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Herzinfarkt - Referat



Herzinfarkt (=Myokardinfarkt)

1. Anatomie des betroffenen Organs

Die Koronararterien sind Verästelungen, die das Herz wie einen Kranz umfassen. An der Stelle, an der die Aorta, die große Körperschlagader, das Herz verlässt, zweigen von der Aorta die beiden Hauptarterien für die Versorgung des Herzen ab, die rechte und die linke Koronararterie. Sie versorgen das Herz mit ca.300ml Blut pro Minute.

Direkt am Ursprung sind die Herzkranzarterien etwa 3 bis 4 Millimeter dick. Wie im Körperkreislauf und im Lungenkreislauf verzweigen sich auch am Herzen die Hauptarterien immer weiter, bis sie in feinste Kapillaren übergehen.

2. Physiologie der Herzkranzgefäße


Die rechte Koronararterie (Arteria coronaria dextra (kurz RCA)) liefert das Blut für den rechten Vorhof, die rechte Kammer, einen kleinen Anteil der Kammerscheidewand und die hintere Wand des Herzens. Die linke Koronararterie (Arteria coronaria sinistra) verzweigt sich kurz nach ihrem Ursprung aus der Aorta in zwei Hauptversorgungsarterien, den Ramus circumflexus (kurz RCX) und den Ramus interventricularis anterior (kurz RIVA). Diese beiden Arterien versorgen in der Regel den linken Vorhof, die linke Kammer und den Hauptteil der Kammerscheidewand.

3. Definition der Erkrankung

Bei einem Herzinfarkt stirbt ein Teil des Herzmuskelgewebes als Folge mangelnder Blutversorgung ab.

4. Ursachen

Der Herzmuskel reagiert bereits auf nur Sekunden andauernder Durchblutungsstörungen sehr sensibel.

Es kommt zum Herzinfarkt, wenn die Durchblutung des Herzmuskels über die Herzkranzgefäße akut so eingeschränkt wird, dass ein Teil des Herzmuskels abstirbt. Einem solchen Herzinfarkt liegt in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine chronische Verkalkung der Herzkranzgefäße zugrunde, die durch hohen Blutdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörung, Gicht, Übergewicht, Rauchen und genetische Faktoren begünstigt wird.

Durch langsame Aderverkalkung bilden sich im Laufe von Jahrzehnten Verengungen an den Herzkranzgefäßen. Bei vollständigem Verschluss eines wichtigen Gefäßes - meist durch ein zusätzliches kleines Blutgerinnsel - kommt es zum Infarkt.


Die möglichen Ursachen eines Herzinfarktes noch einmal im Überblick:

Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
Embolie (Verschleppung eines Blutgerinnsels)
Thrombose (Lokale Bildung eines Blutgerinnsels)
Gefäßkrampf (Vasospasmus)


5. Symptome

Die Symptome treten plötzlich auf und umfassen:
• Starke, drückende Brustschmerzen zum Teil mit Ausstrahlung in den linken Arm,
• kalte, klamme Haut , Atemnot , Blässe ,
• Flacher, schneller Puls,
• Angstgefühle, häufig Todesangst,
• Übelkeit oder Erbrechen,
• Bewusstlosigkeit, Ruhelosigkeit
Verspürt der Betroffene bei einem Herzinfarkt keine Schmerzen in der Brust und es treten andere charakteristische Symptome wie Atemnot, , Bauchschmerzen, Ohnmacht, Schweißausbrüche und Hautblässe auf, dann spricht man von einem stillen Infarkt, der meist erst Jahre später zufällig im Elektrokardiogramm (EKG) diagnostiziert wird.
6. Diagnose
Der Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall, die Diagnosestellung im Krankenhaus beginnt mit der Elektrokardiografie (Ruhe-EKG).
Biochemische Indikatoren: Bei einem Herzinfarkt werden spezifische Proteine, so genannte Herz-Enzyme, ins Blut freigesetzt. Die labormedizinische Untersuchung einer Blutprobe kann jene Enzyme identifizieren, die bei einem Infarkt in größeren Mengen ins Blut gelangen. Damit lassen sich Zeitpunkt und Ausmaß des Herzinfarktes bestimmen.

Jeder Patient mit akutem Herzinfarkt oder schwerer Angina pectoris und Nachweis des für einen Herzinfarkt typischen Eiweißstoffes Troponin sollte so schnell wie möglich einer Herzkatheter-Untersuchung zugeführt werden. Nur so kann das verschlossene Infarktgefäß genau lokalisiert und einer Behandlung zugeführt werden.
7. Therapie
• Das Blutgerinnsel kann durch Medikamente wie z.B. Plasminogenaktivator r-tPA aufgelöst (Thrombolyse) werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Wiedereröffnung (Rekanalisation) des Herzkranzgefäßes ist innerhalb der ersten Stunde nach Auftreten des Infarkts am größten.
• Alternativ kann das verstopfte Gefäß mit Hilfe eines Ballons geweitet (akute PTCA) werden.
• Oft wird zusätzlich eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt, um das Gefäß offen zu halten.
• In manchen Fällen ist eine Bypass-Operation erforderlich. Hier wird die Verengung mittels einer Vene, die dem Patienten an anderer Stelle entnommen wird, oder einer Brustwandarterie überbrückt.
Zur Basistherapie des akuten Herzinfarktes zählen auch:
• Blutgerinnungshemmende Medikamente: Verhindern, dass sich noch mehr Blutplättchen in dem betroffenen Gefäß ablagern
• Nitropräparate: Erweitern die Herzkranzgefäße und verbessern die Durchblutung
• Betablockern: Verringern den Sauerstoffbedarf des Herzens und schützen es vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen
• ACE-Hemmern: Erweitern die Blutgefäße und können einer Herzschwäche vorbeugen.
Zusätzlich bekommen Herzinfarktpatienten Beruhigungs- und Schmerzmittel (z.B. Morphium) sowie Sauerstoff über eine Nasensonde.

Wichtig ist auch die Nachbehandlung. Schon in den ersten Tagen nach dem Herzinfarkt beginnen die Patienten mit Krankengymnastik und Atemübungen. Körperliche Aktivität bringt den Kreislauf wieder in Schwung und hilft, weiteren Gefäßverschlüssen vorzubeugen.
8. Komplikationen
Im akuten Stadium eines Herzinfarktes können folgende Komplikationen auftreten:
- Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen oder bösartige Rhytmusstörungen
- Kreislaufschock
- Herzrhytmusstörungen
- Herzklappenschäden
- Herzscheidewanddefekt
- Einblutung in den Herzbeutel
- Embolien (teilweise, oder vollständiger Verschluss eines Blutgefäßes durch mit dem Blut eingeschwemmtem Material (Embolus).
Nach überlebtem Herzinfarkt können auftreten:
- Erneuter Herzinfarkt
- Herzinsuffizienz
- Herzrhytmusstörungen und Embolien
9. Prävention
Zu einer sinnvollen Vorsorge gehört vor allem das Vermeiden von Risikofaktoren wie Rauchen, fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum.
10. Prognose
Jeder, der bereits einen Herzinfarkt erlitten hat, lebt mit einem höheren Risiko, in den darauf folgenden Jahren einen zweiten Infarkt zu erleiden. Solche Risikopatienten sollten ihren Gesundheitszustand von ihrem Arzt oder Facharzt in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen. Auch durch Verminderung der Risikofaktoren verbessern sich die Chancen, noch viele Jahre nach einem Herzinfarkt zu leben.


Dieses Referat wurde eingesandt vom User: kikihl



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