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Perikles - Referat



Perikles, lebte von ca. 490 v.Chr. bis 429 v. Chr. in Athen und gehört zu den führenden Staatsmännern der Antike.

Seine aristokratische Abstammung erleichterte es ihm sicherlich, eine politische Laufbahn einzuschlagen. Sein Vater, Xanthippos, gehörte einem weniger vornehmen Adelsgeschlecht an, seine Mutter, Agariste, entstammte jedoch dem Adelsgeschlecht der Alkmeoniden und war mit Kleisthenes verwandt. Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. hatte Kleisthenes die politische Ordnung Attikas ausschlaggebend umgestaltet. Ihm wird die Einführung des Ostrakismos (Scherbengericht, dabei wurden Bruchstücke aus Tonscherben als Stimmzettel verwendet), der Grundgedanke der Isonomie (Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz), der Rat der 500 und die Phylenreform zugeschrieben.

Kylon

Zum einen erleichterte Perikles sicher die Abstammung von den Alkmeoniden den Aufbau seiner politischen Laufbahn, dennoch wurde ihm auch der kylonische Frevel, der noch nicht gesühnt war, immer wieder zum Vorwurf gemacht. Kylon, der durch seine Siege bei den Olympischen Spielen zu Ruhm gelangt war, benutzte seine Verbindungen zu einflussreichen Menschen, und wollte sich zum Tyrannen von Athen erklären, wie es schon sein Schwiegervater getan hatte. Aus ganz Attika kamen aber die Adelsgeschlechter und belagerten den Burgberg, so dass Kylon mit seinem Bruder fliehen musste, wobei er seine Mitstreiter im Stich ließ. Nachdem die erfolglosen Mitstreiter Zuflucht im Tempelbezirk suchten, ergab sich für die belagernden Griechen eine erneute Zwangslage. Da sie glaubten, dass der Tod von Menschen an heiligen Städten, Verderben über die ganz Stadt bringt, versprachen sie den Verschwörern freien Abzug aus dem Tempel. Der Alkmeonide Megakles und die ursprünglichen aristokratischen Staatsoberhäupter leiteten die Belagerung und brachen prompt ihren Eid, als die Verschwörer herauskamen, ließen sie sie hinrichten. Auch diejenigen, die sich an den Altar der Erinnyen klammerten, der Göttinnen, von denen die Griechen glaubten, dass sie furchtbare Rache an Mördern nehmen. Megakles und seine Angehörigen wurden zu Frevlern gegenüber Athene, der Schutzgöttin der Stadt, erklärt. Zur Sühne mussten die Alkmeoniden ins Exil, ihr Vermögen und ihr Einfluss genügte aber, um nach Jahrzehnten ihre Rückkehr aus der Verbannung nach Attika zu erreichen. Sehr schnell beteiligten sie sich wieder am politischen Geschehen und griffen wie vorher in das Kräftespiel der athenischen Aristokratie ein. Dieser kylonische Frevel wurde Perikles noch 200 Jahre später immer wieder vorgehalten.

Peisistrados

In Athen herrschte lange Zeit die aristokratische Oligarchie, dadurch ergaben sich zwischen den Adelsgeschlechtern immer wieder Machtkämpfe und Rivalitäten – auch während der Zeit von Perikles. Um die politische Kontrolle über eine Polis zu erringen, putschte sich der Anführer eines griechischen Adelsgeschlechts an die Macht und konnte, als Tyrann, die wichtigsten Aufgaben im Staat an seine Verbündeten verteilen. So hatten im 6. Jahrhundert v. Chr. die Peisistratiden eine Tyrannis in Athen aufgebaut, wodurch die beiden Adelsgeschlechter der Alkmeoniden und Philaiden gehindert wurden, ihre Macht weiter voran zu treiben. Anstatt sich gegen die bestehende Tyrannis aufzulehnen, arrangierten sich die Alkmeoniden mit den Peisistratiden. Peisistratos war bereits aus Athen vertrieben, da verbündetet sich Megakles von den Alkemeoniden, ein Nachfahre des Megakles aus dem kylonischen Frevel, mit ihm und half ihm bei der Rückkehr nach Athen. Die Heirat Megakles Tochter sollte den Pakt zwischen den Adelsgeschlechtern festigen. Peisistrados vollzog nach der Heirat aber die Ehe nicht, für Megakles war dies ein Vertragsbruch, so dass er gegen Peisistrados intrigierte. Kurzzeitig musste Peisistrados das Feld räumen, schaffte es aber ca. 10 Jahre später erneute eine Tyrannis aufzubauen, die bis zu seinem Tod im Jahr 528/527 v. Chr. andauerte und dann auf seine Söhne überging.

