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Prohylaxe - Referat



Prophylaxe


Prophylaxe bedeutet vorbeugende Maßnahmen zur Erhaltung des gesunden Zahnbestandes bzw. zur Förderung des Gesundungsprozesses bei erkrankten Zähnen und Zahnfleisch. Wer seine Zähne vernachlässigt, riskiert nicht nur „Schönheitsfehler“ wie durch Kaffee, Tee oder Rotwein. Mangelnde Mundhygiene führt oft zu Karies, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und in der Folge zu Erkrankungen des Zahnbettes (Parodontitis) bis hin zum Zahnverlust. Es gibt sogar Zusammenhänge mit schweren Allgemeinerkrankungen wie z.B. Herzbeschwerden. Prophylaxe ist ein notwendiges muss und unterstützt den Erfolg. Die effektivste Waffe gegen Zahnerkrankungen ist die Individualprophylaxe. Rund 70 bis 80 Prozent aller Zahnerkrankungen können auf diese Weise vermieden werden. Die Individualprophylaxe gehört auch für Kinder von 6 bis einschließlich 17 Jahren schon lange zum Pflichtprogramm. Aber sie sollte danach nicht enden, denn auch Erwachsene können etwas für ihre Zähne tun.
In der Zahnarztpraxis sollte der Patient durch den Zahnarzt oder eine Prophylaxefachkraft eine allgemeine Aufklärung über die Ursachen von Zahnfleisch- und Zahnerkrankungen erhalten und über individuelle Mundhygienemaßnahmen informiert werden. Die Individualprophylaxe besteht aus zwei Schritten, dazu gehört die Demonstration der für ihn geeigneten Putztechnik, die Auswahl der richtigen Zahnbürste, der Hilfsmittel für die Reinigung der Zahnzwischenräume, der Zahnpasta und der geeigneten Fluoridanwendung. Nach einer derartigen Unterweisung kann der Patient diese Maßnahmen zu Hause selbstständig durchführen. Die Kontrolle der Mundhygiene ist zentraler Bestandteil einer funktionierenden Prophylaxe. Entsprechend des individuellen Karies- und Parodontoserisikos des Patienten müssen Intervalle für Kontrolluntersuchungen in der Praxis festgelegt werden (in der Regel zwischen 3 - 6 Monaten). Damit hier eine gewisse Regelmäßigkeit gewährleistet ist hat sich das aktive Einbestellen (Recall) der Patienten per Telefon oder Brief sehr bewährt. An diesen Terminen werden neben der Untersuchung durch den Zahnarzt oder der Prophylaxehelferin auch weitergehende Prophylaxemaßnahmen (z. B. professionelle Zahnreinigungen) durchgeführt.
Die individuelle Prophylaxe, zu der neben der Ernährungs- und Zahnpflegeberatung die professionelle Zahnreinigung gehört, dauert in der Regel eine halbe bis eine Stunde. Sie hat als Ergänzung zu täglichen Zahnpflege den größten Erfolg, wenn die regelmäßig durchgeführt wird- je nach Karies- und Parodontitis- Anfälligkeit der Zähne zwei bis viermal im Jahr.




In der Zahnarztpraxis sind folgende Prophylaxemaßnahmen sinnvoll:
Speicheldiagnostik
Durch den Speicheltest kann das individuelle Kariesrisiko ermittelt werden, bevor Zahnschäden entstehen. Genau wie bei einem Bluttest, bei dem Blutzuckerwerte bestimmt werden, kann aufbauend eine individuelle Therapie festgelegt werden (z.B. Festlegung der Zeitabstände für professionelle Zahnreinigungen).


Professionelle Zahnreinigungen
Untersuchungen der Universitätsklinik Göteborg haben eindrucksvoll zeigen können, dass bei regelmäßiger, professioneller Zahnreinigung das Risiko an Karies oder Parodontose zu erkranken mindestens um den Faktor 10 reduziert wird. Hier werden die Zähne mit speziellen Instrumenten und Geräten ( Pulverstrahl ) perfekt gereinigt und poliert. Eine Fluoridierung der gereinigten Zahnflächen schließt sich an.





