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Polen- Ein EU land - Referat



Landeskunde
a) Geographie
Polen grenzt im Norden an die Ostsee und Russland, im Süden an die Solwakei und Tschechien , im Osten an Litauen, Weißrussland und die Ukraine im, im Westen mit Deutschland. Die Fläche des Staatsgebietes beträgt 312,679km² und die Staatsgrenze ist 3,511km² lang. Polen kann man in sechs geographische Räume einteilen: die Küstengebiete, Rückenlandschaften, das Tiefland, die Hochländer, die Vorgebirge und die Gebirge.Im Norden Polens verläuft die Küstenlinie an der Ostsee.

Die Landschaft ist meist Flach und hat breite Täler. Der Boden ist sandig, lehmhaltig und moorig.Während der Eiszeiten ist die Rückenlandschaft entstanden. Zu den Tieflandgebieten gehört das Warschauer Becken und das Tiefland Podlachiens. Das Kleinpolnische (Wyżyna Małopolska) und das Lubliner Hochland (Wyżyna Lubelska) sind die zwei Hauptteile des Polnischen Hochlandes.
Das Mittelgebirge, der Krakauer-Tschenstochauer Jura, das Heiligkreuzgebirge und die Waldkarpaten gehören zu den Vorgebirge. Die Hohe Tatra ist die Höchste Erhebung in Polen.

b)Flüsse und Seen
Polen umfasst ca. 10000 Seen damit zählt Polen zu den seenreichsten Länder der Welt . Der Baltische Höhenrücken und die Seenplatten entlang der Küste, sind die seenreichsten Gebiete. 120 der Künstlichen Stauseen liegen in den Mittelgebirgen, welche ein ernsthaftes Problem darstellen. Denn vieler der Stauseen sind stark verschmutzt. Sogar die Ostsee und die Flüsse insbesondere Weichsel, Bober und Wislok haben jahrelang unter Einleitung ungeklärtem Abwasser gelitten. Die Fabriken bemühen sich stark darum die Wasserfilterung zu verbessern aber es sind immer noch die Hälfte nicht an Kläranlagen angeschlossen.

Der größte Fluss in Polen ist die Weichsel. Zu den größten Seen, mit 100 km² Fläche, gehören der Spirdingsee und der Mauersee in den Masuren.

c)Klima
Polen liegt zwischen dem ozeanisch geprägten Klima Mitteleuropas und dem kontinentalen Klima Osteuropas. Das Klima im Westen wird noch durch den Golfstrom beeinflusst, nach Osten werden die Temperaturunterschiede im laufe des Jahres größer.

Im Januar liegen die mittleren Temperaturen im Westen bei -1°C und in den Mittel- und Hochgebirgen bei -5°C. Im Sommer reichen die Durchschnittstemperaturen von 17°C an der Ostsee bis 20°C im Süden. Die höchsten Temperaturen können in einigen Gebieten über 40°C liegen und im Winter können -42°C erreicht werden.

In Polen liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 610mm, in den Gebirgen liegt sie zwischen 1200 und 1500mm.

d)Flora und Fauna
Ursprünglich war Polen mit Laub- und Mischwäldern bedeckt. Im Jahre 2000 waren 30,6 Prozent der Landesfläche bewaldet, ein Teil der Wälder bestand aus Nadelbäumen. In diesen Wäldern dominieren neben der Kiefer, Fichten, Lärchen und Tannen, selten sind Eichen-Hainbuchenwälder oder reine Buchenwälder.

Erlen, Weiden und Pappeln wachsen häufig in den zahlreichen Feuchtgebieten. Im Norden von Polen existieren noch größere Moore.

Um Ackerland zu gewinnen wurden viele Länder abgeholzt. Durch die regionale Luftverschmutzung sind die Wälder beschädigt worden, vor allem in den südlichen Mittelgebirgen.
Andererseits gibt es insbesondere in den zahlreichen Schutzgebieten noch Urwälder, vor allem im Osten Polens.

e)Tiere
Die Tierwelt in Polen ist sehr fassettenreich, hauptsächlich in den Nationalparks. Im Nationalpark Białowieza, direkt an der Grenze zu Weißrussland gibt es Wisente die in Europa heute sehr selten sind.