Militiades und Kleomenes I.

Die Philaiden hatten sich gegen die Herrschaft der Peisistratiden nie aufgelehnt und die Alkmeoniden fanden sich ebenfalls damit ab. Dabei konnte der Philaide, Militiades d. Ä., im Einvernehmen mit Peisistrados, die thrakische Halbinsel Gallipoli für Athen kolonisieren und der Alkmeonide Kleisthenes wurde nach dem Tod des Tyrannen, unter der Führung der Söhne des Tyrannen, der Archon Eponymos – also Teil der Staatsführung. Nach ihm übernahm der Philaide Miltiadis d. J., der spätere Sieger von Marathon, das Amt. Peisistratos Sohn, Hipparchos wird im Jahr 514 v. Chr. ermordet, die Täter Harmodios und Aristogeiton werden als die Tyrannenmörder verehrt. Obwohl die Ermordung die Tyrannei noch nicht beendete, begannen damit eine Reihe von Schritten gegen die Tyrannis. Nach dem gescheiterten Versuch der Alkmeoniden, aus dem Exil in Leipsydron ein Bollwerk gegen die Peisistraiden zu errichten, änderten sie ihre Strategie und wollten sich mit den Spartanern verbünden. Vermutlich haben sie auch in dieser Zeit das Orakel von Delphi bestochen, damit die Pythia den Spartanern bei einer Weissagung befahl, Athen zu befreien. Die Alkmeoniden versuchten ebenfalls mit der Führung der Spartaner zusammenzuarbeiten, Kleomenes I. war zu dieser Zeit die einflussreichste Persönlichkeit in Sparta. Die fortwährend gleiche Auskunft des Orakels beeinflusste dabei die Bevölkerung Spartas und führte am Ende zur Entscheidung der Apella über eine Intervention.

511 v. Chr. versuchte Sparta zum ersten Mal die athenische Tyrannis zu beenden, scheiterte aber. Ein Jahr später, besser vorbereitet und angeführt von Kleomenes I., gelingt es den Spartanern, einige Familienmitglieder der Peisistraiden gefangen zu nehmen. Der Peisistratide Hippias, der sich auf der Akropolis verschanzt hatte, erklärt sich bereit zu kapitulieren, wenn die Gefangenen mit freiem Geleit ausgetauscht werden. Damit ist die Tyrannei in Athen beendet.

Damit war der Grundstein für eine politische Neuordnung Athens gelegt. Kleisthenes setzte sich gegen Isagoras durch und statt der Rückkehr in die Adelsherrschaft, wurde das politische System unter Einbezug der nicht-adeligen Bürgerschaft deutlich geöffnet. Der jetzt mögliche Einfluss auf die politische Willensbildung der Bürger, übertraf auch die Reform von Solon. Damit entstand im Großraum Attika eine politische Organisationsform, die von allen Schichten der Bürger getragen wurde. Die athenische Polis war damit in der Lage, einen entscheidenden Erfolg gegen die Invasionsstreitkräfte des Perserreichs zu erreichen. Kleisthenes wusste, dass die Zufriedenheit der breiten Bevölkerung, ein wichtiger Bestandteil stabiler politischer Herrschaft ist und ihm die Unterstützung der Bürger gegen den Spartaner Isagoras sicher ist. Dabei nahm er sich Peisistratos zum Vorbild. Der Alkmeonide Kleisthenes war der Reformer des politischen Athens, der Philaide Militiades dagegen war der berühmte Sieger von Marathon, unter seiner Führung wurde das zahlenmäßig weit überlegene Heer der Perser besiegt. Dabei setzte Militiades den Beschluss der Ekklesia durch, den Persern in einer offen Feldschlacht entgegen zu zuziehen, anstatt sich in der Stadt zu verteidigen. Wahrscheinlich ist auch, dass die Alkmeoniden noch zu dieser Zeit ein Bündnis mit den Persern gegen Sparta erreichen wollten. Zwischen den beiden persischen Angriffen auf Athen überredete Militiades die Athener mit dem Versprechen auf große Beute zu einem Feldzug gegen die Insel Paros, der scheiterte. Xanthippos, der Vater von Perikles, nutzte die Gelegenheit, um Militiades wegen Betrugs anzuklagen und verhängte ein hohes Bußgeld. Militiades starb jedoch bald darauf und so zahlte sein Sohn Kimon die Strafe. Kimon erreichte während des Aufbaus des attischen Seenbundes eine so große politische wie militärische Macht in Athen, dass man auch von der kimonischen Ära spricht.

