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Kasper Hauser - Referat



Kasper Hausers Geschichte beginnt mit seinem, geheimnisvolles Auftauchen 1828 in Nürnberg. Zu diesem Zeitpunkt war er 16 Jahre alt, keiner kannte ihn, niemand wusste woher er kam und man wusste nicht, wie sein Verhalten und Aussehen zu erklären war. Er war verstört, hatte einen miserablen körperlichen und geistigen Zustand und ein deformiertes Skelett, das heißt er bewegte sich verkrüppelt und hatte keine gerade Wirbelsäule. Außer Brot vertrug er keine feste Nahrung.

Zuerst dachte man er sei betrunken, weshalb er auch festgenommen und in eine Zelle gesperrt wurde, doch als sich sein Zustand auch nach längerer Zeit nicht verbesserte, merkte man, dass etwas nicht stimmte, denn er war gar nicht betrunken. Wie man mit der Zeit herausfand, wuchs Kasper Hauser in einem dunklen Verlies bei Wasser und Brot eingesperrt auf, ohne jeglichen Kontakt zu Menschen. Einem anonymen Brief, den er bei sich trug, konnte man entnehmen, dass er zu diesem Zeitpunkt absichtlich ausgesetzt wurde.

Nach und nach wurde der Junge zu einer Attraktion, denn jeder wollte mit eigenen Augen sehen, ob Kasper wirklich so war wie es erzählt wurde. Mit der Zeit verflog das Interesse an Kasper. Mysteriöse Verletzungen durch einen angeblichen Anschlag brachten die Aufmerksamkeit zurück, man geht davon aus, dass es sich um Selbstverletzung Kaspers handelte, um wieder Aufmerksamkeit zu bekommen. Nach ihm wurde das Kasper-Hauser-Syndrom benannt. Ein anderer Name für diese Krankheit ist Deprivation und es ist die schwerste Form des Hospitalismus. Der Hospitalismus ist eine Krankheit, die von seelischen, geistigen und körperlichen Schäden durch längere Krankenhaus- oder Heimaufenthalte gekennzeichnet ist. Es muss jedoch nicht spezifisch ein Krankenhausaufenthalt sein, genauso zählen Heime, jahrelange Folter oder Misshandlung, Inhaftierungen, vor allem Isolationshaften und allgemein mangelnde Zuneigung bzw. mangelnde Bezugspersonen dazu. Eine Hauptursache dieser Krankheit sind Reizentzüge, also z.B. sehr wenig Bewegung, Aufenthalt in einer dunklen Zelle, in Kasper Hausers Fall ein langer Aufenthalt in einem dunklen Kellerverlies, usw.

Man findet die Krankheit oft auch bei Kindern, die in Krankenhäusern aufwachsen, da sie dort, je nachdem unter welcher Krankheit sie leiden, kaum bis keine Bewegung haben. Das Kasper-Hauser-Syndrom äußert sich in gravierenden Entwicklungsrückständen und psychischen Schäden und resultiert aus jahrelanger, psychischer und physischer Vernachlässigung. Bei Kaspar Hauser entwickelte sich die Krankheit aufgrund des fast gänzlichen Reizentzugs, der jahrelangen Isolation und dem Mangel an Menschenkontakt.




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