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Platon - 3.Version - Referat



Inhaltsverzeichnis

1.
Platons Leben 2.1 DieSeele 2.1.1Die Amnesislehre 2.2Die Tugend 2.3 Die Ideenlehre 2.3.1 Die Gleichnisse 2.4 Der Staat 2.4.1 Kritik an bestehenden Staatsformen
2.4.2 Der Ideale Staat 2.4.3 Tugend in der Polis und im Menschen







1. Platons Leben


Platon, als Sohn einer der ältesten, adeligen Familien, wurde 427 vor Christus, nahe Athen, geboren. Anfänglich fühlte sich Platon noch für die Politik bestimmt, als sein Halbonkel Kritias jedoch mit anderen Adeligen die demokratische Regierung stürzten und seit 404 v. Chr. mit Terror herrschten, zog er sich von dem verbrecherischen Regiment zurück, denn diese Erfahrung zeigte ihm was passieren kann, wenn sich Macht und Unrecht vereinen. Platon genoss eine sehr gute Schulbildung, und interessierte sich für Literatur, versuchte es selber ebenfalls mit eigenen literarischen Werken. Als er im Alter von 20 jedoch Sokrates begegnete, wandte er sich der Philosophie zu, schloss sich Sokrates Kreis an und wurde sein Schüler. Hauptsächlich befassten sie sich mit der Suche nach der Wahrheit und sittlichen Werten. 399 v. Chr. verurteilte die, seit 403 wieder eingesetzte, demokratische Regierung Sokrates zum Tod. Er soll nicht an die Götter, die der Staat anerkannt hat, geglaubt und junge Männer verdorben haben. Auf Grund dieses schwerwiegenden, politischen Unrechts wird Sokrates bald daraufhin vergiftet. Er galt als der „Gerechteste seiner Zeit“ und da Sokrates auf Platon eine große Faszination ausübte, nahm er sich als Aufgabe, dies zu erforschen und darzustellen. Der Philosophie wegen reiste Platon viel. Er reiste beispielsweise dreimal nach Sizilien, um die Politik, des Tyrann Dionysios I., zu beeinflussen, was jedoch scheiterte. 387 v. Chr. gründete er die „Platonische Akademie“. Dort wurden philosophische Studien betrieben und Arithmetik, Geometrie, Stereometrie, Astronomie, die Harmonielehre und Dialektik, für das lebendige Gespräch, gelehrt, denn die Wissenschaft sei ein Instrument der Geistesbildung. Mit 80 Jahren, 347 v. Chr., starb Platon, mitten in voller Arbeit.



2.1 Die Seele


Nach Platon ist die Seele dreigeteilt: in Begierde, welche im Unterleib lieget, in Wille, der sich in der Brust befinde und in Denken, was seinen Ursprung im Kopf habe und was gleichzeitig auch die Vernunft, der unsterbliche Bestandteil der Seele, sei, welcher in den Leib eintritt und sich mit ihm verbinde. Das stets Bewegte, also jenes, was sich selbst bewege, da es das Prinzip der Bewegung in sich trage, sei unsterblich und habe weder Anfang, noch Ende. Somit habe auch die Seele weder Anfang, noch Ende und da sie das Lebewesen und sich selbst bewege, quasi das Prinzip der Selbstbewegung sei, und sich auch niemals selbst verlassen könne, sei sie unsterblich. Somit vollende erst der physische Tod die Trennung von Körper und Seele. Das Gesamtgeschehen, was nach der Befreiung der Seele vom Körper stattfinde, beschreibt Platon anhand eines Mythos. Er vergleicht die Seele mit einem Gespann das vom Führer, welcher den Verstand, die Vernunft verkörpert, gelenkt wird, mit einem edlen, himmlischen Ross, wie es die Götter besitzen, und einem wilden, störrischen, irdischen Ross, welcher den Trieb symbolisiert. Der Seelenwagen sei befiedert, was für Kraft stände und damit nehme die Seele an der himmlischen Wagenfahrt der Götter teil. Der Weg führe das Gespann zu den Ideen in einer überhimmlischen Region, welche als farblose, gestaltlose und stofflose, als trotzdem wahrhaft seiende Wesen dargestellt würden, die nur die Vernunft sehen könne. Aber nicht jeder besitze die Fähigkeit dorthin zu gelangen, und die, welche es doch könnten, stürzten wegen des störrischen, ungeschickten Verhaltens des irdischen Pferdes ab. Im Grunde liege es an der unausgebildeten Vernunft, die es nicht verstünde, die Triebe recht zu lenken. Als Konsequenz dessen, fällen die Federn aus den Flügeln der Seele und sie sänken zur Erde und verbündeten sich mit dem sterblichen Körper. Jener, dem es gelänge die Ideen zu erblicken, sei fähig, die allgemeine Wahrheit zu erlangen und wird Philosoph. Philosophie, sei demnach auch Sterben lernen, damit die Seele nach dem Tod endlich das Gute erblicken würde.


