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Kein Platz für Idioten - Felix Mitterer - Referat




Akt 1

Ein alter Herr betritt sein Haus, ein Zimmer in dem sich bereits ein Junge befindet. Der Junge ist erschrocken und versteckt sich unter dem Tisch. Der Alte bemerkt ihn aber, spricht ihn an, doch der Bub gibt keinen Ton von sich. Eine Frau tritt ein in das Zimmer, es ist die Möllinger-Bäuerin. Sie bemerkt den Jungen zuerst nicht. Sie bittet den Alten um Hilfe bei der Feldarbeit und das Gespräch kommt auf den Sohn der Bäuerin. Sie bezeichnet ihn als Nichtsnutz, als eine Missgeburt und als größten Fehler ihres bisherigen Lebens. Sie benutz das Wort hassen mehrere Male. Der Junge hört das alles mit an und die Bäuerin bemerkt ihn folglich auch unter dem Tisch. Sie flucht und schlägt ihn vor den Augen des Mannes. Wiederholt schreit sie ihn an und erklärt ihm, wie unnötig und miserabel seine Existenz doch sei. Sie nimmt an, er habe ferngesehen im Wohnzimmer, was ihm aber verboten sei. Die Bäuerin möchte das Kind rausschmeißen. Darauf kriecht er zu dem alten Herrn doch plötzlich versteifen sich seine Finger. Das Kind hat einen seltsamen Anfall, bei dem seine Finger verkrampfen. Die Mutter weiß zwar darüber Bescheid, trotzdem schreit sie den Jungen an, nur der Alte redet ihm gut zu.

Akt 2

Der Alte besucht mit dem Jungen ein Wirtshaus. Dort setzt er sich ein eine Ecke, bestellt sich und dem Jungen etwas und sie verbringen dort den Abend. An einem anderen Tisch sitzen drei weitere Gäste, einer von ihnen ein Gendarm in Zivil. Die Gäste trinken sehr viel, ein angetrunkener Gast beginnt über den Jungen zu sprechen. Er redet darüber, dass der Alte ständig mit dem Jungen in das Wirtshaus komme. Dass der Junge ein grässlicher Anblick sei, er bereits einmal einen Anfall im Restaurant gehabt habe und sich auch übergeben müssen habe. Die anderen zwei Gäste stört das weniger, doch der eine hört nicht mit den Sticheleien auf. Es kommen zwei weitere Besucher dazu. Es sind Touristen aus Deutschland. Sie essen dort und die Frau spricht mit ihrem Gatten auch über das Kind. Hier kommt zum ersten Mal der Titel des Buches ins Spiel. Der Ehemann der deutschen Touristin bezeichnet den Burschen schlichtweg als Idioten. Die Frau hat ein wenig Angst vor dem Jungen, doch ihr Gatte beruhigt sie und erklärt ihr, dass es einfach nur ein Dorftrottel sei, der durch Inzest oder Alkoholrausch gezeugt worden ist. Der andere Gast ist derweilen mit seinen Argumenten etwas weiter, und erklärt, es sei nicht gut wegen dem Fremdverkehr, dass der Junge dort sei. So fragen sie die deutschen Touristen, ob sie der Junge störe, diese antworten nach kurzer Beratungszeit mit einem Nein. Zwar denkt die Gattin anders, doch ihr Ehemann hat Angst davor, der betrunkene Gast könnte dem Jungen etwas antun. In der ganzen Zeit isst das Kind seine Würstel, zeichnet und der ältere Herr raucht seine Pfeife. Trotzdem geht die Diskussion weiter, bis schließlich der Besitzer des Lokals und zugleich auch Bürgermeister des Ortes zu den Gästen stößt. Der Gendarm und der andere Gast wollen das Thema wechseln, doch der andere Besucher lässt einfach nicht locker. Seine Bedenken dem Bürgermeister berichtet, stimmt dieser ihm aber zu. Durch eine neue Liftanlage und die baldige Vergrößerung des Wirtshauses kommen immer mehr Touristen in das Lokal. Der Besitzer fürchtet Umsatzeinbußen, bzw. dass sich die Gäste nicht wohl fühlen würden - in der Gegenwart einer solch gestörten Person, wie es der Junge sei. Folglich entscheidet sich der Besitzer und Bürgermeister mit dem Alten zu sprechen und will versuchen ihm zu erklären, dass er dessen Bursche in seinem Lokal nicht mehr dulden kann. Zuerst versucht der Besitzer das Gespräch aufzubauen, es wird über die lange Bekanntschaft gesprochen, die Hilfe des Bürgermeisters gegenüber dem Herrn usw. Der Alte hält aber wieder einen Vortrag über das Kind. Dass ihn der Lehrer im Stich gelassen hätte, der Alte ihm aber alles beigebracht hätte. Wie die Eltern ihn schlagen, seit klein auf, und dass er nur bei dem Bauern aufgenommen worden ist (das Haus des Alten ist abgebrannt), weil er sich um den, für sie, nichtsnutzigen Jungen kümmere. Doch der Besitzer sagt ihm, er möchte aufgrund der Touristen, den Jungen nicht mehr im Restaurant sehen. Der Alte nimmt dies zur Kenntnis und verlässt zügig das Wirtshaus. Er ist sehr erbost über das Verhalten des Bürgermeisters und die noch verbliebenen Gäste sind nachdenklich über ihr Verhalten gestimmt.

