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Psychische Störungen - Referat



I Definition: Psychische Störung

Psych. Störung ist der Oberbegriff für einen Komplex von Krankheitssymptomen oder Verhaltensauffälligkeiten z.B.: Phobien, Panikstörungen, Depressionen.

Eine psychische Störung ist eine psych. Erkrankung und umfasst alle Erlebens- und Verhaltensweisen, die
über eine längere Zeit, erheblich + wiederholt auftreten.
Von der Norm abweichen
einen persönlichen Leidensdruck mit sich bringen
sowohl für den Betroffenen als auch für die Umwelt eine Beeinträchtigung zur Folge haben.

1)Angststörungen

a) Wann wird eine Angst zur Krankheit?
Angst -> normale, an sich nicht krankhafte Reaktion. Angst ist erst behandlungsbedürftig, wenn Ängste unangemessen stark und häufig auftreten, sie lange andauern und mit dem Gefühl, keine Kontrolle mehr über ihr Auftreten und Andauern zu haben.
=> Situationen werden auch ohne reale Bedrohung vermieden => wegen den Erwartungsängsten.
Ängste in diesem Maß werden mit einem sehr starken Leidensdruck verbunden.

b) Häufigkeit von Angststörungen
Jeder Mensch leidet mal unter Stress und Angst. Ca. jeder 7. Erwachsene ( 14 %) in Deutschland ist von einer Angsterkrankung betroffen.

c)Teufelskreis der Angst
Herz beginnt schneller zu schlagen ( körperl. Veränderung)
Angst vor Ohnmacht ( Wahrnehmung der körperlichen. Symptome).
Bewertung: Gefährlich. Gedanke: Gefahr => Angst. Durch Angst werden im Körper weitere körperliche Veränderungen wegen Stress ausgelöst. Symptome intensivieren sich.=> Schwindel, Hitze, Geschehen schaukelt sich hoch.
Teufelskreis macht deutlich, dass körperl Symptome der Angst deutlich stärker werden, wenn man besonders darauf achtet. Keine Erklärung für Symptome da =>Interpretation als Gefahr -> Angst !!
Je ängstlicher man wird desto stärker werden die Symptome.

2.Welche Formen der Angststörung gibt es?

a) Panikstörung: Angst aus heitrem Himmel
Erkennbarkeit: - plötzlich und unerwartetes Auftreten von Panikattacken - Auftreten nicht auf eng umschriebene Situationen begrenzbar.
Panikattacke folgt auf Flucht vor weiteren Attacken.
Symptome: Herzklopfen, Engegefühl, Schwindel
Person hat Katastrophengedanken. Befürchtungen zu sterben oder Herzanfall zu erleiden.
Obwohl Angstspitzen nur kurz andauern, gehört die Panikstörung zu den Angsterkrankungen, die das Leben stark beeinträchtigen können.







Generalisierte Angststörung / Neurose
Hauptmerkmale:
langandauernde, übertriebene, unrealistische Sorgen, über verschiedene Lebensbereiche
quälende Befürchtungen man selbst, oder Angehörige könnten verunglücken.
Schwierigkeiten dies zu kontrollieren
Begleitbeschwerden:
* I) motorische Spannung ( Unruhe, Zittern, keine Entspannung)
* II) vegetative Überregbarkeit( Herzrasen,Schwindel, Schwitzen)

b) Phobische Störungen
Diese Ängste beziehen sich auf eng umschriebene und im Alltag ungefährliche Situationen oder Objekte.
Bei phob. Störungen wird versucht, die Objekte oder Situationen, welche Angst auslösen zu vermeiden.
Wenn das nicht möglich ist trete körperliche Angstsymptome auf, bis hin zur Panik.
Oft löst die Vorstellung an die phob. Situation Erwartungsangst ( Angst vor der Angst) aus.
Phobien werden in drei Kategorien geteilt:
Agoraphobie Soziale Phobie Spezifische Phobie ( isoliert)

Fast 5 mio. Menschen in Deutschland leiden, oder litten darunter.

c)Posttraumatische Belastungsstörung
Die posttraumatische Belastungsstörung ist eine emotionale Störung,die auf ein extremes psychisches Trauma auftritt, das die individuellen Bewältigungsstrategien der betroffenen Person deutlich übertroffen hat. Sie wird durch die Umwelt provoziert.
Die PDBS ist mögliche Folge von * Vergewaltigung, Krieg, sex Missbrauch, Katastrophen.....
Im typischen Fall hat das verursachte Trauma mit der Todesangst zu tun.
Symptome: Albträume, Schlafstörungen, Nacherleben der Situation => Flashback

Ob eine PDBS auftritt, ist stark abhängig von der Art des erlebten Traumas.


