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Hobbes, Miller und Karl Marx über die Moral des Menschen - Referat



In dem vorliegenden Aufsatz „Wie gut bzw. schlecht ist der Mensch?“ von Thomas Hobbes aus Philosophische Beiträge zur Weltlage, erschienen in Hannover im Jahr 2016, geht es darum, dass der Mensch von Natur aus böse sei, und der Staat die einzige moralische Institution sei.

Thomas Hobbes sagt, dass es verschiedene Definitionen von moralischem Handeln gäbe. Zum einen die, die der Meinung sind, moralisches Handeln wird durch gute Handlungen definiert. Andere definieren moralisches Handeln danach, was sie für sich realisiert haben wollen. Wenn also jemand bei der Verfolgung seiner Interessen einen Konkurrenten aussticht, erklärt er auch das zu moralischem Handeln seinerseits. Selbst in der Politik, so sagt Hobbes, trägt diese Rechtfertigung Blüten. Wenn ein Staatsmann in den Krieg ziehen will, erklärt er diese Sache zum gerechtesten Ding der Welt, um Mitstreiter zu gewinnen. Moral ist hier einfach nur das Mittel der Menschen, den eigenen Willen anderen als Pflicht erscheinen zu lasen. Thomas Hobbes vertritt die These, der Mensch sei des Menschen Wolf, was bedeutet, dass der Mensch einen von Natur aus bösen Charakter hat und zu Frieden nicht fähig ist. Nach dieser These kann es moralisches Handeln nicht geben, die totale Zerstörung und Negation des Menschengeschlechts würde eintreten. Damit das nicht passiert braucht es eine Schranke, sagt Hobbes. Es brauche eine Übergeordnete Gewalt, die den Menschen zu moralischem Handeln nötigt. Diese Rolle übernimmt der Staat, da nur der Staat eine moralische Institution sein kann.

Der nächste Aufsatz, „Das kantsche Ideal des Reichs der Freiheit und der Grund seiner permanenten Negation“ von H. Miller behandelt den Wert der Freiheit und wo er zum Wohle aller eingeschränkt werden muss.

H. Miller glaubt, dass es vielen schwerfallen würde, die Vorteile der Freiheit präzise zu beschreiben. Möglicherweise würde man als Antwort bekommen, dass in einer freiheitlichen Gesellschaft jeder das tun kann, was er will. Er braucht nicht dem Willen anderer zu entsprechen. Jeder kann seine Ziele so besser verwirklichen. Diese Antwort ist laut H. Miller unhaltbar, da sie auf einem Fehlschluss beruht. Aus der Tatsache, dass jeder tun kann was er will, folgt nämlich keineswegs, dass auch jeder seine Ziele am besten umsetzen kann. Die Kluft zwischen diesen beiden Punkten ist viel größer, als man im ersten Augenblick denkt. Besonders deutlich wird das am Beispiel einer Person, die Macht über andere ausüben will. Sie glaubt das sie ihre Ziele am besten verwirklichen kann, wenn nicht jeder tun kann was er will, sondern was der Machthaber will. H. Miller vertritt die Meinung, das ein Wille zur Macht auch dem Wunsch entspringen kann, die eigenen Ziele möglichst erfolgreich zu verwirklichen. Allerdings muss man auch damit rechnen, das Menschen die Macht über andere als Selbstzweck anstreben. Diese stellen einen besondere Gefahr für die Freiheit dar. Je wichtiger einer Person die Unfreiheit von anderen gegenüber einer Garantie der eigenen Freiheit ist, desto eher wird sie nach Macht streben. Dieser Egoismus ist es schließlich, der ein „Reich der Freiheit“ unmöglich macht, so H. Miller.

Im dritten Aufsatz „Das Gesetz der Vernunft und die Gesellschaft als seine Schranke“ nach Karl Marx
geht es darum, dass die Gesellschaft geschlossen zusammenhalten muss, damit ein Gesetz der Vernunft realisiert werden kann.