In den Hochgebirgen leben noch Wölfe und Braunbären, weitere bemerkenswerte Säugetiere sind Luchse, Wildkatzen, Marderhunde, Fischotter, Elche, Mufflons, Gämsen, Biber, Feldhamster, Perlziesel und Schneehasen. Zur vielfältigen Vogelwelt gehören Großtrappen, Auerhühner, Weiß- und Schwarzstörche sowie See-, Fisch- und Schreiadler.

Ein viertel aller Zugvögel, die im Sommer nach Europa kommen brüten in Polen. Es gibt sogar Dörfer in den Masuren in denen mehr Störche als Menschen leben.

Polen verfügt über 17 Nationalparks. Insgesamt stehen 9,1 Prozent (2000) der Landesfläche unter Naturschutz.


Bevölkerung

In Polen liegt die Einwohnerzahl bei 38,6 Millionen und pro Quadratkilometer leben 124 Menschen
Der Bevölkerungswachstum beträgt 0 Prozent pro Jahr. ( Stand 2003)

Etwa 98 Prozent der Bevölkerung sind Polen. Die größten ethnischen Minderheiten sind Ukrainer und Weißrussen, zu den kleineren Gruppen gehören u. a. Slowaken, Tschechen, Litauer, Deutsche, Roma und Juden.

Seit Ende des 2.Weltkrieges begann die Verstädterung, mittlerweile leben mehr als 63 Prozent der Bevölkerung in Städten(Stand 2001)

a) Sprache
Polnisch ist die Amtssprache, welches zum westlichen Zweig der slawischen Sprache gehört. Es gibt zahlreiche Dialekte, die deutsche und ukrainische Einflüsse widerspiegeln und werden meisten von älteren gesprochen. Man unterscheidet in Schlesisch (im Südwesten), Masowisch (im Nordosten), Kaschubisch (westlich von Danzig), Großpolnisch (in der Region Posen), Kleinpolnisch (im Südosten).

b)Religion
Zum katholischen Glauben bekennen sich 91 Prozent. Der polnische Kardinal Karol Wojtyła wurde 1978 zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. Die Römisch-Katholische Kirche übt mit mehr als 8 900 Gemeinden einen bedeutenden Einfluss auf die Gesellschaft aus. In Polen leben ungefähr 10000 Juden.



Wirtschaft

Nach dem sowjetischem Vorbild wurde Polen nach dem 2. Weltkrieg eine sozialistische Wirtschaft. Fast alle Produktionsmittel, die Bodenschätze, die Verkehrsunternehmen, das Finanzwesen und der Handel wurden verstaatlicht. Privatbesitz wurde stark eingeschränkt. Die Landwirtschaft und Bauwirtschaft wurden zu den wichtigsten Wirtschaftszweige.
Ab den siebziger Jahren, hatte Polen große wirtschaftliche Probleme. Der Grund dafür waren die hohe Kreditaufnahme zum Aufbau der Industrie. Daraus ergaben sich enorme Auslandsschulden und eine Inflation.
1989 wurde von der Regierung ein Reformprogramm eingeleitet, damit die Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft umgewandelt wird.

Erst nach Wahl von Lech Walensa wurden die Reformen eingeführt und die Privatisierungen begonnen. Polen ist insgesamt auf einen guten Weg der Umstrukturierung und Befreiung von der Planwirtschaft. Die positive Entwicklung setzt Polen auf den 22 Platz unter den weltgrößten Volkswirtschaften.