II Definition: Phobie: Die Phobie ist eine krankhafte Angst, das heisst eine unbegründete Angst vor Situationen/ Gegenständen Tätigkeiten oder Personen.
Sie äußert sich im übermäßigen, unangemessenen Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden.

1)Einordnung
Die phobischen Störungen werden in dem Kapitel F4 „ Neurotische, Belastungsstörungen“ der ICS 10 behandelt.
Hier werden die drei Phobien einzeln klassifiziert. Bei der Agoraphobie wird zwischen Agoraphobie mit und ohne Panikstörung unterschieden. Die spezifischen Phobien werden in Subtypen unterteilt: Tier-Typ, Naturgewalten-Typ oder situativer Typ.










2) Symptomatik

a) Agoraphobie

Sie tritt häufig zusammen mit einer Panikstörung auf. Kann Folge einer Panikstörung oder eines einmaligen Panikerlebens sein.
Hauptmerkmal: Angst vor verschiedenen Situationen aus denen rasche Flucht schwer möglich ist.

Eine Agoraphobie erkennt man:
Die Agoraphobie schließe das mit ein, was früher als „ Platzangst“ bezeichnet wurde.
Die meisten Betroffenen haben auch Angst vor engen Räumen ( Klaustrophobie)
Häufig auftretende Katastrophengedanken:
* Ohnmacht * Hilflosigkeit * Angst zu Sterben

Besonderheit bei der Agoraphobie:
Betroffene können die typ. Auslösesituationen mit relativ wenig Angst aufsuchen, wenn sie von einer vertrauten Person begleitet werden.
Eine stark ausgeprägte, lang andauernde Agoraphobie kann bei eingen Betroffenen dazu führen, dass sie ihr Haus nicht mehr verlassen.

b) Soziale Phobie

Sie umfasst unangemessen starke Erwartungsängste und Panikgefühlt in sozialen Situationen.
Sie kann auf eine eng umschriebene Situation begrenzt sein, oder aber unbestimmt in fast alle sozialen Situationen auftreten.

Eine soziale Phobie erkennt man :
Sie beginnt oft bereits in der Jugend. Angst sich zu blamieren oder von anderen Personen negativ bewertet oder abgelehnt zu werden. Es
fällt Betroffenen oft schwer „ Nein“ zu sagen, berechtigte Forderungen zu stellen, Kontakte fortzusetzen oder herzustellen, Gespräche zu führen.
==> Entstehung von massiven privaten oder beruflichen Folgeproblemen
Extremfall: Vermeidung von soz. Situationen bis zur vollständigen Isolierung.

c)Spezifische Phobien

Spezifische Phobien sind Erkrankungen, bei denen unangemessene, überstarke Ängste, Angstreaktionen und Vermeidungsverhalten immer dann auftreten, wenn die Betroffenen mit bestimmten Situationen, Gegenständen, oder Objekten konfrontiert werden. Je nach Art der auslösenden Objekte unterscheiden wir: Tierphobien Umweltphobien Infektionsphobien
sowie spezifische Situationsphobien( Höhe, Abgründe, enge Räume, das Gefühl des Eingeschlossenseins)


3)Häufigkeit des Auftretens
Da die einfachen Phobien nicht immer das Alltagsleben beeinflussen, ist eine Bestimmung der Häufigkeit nicht leicht.
Es werden für die Lebenszeitprävalenz Zahlen von ca. 11 % für die einfachen Phobien 13 % für die sozialen Phobien 5 % für die Agoraphobie genannt. Generell treten Angststörungen bei Frauen doppelt so häufig auf, wie bei Männern.
Besonders bei der Agoraphobie.
4)Ursachen
Die lerntheoretischen Erklärungsmodelle gehen davon aus, dass die Angstreaktion von eigentlich nicht gefährlichen Situationen oder Objekten durch klassische Konditionierung erlernt wird.


UCS → UCR
Autounfall Angst

NS → keiner Reaktion
Reh

UCS + NS → UCR
Autounfall Reh Angst

↓

CS → CR
Reh Angst

Psychoanalytische Erklärungsmodelle besagen, dass betroffene Menschen, um die, aus einem Konflikt stammende Angst kontrollieren zu können, versuchen diese ins Unbewusste zu verdrängen. Dies geschieht dadurch, das die ursprüngliche Angst auf andere Reize oder Situationen verschoben wird und so eine Phobie entstehen kann.
Dieser Prozess soll in so fern Sinn machen, als dass die nun phobischen Reize leichter zu bewältigen seien, als die wirklichen Konflikte.

Fazit: Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die spezifischen ( isolierten) Phobien besser mit den oben genannten Theorien zu erklären sind als die Agoraphobie und die soziale Phobie.

