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Höhenmedizin - Referat




Höhenmedizin

Wenn man Höhenmedizin hört denkt man zwangsläufig an hohe Berge und Dr. Hans Rodhe hat seinen Vortrag auch damit begonnen.

Die Tibeter verbinden hohe Berge mit Natur und Leben und benennen diese deshalb nach weiblichen Gottheiten.

Der Mount Everest heißt dort zum Beispiel Chomolungma. Das bedeutet „Mutter des Universum“.

Der Name Everest stammt von Sir George Everest, einem englischen Landvermesser der ganz Indien vermossen hat. Er hat den Berg selbst aber nie bestiegen, da er Landvermesser und kein Bergsteiger war. Er selbst war der Meinung, dass die Berge ihre einheimischen Namen behalten sollen. Sein Nachfolger benannte aber ein Jahr nach Everest’s Tot den Berg nach ihm.

Zum ersten Mal bestiegen wurde der Mount Everest am 29. Mai 1953 von dem Neuseeländer Edmund Hilary.

Insgesamt wurde der Mount Everest bis jetzt 2557 Mal bestiegen. 192 Bergsteiger kamen bei dem Versuch ums Leben.

Zum Vergleich: Auf dem K2, dem zweithöchsten Berg, waren nur 249 Menschen, wovon 60 starben. Der Annapuma wurde 140 mal bestiegen. 58 Bergsteiger starben dabei. Insgesamt kann man sagen kommt auf 4 erfolgreiche Besteigungen 1 Todesfall.

Daran kann man erkennen, dass der Mount Everest ein verhältnismäßig recht einfach zu besteigender Berg ist, wobei 90 % der Bergsteiger Amerikaner, Neuseeländer und Australier sind. Es waren z.B. auch schon ein Blinder und ein Beinamputierter oben.


Warum ist Bergsteigen so gefährlich?

- Kälte (-20 bis –30°C) und starker Wind
à pro 100 Höhenmeter wird es ½ Grad kälter
- starke UVB – Strahlung
- weniger Sauerstoff bzw. sinkender Luftdruck
- Akklimatisationsgrenze liegt auf 2500 m. Ab hier sollte man beginnen den Körper and die Höhe anzupassen
- Todesgrenze liegt auf 8000m. Hier sinkt der Luftdruck von 600-700 mmHg auf 267mmHg, d.h. der Sauerstoffgehalt beträgt nur noch 30% des Niveaus auf Meereshöhe

Wie passt sich der Körper an die Höhe an?

1. Hyperventilation HVR (Hypoxiy ventilatory response)
2. Zunahme des HMV (Herzminutenvolumen)
3. Hämoglobinwert steigt

Der Puls verhält sich folgendermaßen:
- Abnahme durch Hyperventilation
- Starker Anstieg nach wenigen Stunden
- Erneute Abnahme nach 1-2 Tagen


Nach wenigen Stunden: Hämokonzentrationsglobulie
Nach 2-3- Wochen: Höhenpolyglobulie
Nach 5-6 Monaten wird optimaler Wert erreicht

Diese drei Vorgänge bezeichnet man als Akklimatisation

Sie sind nur nötig bei einer Höhe von 2500 bis 5300 m, da sich der Körper ab einer Höhe von 5300 m nicht mehr akklimatisieren kann und
der Aufenthalt deshalb zeitlich begrenzt ist.
à Je höher man kommt umso enger wird das Zeitfenster


Akklimatisationstaktik, d.h. wie fällt es dem Körper leichter sich an die Höhe anzupassen.

- Schlafhöhe so tief wie möglich, etwas 200 – 500 m unter der Tageshöhe
- Pro Tag nicht mehr als 600 m Anstieg
- Kohlenhydratreiche Ernährung (70%)
- 3-4 l pro Tag trinken
- anaerobe Belastung vermeiden
- auf Anzeichen für Höhenkrankheiten achten

außerdem:

- mit erhöhtem Oberkörper schlafen à Zwerchfell geht nach unten, bessere Atmung
- gut durchlüftetes Zelt für genügend Sauerstoff

Bei ungenügender Akklimatisation kann es zu Höhenkrankheiten kommen.
Man unterscheidet hierbei drei Arten:

AMS = Akute Höhenkrankheit (bei 40-70% der Bergsteiger)

- Druck im Hirn steigt -> Kopfschmerzen. Da Blut anderswo gebraucht wird, wird Magen/Darmtrakt unterversorgt -> Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen.

Treten zwei dieser Symptome auf spricht man von AMS

HACE (High Attidude Cerebral Edema = Hirnödem) (ca. 12 – 24 Std. Nach AMS, realtiv selten)

Schwellung der Hirnmasse durch Ansammlung von Flüssigkeit und abgestorbenen Hirnzellen. Sehstörungen, Kopfschmerz, Krampfanfälle

Vorkommen: ca. 1,2 %
Tödlich: 40 % (davon 80% auf organisierten Touren, wg. Zeitdruck)



HAPE (High Altitude Pulmonal Edema = Lungeödem)

Der Sauerstoffmangel verursacht eine Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf.
Wasser wird aus den Kapillaren in die Lungenbläschen gedrückt und wirkt als Diffusionshindernis für den Sauerstoff. In den betroffenen Lungenbereichen wird damit eine Sauerstoffaufnahme unmöglich.

Vorkommen: ca 1-3 %
Tödlcih: 24 %

Symptome: Atemnot, Husten, Leistungsabfall


Todesursachen:

Hypoxie: Sauerstoffmangel im Blut
Hypothermie: Unterkühlung
Hypohydration: Wassermangel
Hypoglykämie: Unterzucker

Therapie:

Ruhetag
Hyperbare Kammer (luftdichter Sack zum Aufpumpen) Damit kann man auf einer tatsöchlichen Höhe von 4000 Meter eine Höhe von 1600 m simulieren
Aber: Auf jeden Fall Abstieg!!

- Bei leichter AMS: Rasttag + Ibuprofen
- Bei schwerer AMS/HACE: Sauerstoff, Kälteschutz –> Abtransport
Medikament: Diamox (senkt Hirndruck)
- Bei HAPE: Sauerstoff (hyperbare Kammer), Kälteschutz
Medikament: Nifedipin, Sildenafil (Viagra) –> senkt Pulmonalarteriendruck

ABER insgesamt sterben nur 12% an Höhenkrankeiten
27% sterben durch alpine Unfälle, hauptsächlich beim Abstieg aus Erschöpfung!!





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