Akt 3

Es ist der 17. Geburtstag des Jungen, er heißt Sebastian. Keiner erinnert sich daran, außer dem Alten. Er bringt dem Jungen Mehlspeisen und trinkt mit ihm Kakao. Folglich liest der Herr dem Kind etwas aus einem Buch vor. Es ist das hässliche Entlein – Wohl eine Anspielung auf die Situation des Jungen. Viele Begriffe kennt der Junge nicht. Der Alte muss viele Wörter nochmals erläutern und sie definieren. Dem Jungen ist die Welt nur spärlich bekannt, er hat noch nicht viel gesehen. Wörter wie Instrument, Zierharmoniker oder Dichter sind ihm völlig fremd. Zum ersten Mal redet der Junge auch ein bisschen mehr. Es gibt nur kurze, unvollständige Sätze von sich und wiederholt auch die Wörter des Alten sehr oft. Der Junge beginnt auch etwas zu erzählen, was ihm am Vormittag passiert sei, wird aber durch das Radio unterbrochen. Der Mann hat Sebastian als Überraschung, Glückwünsche durch das Radio zukommen lassen. Der Junge ist erstaunt darüber und freut sich sehr, dass sein Name im Radio gelaufen ist. Plötzlich klopft ein Mann an der Tür. Es ist einer der Gäste, die beim Bürgermeister und dem Gendarmen im Wirtshaus gesessen sind. Es ist der Besucher, der keine Bedenken gegen Sebastian gehabt hat. Er fragt den Alten, ob er das vom Vormittag schon gehört hätte. Der Mann ist überrascht und er Junge möchte erzählen was denn passiert sei. Er ist sehr aufgeregt und kann sich nicht richtig in Worte fassen. Also erzählt der andere Mann was geschehen ist. Sebastian sei spazieren gewesen und hat in einer Wanne ein Mädchen baden gesehen. Er ist in das Badezimmer eingetreten und hat sich sehr gewundert. Das Kind hat nicht genau über en Unterschied von männlich und weiblich bescheid gewusst. So hat er, aus reiner Neugier und ohne Hintergedanken, das Mädchen angegriffen und auch mit sich verglichen. Das badende Mädchen war zuerst nicht dagegen, ist schließlich doch entsetzt und rennt weinend zur Mutter. Sebastian tritt in die Stube mit der Mutter und der Tochter ein und fragt, was denn los sei. Er hat nicht verstanden, was er falsch gemacht hat und wird von der Mutter verjagt. So trifft sich die „angegriffen“ Familie mit den wichtigen Personen des Dorfes. Mit der Gendarmerie, dem Bürgermeister, dem Pfarrer und dem Doktor. Sie alle halten den Jungen für gefährlich und befürchten einen Sexualstraftäter in ihm. Der Mann erzählt dies und weist den Alten darauf hin, dass gleich der Gendarm kommen werde, um den Jungen abzuführen, in eine Nervenanstalt/ Psychiatrie. Der Alte ist entsetzt, gibt dem Jungen aber absolut keine Schuld. Er sieht viel mehr sich als Verantwortlichen, weil er Sebastian den Unterschied der Geschlechter nicht erklärt hat. Der Besucher verlässt das Haus und der Alte versucht dem Jungen zu erklären, was jetzt passieren werde. Er ist außer sich und beginnt öfter zu weinen. Sebastian versteht nicht alles, ihm ist aber klar, dass er den Mann, er nennt ihn Dati, verlassen muss. Natürlich will er das nicht – der Alte ist alles was er hat. Kurze Zeit später erscheint der Gendarm welcher meint, er könne nichts dafür, dass es ihm Leid tue, aber
es nun mal seine Pflicht als Staatsgewalt sei. So kommen zwei Wärter der Nervenklinik und führen Sebastian ab. Dem Jugendlichen tut das alles sehr Leid, er hat keine Ahnung gehabt und verspricht auch, es nie wieder zu tun. Doch es ist zu spät gewesen. Der Alte ist bestürzt, ihm wird das einzig Wichtige im Leben weggenommen. Sebastian wehrt sich heftigst, bekommt wieder einen Anfall, doch es wird nicht darauf geachtet. Mit Gewalt wird er fortgebracht. Der Alte möchte ihn begleiten, lässt es aber auf Tipp vom Gendarmen dann doch. So bleibt er mit der Flöte, auf der Sebastian gerade eben so fröhlich gespielt hat und Erinnerungen, alleine zurück. Man verspricht dem Mann, er könne den Jungen besuchen und es werde doch nicht für immer sein, aber der Alte kann es nicht fassen und trauert um seinen Sebastian, als ob er gestorben wäre.