5)Behandlung
a) Psychotherapie/ Verhaltenstherpie
Die Verhaltenstherapie ist eine Form der Psychotherapie, die bei Angststörungen als die wirksamste Methode angesehen wird.Sie wird von speziell ausgebildeten Psychologen und Ärzten durchgeführt.

Wie läuft das ab?
Gespräche zw. Klient und Arzt, in denen geklärt wird, was die Angststörung ausgelöst hat und weiterhin bestehen lässt.
Je nach individuellem Therapieziel können unterschiedliche verhaltenstherapeut. Verfahren zum Einsatz kommen.
Ziel: Angststörung soll durch praktische und gedankliche Übungen + Strategien bewältigt und aufgelöst werden.

Verhaltenstherapeutisches Verfahren:
Expositionsverfahren: Klient wird unter Anwendung von best. Regeln mit der Angstauslösenden Situation konfroniert. Klient kann so erfahren, wie er selbst die Angst bewältigt, dass ihm nichts dabei passiert, dass die Ängste wieder abklingn nd er alleine die Situation, seine Gedanken und Gefühle aktiv beeinflussen kann.
Systemat. Desensibilisierung: ( abgestuftes Entspannungsverfahren)
Hier lernt der Patient auf kritische Situationen nicht mit Angst, sondern mit Entspannung zu reagieren. Dabei werden leichtere, dann schwerere Angstsituationen, anfangs oft nur in der Vorstellung aufgesucht.


Kognitive Verfahren: Sie zielen darauf ab, mit Hilfe gedanklicher Übungen der häufig auftretenden Angstgedanken und Selbstgesprächen entgegen zu wirken und realistische Bewertungen der Angstsituation zu erlernen.

b) Medikamente
Sie bewirken, dass man weniger Ängste hat
weniger angespannt/ unruhig ist
nachts besser schlafen kann
Angstattacken können seltner und weniger ausgeprägt auftreten. Man sollte bei den Medikamenten Vor- und Nachteile kennen, und sich mit dem Arzt über Nebenwirkungen unterhalten.

Mögliche Medikamente:
1)Antidepressiva: Botenstoff Serotin wirkt im Gehirn
VT: mindern nicht nur Angst + Panik, sondern können eine gleichzeitig vorhandene depressive Symptomatik positiv verändern. NW: Übelkeit, Schlafstörungen. Dosierung: steigend.
* macht nicht abhängig( Sie darf nicht plötzlich abgesetzt werden, sondern muss schrittweise verringert werden.
2)Beruhigungsmittel( Benzodiazepine)
wirken dämpfend im Gehirn. Auslösende Wirkung setzt sofort ein. ( => Panikattacken klingen schneller ab. Im Gensatz zu Antidepressiva nicht positiv auf depressive Symptome ein. NW: Müdigkeit, Konzentrationsprobl
Sollte nur kurzzeitig eingenommen werden.=> Abhängigkeitsgefahr
3)Neuroleptika: Dopamin wirkt im Gehirn per Injektion ( wöchentlich). Wird bei Psychosen eingesetzt. Abzuraten, weil die Wirksamkeit auf Phobien + Panikstörungen nicht gut genug untersucht ist.
4)Betablocker: Kann körperl. Symptome vermindern( Herzrasen-zittern-Schwitzen).
Wirkt nicht bei Angststörungen
Behandlung nur in Einzelfällen sinnvoll, z.B.: Redeangst

c)Selbsthilfe

1) Neue Einstellung zur Angst gewinnen.
Man muss sich klar sein, dass eine Angststörung eine übersteigerte, aber an sich normale biolog. Reaktion ist. -> Teufelskreis der Angst durchbrechen.
Die Angsterkrankung ist eine Makel, keine Willensschwäche. Sich selber Mut zu machen, den Teufelskreis durchbrechen zu können.

2)Sich der Angst aussetzen.
I ) so oft wie möglich sich angsterzeugenden Situationen auszusetzen, die man sich gerade noch zutraut.
II) klein anfangen und Schwierigkeitsgrad steigern
III) Selbst die kleinste Überwindung ist ein Erfolg
IV) Man kann sich Regeln aufstellen, die man in Angstsituationen bei sich trägt.
V) Man sollte sich bei der Bewältigung seiner Angst möglichst bemühen
→die Erwartungsangst herabzusetzen, um so die Schwelle für eine Angstreaktion zu erhöhen.
→sich der Situation bewusst und lange genug auszusetzen
→wiederholt die Erfahrung zu machen, dass die Angst nicht zur Katastrophe wird.
→zu beobachten, das die Angsterregung nicht fortwährend ansteigt und ewig andauert, sondern abnimmt.

Zusätzlich: Entspannungstechniken, kurzzeitige Medikamente, Selbsthilfegruppen, Bücher, Fitness
Dieses Referat wurde eingesandt vom User: lealaylow



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