2.1.1 Die Amnesislehre

Da Platon die Unsterblichkeit der Seele annimmt, gebe es also nichts, was diese nicht schon in Erfahrung gebracht hätte. Suchen und Lernen seien demnach nur Erinnerung; Wiedererinnerung an frühere Zustände. Dies macht er deutlich, indem er durch Nachfragen, einen ungebildeten Sklaven einen mathematischen Satz entwickeln lässt. Der Sklave solle sich also daran erinnern, wie es sich eigentlich verhalte und das in der Seele verborgene Wissen solle wieder zu Tage kommen. Als der Sklave feststelle, das alles vorher Angenommene falsch wäre, wisse er nun, dass er eigentlich nichts wisse, und wolle somit nach dem Wissen suchen, er wolle lernen, bzw. sich erinnern. Wenn Lernen also nichts weiter als Erinnerung sei, schöpfe man Erkenntnis aus sich selbst, durch eigene Leistung. Diese Lehre sei also Ansporn und Aufforderung zur geistigen Selbsttätigkeit.



2.2 Die Tugend


„Die Sonne denke ich, wirst du sagen, verleihe dem Sichtbaren nicht nur das Vermögen gesehen zu werden, sondern auch das Werden und Wachstum und Nahrung, obgleich sie selbst nicht das Werden ist [...] Ebenso nun sage auch, dass dem Erkennbaren nicht nur das Erkanntwerden von dem Guten komme, sondern auch das Sein und Wesen habe es von ihm, da doch das Gute selbst nicht das Sein ist, sondern noch über das Sein an Würde und Kraft hinausragt.“ Tugend sei allem, als oberster Zweck, übergeordnet. Sie sei die Idee des höchsten Guten, was nur die Seele erreichen könne, jedoch hindere sie der Körper und die Sinnlichkeit daran („Soma, sema.“ ). Platon hat Tugend in vier Teile zerlegt. Die ersten drei Tugenden seien die Bestandteile der Seele: die Weisheit komme dem Verstand zu, die Tapferkeit dem Willen und die Besonnenheit, welche das Gleichgewicht aufrecht erhalten, bzw. für Ausgeglichenheit sorgen solle, dem Trieb.
Tugend bezeichne das Gut-Sein im Menschen , so wie Tugenden, wie Besonnenheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit, die Verfasstheit eines Menschen angeben, der stets das Richtige zu tun wisse und Tauglichkeit beweise. Tugend würde dem Menschen aufgegeben sie zu verwirklichen , beruhe somit auf Einsicht und kann gelehrt werden.



