Lerntippsammlung Headergrafik
Linie
Abstandshalter

Suchbegriff:

Portraitanalyse und -vergleich - Referat



Ottonische Buchmalerei von Otto II. (Registrum Gregorii)
• vermutlich von einem Gregormeister (namentlich nicht bekannter Buchmaler der Mittelalters)
• um 985 entstanden -> Romantik
• frontales Ganzkörperportrait von Kaiser Otto II.
• 27 cm x 20 cm groß
• auf Pergament
• im Musée Condé in Chantilly bei Paris
erster Eindruck:
- mächtig (auf einem Thron sitzend)
- starr -> eher wenig naturalistische Wirkung (keine Bewegung im Bild drinnen)
- erhebt sich über die anderen und ist wesentlich größer dargestellt
- er im Vordergrund, die Frauen im Hintergrund und schauen zu ihm auf
- sieht ein wenig gelangweilt aus
- man fühlt sich als Betrachter nicht in das Bild miteinbezogen, niemand sieht Betrachter an
• Otto in der Mitte des Bildes (edel gekleidet: Gewand (rosa, rot und gold), goldene Schuhe)
• Dreizackige Krone mit (vermutlich) Diamanten besetzt, rechte Hand: Zepter, linke Hand: goldene Herrscherkugel mit Kreuz
• Mimik: er sieht nach rechts in die Ferne, eher ernst
• Die Personen im Hintergrund haben auch alle schönere Gewänder an, eine Krone und eine kleine goldene Kugel (alles nicht so prächtig und wertvoll wie die des Kaisers) verdeutlicht den Zusammenhang der Leute
• Sie repräsentieren aller Wahrscheinlichkeit nach die kaiserlichen Provinzen von Otto II., (Germania, Francia, Italia und Alemania)
• Bild im Allgemeinen symmetrisch aufgebaut
Es fällt auf, dass im Bild viele Rechtecks-Formen vorkommen. Der Hintergrund ist in drei rechteckige Farbabschnitte unterteilt worden (typisch für die Romantik). Auch einigeDreiecke kommen vor (symbolisieren die Göttlichkeit)
Auch viele Symbolfarben, die in der Romantik oft vorkommen, sind im Bild zu finden:
o Rot als Farbe für Macht und Einfluss
o Gelb/Gold steht für die Ewigkeit und die Erleuchtung
o Grün für die christliche Hoffnung
o Weiß symbolisiert die Unschuld, Reinheit und Beginn von etwas Neuem

• Es gibt keine bestimmte Lichtquelle, einzig das Gold strahlt vielleicht etwas (Glanzeffekt)
• Es wurde versucht Bewegung (Gewänder) miteinzubeziehen, was jedoch nur teilweise gemacht wurde
• Der Maler versucht auch eine Perspektive zu schaffen, was wenig geglückt ist
• Der Hintergrund wurde nicht unbedingt detailliert gemalt, man konzentrierte sich eher auf das Hauptgeschehnis im Vordergrund

Otto II. (* 955; † 7. Dezember 983 in Rom) aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger war römisch-deutscher Kaiser von 973 bis 983.
Bereits in jungen Jahren wurde Otto durch seinen Vater Otto den Großen 961 zum Mitkönig und 967 zum Mitkaiser erhoben, um ihm die Nachfolge zu sichern. Als einziger Herrscher in nachkarolingischer Zeit wurde Otto II. bereits zu Lebzeiten des Vaters zum Kaiser erhoben. Als nach 37-jähriger Herrschaft sein Vater verstarb, trat der erst 18-jährige Otto die Alleinherrschaft an.
Während seiner Herrschaft betrieb er eine sukzessive Neuordnung im Süden des Reichs. Durch Ausschluss der bayerischen Linie der Liudolfinger von der Königsherrschaft stärkte er die Königsgewalt und sicherte seinem Sohn die Nachfolge. Der Versuch, ganz Italien in die Reichsherrschaft einzubeziehen, führte zu Konflikten mit den Sarazenen und Byzanz in Süditalien. Ottos Feldzug gegen die Sarazenen endete 982 in einer katastrophalen Niederlage, wenig später folgte mit dem Slawenaufstand von 983 ein herber Rückschlag bei der Christianisierung und Unterwerfung der Slawen. Der plötzliche Tod des Kaisers mit 28 Jahren in Italien und die daraus resultierende Krise des Reiches prägten in der Nachwelt das Bild eines glücklosen Herrschers. Als einziger deutscher Herrscher wurde er in Rom beigesetzt.





