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Konjunktur und Wachstum - Referat



Der Wirtschaftsablauf – Konjunktur und Wachstum
Was versteht man unter Konjunkturzyklus?
Die Wirtschaft wächst nicht stetig, es kommt immer zu Rückschlägen, Einkommen geht zurück. Auf jede Hochkonjunktur folgt ein Abschwung und darauf die Depression, darauf ein neuer Aufschwung und eine neue Hochkonjunktur. Wirtschaft setzt sich aus mehreren Wellen zusammen:
• Kurze Welle (3-4 Jahre)
• Mittlere Welle (8-10 Jahre)
• Lange Welle (50-60 Jahre)
Lange Wellen werden durch technische Entwicklungen ausgelöst, inkl. Darauffolgenden Entwicklungen (Anschlussentwicklungen)
Wie kommt es zu den Konjunkturzyklen?
Hochkonjunktur („Boom“)
Hohe Nachfrage, mehr produziert, Unternehmergewinn steigt. Höhere Einkommen  Höhere Nachfrage, Investitionen teilweise mit Krediten finanziert.
Abschwung (Rezession)
Alle Produktionsmöglichkeit ausgeschöpft, Löhne und Zinsen steigen, Kredite müssen zurückgezahlt werden, Kosten werden auf Preise überwälzt, dadurch niedrigere Nachfrage, Löhne sinken, Arbeitslosigkeit steigt
Depression
Hohe Arbeitslosigkeit, Firmenzusammenbrüche  Steuereinnahmen gehen zurück, Sozialleistungen werden gekürzt.
Einzelner Geringes Einkommen, niedriger Lebensstandard, kein Geld für Urlaub, Auto, Bildung
Staat Weniger Steuereinnahmen, weniger Geld für Gehälter, Schulen usw.
Wirtschaft Härterer Konkurrenzdruck, Betriebsverluste, Absatzeinbußen
Aufschwung
Erwartung der Unternehmer und Gesellschaft ändert sich zum Positiven, extrem niedrige Zinsen und Löhne, dadurch neue Projekte für Unternehmen, technische Entwicklungen führen zum Aufschwung, Staat kurbelt Konjunktur durch Konjunkturprogramme an
Konjunkturdiagnose und Konjunkturprognose
Statistiken über Preise, Produktion, Umsätze, Konsum usw. zeigen, in welcher Phase wir uns befinden und dienen als Grundlage für die Vorhersage der Konjunkturentwicklungen  Konjunkturprognosen
Wächst die Wirtschaft? (Gemessen am BIP)
Haben viele Menschen Arbeit? (Arbeitslosenrate, Einkommen)
Sind die Unternehmen ausgelastet mit Aufträgen und machen sie Gewinne?
Wird Geld ausgegeben oder gespart? (Konsum und Investitionen)
Wie entwickelt sich der Außenhandel (Steigen/fallen Importe/Exporte)
Ist der Wert des Geldes stabil? (Inflationsrate)
 
Maßnahmen der Konjunkturpolitik
Müssen Konjunkturzyklen sein?
Im 19. und 20. Jhdt. hielt man Konjunkturzyklen inkl. Depression in der freien Marktwirtschaft für unvermeidlich. Im Kommunismus/Planwirtschaft wurde versucht diese Zyklen zu vermeiden, lediglich Masseneinkommen wurde dadurch auf geringem Niveau stabilisiert. Nach Auflösung wurde deutlich, dass kaum Investitionen in Infrastruktur oder Umweltschutz getätigt wurden.
„Deficit spending“ und „antizyklische Konjunkturpolitik“
John Maynard Keynes (Keynesianismus)  wenn eine Depression droht, muss der Staat für billiges Geld sorgen (billige Kredite, geringe Zinsen) und eigene Investitionen durchführen. Dadurch würde Nachfrage angeregt, Unternehmer würden Erwartungen ändern und investieren  höhere Produktion/Einkommen/Konsum  Multiplikatorwirkung für jeden investierten Euro, diese Politik kann nur durch die Aufnahme von Schulden am Kapitalmarkt finanziert werden.
Staat soll sich mit Geldausgaben antizyklisch verhalten, Konjunkturverlauf entgegensteuern:
Antizyklische Konjunktur/Budgetpolitik“
Deficit spending  Depression vermeiden
Antizyklische Konjunkturpolitik  ständig stattfinden, kann Konjunktur fördern oder dämpfen
Probleme des „deficit spending“ und der „antizyklischen Konjunkturpolitik“
Österreich Anfang der 70er Jahre – Ölpreisschock verhindert, Finanz- und Wirtschaftskrise wurden Konjunkturpakete geschnürt  Staatsschulden gestiegen, bisher in Aufschwung- und Hochkonjunkturphasen selten gelungen, Staatsschulden zu verringern -> Staatsschulden sprunghaft angestiegen, dadurch Spielraum für „deficit spending“ verringert.
Immer größere Teile des Staatshaushaltes gebunden (Löhne, Sozialausgaben, Zinsen), kleiner Teil für gestaltende Maßnahmen. Derzeit Budgetkonsolidierung  Staatsschulden nicht weiter zu erhöhen (Nulldefizit), behindert Bekämpfung der Wirtschaftskrisen und erschwert Maßnahmen der „antizyklischen Konjunkturpolitik“. Deficit spending = Krisenmaßnahme  kein dauerhaftes Wirtschaftswachstum/Hochkonjunktur
Andere Vorschläge zur Konjunktursteuerung
Monetarismus (Milton Friedmann): im Abschwung/Rezession Geldmenge erhöht (=zusätzliche Nachfrage), in Hochkonjunktur Geldmenge verringert (Inflation
durch überhöhte Nachfrage verhindern), lt. Friedmann schädigt Inflation den Menschen  Inflationsbekämpfung
Neoliberalismus (Friedrich Hayek): Markt sei dem Staat überlegen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche dem Markt untergeordnet, Staat soll nur freien Wettbewerb schützen (Monopol, Oligopol, Kartell verhindern), staatliche Bereiche sinnvoll privatisieren, Staat auf Kernfunktionen zurückdrängen  geringe Budgetausgaben, Steuern niedrig
Angebotstheorie (Jean Baptiste Say): Staat soll Produktion eines Überangebotes durch Förderung der Unternehmer (Steuersenkungen) anregen. Mit damit verbundener Produktion von Gütern entstünde auch Geld für den Kauf von Waren  Produktion von Waren schafft kaufkräftige Nachfrage selbst (Angebot schafft sich Nachfrage selbst)  Markt Mittelpunkt, Staat zurückdrängen
 
Konjunktur und Wirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum = Zunahme des Güter- und Dienstleistungsangebots  Gesamtvolumen steigt
Gründe für Zunahme: Produktionsfaktor Abriet/Kapital steigt, Innovationen  Investitionstätigkeit nimmt zu. Durch Gleichbleiben der Zahl der Arbeitsplätze  jährliches Wirtschaftswachstum von 2 bis 3% (Rationalisierung/Computerisierung)
Wirtschaftswachstum  unzumutbare Schädigung der Umwelt/Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen (hauptsächlich bei Industrieproduktion)
Problem hauptsächlich in Entwicklungsländern, da Wachstum zur Ausweitung der industriellen Produktion/Rohstoff/Energieverbrauch

Wirtschaftswachstum wird mit BIP gemessen (im Inland entstandene wirtschaftliche Leistung innerhalb eines Jahres). BIP gewachsen  Wirtschaft gewachsen
Wachsende, statische oder schrumpfende Volkswirtschaft

Stagnation  Hemmung des Wachstums, Wachstum kann anhand der Darstellung des Konjunkturverlaufs erkannt werden, in letzten Jahrzehnten  Wachstumstrend, Milderung der Konjunkturschwankungen  Statt Depression nur mehr Rezession (Abschwächung des Konj.verlauf)
Früher: Gesamtvolumen rein mengenmäßig zu vergrößern  Quantitatives Wachstum
Heute: Lebensqualität verbessern ohne Umwelt zu schädigen  Qualitatives Wachstum
Verschiedene Gruppen forderten „Nullwachstum“, um Umwelt und Rohstoffe zu schonen, dadurch schärfere Verteilungskämpfe, deshalb Forderungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Nachhaltigkeit („sustainability“) soll bewirken, dass Entwicklungschancen künftiger Generationen nicht gefährdet werden (Klimawandel, Waldbestand), Wachstum soll Lebensqualität erhöhen ohne Grenzen des Ökosystems zu überschreiten. Ziele werden jedoch nur ansatzweise verwirklicht.
Kyoto-Abkommen: 1997 zur Klima-Konvention abgeschlossen  verbindliche Ziele für Ausstoß von Treibhausgasen, welche für globale Erwärmung verantwortlich sind. Industrieländer haben sich verpflichtet, bis 2012 die Treibhausemissionen um 5,2% unter das Niveau von 1990 zu senken. Spezielle Verpflichtungen für EU-Länder (Ö - 13%), keine Beschränkungen für China, Indien und Entwicklungsländer, Protokoll von ca. 100 Ländern unterzeichnet, USA nicht.

Klimakonferenz in Doha (Katar) 2012 wurde Verlängerung bis 2020 (Kyoto II) beschlossen, ab 2020 soll sogenannter „Weltklimavertrag“ in Geltung sein, welcher ab 2015 ausgehandelt wird.




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