2.3 Die Ideenlehre


Die Natur schaffe viele Dinge, doch alle Dinge die man greifen und fühlen könne, seien endlich und vergingen einmal, würden älter oder zerstört. Platon nannte das sich ständige Ändern dieser Dinge „fließen“. Jedoch müsse es noch etwas viel Tiefgründigeres geben, etwas, das den ständigen Veränderungen stand halte, etwas das Ewig und Unveränderlich sei. Damit komme der Begriff der „Idee“ ins Spiel. Die „Idee“ sei die Ursache für alle Dinge und ginge der Existenz voraus. Sie sei das, was immer unverändert bleibe, die Urform der Lebewesen und Gegenstände auf der Welt. Jeder Mensch sehe anders aus, würde älter und sterbe schließlich, jedoch gebe die „Idee“ die Gestalt des Menschen an, sie definiere ihn, sie sei quasi das Mensch-Sein, was alle Menschen gemeinsam hätten, ohne diese „Idee“ würden sie nicht existieren. Die einzelnen Dinge vergingen, die „Ideen“ jedoch, bestünden als deren unvergängliche Urbilder weiter. „Ideen“ seien also Formen, Gattungen, Allgemeinheiten des Seins , welche auf Grund ihrer Unvergänglichkeit, als geistige abstrakte Musterbilder vorzustellen seien. Wir lebten in einer „Sinneswelt“, welche das Abbild der „Ideenwelt“ sei und nur deswegen existiere. Unsere Welt bürge alles was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen könnten, „Ideen“ dagegen könnten wir mit unseren Sinnen nicht erfassen. Das was einen antreibe, die Erkenntnis der „Ideen“ zu erlangen, sei der Eros, die Schönheit, die Vollkommenheit. Eros habe deswegen eine weitaus höhere Bedeutung als bloß Liebe. Sie sei das Streben vom Sinnlichen zum Geistigen , das Streben nach der Erfüllung , der Drang unsterblich zu werden und dieses auch anderen zu vermitteln. Liebe begehre im Schönen das Gute , womit die Anschauung des Schönen bereits die Vorbereitung zur Erkenntnis der Ideen sei. Anfänglich lasse sich der Liebhaber von der körperlichen Schönheit anziehen und begehre diese, was jedoch in der zweiten Stufe münde, welche die Schönheit aller Körper erkennen lasse und nicht nur den eines Einzigen. Im Endeffekt sei die Körperlichkeit jedoch nichts anderes als zum Geistigen vorzudringen, denn in der dritten Stufe würde der Liebhaber die seelische Schönheit lieben lernen, welche jedoch ebenfalls in vielen Erscheinungsformen auftrete. Auf der Suche nach der absoluten Schönheit, würde er versuchen die Liebe durch die Wissenschaft zu versachlichen, was nichts anderes sei, als mit Vernunft zu handeln. Der Liebende könne nun nicht mehr auf eine der unteren Stufen lieben und die großangelegten, philosophischen Gedanken und Reden denen er auf der vierten Stufe nachkomme, befähigten ihn zum letzten Schritt: die „Idee des Schönen“, das, was unwandelbar und unvergänglich sei. Das was körperlich unabhängig, gestaltlos und doch, in sich einheitlich sei: das Schöne selbst. Alle abgeleitete Schönheit verblasse, denn alle schönen Dinge könnten niemals so schön werden wie die „Idee“ selbst. Die Welt der „Ideen“ würde anhand der folgenden drei Gleichnisse Platons noch einmal veranschaulicht, wobei die ersten beiden die Grundlage für das letzte, das Höhlengleichnis, darböten.