Obwohl Kimons Feldzug gegen Thasos erfolgreich war, wurde er danach wegen Pflichtverletzung angezeigt – er habe Gebiete des makedonischen Königs Alexander I. auf Grund von Bestechung nicht okkupiert. Perikles erster politischer Auftritt war hier als Ankläger. Auch wenn das Verfahren gegen Kimon mit einem Freispruch endete, blieb dennoch ein Makel an ihm haften und 461 v. Chr. wird er durch Ostrakismos (Scherbengericht) aus Athen verbannt, ihm wurde vorgeworfen, ein Freund der Spartaner zu sein.

Der junge Perikles

Während der Machtkämpfe in dieser Zeit wurde Ostrakismos – Verbannung durch Scherbengericht, oft eingesetzt. Zuerst traf Perikles Onkel Megakles die Verbannung auf 10 Jahre, dann, 2 Jahre später seinen Vater Xanthippos. Ob seine Frau Agiriste ihn mit ihrem etwa 10 Jahre alten Sohn Perikles und seinen Geschwistern begleitet hat, ist nicht bekannt. 481 v. Chr. wurden alle durch das Scherbengericht Verbannten zur Unterstützung gegen den Feldzug des Perserkönigs Xerxes zurückgeholt. Über die Zeit des heranwachsenden Perikles ist kaum etwas bekannt, als Aristokrat hat er sicher dennoch eine gute Ausbildung erhalten. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen wurde immer auch auf körperliche Ertüchtigung geachtet. Boxen, Ringen, Fechten, Laufen, Weitsprung und Diskus – und Speerwurf waren die wichtigsten Disziplinen. Mit den Epen von Homer, nach Platon „der Erzieher Griechenlands“, kam auch die musische Erziehung nicht zu kurz, dabei war die griechische Vorliebe für den Wettstreit, mit dem Ziel immer der Beste zu sein, und die Verehrung für Homer auf gegenseitige Wertschätzung gegründet.

Über die Lehrer des jungen Perikles herrscht dagegen Uneinigkeit. Dabei nennt Plutarch so berühmte Namen wie Anaxagoras, Damon und Xenon und auch wenn die zeitliche Zuordnung des Geburtsdatums von Perikles nicht genau feststeht, so waren diese Philosophen eher gleichaltrige Freunde, denn Lehrer. Die Zeit des Perikles war aber auf jeden Fall die Zeit der älteren Sophisten, Protagoras und Gorgias lebten zur selben Zeit. Damon, den Plutarch den Sophisten zurechnete, war für Perikles einer der wichtigsten Berater. Von Damon bekam Perikles die Empfehlung, Laienrichter zu bezahlen, dadurch konnte Perikles später das Athener Zensuswahlrecht auch bei den unteren Klassen durchsetzen, auch wenn er mit Kimon, der wesentlich mehr Vermögen hatte, nicht konkurrieren konnte.

