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Impfungen - Referat



Gliederung
1. Warum impfen?
2. Verabreichung von Impfstoffen
3. Die verschiedenen Arten von Impfungen
3.1 Aktive Immunisierung
3.2 Passive Immunisierung
3.3 Simultanimpfung
3.4 Mutter- Kind- Impfung
3.5 Kombinationsimpfung
3.6 Auffrischungsimpfung
4. Impfmüdigkeit
5. Impfkalender
6. Pro und contra für Impfungen
7. Beispiel: Grippeimpfung
8. Hand- Out
9. Quellen
 
1. Warum impfen?
Eine Impfung (Schutzimpfung, Vakzination) aktiviert das Immunsystem gegen bestimmte Stoffe. Sie sind eine prophylaktische Maßnahme gegen virale und bakterielle Infektionskrankheiten.

Impfungen haben bisher mehr Leben gerettet als irgendeine andere Gesundheitsmaßnahme.

Impfen hemmt das Ausbreiten von Krankheiten: Früher habenweltweite Seuchen zu Millionen von Toten oder Behinderten geführt. Durch die Impfstoffe sind die meisten Epidemien viel seltener geworden (wie z.B. Polio) beziehungsweise wurden sogar ausgerottet( wie Pocken). Außerdem helfen Impfstoffe die Resistenz von Antibiotika vorzubeugen, da sie vor Krankheiten schützen, die bei Ausbruch normalerweise mit Antibiotika behandelt werden. Durch den seltenen Gebrauch von Antibiotika gegen diese Krankheiten kommt es bei den Krankheitserregern schwerer zu einer Resistenzbildung und die Antibiotika behalten ihre Wirksamkeit bei.

2. Verabreichen von Impfstoffen
Durch die Impfungen und verschiedenen Immunisierungsarten werden die Impfstoffe unterschiedlich appliziert. Bei aktiven Impfungen wird parenteral (Umgehung des Magen- Darm- Traktes) gespritzt. Hierbei unterscheidet man zwischen intradermalen (in die Haut), Subkutanen (unter die Haut) und intramuskulären (in den Muskel) Injektionen. Intradermale Impfungen können mit einer Lanzette oder einer Impfpistole erfolgen.

Bei manchen Impfungen ist es möglich den Impfstoff oral (in den Mund) oder nasal (in die Nase) zu verabreichen, meistens allerdings werden die Impfstoffe intramuskulär in den Musculus Deltoides (Oberarm) gespritzt beziehungsweise bei Kindern in den Musculus vastus lateralis (Oberschenkel), da es so bei Kindern bei bestimmten Impfungen zu weniger Lokalreaktionen kommt. In den Musculus Glutaeus maximus (Gesäßmuskel) zu injizieren gilt wegen geringer Wirksamkeit und vielen Komplikationen laut der STIKO (Ständige Impfkommission) als veraltet.

Passive Impfungen dagegen werden oft in den Musculus Glutaeus maximus verabreicht.
Pulverinjektionen befinden sich noch in der Entwicklung, bei welchem der feste Impfstoff mit rasanter Geschwindigkeit in die Epidermis geschossen wird. 