In Polen gibt es viele Bodenschätze: Kohle, Kupfer, Zink, Eisen, einige Öl- und Gasreserven.
Die Privatwirtschaft erwirtschaftet jetzt schon 70 Prozent der Wirtschaftsaktivität. Die Entwicklung ist durch Investitionen aus dem Ausland und der starken unternehmerischen Initiative der Polen ermöglicht worden. Durch das schnelle Wachstum in den letzten Jahren wurde Polen zum Magneten für Auslandsinvestitionen. Opel, die Commerzbank, Bosch, Volkswagen und Metro sind einige der wichtigsten deutschen Investoren.
Solidarność
Durch die dramatische Erhörung der Lebensmittelpreise, am 01. Juli 1980, fing die Bevölkerung an zu streiken. Am Anfang nur in wenigen Gebieten, später im ganzen Land.
An bedeutendsten war der Streik in der Danziger Werft unter der Leitung des Elektrikers Lech Walesa. Immer mehr Aktivisten der Opposition und Intellektuelle unterstützten die Proteste. Sie verlangten vor allem die Abschaltung der Parteiprivilegien, die Freilassung der
politischen Gefangenen, Pressefreiheit, Streikrecht, freie Gewerkschaften und offene Diskussionen über die Wirtschaftskrise.
Die Solidarität hatte aber keinen direkten Einfluss auf die Wirtschaftskrise und 1981 nach endlosen Streikwellen im ganzen Land wurde das Kriegsrecht eingeführt und die Solidarität wurde verboten. Erst nach dem zweitem Besuch des Polnischen Papstes Johannes Paul II wurde die Solidarität Verbot aufgehoben.
In den Wahlen 1989 erlitten die Kommunisten deutliche Niederlagen und die Solidarität bildete eine eigene Regierung.
1990 wird Lech Walensa zum polnischen Präsidenten gewählt. Ein Jahr später fanden die ersten demokratischen Wahlen seit 1926 statt und die Aufnahme Polens in den Europarat. Der erste Weg in Richtung Westen war getan.

Politik

a) Exekutive
Das Staatsoberhaupt, der Präsident, wird direkt vom Volk für fünf Jahre gewählt und darf einmal wiederholt gewählt werden. Er bildet zusammen mit dem Ministerrat die Exekutive. Der Präsident kann unter bestimmten Voraussetzungen das Parlament auflösen und Neuahlen veranlassen. Der Ministerpräsident wird vom Präsidenten gewählt, dies muss aber vom Parlament bestätigt werden.

Seit dem 6. August 2010 ist Bronisław Komorowski der Präsident in Polen.

b) Legislative
Die Legislative ( Gesetzgebung ) besteht aus zwei Kammern, den Sejm (Unterhaus) mit 460 Abgeordneten, und dem Senat (Oberhaus) bestehend aus 100 Abgeordneten. Die zwei Kammern bilden zusammen die Nationalversammlung.

Jeder der 18 Jahre alt ist und die polnische Bürgerrechte hat kann wählen. Damit eine Einzelpartei im Parlament vertreten ist muss sie 5 Prozent der Stimmen erreichen, Wahlbündnisse müssen mindestens 8 Prozent erreichen.

c)Judikative
Der oberste Gerichtshof bildet zusammen mit dem Staatsgerichtshof und Verfassungsgerichtshof die Judikative.

Die polnische Judikative besteht aus Gerichten, Verwaltungs- und Militärgerichten, sowie dem Verfassungs- und Staatsgerichtshof. Das oberste Gericht über wacht die Tätigkeiten der anderen Gerichte und prüft ob alles rechtmäßig verläuft.


Geschichte

Die polnische Geschichte begann im Mittelalter mit der Taufe von Herzog Mieszko und seinem Volk im Jahr 966. Das christliche Polen ist geboren.

Polen musste durch seine geographische Lage viel mitmachen, immer wieder Grenzveränderungen, Machtspiele und Kriege. Die polnische Geschichte erzählt von Zerstörung und Wiedervereinigung, der polnischen Nation. Das Königreich Polen wurde 1138 das erste Mal von Deutschland zerschlagen. Polen erlebte vom 13. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert einen politischen und kulturellen Aufschwung. Danach folgten turbulente Jahrhunderte. Polen wurde mehrmals zerstört und unter fremden Mächten aufgeteilt. Die Grenzen von Polen wurden ständig verschoben und verändert. Eine Zeit lang existierte Polen gar nicht mehr. Im Versailler Vertrag, nach dem 1. Weltkrieg, wurden die Grenzen Polens neu festgelegt. Dadurch verliert Deutschland große Teile Westpreußens und Posens. Polen schließt mit Deutschland,1934, einen Nichtangriffspakt ab. Die Deutschen sind aber nicht Loyal, denn der Hitler-Stalin Pakt plant wieder eine Aufteilung Polens.

