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Nürnberger Prozess - Referat



Der Nürnberger Prozess


Über fünfzig Jahre nach dem Hauptkriegsverbrecherprozess sollte es möglich sein, das Ereignis von Nürnberg aus geschichtlichem Abstand besser zu beurteilen.
Dem ist aber nicht so.
Nürnberg wird zwar oft in Erinnerung gerufen, wenn Greuel in aller Welt zu verdammen sind, doch haben die Nationen nach 1945 allzu lange die Idee, ein ständiges internationales Tribunal zu schaffen, mit Entschiedenheit abgelehnt. Anfängliche Versuche der damals noch jungen UNO wurden überstimmt oder mit einem Veto abgeschmettert. Die meisten haben dabei wohl das Risiko für das eigene Land und seine Führungskräfte gefürchtet, nach außen aber völkerrechtliche Bedenken vorgebracht. Souveränität ist noch immer ein Freibrief für innenpolitische Willkür.
Als 1938 in Deutschland vor aller Augen die Synagogen in Flammen aufgingen, gab es Zuschauer, die applaudierten. Applaudiert wurde auch 1993, als vor aller Augen und laufenden Fernsehkameras Asylantenheime in Hoyerswerda in Flammen aufgingen.
Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber die Zukunft. Das ist in Nürnberg versucht worden.
Fünfzig Jahre danach haben die Vereinten Nationen mit dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag das Rechtsgut von Nürnberg wieder aufleben lassen. Die Prozesse gegen den serbischen Kriegstreiber Slobodan Milosevic und seine Helfershelfer lassen nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die möglichen Erfolge und Signalwirkungen erahnen. Daran ändert auch die paradoxe Tatsache nichts, dass ausgerechnet die USA, in Nürnberg noch treibende Kraft im Prozess, sich unter Präsident Bush weigerte, den Gerichtshof in Den Haag anzuerkennen.
Nun, 1945 hatte man sie. Und deshalb schwebt über dem Nürnberger Prozess bis heute in Deutschland das Urteil: Ein Gericht der Sieger über die Besiegten.
1918 hatte sich das Deutsche Reich dazu verpflichtet, deutsche Kriegsverbrecher von deutschen Gerichten aburteilen zu lassen. Kaum einer wurde angeklagt, niemandem geschah etwas. Nach 1949 lehrt sodann die Geschichte der Bundesrepublik, wie nachsichtig, wie skandalös milde viele Urteile gegen Schergen (Handlanger) der Hitlerzeit ausfielen, wie viele ungeschoren gelassen wurde.

Am 20. November 1945 begann in Nürnberg der vielleicht denkwürdigste Prozess der deutschen Geschichte. Alles an diesem Verfahren von Nürnberg sprengt die üblichen Vorstellungen. Es wird 218 volle Verhandlungstage in Anspruch nehmen und damit nur von dem größten Prozess der Weltgeschichte übertroffen, dem Parallelverfahren von Tokio, das 417 Verhandlungstage dauerte.
Das Sitzungsprotokoll von Nürnberg wird am Ende 4 000 000 Wörter umfassen und 16 000 Seiten füllen. Die Anklage legt 2 630 Beweisdokumente vor, die Verteidigung 2 700. Das Gericht nimmt die Aussagen von 240 Zeugen entgegen und sichtet 300 000 eidesstattliche Erklärungen. Den Angeklagten stehen 27 Hauptverteidiger, 54 Assistenten und 67 Sekretärinnen zur Verfügung. Die Vervielfältigung aller Schriftstücke in den 4 Verhandlungssprachen verschlingt 5 000 000 Blatt Papier mit einem Gewicht von mehr als 20 Tonnen. Im Fotolabor des Gerichts werden 780 000 Kopien auf 13 000 Rollen Fotopapier hergestellt. 27 000 Meter Tonband und 7 000 Schallplatten halten jedes Wort der Verhandlung zum Vergleich mit den Stenogrammen fest. 550 Büros, Sekretariate und Abteilungen verschreiben 22 000 Bleistifte. Die im Justizpalast mit ständigen Korrespondenten vertretenen Nachrichtenagenturen jagen fast 14 000 000 Wörter über ihre Fernschreiber in alle Erdteile.
Am Ende dieser großen Abrechnung mit dem Nationalsozialismus stand die Verkündung von 12 Todesurteilen. Angeklagt war auch ein verbrecherisches System, das international anerkannte Rechtsnormen gänzlich leugnete. Nicht zuletzt die derzeitigen Debatten über die Rolle des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag und über das Projekt eines internationalen Strafgerichtshof zur Ahndung von Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verleihen dem Nürnberger Prozess eine besondere Aktualität. Noch heute, eine Generation später, ist der Nürnberger Prozess, die große Abrechnung der Alliierten mit dem Dritten Reich, im Bewusstsein des Deutschen Volkes umstritten, verdrängt.

Der Prozess vor dem Internationalen Militär-Tribunal von Nürnberg gehört heute der Geschichte an. Trotzdem wirkt er in der Gegenwart und Zukunft fort.
Der historisch gewordene Prozess zeigte gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg hatte zunächst den Zweck, die Hauptschuldigen einer gerechten Bestrafung zuzuführen. Aber der Sinn und die Ausstrahlungen des Prozesses und der darauf folgenden 12 Nachfolgeprozesse waren viel weitgehender.
Das düstere Panorama des Dritten Reiches wurde durch Tausende amtliche deutsche Dokumente enthüllt: Die Befehle zum Überfall auf fremde Nationen, zur Ermordung Kriegsgefangener, abgesprungener Flieger, Juden, katholischer Priester, slawischer ``Untermenschen`` , ``nutzloser Esser`` , ``Minderrassiger`` und der wirklichen und angeblichen Gegner des NS-Regimes konnten Deutschland und der Welt präsentiert werden.

Die Durchführung des Prozesses zeigte gleichzeitig der Weltöffentlichkeit, wer außer Hitler, Goebbels, Himmler und anderen, die bei Eintritt der Katastrophe Selbstmord begingen, die Hauptschuldigen waren. 199 Angeklagte, von denen 38 in Nürnberg freigesprochen worden waren, hatten in 13 Prozesses die Anklagebank gedrückt – der beste Beweis dafür, dass die Alliierten in Nürnberg nicht von einer Kollektivschuld (Gruppenschuld) des deutschen Volkes ausgingen. Durch die Bestrafung dieser Angeklagten wurde gleichzeitig den neuen deutschen Parteiführern und Politikern der Rücken von Elementen freigemacht, die sich trotz verbrecherischer Bestätigung während des Naziregimes wieder in das politische Leben hineinzuschleichen versucht hatten.
Über diese Erkenntnisse hinaus ist Nürnberg auch zu einem Meilenstein auf dem dornigen Wege des Völkerrechts und ein Menetekel (unheildrohendes Zeichen) für Staatsmänner und Politiker der ganzen Welt geworden. Die Konventionen (Abkommen) über die Menschenrechte sowie gegen den Völkermord sind ein beredetes Beispiel für die Ausstrahlungen von Nürnberg, das zu einem völkerrechtlichen Begriff wurde. Worte wie Aggressoren (Angreifer), Angriffskriege, Völkermord (Genocidium) – auch im deutschen Strafrecht neu aufgenommen -, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Menschenwürde, ``Euthanasie`` (Erleichterung des Sterbens), das heißt Vernichtung ``nutzloser Esser``, Liquidierung von Minderheiten, gehören heute zum allgemeinen politischen und juristischen Sprachschatz, ebenso wie die ``Endlösung der Judenfrage``. Das Protokoll über die Organisierung der Endlösung vom 20. Januar 1942 wurde in den Akten des Rippentropschen Auswärtigen Amtes gefunden. Seit dem Nürnberger Hauptkriegsverbrechertribunal will niemand mehr ein Aggressor sein, über dem das Damoklesschwert einer Hinrichtung schwebt.


In diesem historischen Prozess wurden auch Dokumente verlesen die einem schon beim zuhören eine Gänsehaut verursachen lassen. Damit ihr eine Vorstellung habt was in so einem Dokument drin stand möchte ich euch eines von den vielen vorlesen.

Seite 403-404 und dann weiter Seite 411


Die 4 Anklagepunkte waren:

1) Beteiligung an einem gemeinsamen Plan (Verschwörung) zum Angriffskrieg
2) Beteiligung an der Vorbereitung, Auslösung und Führung von Angriffskriegen
3) Kriegsverbrechen (Vergehen gegen das Kriegsrecht, Haager Landkriegsordnung, Genfer Konvention)
4) Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Völkermord, besonders der Juden, Zwangsarbeit, Verschleppung und Ausbeutung)


Die Urteile

Die Urteile von Nürnberg wurden am 31. September und am 1. Oktober 1946 verkündet.

Verurteilt zum Tode durch den Strang: - Hermann Göring
- Joachim von Rippentrop
- Wilhelm Keitel
- Ernst Kaltenbrunner
- Alfred Rosenberg
- Hans Frank
- Wilhelm Frick
- Julius Streicher
- Fritz Sauckel
- Alfred Jodl
- Arthur Seyss-Inquart
- Martin Bormann

Verurteilt zu Haftstrafen: - Rudolf Hess
- Walter Funk
- Karl Dönitz
- Erich Raeder
- Baldur von Schirach
- Albert Speer
- Konstantin von Neurath


Freigesprochen: - Hjalmar Schacht
- Franz von Papen
- Hans Fritsche




Ich hoffe ihr habt alles verstanden und wenn nicht dann könnt ihr mir jetzt noch Fragen stellen die ich versuchen werde zu beantworten.





Quellenangabe: Der Nürnberger Prozess von Joe J. Heydecker und Johannes Leeb
Deutschland nach 1945 von Martin Tabaczek und Johannes Altenberend
bsv Geschichte 4 G von Karl-Heinz Zuber und Hans Holzbauer









Dieses Referat wurde eingesandt vom User: mischa




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