2.3.1 Die Gleichnisse

Das erst Gleichnis ist das „Sonnengleichnis“, welches den Stellenwert des Guten beschreibe. Das Gute, oder die „Idee des Guten“ würde mit der Sonne verglichen. Die Sonne spende Licht und sei damit die Ursache für den Sehvorgang, sie sei der Mittler zwischen Mensch und Ding, denn sie stelle somit die Verbindung dar zwischen dem sehenden Auge und dem zu sehenden Objekt. Man müsse das ganze Geschehen nun analog zum Guten betrachten. Wo die Sonne den Bereich des Sinnlichen erhelle, sei das Gute zuständig für das Geistige und somit auch Ursache für den Erkenntnisvorgang. In der vermittelten Erkennbarkeit und damit auch Wahrheit, verwirkliche der Mensch Vernunft, was er nicht könne, wenn das Geistige nicht „im Licht“ des Guten läge und deswegen unkennbar bliebe. Sonne spende Licht und Leben, will sagen: Gutes vermittele Erkenntnis und Sein.
Nach dem zweiten Gleichnis, dem „Liniengleichnis“, lasse sich die Welt in zwei Bereiche gliedern: die Welt des Sichtbaren und die Welt des nur dem Geistig zugänglichen. Platon stellt dies anhand einer Linie dar, die man in zwei gleiche Hälften teilen soll. Die erste Hälfte, sei die des Sinnlichen, des Wahrnehmbaren, welche noch mal in zwei geteilt würde. Den untersten Abschnitt sollten den Abbildern, Bildern, Spiegelungen und Schatten zukommen. Der Mensch könne also nur Vermutungen anstellen. Der zweite Abschnitt der ersten Hälfte stelle die sichtbaren, natürlichen
Dinge dar, welche von Glauben und Überzeugung des Menschen zeugten. Die zweite Hälfte, die des Denkens, welche die Geistige Ebene darstelle, sei ebenfalls in zwei Abschnitte aufgeteilt. Der erste beinhalte Größen, Begriffe, Wissenschaft und Dialektik. In diesen Bereichen würde nachgedacht, was auf Verstandeseinsicht, -gewissheit beruhe. Im zweiten und schließlich letztem Abschnitt befänden sich die „Ideen“, zu denen man Einsicht und Vernunfterkenntnis benötige. Dieser letzte Abschnitt verkörpere das Höchstmaß an Wirklichkeit und Klarheit. Die geistige Welt wiederum entstehe in der Verfassung der sinnlichen Welt. Dem ganzen Ablauf, von der niedersten bis zur höchsten Erkenntnis, würde Abschnitt für Abschnitt ein Stück mehr Wahrheit zugesprochen, wobei das größte Interesse Platons sich auf Verstand und Vernunft fokussiert. Das „Liniengleichnis“ verdeutliche den Zusammenhang von Vorraussetzung und Folge: In der Wahrnehmung des Bildes sei das Ding, das abgebildet würde, schon vorrausgesetzt, sonst könne das Bild nicht als solches erkannt werden. Vorraussetzung der Erkenntnis des sinnlichen Dings sei wiederum das Denken seines Wesens. Letzte Vorraussetzung des Denkens aber sei das Gute, das als nur Gedachtes kein wirkliches sei. Erst wenn die Grundlosigkeit der Vorraussetzung des Denkens dialektisch enthüllt sei, erfolge der Überschnitt vom Durchdenken der Vorraussetzungen zum Vorraussetzunglosen selbst, der Wirklichkeit des Guten. Das „Sonnengleichnis“ zeigte bereits, dass das Gute jenseits von allem anzusiedeln sei, wogegen das „Liniengleichnis“ besage, dass dieses „Jenseits“ nur für den Verstand unerreichbar sei, nicht aber für die Vernunft .
Das letzte und bekannteste Gleichnis Platons, ist das „Höhlengleichnis“. In ihm nähmen wir an, das einige Menschen seit ihrer Geburt an in einer Höhle lebten, jedoch gefesselt und unfähig ihren Kopf zu wenden. Sie könnten lediglich die Wand vor ihnen erblicken und die darauf abgebildeten Schatten, die von Gerätschaften her zeugen, die hinter deren Rücken getragen würden. Sie könnten einzig die Schatten dieser Gegenstände betrachten und nicht etwa noch ihre Träger, da sie sich hinter einer Wand befänden. Als Lichtquelle diene Feuer, was bedeute, dass sie wirklich nur Schatten kennten. Würde man eines Tages beschließen einen Menschen freizulassen, bzw. dieser sich aus eigenen Stücken befreien, würde dieser erst einmal geblendet werden, von der Helligkeit des Feuers und die alt gekannte Wirklichkeit immer noch für wahr halten. Zwänge man ihn die Höhle aufzusteigen, würde er sich, der Schmerzen wegen, wieder in die Höhle zurück wünschen. Gewöhne man ihn jedoch langsam an den neuen Zustand der Freiheit, würde er erst die Schatten der Dinge erkennen, schließlich ihre Spiegelbilder und dann sie selbst. Hinausgehen würde er zunächst noch bei Nacht, letztendlich aber würde er in die Sonne selbst blicken und erkennen, dass sie die Ursache von allem sei und alles was ihm davor als Wirklichkeit erscheinet, nur Schein sei. Bei der Rückkehr hingegen dauere es sehr lange bis er sich in der Schein-Wirklichkeit in der Dunkelheit wieder zurecht finde. Die Anderen sähen dies als Beweis der Untauglichkeit, der draußen erworbenen Erkenntnis, an und jeder Versuch sie zu befreien, würde in Mord enden. Das, wofür die Höhle stehe, sei der Bereich des Sinnlichen und stelle das gewöhnliche Dasein dar. Die Schatten zeigten die Umgebung wie unsere Sinne sie uns zeigten und das Feuer wiederum sei die gewöhnliche Sonne. Draußen befinde sich der Bereich des Geistigen, in der die Sonne die „Idee des Guten“ verkörpere. Der Weg von der Höhle ins Licht sei die Erkenntnis, der Aufschwung der Seele in die Welt der Ideen. Erst von der Ursache her, würde das Verursachte verständlich, darum könne nur der etwas verstehen, der das Gute verstanden habe. Wer jedoch gezwungen würde den Aufstieg zu wagen, würde sich sträuben, Widerstand leisten und das ganze Vorgehen von vornherein ablehnen. Er würde zwar die Gegenstände, das Feuer und die Außenwelt im Tageslicht sehen, jedoch nur mit geblendetem Blick und hielte deswegen die menschliche Welt stets für das reale Sein. Wenn er sich denn schon in der sinnlichen Welt täusche, würde er sich in der geistigen erst recht irren. Der Aufstieg würde nur vorrangetrieben vom Wissen des Nichtwissens, denn nur wer suche, weiß, dass ihm etwas fehle, das er noch nicht besitze. Der Gezwungene jedoch glaube bereits zu wissen, weshalb der alte Glaube durch die Erkenntnis nicht erschüttert werden könne. Er entwickele sogar Hass auf den, der ihm die angebliche Sicherheit nehmen wolle. Sein ganzes Verhalten zeige sein engstirniges Weltverständnis auf. Für Platon haben die „Ideen“ die eigentliche Wirklichkeit und das Gleichnis zeigt, das sie wirklich die einzig wahre Realität sind.