Intensiv- Fluoridierung
Die Fluoridierung der gereinigten Zahnoberfläche in der Zahnarztpraxis im Anschluss an eine professionelle Zahnreinigung mit Hilfe von speziellen Lacken oder Gelen und zu Hause mit individuell angefertigten Kunststoffschienen, quasi als Medikamententräger für ein Fluoridgel, 1 mal pro Woche für 10 Minuten, abends nach dem Zähneputzen angewendet, stellt einen äußerst wirksamen Kariesschutz dar.




Fissurenversiegelung
Die Borsten einer Zahnbürste können tiefe Furchen z.B. an Backenzähnen schlecht oder gar nicht reinigen. Eine Ansammlung von Bakterien an diesen Stellen und Karies sind die Folgen. Durch die Versiegelung von Furchen und Grübchen mit einem dünnflüssigen Kunststoff erhalten die Zähne einen wirksamen Kariesschutz.



Chlorhexidin- Schutzlacke
Freiliegende Wurzeloberflächen sind viel kariesanfälliger als der Zahnschmelz. Das Aufbringen von antibakteriellen Schutzlacken mindert das Kariesrisiko und eventuelle Empfindlichkeiten auf heiß und kalt. Gerade bei älteren Menschen und bei Menschen die einen geringen Speichelfuß haben findet diese Therapie ihre Anwendung.










Diese seite nicht verwenden wegen den bildern auf seite 2 !!!

















Mundhygienehilfsmittel
Hilfsmittel zur optimalen Zahnpflege sind:
Zahnbürste
Eine gute Zahnbürste sollte folgende Eigenschaften haben:
• kleiner, abgerundeter Bürstenkopf
• abgerundete Borstenbüschel
• weich /mittelharte Borsten
• Kunststoffborsten
• rutschfester Griff - sollte möglichst nach 6-8 Wochen erneuert werden
• möglichst zwei Zahnbürsten
Elektrische Zahnbürsten reinigen die Zähne nicht besser, aber sie sind bequemer und eine Alternative für Kinder, ältere und behinderte Menschen.
Zahnseide
• reinigt enge Zahnzwischenräume vortrefflich.
• ungewachste Zahnseide fasert leicht und reinigt dadurch besser
• gewachste Zahnseide gleitet besser durch enge Zwischenräume. Nachteil: Wachsreste können hängen bleiben
• eine genaue Anweisung ist wichtig , um Zahnfleischverletzungen vorzubeugen

Interdentalbürsten
• reinigen größere Zahnzwischenräume besser als Zahnseide
• für Patienten deren Zahnfleisch sich zurückgezogen hat
• zur Reinigung von Brücken, Implantaten oder bei festsitzenden Zahnspangen

Mundspüllösungen
• können die Zahnbelagbildung verringern
• enthalten manchmal auch Fluorid und hat dann eine karieshemmende Wirkung
• sollten nicht unkontrolliert und nur nach Absprache mit dem Zahnarzt eingenommen werden
Zahnpasta
• 30% höherer Reinigungseffekt gegenüber der ausschließlichen Reinigung mit Wasser
• empfehlenswert sind klinisch geprüfte Fluoridzahnpasten
• können entzündungshemmend wirken
• sorgen für frischen Geschmack
• Spezialzahnpasten reduzieren die Empfindlichkeit am Zahnhals
• Zahnpasten verschiedener Hersteller abwechselnd verwenden
Prophylaxe bei Säuglingen

In der Regel kommen die Kinder zahnlos zur Welt, deshalb ist Stillen in den ersten Monaten die bestmögliche Ernährung für das Kind.

Der richtige Schnuller
Großer Wert sollte auf die Auswahl des richtigen Schnullers, bzw. Flaschensaugers gelegt werden. Achten Sie auf kiefergerechte Schnuller. Eine Folge falscher Rundsauger kann eine Kieferdeformation in Form eines offenen Bisses sein. Eine behutsame Entwöhnung sollte bis zum 3. Lebensjahr erfolgen.

Säuren
Besonders gefährlich für Säuglinge ist es, wenn sie stundenlang süße Getränke (Tees, Obstsäfte) aus dem Fläschchen nuckeln. Ein ruinöserer Gebisszustand mit vielen Kariesstellen (sog. Nursing- Bottle- Syndrom) ist die Folge. Empfehlenswert sind Mineralwasser und ungesüßte Kräutertees. Versuchen Sie Ihrem Kind so früh wie möglich, ca. mit 1 Jahr, das Fläschchen abzugewöhnen und aus Tassen und Bechern trinken zu lassen.