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Die Figuren stehen für bestimmte Typen, Charakterisiere diese Typen und bringe auch weitere Beispiele dafür:



Der Alte:

Er ist der Wohltäter in diesem Stück, Mitterer verkörpert in ihm seinen Adoptivvater der ihn aufgenommen hat. Der Alte hat, seiner eigenen Meinung nach, noch nicht genug in seinem Leben getan und möchte dies mit der Aufnahme des Kindes nachholen. Der Mann ist sehr gerissen, spricht seine Meinung offenkundig aus und lässt sich auch nicht leicht unterkriegen. Jedoch ist ihm sehr wohl bewusst, dass er nichts gegen die Abführung des Jungen tun kann.

1. Gast – Lois:

Er hat nichts gegen die Anwesenheit von Sebastian und möchte den zweiten Gast beruhigen. Lois vermittelt die Ruhe und die Gutmütigkeit in dem Stück. Der Mann versucht auf freundschaftliche Weise das Thema vom Jungen wegzubringen (Die Wette mit den deutschen Touristen, falls es sie nicht störe – eine Getränk und das Thema wäre beendet) Kurz vor der Abführung des psychisch gestörten Kindes, warnt er den Alten und redet ihm gut zu. Doch bevor die Gendarmerie ankommt, verschwindet er dennoch. Er schwankt zwischen einem guten Freund und einem, der zwar ein wenig helfen will, dem es aber viel wichtiger ist keinen Ärger zu bekommen.


2. Gast – Adi:

Dieser Gast steht für die Meinung der breiten Bevölkerung. Er sagt, dass der Junge ein grässlicher Anblick sei und ist gegen seinen Aufenthalt in dem Wirtshaus. Das wird noch dadurch verstärkt, dass er, so wie es nun mal die Leute am Land tun, alles sehr hinterhältig macht und hinter dem Rücken anderer seine Meinung preisgibt. Er ist nicht mutig genug seine Argumente dem Alten direkt ins Gesicht zu sagen und heult sich regelrecht beim Besitzer der Gaststube aus. Er sagt, dass Sebastian wegen dem Fremdverkehr dem Wirtshaus fern bleiben solle, und nicht, dass es in Wirklichkeit auch sehr stark sein persönlicher Wunsch sei.


Wirtshausbesitzer/ Bürgermeister:

Er lässt sich von dem zweiten Gast absolut verleiten. Zwar hegt er auch den Gedanken, dass es jemanden stören könne, dass ein Behinderter im Raum sei - Doch schlussendlich passt auch ihm nicht, dass der Junge so oft das Gasthaus besucht. Vom Gast stark beeinflusst, fasst er endlich genug Mut, dem Alten zu erklären, er wünsche ihn und den Jungen nicht mehr in seinem Restaurant zu sehen. Als Grund gibt er die zukünftigen Touristen an, die durch eine neue Liftanlage in Scharen erwartet werden. Er sagt, er hätte persönlich nichts dagegen, doch dem ist nicht so, also ist er ihm Großen und Ganzen ein Heuchler.


