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Heroin - 4.Version - Referat



Allgemeines:
Heroin, was frei übersetzt so viel wie Held heißt, ist auch unter den Namen Braunes, Brown Sugar, Schnee, Dope, Shore, Speedball oder auch einfach nur Stoff bekannt. Je nach Reinheit ist es weiß, leicht gelblich, sandfarbend oder braun und kostet in Deutschland auf dem Schwarzmarkt pro Gramm zwischen 45 und 110€. Reines Heroin ist ein farbloser kristalliner Feststoff, der nach Essig riecht. Heroin fällt unter die Gattung der Opiate, – das sind Stoffe, die euphorisieren oder betäuben. Es gilt je nach Quelle als gefährlichste oder als gefährlichste Droge nach Alkohol.

Geschichte:
Opiate waren in ihrer natürlichen Form schon 3000v Chr. bekannt. Chemiker versuchten ab dem 19. Jhd. ein synthetisches Äquivalent zum Naturstoffextrakt Opium zu finden, das schnell zu fertigen war und sich gut vermarkten ließ. 1898 wurde es dann erstmalig von der Firma Bayer als oral einzunehmendes Schmerz- und Hustenmittel unter dem Namen Heroin veröffentlicht. Außerdem wurde es bei 40 weiteren Indikationen, wie z.B. bei Bluthochdruck, Lungenerkrankungen, Herzerkrankung sowie als ,,nichtsüchtig machendes Medikament“ gegen Entzugssymptome von Morphin und Opium, eingesetzt. Man ging davon aus, dass Heroin alle Vorteile von Morphin, aber kaum Nebenwirkungen, habe. Als Nebenwirkungen waren nur Verstopfungen und leichte sexuelle Lustlosigkeit angegeben. 1904 erkannte man, dass Heroin schneller und stärker abhängig macht als Morphin und dass Patienten bei wiederholter Einnahme bald eine deutlich höhere Dosis für gleiche Effekte brauchten. Zu Rauschzuständen kam es allerdings noch nicht, da die orale Darreichungsform eine langsame Aufnahme des Stoffs bewirkte. Als man erkannte, dass Heroin geraucht, geschnupft und insbesondere intravenös gespritzt eine deutlich stärkere Wirkung, hat wurde es um 1910 zur stigmatisierten Droge. Viele Opioidabhängige stiegen auf das leicht zu erhaltene Heroin um und die Zahl der Abhängigen stieg schnell an. Trotz Verbote stieg insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Vietnamkrieg die Zahl der Heroinsüchtigen weltweit an, weil Soldaten bei Einsätzen mit Morphin und Heroin in Kontakt kamen. In Deutschland wurde Heroin 1958 verboten und bis dahin legal verkauft. Heutzutage ist der medizinische Einsatz von Heroin in einigen Staaten – seit 2009 auch Deutschland – unter strengen Auflagen erlaubt.

Herstellung:
Heroin wird halbsynthetisch aus Morphin hergestellt. Morphin wird als Extrakt aus Rohopium aus den Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen. Als erstes wird die gewonnene Morphinbase an den beiden Hydroxy-Gruppen mit Essigsäureanhydrid, Natruimcarbonat oder Essigsäurechlorid acetyliert und zur Heroinbase umgewandelt. Dann werden organische Lösungsmittel wie Aceton und Salzsäure dazugegeben. In einem weiteren Schritt entsteht so Heroinhydrochlorid.

Konsum:
Intravenöser Konsum:
Der Intravenöse Konsum ist die bekannteste Konsumform, die auch unter Ddrücken, Dixen oder Ballern bekannt ist. Da das in Europa meistverbreitete Heroin nicht wasserlöslich ist, braucht man einen Hilfsstoff, um eine Lösung zu erhalten. Meist wird dafür Heroin auf einem Löffel mit Zitronensaft und Wasser erhitzt und danach durch einen Filter gezogen. Beim intravenösen Gebrauch steigt die Toleranz des Körpers gegen Opioide am schnellsten. Bei unsauberem Umgang kommt es oft zu Abszessen und durch das Zittern kommt es oft zu Verletzungen. Außerdem besteht die Gefahr, die Vene nicht zu treffen und sich eine Kammer unter die Haut zu spritzen. In der Drogenszene kommt es durch nicht sterile Spritzen auch zu Lähmungen und Infektionen von HIV und Hepatitis.

Intranasaler Konsum:
Um Heroin zu schnupfen, wird es zu einem feinen Pulver zermahlen und dann mit Schnupfröhrchen durch die Nase gezogen, wodurch es auf die Nasenschleimhaut und dann in die Blutbahn gelingt. Dadurch wird die Nasenschleimhaut geschädigt und es kann sogar zu irreversiblen Löchern in ihr kommen.

Inhalation:
Beim Rauchen wird das Heroin auf einem Stück Alufolie verdampft. Diese Dämpfe werden dann mithilfe eines Aluröhrchens inhaliert. Die Methode ist vergleichsweise ineffektiv, da viel Heroin schon auf dem Weg in die Lunge wieder den Aggregatszustand wechselt, hängen bleibt und so nicht in der Lunge ankommt. Der Vorteil des Inhalierens ist der, dass man dabei die Dosis gut kontrollieren kann. Denn durch den sofortigen Wirkungseintritt bemerkt man eine drohende Überdosis.

Oraler Konsum:
Der orale Konsum ist nicht weit verbreitet, weil die Wirkung stark verzögert ist und mehr Heroin für die gleichen Effekte benötigt wird, da ein Teil des Heroins auf dem Weg an die Synapsen schon abgebaut wird und daher letztendlich weniger an den Synapsen ankommt.