Marx spricht hier von der Idee, ein Gesetz zur moralischen Handlung einzuführen. Damit dies aber Bestand hat, müsste dieses Gesetz ein allgemeiner Wille sein, denn wenn es nur ein subjektiver Beschluss wäre, würden die positiven Wirkungen nur kurz währen. Wenn also einige Menschen sich nicht an die Gemeinschaft der Vernunft halten würden, würde die Vernunft keine Durchschlagskraft haben und bald zerstört werden. Wenn aber der Beschluss ein allgemein akzeptiertes Gesetz wäre, würde die Verwirklichung des Guten das uneingeschränkt gültige Prinzip der Gesellschaft werden, so Marx. Außerdem müsste für die Verwirklichung dieses Plans das gesellschaftliche System grundlegend geändert werden. Zum Beispiel müsste die Armut abgeschafft werden, die die Menschen zum stehlen zwingt und damit
letztendlich Gewalt schürt. Dadurch, dass das gesellschaftliche System Reiche und Arme Menschen hervorbringt, verursacht es durch die entstehende Ungleichheit Egoismus. Es macht also die Umsetzung des moralischen Gesetzes unmöglich, da arme Menschen geradezu zu unmoralischem Handeln gezwungen werden, da sie sonst sterben würden. Auch den reichen Menschen, die zur Steigerung ihres Profits Menschen entlassen, ist laut Karl Marx kein Vorwurf zu machen, da sie zwingend so handeln müssen um ihre Ziele zu erreichen. So ist es mehr das System und nicht der Mensch, der verhindert, dass das Gesetz der Vernunft umgesetzt wird.

In allen drei Texten werden unterschiedliche Menschen- und Gesellschaftsbilder dargestellt. In dem Aufsatz von Thomas Hobbes wird der Mensch als ein von Grund auf böses Wesen dargestellt, moralisches Handeln sei nichts als Heuchelei und der Mensch benutze Moral nur unter dem Vorwand, anderen seinen Willen als Pflicht erscheinen zu lassen. Die Gesellschaft besteht hier aus Menschen, die ihre Ziele umsetzen, indem sie andere Menschen manipulieren und auch sich selbst dabei betrügen. Davon können sie nur vom Staat, der einzigen moralischen Institution, abgehalten werden.

Ähnlich ist das im Aufsatz von H. Miller. Er schreibt, dass die meisten Menschen sich als Definition von Freiheit eine Gesellschaft vorstellen, in der jeder tun kann was er will und nicht den Zielen anderer entsprechen muss. Diese Definition von Freiheit sei allerdings unhaltbar, da in dieser Form von Freiheit zwar alles möglich wäre, das jedoch nicht heißt, dass auch jeder seine Ziele am besten verwirklichen kann. Außerdem müsse man damit rechnen, dass manche Menschen versuchen werden, Macht über andere als Selbstzweck zu erlangen, und damit gefährliche Feinde für die Freiheit darstellen. Letztendlich sei es der Egoismus dieser Machthungrigen, die ein Leben in vollständiger Freiheit unmöglich machen. Anders als im ersten Aufsatz wird hier der Mensch nicht als generell böse, sondern als unwissend dargestellt. Im zweiten Aufsatz wird nur von einzelnen bösen Individuen berichtet.

Im dritten und letzten Aufsatz nach Karl Marx trifft den Menschen keine Schuld. Seine Aussage ist, dass dem Menschen keine Wahl gelassen wird , wenn er seine Ziele erreichen will. Er muss dafür unmoralische Entscheidungen treffen. Zum Beispiel muss ein reicher Mensch Mitarbeiter entlassen, um sein Ziel des höchstmöglichen Profits zu erreichen. Genauso ist ein armer Mensch dazu gezwungen, Dinge zu stehlen um am Leben zu bleiben. Hier ist das gesellschaftliche System für die Lage verantwortlich, da es reiche sowie arme Menschen hervorbringt. Um also ein Gesetz der Vernunft einzuführen, bei dem alle Menschen gut miteinander leben können, müsste das System grundlegend verändert werden. Anders als bei den beiden anderen Texten wird hier das System für einen Mangel an Moral und Vernunft verantwortlich gemacht. Hier ist der Mensch grundlegend gut beschrieben und er wird zu unmoralischem Handeln durch das System gezwungen.




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