Über die Kindheit und Jugend des Perikles gibt es kaum genaue Informationen. Im Jahr 472 v. Chr. wird für das Theaterstück „Die Perser“ ein Chorege namens Perikles erwähnt. Der Chorege profitierte mit der kompletten Finanzierung einer Aufführung nicht materiell, aber sein Ansehen stieg dadurch immens. Perikles verschaffte sich als Chorege einen sehr guten Start in das öffentliche Leben der Stadt. Themistokles, der Held der Schlacht von Salamis, wird auch im Theaterstück „Die Perser“ gefeiert. Drei Siege waren am Ende notwendig, um die Perser zu vertreiben, zweimal wurde Athen dabei geplündert. Da der Perserkönig die vorgelagerten Inseln Kleinasiens, die von den Ioniern besiedelt waren, für sich beanspruchte, begann mit der Aufnahme der Inselgriechen in den Hellenenbund, die Gründung des delisch-attischen Seebundes. Wegen der zweimalige Plünderung Athens durch die Perser, wurde der Bau einer Mauer um Athen beschlossen. Trotz aller Widerstände trieb Themistokles den Bau voran, die Spartaner, die den größten Widerstand leisteten, hielt er solange hin, bis die Mauer die erforderliche Höhe hatte und erklärte Athen dann zur befestigten Stadt. Damit begann der Weg Athens, sich neben Sparta als zweite griechische Führungsmacht zu positionieren und die Vormachtstellung Spartas in Zweifel zu ziehen.

Auch innerhalb Athens beginnen die Machtverhältnisse sich zu ändern. Die unterste der vier Zensusklassen, die Theten, die als Ruderer maßgeblich am Sieg von Salamis beteiligt waren, verlangten nun, mit neuem Selbstbewusstsein, nach mehr politischer Macht. Die politische Elite war, zumindest in Teilen davon überzeugt, dass eine Einbindung der Bürgerschaft, für Athen eine Stärkung sein würde. Der Sieg bei Salamis bedeutet für Athen den Aufstieg als vorherrschende Seemacht in der Ägäis. Die gestiegene Bedeutung der Flotten und damit der Theten, heißt aber auch Einbußen vieler politischer Privilegien der höheren Zensusklassen. Es wurde eine neue Symmachie gegründet, der delisch-attische Seebund. Die ewige Dauer des Bündnisses sollte mit dem Versenken eines Eisenklumpens im Meer, symbolisch bestätigt werden. Die kimonische Ära von 478 – 462 v. Chr., benannt nach Kimon, einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der Anfangszeit des Seenbundes, war die Zeit, in der Perikles zum volljährigen Bürger heranwuchs und auch den Militärdienst leistete.

Als die Insel Thasos aus dem Seebund austreten wollte, startete Athen einen Feldzug gegen Thasos, der zwei Jahre dauerte, obwohl Kimon als erfahrener Feldherr das Kommando führte. Nachdem Thasos kapituliert hatte, musste es unter anderem auf seine thrakischen Besitzungen verzichten und damit auch auf die Gold- und Silberminen, auf dem gegenüberliegenden thrakischen Festland. Das Edelmetallgeschäft war natürlich auch für Athen interessant und es versuchte sich ebenso Zugang zu den Edelmetallvorkommen zu verschaffen. Der Feldzug unter Kimons Führung hatte relativ lange gedauert, aber, dass er danach wegen Bestechlichkeit angeklagt wurde, damit konnte er nicht rechnen. Ihm wurde vorgeworfen, nicht weiter nach Makedonien eingedrungen zu sein, was ein Leichtes gewesen wäre, da Alexander I. ihm eine hohe Bestechungssumme
angeboten habe. Einer der Ankläger war Perikles, der damit das erste Mal in einem politischen Streit erwähnt wird. Damit hat Perikles auch seine politische Stellung gegen den für Sparta freundlich eingestellten Kimon, dargelegt. Dass Miltiades, der Vater von Kimon, Jahre zuvor von Xanthippos, Perikles Vater, wegen eines gescheiterten Feldzugs angeklagt wurde, und nun Perikles als Ankläger gegen Kimon eingesetzt wurde, war sicher kein Zufall und von Kimons Gegnern so beabsichtigt. Allerdings wird Kimon im Gegensatz zu Miltiades freigesprochen.