Mundhygiene

Sobald der erste Zahn in die Mundhöhle durchgebrochen ist, (ab. ca. dem 6. Lebensmonat), besiedeln ihn Kariesauslösende Bakterien (Streptococcus mutans).
In ca. 80% der Fälle ist die Mutter Überträger dieser Bakterien, in ca. 20% der Vater und die Geschwister. Hier beginnt die Zahnpflege. Die Familie insbesondere die Mutter muss zahngesund sein. Ferner ist es wichtig, die Kinder so früh wie möglich an die Zahnpflege zu gewöhnen. Anfangs
mit Wattestäbchen, später mit kleinen weichen Zahnbürsten, aber ohne Zahnpasta. Ab dem 3. - 4. Lebensjahr sind die Kinder in der Lage die Zahnbürste selbst zu benutzen. Kontrolle durch die Eltern wenn nötig auch Nachputzen ist aber weiterhin notwendig. Elektrische Zahnbürsten reinigen die Zähne zwar nicht besser, sind aber oftmals für Kinder bequemer. Nutzen Sie den Nachahmungsdrang der Kinder. Putzen Sie sich selber mit Freude im Beisein Ihres Kindes Ihre eigenen Zähne, und geben Sie dem Kind eine eigene Zahnbürste. So wird die Mundhygiene langsam zum festen Bestandteil des Tagesablaufs.

Ernährung
Besonders zuckerhaltige Getränke und Speisen sind für die Bakterienvermehrung verantwortlich, da sie sich durch Zucker ernähren. Entscheidend ist, wie oft und nicht wie viel Zucker man zu sich nimmt, denn bei jedem Verzehr findet erneut ein Säureangriff auf den Zahnschmelz statt. Der Zuckerkonsum sollte bei Ihrem Kleinkind eingeschränkt bleiben, da der Wunsch nach Süßem angelernt ist. Auch bei Ihrem Kind kann man mit einem Speicheltest das Kariesrisiko an den ersten Zähnchen ermitteln.

Fluoridierung
Im ersten Lebensjahr empfehlen Kinderärzte ein Vitamin-D-Fluorid-Kombinationspräparat zur Rachitisprophylaxe. Ab dem 2. Lebensjahr kann in der Regel auf ein reines Fluoridpräparat, so genannte Fluoretten zurückgegriffen werden. Fluorid ist wichtig zur Knochenstärkung und Kariesvorbeugung.


Prophylaxe bei Kindern
zwischen dem 3.-6. Lebensjahr
Mundhygiene bedeutet die Entfernung von bakteriellem Zahnbelag. Dies geschieht mit Kinderzahnbürsten und spezieller Kinderzahnpasta.
Kinderzahnbürsten
sollten einen kleinen, abgerundeten Bürstenkopf, abgerundete Borstenenden und einen dicken Griff haben, damit die Zahnbürste gut in der Hand liegt.
Bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr müssen die Eltern die tägliche Pflege beaufsichtigen, vor allem abends vor dem Schlafengehen, da in der Nacht fast kein Speichelfluss herrscht und der Zahnschmelz deshalb besonders gefährdet ist. Die kariesverursachenden Bakterien (Streptococcus mutans), entziehen dem Schmelz Mineralsalze und es entsteht Karies. Aus diesem Grund sollte eine Kinderzahnpasta mit Fluorid benutzt werden, denn Fluorid schützt den Zahnschmelz. Kindern muss eine systematische Putztechnik beigebracht werden, die gewährleistet, dass auch alle Zahnflächen gereinigt werden.
Die gründliche Zahnreinigung der Zähne ist nicht alles - auch eine vernünftige Ernährung ist wichtig und senkt das Kariesrisiko!
Gesunde Ernährung ohne Zucker
Zucker ist die Hauptursache für Karies. Die Bakterien in der Mundhöhle bevorzugen kohlenhydrat- also zuckerreiche Nahrung. Sie produzieren daraus Säuren, die den Zahnschmelz zerstören. Entscheidend ist wie häufig Zucker konsumiert wird, nicht wie viel Zucker aufgenommen wird. Soweit es möglich ist, auf zuckerhaltige Speisen und Getränke verzichten. Besser 3-4 Mahlzeiten pro Tag, als viele kleine, kohlenhydrat- und somit zuckerreiche Zwischenmahlzeiten und Getränke. Karies ist die Folge.
Kariesauslösende Faktoren sind:
Falsche Ernährung Verweildauer von Nahrungsresten bzw. Zahnbelag im Mund