Der Konsum kann unabhängig von der Konsumform zu lebensbedrohlichen Vergiftungen durch die Strecksubstanzen führen. Diese werden bei Heroin nämlich oft nach einer optischen Ähnlichkeit ausgewählt und sind giftig.

Wirkung an der Synapse:
In den Membranen bestimmter Nervenzellen existieren spezielle Rezeptoren für Opiate (v.a. im Gehirn und Rückenmark). - Diese Rezeptoren lösen in Verbindung mit dem Enzym Adenylatcyclase die Bildung von cAMP aus ATP aus. -
Bei der Einnahme von Heroin lagert sich dieses an diese Rezeptoren an und führt zu einer Blockade der Enzymfunktion (Adelylatcyclase). Dies führt zu einer Verringerung des cAMP-Niveaus. Es folgt eine euphorisierende Wirkung. Bei wiederholtem Konsum kommt es allerdings zur Bildung neuer Rezeptor-Enzym-Komplexe um die cAMP-Aktivität wieder zu normalisieren. Die Folge: mehr Opium wird benötigt, um den gleichen euphorischen Zustand wieder zu erreichen.

Gegenmittel:
Als Gegenmittel dienen Opioid-Antagonisten.(ist in der Pharmakologie eine Substanz, die einen Agonisten in seiner Wirkung hemmt, ohne selbst eine pharmazeutisch bedeutsame Wirkung auszulösen) Der bekannteste ist Naltrexon. Es wirkt in wenigen Sekunden und bindet kompetetiv an Opioid-Rezeptor, sodass Opioide nicht mehr andocken und ihre Wirkung entfalten können. Da Naltrexon kompetetiv bindet, muss ausreichend von der Substanz verabreicht werden, damit es wirkt. Nach einigen Stunden muss dieser Vorgang auch wiederholt werden.

Wirkung auf den Körper:
Wie schon erwähnt euphorisiert Heroin und lindert Schmerzen, dennoch stört es den Schlaf. Des Weiteren ermöglicht es Tagträume und reduziert Angst. Besser als alle anderen Drogen schaltet es unangenehme Außenreize ab. Es wirkt je nach Applikationsform mit einer Halbwertszeit von vier bis sechs Stunden. Heroin hat aber auch viele negative Folgen. So wirkt Heroin emetisch (brechreizauslösend), atemdepressive und verstopfend. Bei einer Überdosierung werden hauptsächlich die Atemdepressionen problematisch. Besonders gefährlich wird es wenn andere psychotrope (Eine psychotrope Substanz ist ein Wirkstoff, der die menschliche Psyche beeinflusst) Substanzen hinzukommen. Langzeitfolgen sind u.a. Abmagerung durch ein dauernd eingeschränktes Hungergefühl, Verminderung der Hirnleistungsfähigkeit und des Gedächtnis, Zittern der Hände, Venenschäden, Lungenentzündung, Herz-, Brust- und Bronchialprobleme und chronische Verstopfungen. Außerdem führt Heroin zu Impotenz bzw. Menstruationsstörungen und Unfruchtbarkeit.

Entzug:
Bei stark Abhängigen kommt es nach acht bis zwölf Stunden nach dem letzten Konsum zu Entzugserscheinungen. Diese äußern sich durch Schweißausbrüche, Muskelkrämpfe, Schüttelfrost, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Sie sind die Folge von einem Überschießen der cAMP-Mechanismen.

Soziale Folgen:
(Diese Infos beziehen sich alle auf längerdauernde Heroinabhängigkeit): Heroin führt teils zu schwierigen sozialen Folgen, wie Kriminalisierung durch Beschaffung, Besitz und Handel. Oft wird der ganze Besitz versetzt, um die Substanz zu finanzieren, was mit dem sozialen Abstieg verbunden ist. Betroffene sind meist nicht imstande, einer Arbeit nachzugehen und werden häufig obdachlos.

Quellen:
MORTLER, Marlene, 2016. Drogen- und Suchtbericht [online]. Juni 2016. Berlin: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Bundesministerium für Gesundheit, Juni 2016 [Zugriff am 06.12.2019]. Verfügbar unter: https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/4_Presse/1_Pressemitteilungen/2016/2016_2/160928_Drogenbericht-2016_NEU_Sept.2016.pdf
BOOTH, Martin, 2013. Opium: A History. 1.Auflage. New York: St. Martin's Griffin
FERNANDEZ, Humberto und LIBBY, Therissa A., 2013. Heroin: Its History, Pharmacology & Treatment, Library of addictive drugs. 1. Auflage. Hazelden Publishing
PLENERT, Maximilian, 2015. Alternative Drogenpolitik [online]. Studien zum Risiko einer Abhängigkeit bei einzelnen Drogen im Vergleich. Berlin: Maximilian Plenert, 24.08.15 [Zugriff am 06.12.2019]. Verfügbar unter: https://alternative-drogenpolitik.de/2015/08/24/studien-zum-risiko-einer-abhaengigkeit-bei-einzelnen-drogen-im-vergleich/
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KAY, David C. und PICKWORTH, Wallace B. und NEIDERT, Gary L. 1981. MORPHINE-LIKE INSOMNIA FROM HEROIN IN NONDEPENDENT HUMAN ADDICTS [online]. Lexington: British Journal of Clinical Pharmacology, 02.1981 [Zugriff am 07.12.19]. Verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1401583/pdf/brjclinpharm00212-0035.pdf
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MELZER, Dr. Martina, 2014 Abszess [online]. - Was ist das?. Apothekenumschau, 12.06.2014 [Zugriff am 07.12.2019]. Verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/abszess
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