Da Kimon ein Freund der Spartaner war, bat Sparta 464 v. Chr. die Athener um Hilfe, als nach einem schrecklichen Erdbeben, die in Sklaverei gehaltenen Messeiner einen Aufstand wagten und sich am Ende in die Berge flüchteten um erbitterten Widerstand zu leisten. Athen sah in den Spartaner jetzt eher einen Rivalen, dessen Schwäche es auszunutzen galt, als einen Verbündeten und so kam es zu einer heftigen Diskussion. Letztendlich kann Kimon die Volksversammlung aber dennoch davon überzeugen, Sparta mit einem Heer von 4000 Hopliten zu unterstützen, wird aber von den Spartanern wieder heimgeschickt, als seine Truppen nicht gleich erfolgreich waren. Durch diesen Auszug der Volkstruppen änderte sich in der Volksversammlung das Mehrheitsverhältnis zugunsten der Theten. Die 4000 abwesenden Hopliten konnten ja nicht an den Abstimmungen der Ekklesia teilnehmen. Der Areopag, der die Aufsicht über die Beamten ausübte und die Beschlüsse auf ihre Rechtmäßigkeit prüfte und gegebenenfalls sogar aufhob, wurde von Ephialtes bei dieser Gelegenheit entmachtet. Auch Perikles war ein Unterstützer der Entmachtung des Areopags, wird aber nicht als Hauptakteur genannt. Dass die Truppen um Kimon zurückgeschickt wurden, empfanden die Athener als Affront und so kündigten sie den Spartanern den Hellenenbund. Kimon wird beim Versuch die Reformen des Ephialtes rückgängig zu machen durch Ostrakismos für 10 Jahre aus Athen verbannt.

Die Geschichtswissenschaft ist sich uneins über die damalige Rolle des Perikles. Nach der Verbannung Kimons begann eine politische Zeitenwende, aber begann auch Perikles politischer Aufstieg direkt nach dem Tod des Ephialtes, oder wurde er erst 451 v. Chr. zum Anführer der Demokratiebewegung in Athen? Für Donald Kagan, ein amerikanischer Historiker, beginnt Perikles Aufstieg zur politischen Hauptfigur Athens, schon direkt nach dem Tod von Ephialtes. Andere Historiker sind, auf Grund der wenigen sicheren Quellen, davon überzeugt, dass der Zeitabschnitt oft zu frei interpretiert wird.

Der Politiker Perikles

461 – 451 v.Chr. ist somit das historisch am wenigsten gesicherte Jahrzehnt im Leben des Politikers Perikles. Die moderne Forschung sieht Perikles allerdings in den 50er Jahren an der Spitze des attischen Gemeinwesens. Für diesen Zeitraum war er für alle innen- und außenpolitische Aktionen Athens verantwortlich und damit auch für alle Erfolge und Misserfolge. Aber auch eine andere Tendenz, dass Perikles erst ab den Jahren 455/4 als Feldherr in den Quellen erwähnt wird, hat ihre Anhänger. Nach der Wahl zum Strategen (Feldherrn) hat Perikles in dieser Zeitspanne den Beschluss der Volksversammlung zur Zahlung von Tagegeld für Laienrichter veranlasst. Damit wurde den unteren Einkommensschichten erleichtert, das Amt des Laienrichters auszuüben, wenn die Zahlungen auch nicht den vollständigen Lebensunterhalt absichern konnten. Schon bald danach wurden Tagegelder für den Rat der 500 und dann auch für die Teilnahme an der Ekklesia beschlossen.

Ephitales Reformen führten zu einer Machtverschiebung in Richtung Volksversammlung, der Ekklesia; die Gerichtsbarkeit wurde durch Laienrichter ausgeübt. Der von Kleisthenes gegründete Rat der 500 war die Grundlage der attischen Demokratie. Dennoch ist eine durchgängige Volksherrschaft für diesen Zeitraum kaum denkbar. Machtzentren einer Herrschaftselite wurden durch das Prinzip der jährlichen Verlosung von Ämtern und wichtigen Positionen erschwert. Athen herrschte mit dieser radikalen Form von Demokratie über den Seebund, mit einer teils aggressiven Politik. Die militärische Stärke wurde dazu genutzt, Austritte aus dem Seebund zu verhindern oder Beitritte zu erzwingen. Offene Konflikte mit Sparta oder dem Peleponnesischen Bund wurden nicht mehr gescheut. Die langen Mauern um Athen, die auch den Hafen Piräus unbezwingbar machten, machten die Belagerung Athens mit einem Fußheer quasi unmöglich. Megara wechselte, auf Grund von Streitigkeiten mit Korinth, aus dem Peleponnesischen Bund auf die Seite Athens, damit waren die Gebirgspässe, die einzige Landverbindung zwischen der Halbinsel Peleponnes und dem restlichen Griechenland, leicht zu kontrollieren und zu verteidigen. Bald darauf, 460 v. Chr., begann der erste Peleponnesische Krieg und die ägyptische Expedition. Um 458 v. Chr. griffen die Spartaner mit einer großen Landstreitmacht in Mittel-Griechenland ins Geschehen ein. Als Sikyon zum zweiten Mal Ziel eines attischen Feldzugs wird, war Perikles der kommandierende Feldherr.

Nach dem Ende von Kimons Verbannung 451 v. Chr., wird ein 5-jähriger Waffenstillstand mit Sparta ausgehandelt. Die letzte große kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Seebund und dem Persischen Reich, war die Schlacht bei Salamis auf Zypern. Der sogenannte Kalliasfrieden 449 v. Chr. gründet sich auf den Waffenstillstand zwischen Athen und Persien durch den Unterhändler Kallias. Dies soll der Zeitpunkt der Neuorientierung der attischen Politik unter Perikles sein. Nun gibt es bezüglich des Kalliasfrieden auch wieder unterschiedliche Meinungen von Historikern. In der Biografie über Perikles liest man über dessen Verdienste in Bezug auf den Kalliasfrieden, ungeachtet dessen, ob es diesen Frieden nun gab, sicher ist, dass die politische Macht des Perikles 451 /0 v. Chr. in Athen zunahm und er damit für viele Jahre der einflussreichste Politiker war. Perikles schafft es durch seine exzellenten Reden immer wieder, die Ekklesia zu den von ihm gewünschten Beschlüssen zu überzeugen.

Zur selben Zeit, als die Kampfhandlung gegen die Perser eingestellt wurden, steigt Perikles zum wichtigsten Staatsmann Athens auf. An der Gestaltungsmacht des Perikles scheiden sich wieder die Geister der Historiker: prägte er auf Grund seiner Entscheidungsmacht allein das Stadtbild Athens und deren Politik und Kriege? 451/0 v. Chr. wurde eine Regelung zum Beschluss des Athener Bürgerrechts gefasst. Allerdings war diese Neuregelung für die aristokratische Oberschicht schlicht ein Ärgernis. Die Kinder aus Ehen mit Partnern aus anderen Poleis würden in Athen kein Bürgerrecht mehr haben, damit würde der Einfluss der Oberschicht natürlich zurückgedrängt.

Innerhalb der verschiedenen Ämter, die Perikles innehatte, spielten das Amt des Bauvorstehers und das des Strategen die wichtigste Rolle, da sie nicht durch Losverfahren, sondern durch eine Wahl vergeben wurden. Das bedeutete auch, dass eine Wiederwahl möglich war und dadurch wurde nicht nur die Bekanntheit, sondern auch die Bedeutung im öffentlichen Bewusstsein gefestigt. Außerdem verschaffte die Wiederwahl einen dauerhaften, bevorzugten Zugang zu den Sitzungen des Rats der 500, in denen die Anträge für die Entscheidung der Volksversammlung vorbereitet werden. Perikles gelang es zudem etwa 6 Jahre nach der Änderung des Bürgerrechts, seinen Rivalen Thukydides Melesiou per Scherbengericht in die 10-jährige Verbannung zu schicken. Thukydides setzte sich für die traditionelle Form der aristokratischen Oberschicht ein, Perikles, der der gleichen Oberschicht Athens entstammte, setzte sich aber ausdrücklich für die Volksherrschaft ein. Ebenso trat Perikles dafür ein, die von den Persern zerstörten Tempel aus der Seebundkasse wieder auf zu bauen. Plutarch beschreibt, dass Perikles als eigentlicher Bauherr fungierte. Bei vielen Historikern wurde damit das Bild des Perikles geprägt. Bei Kagan wird das noch deutlicher hervorgehoben. Auf jeden Fall kam der Aufbau der Tempel damit wieder voran und die Ekklesia wird wohl die wichtigsten Bauprojekte gesteuert haben, aber auch hier sind sich die Historiker nicht einig. Auch, wenn Perikles ein begnadeter Redner war und es verstand, die Masse für sich zu gewinnen, darf die Wankelmütigkeit eben dieser Massen nicht außer Acht gelassen werden. Perikles wusste, seinen Zuhörern zu schmeicheln und ihr Selbstwertgefühl zu heben.