Herrscherportrait von Ludwig XIV. durch Hyacinthe Rigaud
• Angefertigt 1701 im Auftrag von Ludwig -> Barock
• 279 cm x 190 cm große Ölmalerei auf Leinwand
• Musée du Louvre in Paris
• Seitliches Ganzkörperportrait, Kopf jedoch nach
vorne gedreht

Im Mittelpunkt, fast das gesamte Bild ausfüllend, steht auf einem Podest ein großer, kräftiger, prächtig
gekleideter Mann. Er stützt sich mit der rechten Hand auf ein Zepter. An seiner linken Seite trägt er ein Schwert. Hinter ihm steht ein vergoldeter Thron. Über ihm wölbt sich ein mit Goldkordeln verzierter Stoff. Zu seiner Rechten befindet sich ein kleiner Tisch mit einem Kissen. Im Hintergrund sieht man eine Säule, deren Sockel mit einem Relief versehen ist. Das Bild ist von einem vergoldeten geschnitzten Rahmen mit einer Krone umgeben.

• Leichte Untersicht (man fühlt sich als Untertan, schaut zu ihm auf)
• Er wirkt elegant (durch den Ausfallschritt), mächtig, edel und selbstbewusst (Brust eher herausgestreckt)
• Die freigelegten Beine zeigen, dass er einem bis in die Antike zurückreichenden Herrscherritual folgt (weiße Strumpfhose)^
• Der Krönungsmantel (aus Tierfell) trägt goldene Lilien (das Symbol der Königsfamilie)
• Das Zepter, auf das sich Ludwig stützt, ist ein Kriegszepter -> Zeichen militärischer Macht

Hintergrund: Gestalt an der Säule trägt Schwert und Waage (Zeichen von Gerechtigkeit)
Die verwendeten Farben sind sehr leuchtend, müssen kostbar gewesen sein
Diese Darstellung Ludwigs lässt keine Zweifel daran, dass er sich als unantastbaren, von Gott eingesetzten Herrscher fühlt.

• Auch hier kann man wieder Rechtecke und Dreiecke erkennen
• Das optische Zentrum des Bildes bildet das Gesicht des Königs (Hell-dunkel-Kontrast)
• Durch das viele Gold werden Reichtum und Macht des Königs noch einmal unterstrichen
• Bild ist naturalistisch gemalt
• Perspektive richtig gezeichnet
• Körperillusion erkennt man sehr gut an der Hand des Königs, sie ist eingefaltet und an den Stellen, wo kein Licht mehr herankommt, dunkel (im Gegensatz zu dem Portrait von Otto II.)
• Proportionen von Ludwig XIV. sind anatomisch richtig
• das Bild ist sehr detailgenau gemalt



Die Herrscherbildnisse haben etwas gemeinsam: sie wollen die Person, wegen der das Bild entstanden ist, betonen, hervorheben und rühmen.
In dem Bild von Otto II. kommt die Kirche in Form des Kreuzes auf der goldenen Kugel noch vor, da zu seiner Zeit die Kirche noch einen gewissen Einfluss hatte. Auch durch die Symbolfarben kommt die Gleichsetzung Ottos mit Gott heraus.
Ludwig XIV., selbsternannter Sonnenkönig, war einer der wichtigsten Vertreter des höfischen Absolutismus. Der höfische Absolutismus definierte sich darin, dass der König der absolute Herr seines Staates durch Gottes Gnaden ist. Dementsprechend lässt er sich auf diesem Portrait auch darstellen.
Gemeinsamkeiten:
• Ganzkörperportrait
• Goldene Dinge
• Herrscher mittig zentriert
• Attribute

Unterschiede:
• Keine individuellen Gesichtszüge (keine ausgeprägte Mimik) bei Otto
• Bei Otto daher Schwerpunk auf andere Sachen: zusätzliche Personen
• Noch keine Perspektive in der Romantik
• Ludwigs Portrait in Lokalfarben, außerdem prachtvoller (wegen Absolutismus)
• Bei Ottos Portrait noch wenig
• Otto frontal zum Betrachter, Ludwig eher weggedreht (gleicht die Beinstellung wieder aus)
• Künstlerische Techniken sind bei Ludwig schon viel weiter entwickelt (hell-dunkel, Bewegung,…)





Kommentare zum Referat Portraitanalyse und -vergleich: