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Keine Delikatessen - Referat




Im folgenden Text interpretiere ich das von Ingeborg Bachmann verfasste Gedicht „Keine Delikatessen“. Es ist in die Literatur des 20. Jahrhundert, speziell in die Nachkriegszeit, einzuordnen, da es um 1963 verfasst wurde.
Aufgrund der Tatsache, dass Ingeborg Bachmann sich von der normalen Sprachstruktur löst wie zum Beispiel der Fakt, dass keine eindeutigen Strophen zu erkennen sind und kein Reimschema vorliegt, ist der von ihr geschrieben Text im Stil der hermetischen Poesie einzuordnen. In dem Gedicht geht es darum, dass die Sprache vereinfacht werden soll, da durch Ausschmückungen der Sinn oftmals verloren geht. Der Titel „Keine Delikatessen“ und die Verse „Soll ich eine Metapher ausstaffieren mit einer Mandelblüte? die Syntax kreuzigen auf einen Lichteffekt? Wer wird sich den Schädel zerbrechen über so überflüssige Dinge“ (Z. 2f) und die Verse „Soll ich einen Gedanken gefangen nehmen in einer erleuchteten Satzzelle? Aug und Ohr verköstigen mit Worthappen erster Güte?“ (Z. 30f) verstärken die Hypothese, dass es nicht notwendig ist die Sprache durch viel rhetorische Mittel aufzubessern. Mit Delikatessen meint sie die rhetorischen Mittel die sie überflüssig findet. Mit dem der Aussage in Z.2-8 will sie verdeutlichen, dass es eigentlich nicht notwendig ist eine Metapher noch zusätzlich aus zu staffieren und, dass es überflüssig ist sich über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen. Mit den Versen 30-34 will sie dem Leser klar machen, dass ein Gedanke viel zu schade ist, um in einem Satz mit Metaphern gefangen zu nehmen. Nur um sie so zu umschreiben, dass sie sich gut anhören. Allerdings ist diese Hypothese auch ein Widerspruch, denn sie jongliert selbst viel mit Worten in diesem Gedicht, jedoch versucht sie nicht krampfhaft in ihrem Werk rhetorische Mittel zu verwenden (vgl. Z. 39f). Schon im ersten Vers mit der Verneinung „Nichts gefällt mir.“ beginnt sie ihr Gedicht mit einer Frustgeladenen Aussage auf die sich schließen lässt, dass ihr eventuell ihre eigenen Werke oder Werke anderer Dichter nicht mehr gefallen. Durch die Wortwahl „soll ich“ in der zweiten Zeile wird eine leicht negative Stimmung verbreitet, da es sich nach einem Zwang anhört. Mit der Aussage „Wer wird sich den Schädel zerbrechen über so überflüssige Dinge“ (Z. 7 und 8) macht sie noch einmal deutlich, dass es unnötig ist überflüssige rhetorische Mittel zu verwenden. In den Versen 13-16 benutzt sie eine Aufzählung negativer Substantive die da wären Hunger, Schande, Tränen, Finsternis, sie wirken hart und unverschönt und haben daher einen Charakter von Ehrlichkeit. Allerdings die ausstaffierten Metaphern (vgl. Z. 3f) scheinen dagegen meist überheblich und unehrlich zu sein. Eine Wortwiderholung findet man im Vers 19 und 20 „mit der Verzweiflung (und ich verzweifle noch vor Verzweiflung)“ mit der sie ihre Verzweiflung weiter verdeutlichen will.
Sie hat das Problem, dass sie ihre Gedanken nicht in Worte fassen kann, aber die anderen Schriftsteller schaffen das besser als sie (vgl. Z. 24f). Mit dem Vers „ Ich bin nicht mein Assistent“ (Z. 29) will Ingeborg Bachmann Aussagen, dass sie es nicht nötig hat ihre Gedichte zu erklären, da ein Assistent jemand ist dem man viel erklären muss. Die Frage „Soll ich einen Gedanken gefangen nehmen abführen in eine erleuchtete Satzzelle“ (Z. 30f) wirkt leicht aggressiv, da das Wort soll benutzt wird. Mit dieser Frage will Ingeborg Bachmann darlegen, dass sie nicht einverstanden ist, dass man beim Dichten so oft auf seinen Ausdruck achten muss. Zusätzlich möchte sie noch die Tatsache veranschaulichen, dass Gedanken nicht in eine erleuchtete Satzzelle abgeführt werden sollen (vgl. Z.32). Sie hat gleichzeitig noch einen Kontrast in dieser Frage, da eine Satzzelle meistens nicht erleuchtet sondern dunkel und kalt ist. Sie Zitiert in ihrem Gedicht Kurt Schwitters aus dem Werk „An einer Blume“ mit den Worten „ ich du und er sie es wir ihr sie?“ in Vers 43 und 44 das darauf schließen lässt, dass sie sich auch mit Werken anderer Schriftsteller auseinander setzt. Nach einmaligem lesen ist das Gedicht von Ingeborg Bachmann sehr unverständlich, aber nach mehrmaligem lesen und Analyse dieser Poesie wird verständlich was sie meint. Ich denk das dieses Gedicht Leute dazu anregen sollte sich klar auszudrücken und nicht lange um das Thema herumreden, da es nur zu Missverständnissen kommt.


Dieses Referat wurde eingesandt vom User: meisterlee




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