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Höhlenmalerei - Referat



Höhlenmalerei

Einleitung
Überall auf der Welt gibt es Höhlen mit Höhlenmalereien. Die meisten Fundorte befinden sich in Frankreich, Spanien und Italien. In allen sind die gleichen Symbole zu finden, welche jedoch je nach Kultur verschieden dargestellt werden.
1. Techniken
Striche und Punkte wurden mit der gefärbten Fingerspitze oder mit Pinseln aus Tierhaar gezeichnet.
Bei der Versprühtechnik wurde die Farbe mit dem Mund oder mit Hilfe eines Röhrchens (ausgehöhlter Knochen) auf die Wand gesprüht. Hielt der Künstler seine Hand dazwischen, entstanden durch diese Schablonentechniken Handnegative. Auch die Verwischtechnik wurde angewandt, bei der die Farbe mit dem Handballen auf der Fläche verwischt wurde. Die dazu beötigten Flachreliefeentstanden durch Abmeisseln der umliegenden Fläche.
Die wahre Meisterschaft der Höhlenkünstler bestand darin, dass sie die dreidimensionale Wirkung von Rissen und Vorsprüngen des Felsuntergrundes in das Bild mtieinbezogen.
2. Farben
2.1 Herstellung
Es waren Naturfarben, welche die Menschen für ihre Bilder brauchten. Sie stellten sie aus Erdfarben und Gesteinen her. Sie färbten diese dann ein.
· mit Eisenhydroxid stellte man Rot her
· aus Ton: Gelb
· aus Brauneisenerz ergab sich Braun und
· aus der Holzkohle erstellte man schwarze Pigmentfarbe

Diese Rohmaterialien wurden zerrieben und mti einem Bindemittel gemischt und verdünnt.

2.2 Fixation
Die Farbe wurde mit dem beigemischten Bindemittel an der Wand fixiert. Als Bindemittel wurden pflanzliche Harze, Blut oder Kalk den Pigmenten beigemischt. Der Kalk bildete Kristalle, welche das Pigment dauerhaft umhüllten.
3. Symbole/ Ikonographie
Viele Zeichnungen stellen Jagdszenen dar. Von den damaligen Künstler, die vermutlich ebenfalls Jäger gewesen waren, wurde vor allem jagdbares Wild wie Wisente, Nashörner, Rentiere sowie auch Pferde, Löwen, Bären und Mammute gemalt.
Solche Darstellungen geben heute Aufschluss über die damalige Tierpopulation eines Gebietes. Aus einer Höhle in Südfrankreich erfuhr man zum Beispiel, dass Mammute, Löwen, Bären, Auerochse, Rentiere und Uhus alle in derselben Klimazone gelebt haben.
Anhand der sehr genauen Zeichnungen ist ersichtlich, dass die Künstler das Verhalten und die Bewegungen der Tiere sehr gut kannten.
Es wurden auch Gemälde von Ziermenschen gefunden wie beispielsweise ein Wesen mit einem Rindskopf und Menschenbeinen.

3.1 Bedeutungen/ Funktionen
Zuerst wurde vermutet, die Malereien sollten Dekorationen der Wohnhöhlen gewesen sein. Dies erwies sich aber bald als falsch, denn in Höhlen mit Malereien wurden nie irgendwelche Überreste von Feuerstellen, Schlafstätten, Knochen ect. gefunden. Viele Höhlenbilder befinden sich an verborgenen, schwer zugänglichen Orten mit einer oft besonderen Akustik. Die unverhältnismäßigen Proportionen der Tiere, das Fehlen jeglicher Landschaftsbezüge (Boden, Pflanzen, kleinere Tiere) lassen eher auf eine rituelle Darstellung als auf ein erzählerisches Anliegen schließen. Auch die geometrischen Zeichen und die geheimnisvollen Zeichnungen (Striche, Punkte, Gitter, Ovale und Stäbe) sprechen dafür, dass es sich um eine Kultstätte handelt.
Folglich sind diese Bilder erste Zeugnisse von Religion und Kultur.
Die älteste fassbare Religion ist der Schamanismus, welcher der Zeit entstammt, als die Jagd für den Menschen von zentraler Bedeutung war. Ein Schamane besass nach alter Vorstellung eine Spirituelle Verbindung zu Tierseelen und Naturkräften. Durch das Malen von Felsbilder in einer Trance konnte er auf die Götter und Tierseelen einwirken, Naturkräfte zur Anwendung von Heilung nützen oder das Glück bei der Jagd beschwören.
Die Ureinwohner Australiens haben in ihrer Kultur die Höhlenmalerei bis heute erhalten. Nach ihrem Glauben sind in den Felsbilder die Seelen der dargestellten Wesen enthalten. Durch das Malen, Berühren und durch religiöse Zeremonien in Höhlen nehmen die Aborigines Kontakt zu den verstorbenen Tieren und Menschen auf.

4. Höhlen
4.1 Lascaux
4.1.1 Topographie
Die Westfassade des Massif Central, sowie der nördliche Hang der Gebirgskette der Pyrénéen bieten in Europa die Besonderheit: Sie weisen eine der wichtigsten Sammelstellen an verzierten Höhlen aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit), genauer dem Magdalénien (vor 15'000 Jahren) vor. Es sind ingesamt sogar 130 registrierte Heiligtümer, von welchen Lascaux das berühmteste ist.

4.1.2 Bau und Entstehung der Höhle
Die in den Kalksteinboden geformte Höhle weist nur eine Länge von 150 m auf. Sie umfasst vier unterirdische Gänge, die mit mehr als 1500 Felsmalereien und -gravuren bedeckt sind. Diese Bilder wurden im Magdalénien 17000 und 15000v. Chr. geschaffen

4.1.3 Entdeckung
1944 entdeckten 4 Jugendliche mit ihrem Hund, auf ihrem Ausflug auf einem Hügel von Montignac die Höhle. Der Eingang war jahrelang dur eine Kiefer verbogen geblieben.