2.4 Der Staat


2.4.1 Kritik an bestehenden Staatformen

Für Platon stellt der Staat die höchste Form des sittlichen Lebens dar, nämlich das sittliche Leben in der Gemeinschaft in einem guten Staat. Jedoch bemängelt er einiges an bereits bestehenden Verfassungen.
Die Oligarchie komme durch Reichtum zustande, was gleichzeitig ihr größtes Gut sei. In ihr würde das Vermögen hoch geschätzt und die Hab- und Selbstsucht der Reichen schließe die Armen von der Herrschaft aus. Somit sei armen Fachmännern nicht gestattet ihre Kenntnisse unter Beweis zu stellen. Anstelle von einer Gemeinschaft bildeten sich zwei Staaten in einem, der eigentlich einen darstellen solle: der Staat der Reichen und der Staat Armen, welche sich gegenseitig bedrohten. Die Menschen strebten nun nicht nach Weisheit und Gerechtigkeit, sondern nach Profit. Ausgeglichene Persönlichkeiten könne man in diesem Staat nicht vorfinden. Das Bedürfnis und die Unersättlichkeit der Reichen ergreife die Herrschaft und die Vernachlässigung alles anderen, vor allem die Verarmung der größten Bevölkerungsschicht führe schließlich zum Untergang.
Dies sei der Übergang zur Demokratie, welche oftmals durch Revolution eingeleitet würde. Ihr oberster Wert und Schlagbegriff sei die Freiheit. Die Mehrheit des Volkes ergreife nun die Macht und lasse das Los entscheiden, wer die politische Führung übernehmen solle. Die Ämterbesetzung sei somit nicht mehr an Qualifikation gebunden. Jedoch sei keiner gezwungen sich am Regiment zu beteiligen, denn jeder dürfe tun worauf er Lust habe, das besage die „[...] vergnügliche Verfassung, ohne Regierung, buntscheckig, und verteilt eine angebliche Gleichheit gleichermaßen an Gleiche und Ungleiche. “ Die Masse plädiere auf unbeschränkte Meinungsäußerung und die Jugend sei fast unerziehbar, da sie sich Älteren gleichstellten, welche sich wiederum unter die Jugend setzten. Das ganze Volk lasse seinen Bedürfnissen freien Lauf und durch diese demokratische Maß- und Zügellosigkeit erkenne der Mensch keine Notwendigkeit mehr in seiner Existenz, wie in geistigem Anspruch. Richtige Grundsätze, schöne Bestrebungen und Kenntnisse fehlten in der Seele und der Mensch würde Sklave seiner eigenen momentanen Bedürfnisse und Launen. In der Demokratie seien die Menschen genauso unersättlich an Freiheit, wie die Oligarchen an Reichtum. Durch die Absolutsetzung der Freiheit, schlüge Demokratie schnell in Tyrannei um. Das geschehe durch die Umwertung der Werte. Da würde Scham zur Dummheit, Besonnenheit zu einem Mangel an Männlichkeit, Mäßigung zu seelischer Verkrüppelung und Unfreiheit, Verschwendung zu weltläufiger Lebensart. Alles was auf die Spitze getrieben wurde, löse sich in Umschlag auf. So auch die Demokratie, durch die, wie schon eben erläutert, Unersättlichkeit der Menschen an Freiheit.
Die Schwäche der vielen, würde durch den, von ihnen selbst zum Führer gemachten, ausgenutzt. An der Macht stehe nun der Tyrann. Diese Willkürherrschaft sei die Reaktion gegen die Demokratie. Die Menschen lebten nun in Knechtschaft und seien ungerechten Beschuldigungen, Verbannungs- und Todesurteilen ausgesetzt. Sie lebten in Not und Abhängigkeit, wogegen der Herrscher all seine Bedürfnisse auslebe, sich keiner Regel unterwürfe und die Maßstäbe schamlos entgrenze, sich sogar selbst zum Maß aller Dinge mache. Der Tyrann könne niemandem trauen. Er sei auch nicht fähig Freundschaften aufzubauen, auf Grund seines Egoismus, oder gar seine unersättlichen Bedürfnisse zu stillen. Die Strafe für einen, der seine Willkür auslebe, sei das Fehlen von Vernunft, was hieße, dass er zu einem schlechten Leben verurteilt sei.