3. Die verschiedenen Arten von Impfungen
3.1 Aktive Immunisierung: Bei der aktiven Immunisierung werden dem Körper Lebend- oder Totimpfstoffe gespritzt. Lebendimpfstoffe sind abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, die bei dem geimpften Patienten die Krankheit nicht auslösen. Der Totimpfstoff enthält dagegen, wie der Name schon sagt, abgetötete Erreger beziehungsweise nur Bruchstücke des Erregers. Nachdem der Impfstoff dem Körper zugeführt wurde werden die im Impfstoff enthaltenen Proteine und Zuckermoleküle durch im Blut zirkulierende weiße Blutkörperchen als körperfremde Antigene erkannt. Dadurch folgt die präzise Prägung immunkompetenter Lymphozyten als langlebige Gedächtniszellen. Da die Antigene weitgehend denen des Erregers der Infektionskrankheit gleichen, wird möglichen späteren Infektionen vorgebeugt. Kommt es nun zu einer Infektion, so erkennen die Gedächtniszellen, vor Ausbruch der Krankheit, am eingedrungenen Erreger die Antigene des früheren Impfstoffes und bewirken so, dass sich die Lymphozyten (Untergruppe der weißen Blutkörperchen/ Leukozyten) erstens zu kurzlebigen Plasmazellen differenzieren, welche Antikörper produzieren und zweitens zu T-Lymphozyten (Thymus- Lymphozyten (bilden eine Gruppe weißer Blutkörperchen zur Immunabwehr)) und NK- Zellen (natürliche Killerzellen), die die zelluläre Abwehr darstellen. Die Impfung bewirkt also eine „Immunität“ gegen die Infektionskrankheit, da es durch schnelles Reagieren des Immunsystems nach einer Infektion nicht zur Infektionskrankheit kommt. Toxoidimpfstoffe, die nur den biologischen, inaktiven Bestandteil(Toxoid) des Toxins (Gift) eines Erregers enthalten (z.B. Tetanus- Toxoid), gehören ebenfalls zu den Totimpfstoffen. Diese schränken die Vermehrung der Erreger nicht ein. Heißt: Bei übertragbaren Infektionen wir die Infektionskette nicht unterbrochen, das Ausbrechen der Infektionskrankheit wird allerdings verhindert, wenn die Toxine der Erreger nicht wirksam werden.

Lebendimpfstoffe können teilweise zur selben Zeit oder mit einem Abstand von mindestens vier Wochen verabreicht werden. Totimpfstoffe untereinander, aber auch in Verbindung mit Lebendimpfstoffen können ohne bestimmte Abstände darreichen.

Hyposensibilisierungen gehören ebenfalls zu den aktiven Immunisierungen, auch wenn sie ohne Impfung verabreicht werden.
 
3.2 Passive Immunisierung: Bei Patienten, deren Risiko hoch ist, an einer Infektionskrankheit erkrankt zu sein, weil sie im Kontakt mit dem Erreger standen ohne zuvor eine aktive Impfung als Prophylaxe injiziert bekommen zu haben, wird die passive Impfung verabreicht. Der Person werden hier In hoher Konzentration Antikörper gegen die Krankheitserreger gespritzt. Das bedeutet, das eigene Immunsystem wird nicht aktiv um selbst Antikörper zu entwickeln, da diese aus gentechnischen Zellkulturen bestehen oder es wird Blut von Menschen mit der schon geheilten Krankheit entnommen, die Antikörper können aber auch aus dem Blut von Tieren kommen, denen die Erreger zuvor injiziert worden sind und die Tiere Antikörper produziert haben. Das heißt: Die passive Immunisierung ist eine Notfallmaßnahme. Oft werden diese bei Verletzungen mit Verschmutzungen der Wunde verwendet, da bei solch einem Fall die Wahrscheinlichkeit an Tetanus (Wundstarrkrampf) zu erkranken hoch ist oder bei bissen oder Schleimhautkontakt mit bestimmten Wildtieren mit Verdacht auf Tollwut oder der Kontakt von medizinischem Personal mit Blut von Patienten, die Träger der Erreger von Hepatitis B sind (insbesondere nach Nadelstichverletzung). Vorteilhaft an der passiven Immunisierung ist der schnelle Schutz, weil die Antikörper nicht erst gebildet werden müssen (sonst 1-2 Wochen). Nachteile sind, dass der Schutz nur ein paar Wochen hält und der Organismus durch eine weitere Infektion mit dem selben Erreger nicht geschützt ist, da das Immunsystem keine Gedächtniszellen bildet. Werden die Antikörper von Tieren beziehungsweise Menschen entnommen, so können Spuren von beispielsweiße Fremdeiweiß enthalten sein. Der eigene Körper wehrt sich dann teilweise gegen diese körperfremden Stoffe, sodass die injizierten Antigene schneller ausgeschieden werden und damit kürzer wirksam bleiben. Bis 1965 gab es keine menschlichen Antikörper gegen Tetanus, deshalb wurden diese von Tieren in der Reihenfolge Pferd, Rind, Schaf entnommen. Ebenfalls
zu der passiven Immunisierung, die nicht gegen Infektionskrankheiten entwickelt wurden, gehören das Anti- D- Immunserum an Schwangere, falls bei deren Säugling ein Morbus haemolyticus neonatorum (komplexe Gesundheitsstörung) auftreten kann und das Injizieren von Anivenin nach dem Biss einer Schlange.

