das Weibchen einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und benötigt die doppelte Nahrungsaufnahme
Ausbreitung der Hausratte
Die Hausratte ist auch als Schiffsratte bekannt, sie wurde durch den Transport auf Schiffen weltweit verbreitet. Besonders auf kleineren pazifischen Inseln verdrängte sie nicht nur die einheimische pazifische Ratte sondern rottete auch zahlreiche einheimische Arten, besonders flugunfähige Vögel aus.

Verhalten
Die Hausratte ist nur in kälteren Regionen an menschliche Siedlungen gebunden, wo sie bevorzugt in trockenen Wohn- und Vorratsgebäuden, aber auch in Kellern und Ställen lebt. Im Freiland sucht sie sich sehr unterschiedliche Schlupfwinkel und baut dort ihr Nest. Als soziales Tier lebt sie in Gruppen, die fünfzig und mehr umfassen können. In den vergangenen Jahrhunderten wurden ab und an auch Rattenkönige gefunden. Das sind zu einem Rattenhaufen zusammengewachsene Hausratten.
Gewaltsames Zähmen
Bleiben die Ratten sehr scheu oder sogar bissig, sollten Sie sanfte Gewalt anwenden. Dies tun sie den Ratten zuliebe, denn wenn Sie die Ratten nicht hochnehmen können, dann können Sie die Tiere nicht untersuchen und bei Krankheiten nicht behandeln. Auch Zwangsgezähmte Ratten gewöhnen sich so an das Hochnehmen und rennen nicht mehr panisch weg, wenn der Mensch in das Zimmer kommt. Ratten die immer ängstlich vor dem Menschen flüchten stehen ständig unter Stress und das ist nicht gesund und kein schönes Leben für die Tiere. Nehmen Sie die Ratten gegen ihren Willen aus dem Käfig, dabei werden sie evtl. zuschnappen, diese Verletzungen sollten sie riskieren, oder vorsorglich einen Handschuh tragen. Nehmen Sie die Tiere auf Ihren Schoß, zappeln sie zu sehr rum, stecken Sie sich die Tiere in den Pullover. Auch wenn die Ratzen weg wollen, lassen Sie die Ratten nicht aus dem Pullover, geben Sie ihnen dort ruhig auch Leckerchen. Wiederholen Sie das täglich. Nach einiger Zeit merken die Tiere, dass Sie ihnen nichts tun und werden zutraulicher. Falls Sie Ihren nicht zahmen Ratten Auslauf geben, dann nehmen Sie die Ratten zwischendurch immer mal spielerisch hoch und lassen sie gleich wieder runter. So lernen die Tiere, dass es nicht schlimm ist, hochgenommen zu werden.
Richtiges Hochnehmen und Tragen
Bleiben Ihre Ratten auf der Hand sitzen, können Sie, sie hochnehmen. Aber Vorsicht: Ratten sind recht flinke Gesellen, sie könnten schneller von Ihrer Hand springen, als Sie schauen können. Umfassen sie das Tier am besten erstmal mit beiden Händen vollständig. Später, wenn Sie geübter im Umgang mit den Ratten sind, nehmen sie die Tiere mit der einen Hand hoch und stützen sie mit der anderen Hand ab. Innerhalb der Wohnung mögen es manche Ratten sehr gern, auf der Schulter ihres Besitzers rumgetragen zuwerden, das ist ihnen angenehmer als festgehalten zu werden. Die meisten Ratten bleiben dort brav sitzen und schauen sich so die Umgebung an. Außerhalb Ihrer Wohnung sollten Sie Ihre Ratten nur in dafür vorgesehene Transportboxen transportieren.
Auslauf
Freien Auslauf sollten die Ratten bekommen, wenn sie sich problemlos hochheben lassen. Solange sie noch scheu sind, würde jeder Auslauf nur in einer wilden Jagt enden und jedes Jagen beim Einfangen bedeutetet Stress, jegliches erstes Vertrauen wird wieder zerstört.
Eine Möglichkeit nicht zahmen Tieren Auslauf zu geben ist auch das Bad oder der Flur - dort können sie sich normalerweise kaum Verstecken und nicht viel kaputt kriegen. Geben Sie den Tieren dort ihr gewohntes Haus und einige Spielsachen, so wird der Auslauf interessant und die Tiere lassen sich im eigenen Haus gut wieder einfangen.
Wenn Sie Ihren Ratten frei in der Wohnung Auslauf geben, achten Sie gut darauf, dass sie sich nirgends verstecken können und nicht zu weit weg Laufen. Ratten sind schwer wieder einzufangen, wenn sie erstmal in die Couch oder unters Bett gezogen sind. Sichern sie sämtliche Strom und Telefonkabel vor dem Zugriff der Ratte, auch wenn es Ihnen nichts ausmacht mal im Dunkeln zu sitzen oder Telefonisch nicht erreichbar zu sein, können Stromschläge sehr unangenehm bis tödlich für die Ratten sein. Auch Kippfenster und Türen können eine große Gefahr für Ratten sein genauso wie Aschenbecher und nahezu jede Pflanze.
Achten Sie beim ersten Auslauf darauf, dass die Ratten leicht in ihren Käfig zurück können, um sich zu verstecken. So ersparen Sie sich das einfangen und die Ratten haben die Sicherheit, immer wieder von selber in ihren Bau gehen zu können. So können sie von ihrem Gehege aus in Ruhe ihre Umgebung erkunden und verlieren so besser ihre Scheu vor Ihnen und Ihrer Umwelt.


Dieses Referat wurde eingesandt vom User: sasi14



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