2.4.2 Der ideale Staat

Genau wie die menschliche Seele in Begierde, Wille und Vernunft dreigeteilt sei, sei der Staat in drei Stände einzuteilen: den Gewerbetreibenden, welche sich um Ernährung und Erwerb kümmerten, den Kriegern, bzw. „Wächtern“, welche die Polis nach außen hin verteidigten und den Herrschenden, die die Polis durch Vernunft leiteten und regierten. Die Gerechtigkeit umfasse, wie beim Individuum, alle drei Stände und solle für den rechten Einklang sorgen. Jeder benötige die Hilfe anderer um zu überleben. Daraus entwickele sich die Gemeinschaft, in der, auf Grund unterschiedlicher Begabungen, Arbeitsteilung herrsche. Schon als Kind kriegten die Bürger gelehrt, dass Gott der Maßstab für alles Gute und Böse sei, da er in seiner Unwandelbarkeit die Vollkommenheit selbst sei. Tugend sei also der Weg, der menschlichen Unvollkommenheit zu entkommen. In der idealen Polis gebe es keine Maßstabs- und Orientierungslosigkeit wie in der Demokratie, genauso wenig wie ein Erbrecht. Jedes Kind sei zu gleicher Bildung berechtigt und für sich selbst verantwortlich sich ganz nach oben zu arbeiten, ganz gleich woher es stamme. Die Grundelemente der Erziehung bestünden hauptsächlich aus Musik, welche die Seele stärke, ausbilde und dem Schüler Milde und Weichheit verleihe, ihm Tugend theoretisch vermittele, und Gymnastik, die den Körper forme, Mut und Stärke ausbilde und die vermittelte Tugend praktisch einübe. Vereine man in sich diese beiden Komponenten, so sei das harmonische Ebenmaß des Charakters entwickelt. Im Alter von zwanzig finde die erste Prüfung statt, die entscheiden würde, wer sich als Wächter, bzw. Regent eignete. Die Unfähigen scheiteten aus, wobei die Verbleibenden weitere zehn Jahre erzogen würden, bis eine neue Auswahl statt finde, die entscheide, wer die nächsten fünf Jahre eine intellektuelle Schulung in Philosophie erhalten würde. Wer auch dies überwunden habe, würde weitere fünfzehn Jahre, bis zum Alter von fünfzig, Erfahrungen im praktischen Leben sammeln und seine Gewandtheit schulen. Erst jetzt würden die Besten die Führung übernehmen, ohne sich vorher einer weiteren Prüfung, bzw. Wahl unterziehen zu lassen. Nun, da Weisheit und Macht ineinander vereint seien, stehe dem Regenten nichts mehr im Wege, außer seiner eigenen, zwischenmenschlichen Grundtriebe, wie Hunger und Liebe, also Geld und Besitz und Frau und Familie. „Wächter“ und Herrscher dürften aus diesem Grund weder Eigentum, noch eigenes Haus oder Ehefrau besitzen. Sie würden von den Bürgern mit Geldmitteln unterstützt, seien somit auch abhängig von ihnen und sie nähmen stets gemeinsame Mahlzeiten ein, genauso wie sie gemeinsam wohnten. Des weiteren gehörten die Frauen, sowie ihre Kinder allen gemeinsam. Als Erwerbstätiger dagegen, dürfe man alles besitzen, würde jedoch komplett vom politischen Einfluss ausgeschlossen. Zu welchem Stand die Polismitglieder gehörten, entschieden nach wie vor die Anlagen. Die Gewerbetreibenden hätten die Aufgabe, je nach Begabung, sich verschiedenen Arbeitsbereichen zuzuwenden und die Ernährung, bzw. den Erwerb zu sichern. Die Aufgabe der „Wächter“ bestehe vor allem darin dem Freund mit Sanftheit gegenüberzutreten und dem Feind mit Härte. Er solle Tapferkeit und Willensstärke in sich vereinen und genauso von philosophischer Natur sein, damit er es schaffe Freund von Feind zu unterscheiden. Philosophisch angehaucht dürfe er jedoch, ebenfalls wie der Regent, nicht mehr seiner Selbstsucht unterliegen. Der gute Herrscher solle vor allem darauf achten das Allgemeinwohl und das Eigeninteresse in Balance zu halten und durch den Besitz der Wahrheit den Staat verantwortungsvoll leiten und somit in ihm die staatliche Gerechtigkeit verwirklichen. Platon zielt mit diesem Idealstaat vor allem darauf, zu verdeutlichen was Gerechtigkeit ist und stellt eine Analogie zwischen dem Verhältnis der Seelenteile und der idealen Ordnung der Staatskörpers her:





2.4.3 Tugend in der Polis und im Menschen

Die Tugenden in Polis spiegelten die Tugenden des Einzelmenschen wider. Die Weisheit sei die Einsicht des Ganzen und befähige zum richtigen Umgang mit sich selbst und anderen Städten. Somit liege die Weisheit beim kleinsten Teil des Gesamten, den Regenten. Die Tapferkeit sei das Vermögen, stets richtig einschätzen zu können was zu fürchten sei und was nicht, welches vor allem gegen Gegner und Anfechtungen aufrecht erhalten werden müsse. Drum falle diese Aufgabe den „Wächtern“ zu. Die Besonnenheit dagegen, sei eine Tugend die der gesamten Polis zukomme. Sie sei nämlich das Einverständnis aller, dass die Weisen und Vernünftigen herrschten und dass die eher Bedürfnisorientierten sich den Herrschern unterordneten. Die allumfassende Gerechtigkeit halte die Polis in ihren Bestand, denn im Grunde sei sie das „Tun des Seinen“. Demnach sei sie das allgemeine Prinzip der ständige Ordnung, wenn jeder seiner Aufgabe nachgehe.
Die Tugend in der Polis würde mit drei Ständen verglichen, demnach müsse es im Menschen ebenfalls drei Kräfte geben denen sich die Tugenden zuordnen könnten. Der Trieb giere nach Erfüllung, die Vernunft aber verwehre diese. Der Wille sei der Mittler zwischen den beiden und setze entweder die Entscheidungen der Vernunft um oder mache sich dem Trieb untertan. Wenn Gerechtigkeit in der Polis das „Tun des Seinen“ sei, dann wäre Gerechtigkeit im Menschen, wenn jeder innerpsychische Instanz eine eigene Tugend entwickele. Der Vernunft würde die Weisheit zu kommen, dem Willen die Tapferkeit und dem Trieb die Besonnenheit. Nur so lebe der Mensch mit sich selbst in Harmonie, welche zum Beispiel gestört würde, wenn der Trieb über Verstand und Wille herrschen würde oder wenn gar die Gerechtigkeit überhaut nicht existieren würde.




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