Eine natürliche Art der passiven Immunisierung gegen Infektionskrankheiten ist die Mutter- Kind- Immunisierung.

3.3 Simultanimpfung: Falls ein Patient einen unzureichenden Immunschutz hat und sich mit Infektionskrankheitserregern infiziert hat, bekommt er sowohl die aktive Schutzimpfung, als auch die passive Immunisierung. Das heißt die Impfstoffe an verschiedenen Körperstellen injiziert werden, damit die Antikörper nicht gleich die Antigene der Schutzimpfung abtöten.

3.4 Mutter- Kind- Immunisierung: Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten die Leihimmunität zu erlangen. 1. Schwangere geben ihre Antikörper, die sie bei einer Infektion oder Impfung gebildet haben, über die Placenta (Mutterkuchen) an ihr ungeborenes Kind weiter, dadurch ist das Kind nach der Geburt für ein paar Wochen bis zu Monaten geschützt. 2. Über das Stillen des Säuglings ist eine ähnliche Wirkung der Antikörper vorhanden. Trotzdem sollten die Kinder, laut der STIKO, trotzdem frühzeitig geimpft werden, um einer Lücke in der Erreger- Abwehr vorzubeugen.

3.5 Kombinationsimpfungen: Kombinationsimpfstoffe sind Impfstoffe, die unterschiedliche Komponenten gegen verschiedene Infektionskrankheiten in sich vereinigen und somit Schutz gegen diese Krankheiten mit einer Impfung gewährleisten können. Sie vereinfachen das injizieren und vor allem für Säuglinge und Kinder ist diese Art der Impfung angenehmer.

MMR- Impfstoff:
gegen Masern, Mumps und Röteln. MMRV-Impfstoff zusätzlichen Komponente gegen Varizellen (Windpocken)

hexavalente Impfstoffe ( gegen sechs Infektionskrankheiten):
Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ B-Infektionen und Hepatitis B

DTP- Impfstoffe:
gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (Keuchhusten)

DTP-IPV-Impfstoffe:
gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten) und Poliomyelitis(Kinderlähmung) und einen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B.

3.6 Auffrischungsimpfung: Nachdem die Grundimmunisierung erfolgt ist, ist, um die Erhaltung der Immunität zu garantieren, meistens eine regelmäßige Auffrischungsimpfung notwendig. Innerhalb kurzer Zeit ist dadurch wieder ein ausreichender Schutz gewährleistet, trotz geringerer Impfdosis. Die Zeitspanne von der Grundimmunisierung bis zur Auffrischung ist im Impfkalender verzeichnet. Man sollte die Auffrischungsimpfung allerdings nicht mit den notwendigen Teilimpfungen eines Impfstoffes zur vollständigen Grundimmunisierung verwechseln.

4. Impfmüdigkeit
Durch die Vernachlässigung der Schutzimpfungen, treten manche Infektionskrankheiten wieder häufiger auf. Sinkt die Impfungsrate , so sinkt die Herdenimmunität. Das bedeutet Säuglinge, Alte und Patienten mit Immundefizieten können in einen lebensbedrohlichen Zustand kommen.