Am 1.9.1939 marschierte Deutschland in Polen ein. Nur zwei Wochen nach dem Einmarsch hatten die Truppen den größten Teil West- und Mittelpolens zerstört. Auch die sowjetische Truppen marschierten, noch im selben Monat, von Osten nach Polen ein. Gemäß der Vereinbarungen im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, teilten sich die beiden Staaten das Land untereinander auf.

Der 2. Weltkrieg tobte in Polen in aller Höhe. Die jüdische Bevölkerung wird fast ganz ausgelöscht. Im Konzentrationslager in Auschwitz wurden bis zu einer Millionen Menschen ermordet.

Durch den Angriff von Hitler kam Hass auf die Deutschen und ungefähr 5000 Menschen fielen diesem Hass zum Opfer. Dies war für Hitler Grund genug um fast die gesamte polnische jüdische Bevölkerung in Konzentrationslagern auszurotten.


EU Beitritt

Polen stellte am 8. August 1994 den Antrag zu Aufnahme in die Europäische Union, die EU entschloss sich erst 3 Jahre danach, auf dem Luxemburger Gipfel, mit Polen Beitrittsverhandlungen zu führen.

Die Europäische Union stellte 1993 Kriterien für die Aufnahme in die EU:
· Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
· funktionsfähige Marktwirtschaft
· Wettbewerbsfähigkeit im Binnenmarkt
· Übernahme aller Vorschriften des in der EU geltenden Rechts
· Übereinstimmung mit den Zielen der Wirtschafts- u. Währungsunion sowie der Politischen Union

Im Juli 1988 nahm Polen diplomatische Beziehungen mit den Europäischen Gemeinschaften auf. Ein Jahr später wurde der Handels- und Kooperationsabkommens zwischen Polen und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) unterzeichnet. Dieser Vertrag war die Grundlage für Entwicklung weiterer Beziehungen und war die Voraussetzung zur Aufnahme der Assozierungsverhandlungen zwischen Polen und der EG. Der Außenminister K. Skubiszewski stellte im Juni 1991 fest, dass das Ziel Polens die Mitgliederschaft in die Europäischen Gemeinschaften ist.

Der Antrag für die Verhandlungen über den Assozierungsvertrag, stellte Polen am 19. Mai 1990, darauf folgten, sieben Monate später, die Verhandlungen. Nach 11 Monaten, am 16.12.1991, kam es endlich zur Unterzeichnung des Europa-Abkommens. Dieses Abkommen ermöglichte einen Dialog zwischen Polen und EG (später Europäische Union) und brachte eine Liberalisierung des Handels in Gang. Der Handeln zwischen Polen und EG verbesserte sich und es kam zu einer politischen Zusammenarbeit. Dies förderte das Verhältnis der beiden Länder.

Der Europäische Rat formulierte, auf dem Gipfeltreffen in Kopenhagen, politische und wirtschaftliche Kriterien. Diese mussten erfüllt werden um in die Europäische Union aufgenommen zu werden.

Im Dezember 1997 begann der Europäische Rat Verhandlungsgespräche mit 6 Staaten über die Aufnahme in die EU. Zwei Jahre später traf die Europäische Union die Entscheidung mit vier der sechs Kandidatenstaaten Beitrittsverhandlungen zu führen, leider war Polen nicht mit dabei

Erst am 10. November 2000 begannen auch in Polen die Beitrittsverhandlungen. Die Verhandlungen waren eine große Herausforderung für die ganze Staatsstruktur und Wirtschaft Polens. Die Beitrittsverhandlungen bestanden aus zwei Teilen. Der erste: Screening, das bedeutet eine Übersicht über die Einigung der Gesetzgebung der Staaten mit der Union. Der zweite Teil besteht aus 30 Verhandlungsbereichen in denen die Beitrittsbedingungen überprüft werden.

Am 13. Dezember 2002 während des Treffens in Kopenhagen wurden die Verhandlungen mit Polen endgültig beendet. Der Beitrittsvertrag wurde am 16. April 2003 in Athen unterschrieben. Nach der Ratifikation des Vertrages wurde Polen offiziell am 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union.
Dieses Referat wurde eingesandt vom User: LauraloveHamburg




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