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Gruppen und Teamarbeit - Referat



GRUPPEN & TEAMARBEIT:

1. Warum überprüfen viele Unternehmer ihre Aufbau- und Ablauforganisation?
In der Vergangenheit wurden die Rationalisierungsmaßnahmen bei der Serien- und Massenfertigung mit dem Schwerpunkt auf der technischen Seite durchgeführt, verbunden mit Arbeitsteilung und detaillierter Vorplanung aller Abläufe.
Vor dem Hintergrund steigender Wettbewerbsanforderungen, wie hohe Qualität, hohe Lieferbereitschaft und Preisdruck überprüfen jetzt die Unternehmer ihre Aufbau- und Ablauforganisation mit dem Ziel, diese zu optimieren, um am Markt bestehen zu können.
Ein wesentliches Ergebnis dieser Bemühungen ist die Einführung der Gruppenarbeit an den unterschiedlichsten Stellen der Betriebe. Diese Strukturen gehören dem Lean-Production-Konzept („Schlanke Produktion“) an, welches auf die Mitverantwortung der einzelnen Mitarbeiter zielt.

2. Wie werden bei der Gruppenarbeit die Fähigkeiten und Potentiale der Mitarbeiter besonders genützt.
Die Arbeitsorganisation in Form von Gruppenarbeit ermöglicht in vielen Bereichen der Fertigung, aber auch in den indirekten Bereichen (z.B. der Verwaltung) die bessere Nutzung der Fähigkeiten und Potentiale der Mitarbeiter. Dabei werden den in den Gruppen organisierten Mitarbeitern mehrere Aufgaben übertragen:
· Die Produktion möglichst effizient Güter und Dienstleistungen bereitzustellen.
· Die Innovation Probleme im Arbeitsablauf früh zu erkennen, selbst zu lösen oder neue Abläufe zu entwickeln.
· Die Qualifikation jedes Gruppenmitglied kann mehrere Aufgaben erfüllen.


3.) Wann wurden bereits Maßnahmen der Gruppenarbeit als geeignetes, organisatorisches Konzept betrachtet?
Gruppenarbeit ist schon in den 20er Jahren als geeignetes organisatorisches Konzept betrachtet worden.

4.) Wo und warum wurde Gruppenarbeit in größerem Ausmaß eingeführt?
In den 70er Jahren entschied sich Volvo im Werk Kalmar in der Fertigung für Gruppenarbeit, um die Arbeit in der Produktion wieder attraktiver zu machen. 1974 wurde das Forschungsprogramm „Humanisierung des Arbeitslebens“ gegründet. Ein Kernbereich dieses Programms war die Erarbeitung von beispielhaften Vorschlägen und Modellen für die Arbeitsorganisation und die Gestaltung von Arbeitsplätzen. Seit 1990 suchen europäische Unternehmen Lösungen, mit denen die Ansätze japanischer Unternehmen in die europäischen kulturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen integriert werden können.



5.) Was heißt „lean“ ?
Lean-Production (schlanke Produktion) ist ein Management-Konzept, das auf eine Steigerung der Wettbewerbstätigkeit durch Abflachung der Hierarchischen und Beseitigung von allem Unnötigen zielt. Dabei steht aber nicht die Anwendung und Nutzung neuer Technologien, sondern die Freisetzung und Ausschöpfung der Mitarbeiterpotenziale innerhalb einer transparenten Organisation im Vordergrund.