Eine Ursache der Impfmüdigkeit ist die Verharmlosung der Krankheiten da die vor wenigen Generationen noch weit verbreiteten und gefürchteten Krankheiten ihren Schrecken verloren haben, weil sie heute kaum noch einer aus eigener Erfahrung kennt. Deshalb große Impflücken. Teilimpfungen und Auffrischungsimpfungen werden oft nicht wahrgenommen. Für die Gesundheitsbehörden ist die Grundimmunisierung und das aufrechterhalten der Herdenimmunität von großer Bedeutung, weshalb Maßnahmen ergriffen worden sind, wie zum Beispiel der Impfkalender und die europäische Impfwoche der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die nächste Woche vom 20. bis 25. April stattfindet,

5. Impfkalender
Der Impfkalender ist eine Empfehlung der STIKO. Auf der Internetseite des RKI (Robert- Koch- Instituts) wird diese jedes Jahr mit Begründung (seit 2004) veröffentlicht. Außerdem werden auf dieser Seite viele Fragen zu Impfungen beantwortet, um die Bürger und Ärzte über die verschiedenen Aspekte zu unterrichten.
 
6. Pro und contra für Impfungen
Pro
• Impfen schützt die Menschen in der Umgebung der geimpften Person vor Ansteckung
• Impfen schützt die geimpfte Person vor gefährlichen Krankheiten
• Impfen kann Epidemien verhindern oder eingrenzen.
• Maximaler Schutz bei minimalem Risiko.
• Schwere Nebenwirkungen sind selten.
• Impfen verhindert zahlreiche Todesfälle - erhöht also die Lebenserwartung.
• Impfen kann Krankheiten vollkommen ausrotten.
• Impfstoffe gehören zu den sichersten Arzneimitteln
• Impfen ist Kinderrecht
• Impfen verursacht keine Schmerzen

Contra
• Impfungen können schwere Nebenwirkungen verursachen.
• Langzeitfolgen von Impfungen sind bisher nicht untersucht
• Impfstudien werden fast nur von Impfstoffherstellern gemacht
• Impfstudien vergleichen immer nur Impfstoffe mit anderen Impfstoffen, nicht Impfstoffe mit Placebos
• Unabhängige Studien gibt es fast nicht
• Negative Pharmafinanzierte Impfstudien werden nicht veröffentlicht.
• Zulassungsstudien sind Betriebsgeheimnis der Hersteller
• Der "Wirksamkeitsbeweis" von Impfungen beruht weitgehend auf Statistiken und den Anstieg der Antikörper
• Antikörperbildung wird mit Infektionsschutz gleichgesetzt
• Kinderkrankheiten sind zwar unangenehm, aber bei gesunden Kindern nicht gefährlich
• Geimpfte Kinder sind nicht gesünder als ungeimpfte bzw. Ungeimpfte sind gesünder
• Impfen ist ein Geschäft mit der Angst vor Krankheit
• durch Unterdrückung der akuten Krankheiten kommt es in Folge zu einer Zunahme chronischer Erkrankungen
• Das Durchmachen von Kinderkrankheiten in der Kindheit schützt vor schweren Erkrankungen im Erwachsenenalter

7. Beispiel: Grippeimpfung
• Impfung möglichst jährlich zwischen September und November
• Zu späterem Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll, da der Schutz bereits zwei bis drei Wochen nach der Impfung voll ausgeprägt ist.
• Vor allem bei älteren Menschen, Schwangeren, Säuglinge, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Menschen, die oft mit Kranken in Kontakt kommen
• keine Luft in Spritze
• intramuskulär in Oberarm


9. Quellen
Titelbild: http://dananna.de/post/2013/05/08/Impfungen.aspx
Arten von Impfungen: http://www.impfen-info.de
http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/bio/gym/fb5/schuetzen/ab3c/
Impfkalender: http://www.rki.de/
Impfkalender: http://www.impfen-info.de/service/infografiken/
Grippeimpfung: http://www.apotheken-umschau.de/
Sonstiges: http://www.infodienst.bzga.de/
https://www.youtube.com/watch?v=jtdEPd_jmpY https://www.youtube.com/watch?v=1nK1_hRjfnQ
http://www.kleiner-kalender.de/images/teaser/ehrentag-des-virus.jpg
Buch: 300 Fragen zum Impfen
Verlag: Gräfe& Unzer
Erscheinungsjahr: 2008
ISBN: 3833811455
Autor: Dr. Nicole Schaenzler




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