4.1.4 Lascauxs Öffnung

In den prähistorischen Perioden prägte ein kleiner steiler Abhang den Eingang, der im Laufe der Zeit von Sedimenten zugedeckt worden ist. Die sich während Jahrtausenden anhäufenden Ablagerungen formierten einen Geröllhaufen, der den ganzen Eingang
versperrte und ihn so in Vergessenheit geraten liess. Die nachrutschenden Lehmmassen dichteten

Abb.1 Querschnitt des Eingangs: Paläolithikum

Abb.2 Eingang im Querschnitt: September 1944

das Geröll gegen aussen hin ab. Dieser Verschluss und die undurchlässig Decke erklären, wieso in der Höhle jegliche Sinterablagerungen fehlen und wieso alle Höhlenmalereien so langer erhlaten geblieben sind.

4.1.4 Gesamtübersicht der Höhle
Im Inneren der Höhle führt ein ziemlich steiler Abhang, der etwa 20 Meter lang ist zur ersten Kammer: dem Raum der Stiere. Hier befinden sich 90% der Höhlenmalereien. Diesem Hohlraum folgt der 30 Meter lange Axiale Divertikel.In jener Kammer selbst, genauer gesagt auf der unteren Seite rechts, liegt die Öffnung zu einer zweiten Galerie, dem Durchgang, wesentlich niedriger, der einerseits die Verbindung zur Apsis, andererseits zum Schiff und seiner Verlängerung, dem Kabinett des Katzentiere, herstellt.
Etwas im abseits, am anderen Ende der Apsis, befindet sich der Schacht. Die Höhle zog viele Touristen an. Jedoch zeigten sich schon 1955 erste Beschädigungen der Bilder. Es stellte sich heraus, dass der Überschuss an Karbongas in der Luft, eine der Hauptursachen war. Jener Überschuss wurde durch die Atmung der Besucher hervorgerufen und beschleunigte dementsprechend den Vorgang. Diese Übersäuerung verätze die Kalkwand. Nur
wenige Jahre später konnte man zudem die rasche Ausbreitung grüner Flecken auf den Wänden feststellen, die durch die übermässige Nutzung der Anlage hervorgerufen worden waren. Deshalb wurde die Höhle 1963 geschlossen. Es wurde jedoch eine originalgetreue Kopie gefertigt, um sie weiterhin für den Tourismus nutzen zu können.

4.1.5 Beschädigungen der Höhle Lascaux
Die Höhle zog viele Touristen an. Es zeigten sich jedoch schon 1955 erste Beschädigungen der Höhle. Eine Untersuchung ergab, dass der Überschuß an Karbongas in der Luft, mit die Hauptursache ist; ein durch die Atmung der Besucher hervorgerufener und dementsprechend beschleunigter Vorgang. Diese Übersäuerung verätze die Kalkwand. Nur wenige Jahre später konnte man zudem die rasche Ausbreitung grüner Flecken auf den Wänden feststellen, die durch die übermäßige Nutzbarmachung dieser Anlage hervorgerufen worden waren. Die Höhle wurde 1963 geschlossen.

Um den nachteiligen Konsequenzen, welche durch die Schließung der Grotte angerichtet worden sind, effektiv entgegenwirken zu können, haben die verantwortlichen Behörden die Realisierung einer lebensgroßen Nachahmung dieser paläonthologischen Anlage in Betracht gezogen. 1980 ist die Durchführung des Projekts der Reproduktion der 2 bedeutsamsten Abschnitte der Anlage - Raum der Stiere und Axiale Divertikel - beschloßen worden.
Seit 1983 ist die Höhle von Lascaux also nun wieder zu besichtigen.

4.2 Verschiedene Höhlen
Im Jahre 1880 wurden die ersten Höhlenmalereien in den Höhlen von Altamirea (Spanien) entdeckt. Erst glaubten die Wissenschaftler nicht an Prähistorische Malereien, da sie die elegant und lebhaft dargestellten Tiere zu perfekt und technisch zu fortschrittlich hielten als dass sie von Steinzeitmenschen stammen könnten. Dass die Zeichnungen aber tatsächlich über 10'000 Jahre alt sind konnte erst 20 Jahre später, mithilfe der Radiocarbonmethode (Messung des C-14-Gehaltes) festgestellt werden.
In der 270 Meter langen Höhle befinden sich insgesamt etwa 930 Malereien und Gravierungen. Farbige Bisons, Pferde, Wildschweine und Hirsche sind mehrfarbig an Decken und Wände gemalt.

Die bisher ältesten Felsbilder entstammen der Grotte Chauvet. Die 490 Meter lange Höhle wurde erst 1994 in Südfrankreich an der Ardèche entdeckt. Die Bilder sind ca. 31'000 Jahre alt. In der Höhle befinden sich mehrere grossflächige Wandgemälde mit abstrakten Darstellungen von Tieren und Tiergruppen.

Wesentlich jünger sind mit 5'000 Jahren die Felsbilder in Südafrika. Sie wurden wahrscheinlich von den Vorfahren der heutigen „Bushmen“ oder „San“, einem Jäger- und Sammlervolk das einst den ganzen Südlichen Teil Afrikas Bevölkerte und noch heute in einigen Teilen anzutreffen ist; gemacht.
Die Sujets sind wie bei europäischen Malereien kultureller und religiöser Natur und unterscheiden sich zu diesen wesentlich in der Verschiedenheit des Jagdwildes.

Auch in Skandinavien, Russland, Australien und Asien wurden zahlreiche Höhlenmalereien gefunden.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: cash91



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