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Kalksandstein - Referat



Kalksandstein

Der Begriff Kalksandstein (KS) bezeichnet natürlich vorkommende Sandstein-Arten und industriell gefertigte Produkte aus Sand und kohlensaurem Kalk als Bindemittel.
Als Naturstein kommt Kalksandstein in Deutschland nur selten vor und wird lediglich in den münsterländischen Baumbergen als Naturwerkstein gewonnen und wirtschaftlich genutzt, siehe Baumberger Kalksandstein. Zu den ältesten Produktionsstandorten von Kalksandstein in Deutschland zählt Niederlehme in Brandenburg.
Bei künstlich hergestellten Kalksandsteinen ist das Bindemittel nicht Calciumcarbonat sondern ein durch spezielle Dampfhärtung erzeugtes Calciumsilikathydrat. Im Bauwesen bezeichnet der Begriff Kalksandstein in der Regel diese künstlich hergestellten Kalksandsteine (KS), die üblicherweise als Mauersteine angeboten werden.

Herstellung
Bei der industriellen Fertigung von Kalksandsteinen werden Branntkalk (Calciumoxid) und Sand (überwiegend Quarzsand) im Verhältnis 1:12 unter Zugabe von Wasser gemischt und in Reaktoren geleitet. Wenn der Branntkalk mit Wasser zu Kalkhydrat umgewandelt ist, wird das Gemisch im Nachmischer auf Pressfeuchte gebracht und anschließend mittels hydraulischer Pressen zu Steinrohlingen geformt. Die Rohlinge werden in speziellen Dampfdruckkesseln, den Autoklaven (gasdicht verschließbarer Druckbehälter), bei Temperaturen von ca. 200 °C unter Sattdampfdruck, also bei einem Druck von ca. 16 bar, für einen Zeitraum von 4 bis 8 Stunden hydrothermal gehärtet. Dies und die basische Ca(OH)2 Umgebung leiten eine Silikatreaktion an der Oberfläche der Sandkörner ein. Je nach Mengenanteil von CaO, SiO2 und H2O bilden sich Tobermorit oder allgemein sogenannte CSH-Phasen (xCaO * ySiO2 * zH20). Es entstehen keine Schadstoffe.

Produziert werden alle Mauerstein-Formate, angefangen von kleinformatigen Mauersteinen im Dünnformat und Normalformat über Blocksteine (Schichthöhe 25 cm) bis hin zu grossformatigen Kalksandsteinen (KS XL) mit Schichthöhen von 50 cm oder auch 62.5 cm.
Es werden sowohl Steine für Normalmörtel als auch Plansteine für Dünnbettmörtel angeboten.

(In den 90er Jahren kam es zu einer Häufung von Beschwerden über Kalksandsteine des Herstellers Xella. Dieser hatte als Bindemittel Kalk aus Rauchgas-Entschwefelungsanlagen von Kraftwerken verwendet. Nachdem erkannt wurde, dass die Reklamationen in Zusammenhang mit der Verwendung des REA-Kalk standen, wurde der REA-Kalk nicht mehr eingesetzt und die betroffenen Hausbesitzer entschädigt.)

Anwendung
Kalksandstein wird im Rohbau für Innen- und Außenwände verwendet. Er ist vergleichsweise schwer (hohe Rohdichteklasse, RDK) und daher gut schalldämmend und wärmespeichernd. Aufgrund seiner hohen Wärmeleitfähigkeit weisen einschalige (monolithische) Wände einen hohen Wärmedurchgang auf. - Üblich ist daher die Kombination mit Wärmedämmstoffen. Der nicht brennbare Baustoff ist als Brandwand bereits ab 17,5 cm Dicke klassifiziert. Durch die hohe St

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