Sebastian:

Er ist ein lieber Junge und geistig behindert. Er hat nie jemanden etwas Böses getan und verkörpert im Prinzip das Gute in Person, da er nicht den Unterschied zwischen böse und gut kennt. So tut er nur was ihm sein Herz, aber auch sein gestörter Verstand, sagt. Er kann für viele seiner Taten nicht verantwortlich gemacht werden. So auch der vermeintliche „Angriff“ auf das Mädchen in der Badewanne. Niemand hat es ihm zuvor erklärt. Überhaupt hat sich vor dem Alten nie jemand richtig um den Jungen gekümmert. Seine Ausdrucksform ist sehr kindisch und wenn das Alter, bzw. die Fotos nicht im Buch vertreten wären, hätte ich angenommen, dass er nicht älter als zehn oder elf sei. Die Eltern sagen ihm direkt ins Gesicht, wie sehr sie ihn hassen und die einzigen Wörter seines Sprachschatzes basieren auf Gemeinheiten und Beschimpfungen. Die Eltern sind einfach komplett mit der Erziehung eines Behinderten überfordert, so kommt es auch, dass niemand anders sich um den Jungen kümmern bzw. sich mit ihm beschäftigen kann (Lehrer, andere Kinder…) Doch die Liebe zwischen ihm und dem alten Mann ist enorm. Sie ist so unschuldig, frei und ehrlich wie es kaum nur anders möglich ist. Sebastian hat ein reines Herz und vollbringt all seine Taten, wie sie auch sein mögen, aus gutherzigem Grunde.

Die Entwicklung des Stückes (bis hin zum Drehbuch)



Im Jahre1974 wurde in einem Tiroler Fremdverkehrsort eine Mutter eine Mutter mit ihrem behinderten Kind aus einem Gasthaus gewiesen, weil der Wirt befürchtete, sein Geschäftsgang würde durch die Anwesenheit des Kindes leiden. – Auszug aus dem Buch


Dies sah Felix Mitterer als Grund für die Verfassung dieses Buches an. Er hat anschließend im Jahr 1945 in Kooperation mit dem ORF ein Hörspiel produziert. Durch den Vorschlag von Albert Peychär (spielte den „Alten“) und der Direktorin der Volksbühne Blaas (Verein der Sprecher), Helene Blass verfasste Mitterer ein Theaterstück daraus. Der Autor wollte dies dann selbstverständlich auf der Volksbühne von Blaas uraufführen lassen (15 September 1977). Er erhoffte sich dadurch, ein Publikum zu erreichen, dass sonst nicht mit so anspruchsvollen Inhalten konfrontiert wird, zu erreichen. Im Theater der Volksbühne von Blaas fanden sich eher traditionelle Bauernschwänke. So wurde das Publikum oft überrascht und niemand ging hinaus, ohne etwas für sich persönlich mitgenommen zu haben und ohne sich mit der Begebenheit auseinander zusetzten. Da das Hörspiel zu kurz war, wurde noch ein erster Akt, als Exposition hinzugefügt. Mitterer spielt auch hier, (Wie in den Hörspielen) den behinderten Jungen. So war dieses Stück anfangs kein bekanntes Theaterstück, niemand wusste darüber bescheid, man konnte sich nicht einlesen und auch nicht vorher damit auseinandersetzten. Manch einer lachte zu Beginn noch über die Maske, man erwartete Bauernwitz und Spaß auf der Bühne. Doch dieses Stück traf die breite Gesellschaft mitten ins Gesicht. Es wurden Diskussionen darüber geführt und nachgedacht. Es hatte sich etwas verändert und auch die Behinderten selbst meldeten sich zu Wort. Sie sprachen über ihre Probleme und verlangten endlich nach Verbesserungen. Dieses Theaterstück war ein Bruchteil der Veränderungen gegenüber Behinderten in den letzten
25 Jahren. Es war ein impulsives Schauspiel und hat viel Gutes geleistet…




Dieses Referat wurde eingesandt vom User: tarik818




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