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Krimkrieg - Referat



Der Krimkrieg, auch Orientkrieg oder Russisch-Türkischer Krieg genannt, fand in den Jahren 1853 bis 1856 statt. Es war der 9. Krieg zwischen den Russen und den Osmanen (spätere Türken). Ab 1855 bekam das Osmanische Reich Unterstützung von Großbritannien, Frankreich und Sardinien, damit die Russen das osmanische Reich nicht zum Zerfall bringen konnten.

Wie kam es zum Krimkrieg?

Einer der wichtigsten Auslöser des Krieges waren wohl religiöse Streitigkeiten rund um die Nutzung der Kirche „Vom heiligen Grab“ von Jerusalem. Bis dahin hatten sich alle christlichen Konfessionen in friedlicher Ko-Existenz die Rechte und den Besitz an dieser Stätte geteilt. Die griechisch-orthodoxen Mönche allerdings beanspruchten schon länger die Vorherrschaft. Zum Eklat kam es aber 1847: der silberne Stern der Geburtskirche Jesu wurde von unbekannten entfernt. Sultan Abdülmecid 1. ersetzte diesen zwar im Jahr 1852, aber der russische Zar Nikolaus 1. sah Gefahr für das Christentum und verlangte zum Schutz der Christen die alleinige Schirmherrschaft. Der osmanische Sultan, als Interessenvertreter des Islam, wollte sich aber keinesfalls mit dieser alleinigen Vorherrschaft des Zaren einverstanden erklären.
Frankreich kam den Osmanen zu Hilfe, da sie eine weitere russische Expansion unbedingt verhindern wollten. Konfliktstoff gab es eh schon genug, die Krise um die Geburtskirche war aber ein willkommener Grund für einen Krieg. Es gab starke Auseinandersetzungen zwischen den griechisch-orthodoxen Mönchen und den katholischen Franziskanern vor Ort. Aus dieser Zeit stammt übrigens der Begriff: „Mönchsgezänk“. Sie stritten um jede Kleinigkeit, wer wann Messen feiern durfte, wer den Schlüssel zur Grotte aufbewahren durfte usw.
Hinter die Ansprüche der orthodoxen Mönche stellte sich nun Russland. Frankreich und Napoleon der Dritte stellten sich hinter die Katholiken. Es war ein reines Politikum: Frankreich mobilisierte seine Revolutionsanhänger, sie sollten sich mit ihren Gleichgesinnten „versöhnen“.

Großbritannien sah in dem willkommenen religiösen Grund seine Chance, seine eigenen Ziele zu verfolgen. Sie sahen durch den Zaren ihre Werte der westlichen Welt in Gefahr, vor allem den freien Handel und das „Fair Play“.

Immer noch unter dem religiösen Vorwand verbündeten sich Frankreich und Großbritannien aber ausgerechnet mit dem moslemischen Staat gegen das christliche Russland.

Dieser Krieg wurde von Kennern als der „letzte Kreuzzug“ betitelt. Was grotesk war, denn normalerweise waren Kreuzzüge ja für ihre Einigkeit in der Religion bekannt, was man von diesem Krieg nicht behaupten konnte. Es war klar, dass eigentlich
nur wirtschaftliche – und Machtinteressen der Grund für diesen Krieg sein konnten.

Verlauf des Krimkrieges:

Am 2. Juli 1853 besetzten ca. 80.000 russische Soldaten die Moldau und die Walachei. Am 04. Oktober 1853 erklärten sie dem osmanischen Reich den Krieg. Am 16. Oktober 1853 erwiderte das Osmanische Reich die Kriegserklärung gegen Russland. Am 12.März 1857 schlossen Großbritannien und Frankreich einen Kriegshilfevertrag mit dem osmanischen Reich ab.

Am 28.März 1854 erklärten Frankreich und England den Russen den Krieg. Im April des gleichen Jahres landeten Streitkräfte bei den Dardanellen. Im Mai 1855 traten noch 14.000 Italiener aus dem sardinischen Piemont den Streitkräften Frankreichs und Englands gegen Russland mit an.

Am 08.September 1855 nahmen die Alliierten die Festung Sewastopol (Krim) ein, das war der Kriegshöhepunkt. Inzwischen gab es einen neuen russischen Zaren, und zwar Alexander der Zweite.

Krimkrieg-Ende:

Am 30. März 1856 schloss Russland den „Frieden von Paris“ mit dem Osmanischen Reich, Großbritannien, Frankreich, Sardinien und auch mit Österreich und Preußen. Es war der „Dritte Pariser Frieden“.
Die wichtigsten Punkte dieser Friedensvereinbarung:
Dem Osmanischen Reich wurde die Integrität und Unabhängigkeit garantiert. Die Schifffahrt auf der Donau wurde für frei erklärt und das osmanische Reich wurde in das europäische Mächtesystem aufgenommen.




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