In dieser Zeit wird die Milesierin Aapasia als Lebensgefährtin des Perikles beschrieben, aber sie war auch seine wichtigste Ratgeberin.

Die militärischen Konflikte pausierten nur kurz und noch bevor der Wiederaufbau der Tempel richtig vorangeht, beginn schon der Zweite Heilige Krieg. Die Phoker, die mit Athen verbündet waren, hatten sich das Orakle von Delphi, das den Spartanern sehr wichtig war, unter ihre Kontrolle gebracht. 448 v. Chr. gelang Sparta die Vertreibung der Phoker, diese hielt aber nicht lange an und die Lage in Mittelgriechenland blieb angespannt. In den Jahren 447/6 kam es zum Aufstand, Boiotien widersetzte sich dem, von Anfang an, unfreiwilligen Bündnis mit Athen. Die athenischen Truppen mussten eine schwere Niederlage einstecken, die mit einem wenig ruhmvollen Frieden endete. Böotien war wieder unabhängig. Ziemlich zeitgleich erklärte Euböa seinen Austritt aus dem Seebund. Perikles wollte ein Exempel statuieren, damit andere Staatenbundmitglieder erst gar nicht auf den Gedanken eines Austritts kommen sollten und setzte sofort mit einem großen Truppenaufgebot nach Euböa über.

Die Errichtung von Garnisonen und die Ansiedlung von Athenern auf dem Gebiet der Bundmitglieder, sicherte sich Athen, neben seiner Flottenstärke seine Vorherrschaft im Seebund. Die Härte, mit der Athen die Mitglieder des Seebunds zusammenhalten wollte, war aber nach dem Ende des Krieges gegen Persien nicht mehr zu rechtfertigen. Athen hatte sich die Führungsrolle in der Ägäis zugeschrieben, was durch die Erstellung der Prachtbauten auf der Akropolis und an anderen Stellen, unterstrichen wurde.

Athen hat sich in der Zeit, in der Perikles die Politik maßgeblich geprägt hat, als Tyrann der Ägäis gezeigt. Perikles selbst war aber zu keiner Zeit der Tyrann Athens. Alle Institutionen blieben erhalten, nur während der Invasion Attikas durch die Peleponnesier wurden die Volksversammlungen ausgesetzt, die Zustimmung der Ekklesia musste sich Perikles aber immer einholen. Allerdings ist es verständlich, dass Perikles bei seinen Standesgenossen so wenig beliebt war, wie ein Tyrann, da ihr Einfluss auf die Staatsgeschäfte verloren ging. 443v. Chr. wird von der Ekklesia ein Scherbengericht veranlasst, mit der Frage, soll Thukydides oder Perikles für 10 Jahre in die Verbannung geschickt werden. Laut Plutarch geht es dabei um die Prachtbauten, die mit immensen Kosten verbunden sind. Thukydides ist im Gegensatz zu Perikles für mehr Bescheidenheit. Trotz Kritik, die sich Perikles auch weiterhin gefallen lassen muss, ist es Thukydides, der in die Verbannung muss. Am schlimmsten sind wohl die Komödienschreiber, die die Beziehung von Perikles zu Aspasia mit derben Zotigkeiten beschreiben.

Der Peleponnesischen Kriege

431 v. Chr. bis 404 v. Chr. dauerten die Peleponnesischen Kriege an, sie waren der Höhepunkt zwischen dem Attischen Seebund und Sparta, der stärksten Landstreitmacht. Der Archidamische Krieg endete 421 v. Chr. „unentschieden“ mit dem Nikiasfrieden. Perikles erhielt zum Ende des Jahres 431 v. Chr. die ehrenvolle Aufgabe, die Gedenkrede für die Gefallenen zu halten. Im zweiten Kriegsjahr kam es zum Ausbruch der Seuche, die 5 Jahre lang wütete und tausende von Todesopfern forderte. Nicht nur seine Söhne und seine Schwester waren unter den Toten, auch Perikles selbst erlag der Seuche im Herbst 429 v. Chr.