Da wir uns nicht ganz ohne Zucker ernähren können, sollte Zucker in Verbindung mit den Hauptmahlzeiten zu sich genommen werden. Grundsätzlich gelten die Zähne nach den Hauptmahlzeiten zu reinigen. Zuckerfreie Kaugummis können eine Alternative nach Zwischenmahlzeiten sein, denn sie haben eine speichelanregende Wirkung und einen gewissen Reinigungseffekt. Um nicht auf den süßen Geschmack verzichten zu müssen, gibt es Zuckeraustauschstoffe, sie können keine Karies verursachen und sind deshalb sehr "zahnfreundlich".
Fluorid
Fluorid macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegenüber dem Säureangriff der Bakterien, deshalb sollte innerhalb der Familie fluoridiertes und jodiertes Speisesalz verwendet werden. Neben der Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten sollten Kinder täglich Fluoretten bekommen. Die notwendige Dosis legt der Zahnarzt in Abhängigkeit vom Alter und der sonstigen Fluoridaufnahme fest. Auch die professionelle Anwendung von Fluoridlacken in der Zahnarztpraxis stellt einen sehr effektiven Kariesschutz dar.

Milchzähne, die mit einem Fluoridlack lackiert werden.








Individualprophylaxe für Schulkinder
Ab dem 6. Lebensjahr brechen die bleibenden Zähne durch und müssen besonders gut betreut werden, damit sie ein Leben lang halten können.
Der 1. Große Backenzahn (6 Jahrmolar) bricht hinter den letzten Milchzähnen durch. Es ist sehr schwer die Zähne dort hinten zu reinigen. Aus diesem Grund muss dem Kind gezeigt werden, wie man diese Stellen gründlich säubert. Die Oberfläche des neuen Zahnes ist noch sehr rau und weich und deshalb besonders kariesanfällig. Hier ist eine professionelle Fluoridierung mit speziellen Lacken oder Gelen notwendig. Sofern der Zahn komplett durchgebrochen ist, sollte eine Fissurenversiegelung stattfinden. Auch die großen Milchbackenzähne müssen noch einige Jahre als Platzhalter für die bleibenden Zähne verweilen, und sollten aus diesem Grund professionell fluoridiert bzw. versiegelt werden.
Fissurenversiegelung
Alle Zähne mit Furchen und Grübchen, also vor allem die Backenzähne, sind besonders kariesgefährdet, da diese Stellen sich der mechanischen Reinigung durch die Borsten der Zahnbürste entziehen und die Bakterien dort verweilen können. Erhalten die Bakterien (Streptococcus mutans) Zucker oder Kohlenhydrate als Nahrung, vermehren sie sich und produzieren die Kariesverursachenden Säuren. Der Speichel kann den Schmelz nicht mehr schützen und es entsteht Karies. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die versiegelten Fissuren über einen längeren Zeitraum vor Karies geschützt sind. Dennoch sollten auch alle Glattflächen regelmäßig kontrolliert werden. In der Phase des Wechselgebisses sind deshalb regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sehr wichtig, da die Mundhygiene nun in der Regel vom Kind eigenverantwortlich durchgeführt wird.

Fluoridierung der Zähne
Von allen Maßnahmen gegen Karies ist die Anwendung von Fluorid die Wirkungsvollste. Deshalb sollte täglich eine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet werden. Das Fluoridgel sollten zusätzlich 1x wöchentlich verwendet werden. Um die Zähne zu stärken.

Gute Mundhygiene
Es sollte möglichst nach jeder Mahlzeit eine Reinigung stattfinden. Die Zahnbürste sollte schräg am Zahnfleischrand angesetzt werden und in kleinen kreisenden Bewegungen hin und her rütteln. Alle Zahnflächen müssen gereinigt werden - Vorderseite, Rückseite, Kauflächen.




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