Das goldene Zeitalter

In der Ära Perikles erlebte Athen einen ungeheuren kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung, die Athener waren sehr stolz auf ihre Stadt und sie waren stolz Athener zu sein, deswegen spricht man wohl vom goldenen Zeitalter. Prachtbauten werden errichtet, das attische Theater gewinnt an Zuspruch, die Dramen von Sophokles und Euripides werden aufgeführt. Protagoras und Anaxagoras zeigen den Athenern eine neue Weltsicht, noch bevor Sokrates als Philosoph in Erscheinung tritt.

Häufige Fragen:

  • Perikles – wer war er?

  • Von etwa 490 v.Chr. bis 429 v. Chr. lebte Perikles als herausragender Redner und bedeutender Politiker während der Blütezeit des klassischen Griechenlands.

  • Ist Perikles bürgerlich?

  • Perikles gehört zu den Aristokraten Athens, setzt sich aber für die Rechte der Bürger aller Klassen ein, so führt er zum Beispiel das Tagegeld für Laienrichter ein, damit es sich auch die niedrigere Klasse leisten kann, das Amt auszuüben.

  • Wie war die Stellung des Perikles zum Proletariat Athens?

  • Perikles verstand, was die Menschen aller Klassen an Wünschen hatten. Mit seinen berühmten Reden konnte er die Ideale der Bürger vertreten und durchsetzen, was ihn zu einem Vertrauten des athenischen Proletariats machte.

  • Was hat Perikles für die Griechen getan?

  • Die Attische Demokratie wird durch Perikles weiter ausgebaut, der Attische Seebund erreicht eine Vormachtstellung und ein immenses Bauprogramm, einschließlich des Baus der Akropolis findet statt.

  • Wie konnte Perikles die Athener Politik steuern?

  • Perikles macht seinen Einfluss geltend, indem er sich jährlich zu einem der 10 Strategen wählen ließ , regelmäßig an der Volksversammlung teilnahm und seine Verbindungen innerhalb der Phratrie (politisch orientierte Klubs) pflegte. Dabei half ihm sein Geschick als Redner.

  • Kann man die Demokratie unter Perikles als Vorbild für unsere heutige Staatsformen sehen?

  • Demokratie ist per Definition die Teilhabe des Volkes an der Macht im Staat. Die Grundidee stammt tatsächlich aus dem antiken Griechenland, dennoch gibt es große Unterschiede zu der Staatsform, die wir heute als Demokratie bezeichnen. Um nur ein Beispiel zu nennen, Frauen, Sklaven und Zuwanderer durften weder wählen noch ein Amt einnehmen.

  • War Perikles der Vater der Demokratie oder doch eher manipulativer Kriegstreiber?

  • Wenn man die historisch belegbaren Quellen betrachtet, dann erkennt man in Perikles tatsächlich den energischen Kriegstreiber des antiken Griechenlands. Das sogenannte perikleische Zeitalter ist ein in der modernen Forschung entstandenes Bild, das Perikles als den Unterstützer und Förderer der Kultur in Athen und als Bauherrn griechischer Monumente sieht.

  • Was war der Attische Seebund des Perikles?

  • Entstanden ist der attische Seebund bereits vor Perikles im 5. Jahrhundert v. Chr. beim Ringen Athens gegen Sparta um die Vorherrschaft. Sparta organisierte im Peloponnesischen Bund seine Verbündeten, Athen baute mit Perikles maßgeblichen Einfluss seinen Attischen Seebund weiter aus.

  • Was war die Intention der Grabrede des Perikles?

  • Nachdem Perikles 431 v. Chr. den Krieg gefordert hatte, sollte er nach der gewaltigen Niederlage die Grabrede für die Gefallenen halten. Dabei war ihm sehr wohl bewusst, dass er in dieser Rede auch den Krieg rechtfertigen musste. Thukydides hat ein großes Werk über diesen Krieg und auch über die Rede des Perikles geschrieben, das als Quelle dienen kann.

  • Konnte Perikles Sparta bezwingen?

  • Perikles konnte Sparta nicht bezwingen, da er vor Kriegsende der großen Seuche zum Opfer fiel. Athen kämpfte bis zur Niederlage weiter.

  • Wodurch geriet Athen 422 v. Chr. in einen neuen Krieg?

  • Der Waffenstillstand war offiziell abgelaufen und Kleon gelang die Rückeroberung von Torone und Skione.





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