6.) Welches sind die wesentlichen Merkmale einer schlanken Produktion?
-)PRODUKTIONSGERECHTE KONSTRUKTION: Bereits im Entwurfsstadium arbeiten Mitarbeiter aller späterer beteiligten Stellen zusammen um ein Optimum für das zu entwickelnde und später herzustellende Produkt zu erreichen.
-)FLEXIBLE AUTOMATISIERUNG: Der Automatisierungsgrad ist abhängig vom Produktionsprogramm, vor allem von der Variantenvielfalt und der zu produzierenden Stückzahl.
-) TEAMORIENTIERTE BETRIEBSORGANISATION: Baut auf 5. Säulen auf:
1.) Qualität: Die Qualität der ausgeführten Tätigkeit hat immer Vorrang. Jeder Mitarbeiter trägt die Verantwortung für seine Arbeit.
2.) Gruppenarbeit: Die gesamte Belegschaft arbeitet in Gruppen. Die Aufgaben umfassen neben der reinen Fertigungs- und Montagetätigkeit auch Qualitätssicherung, Instandhaltung und Materialbereitstellung. Jede Gruppe umfasst in der Regel 8-15 Mitglieder und wird von einem Gruppensprecher geführt.
3.) Störungsmanagement: Ein effektives System zum Erkennen von Problemen, Mängeln und Störungen ist vorhanden. Unmittelbar nach dem Erkennen setzt die Suche nach den Ursachen ein, um sie zu beseitigen.
4.) Information: Es gibt ein umfassendes Informationssystem, das den Beschäftigten alle wichtigen Zusammenhänge innerhalb des Unternehmens verdeutlicht und somit die Lösung von Problemen erleichtert. Die geringe Zahl von Hierarchieebenen und die Integration indirekter Bereiche reduzieren die Zahl der Schnittstellen und ermöglichen einen schnellen vertikalen und horizontalen Informationsaustausch.
5.)Logistik: Flexibilität der logistischen Systeme ermöglicht einen reibungslosen Produktionsablauf.

7.) Was sind teilautonome Gruppen und welche Merkmale haben sie?
Sie werden auch selbst regulierende Gruppen genannt. In dieser Art von Gruppenarbeit
Wird ein Aufgabenkomplex einer Gruppe übertragen und innerhalb der Gruppe in
Teilaufgaben aufgeteilt. Die Gruppe organisiert die Arbeit in einem bestimmten Rahmen
selbst und weist dadurch einen hohen Grad an Autonomie auf. Kennzeichnend ist die ständige Zusammenarbeit der teilautonomen Gruppen am Arbeitsplatz. Voraussetzung für
den Erfolg ist Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
-) Ziele (allgemein): eigenverantwortliche Zusammenarbeit - horizontal, vertikal.
-) Ablauf & Voraussetzungen: gestellte Aufgabe überschaubar und auf individuelle Tätigkeiten bezogen, Fertigungsziel ist festgelegt, nach Erfüllung erfolgt Fertigmeldung,
Koordinierung & Beratung durch Management, geeignetes Entlohnungssystem.
-) Ebene, auf der Aktivität stattfindet: untere bis mittlere
-) Bereiche in denen Aktivität stattfindet: überwiegend in nur einem
-) Zielvorgabe: Aufgabe vorgegeben.
-) Problemstellung: vorgegeben
-) Lebensdauer: Dauereinrichtung
-) Gruppentreffen: nach Bedarf
-) Freiwilligkeit: teilweise
-) Gruppengröße: 6-12

8.) Welche Aufgaben kann oder sollte eine Gruppe übernehmen?
Grundsätzlich soll das Ziel angestrebt werden dem Aufgabenumfang den jede Gruppe selbstständig erledigt, schrittweise zu vergrößern.
Dies können sein:
-) Betreuung und Bedienen von Systemen (Einrichten, Umrüsten...)
-) Zeitsouveränität und Nutzung (Pauseneinteilung, Mehrarbeit...)
-)Qualität ( Prüfen, eventuell Nacharbeiten...)
-) Instandsetzung und Instandhaltung ( Reinigen, Warten, Störungen beseitigen...)
-) Logistik und Steuerung ( Übergabe der Schicht, Schichtbuch führen...)
-) Ständiges Verbessern ( Einarbeitung neuer Mitglieder, Verbessern des Schutzes...)

9.) Wann und warum spricht man von Zielvorgaben?
Die Gruppen bekommen Zielvorgaben, an deren Festlegung sie teilweise beteiligt werden. Der Weg und die Methoden zum Erreichen bleiben zu einem großen Teil der Gruppe überlassen.
Da die Zielerfüllung wesentliches Motivationsmerkmal ist und vielfach auch in die Entgeltserlegung eingeht, sind zielorientierte Kennzahlen wichtiges und objektiv nachprüfbares Hilfsmittel. Erfüllung der Ziele werden von den Führungsebenen festgelegt und überwacht.

10. Welche besonderen Anforderungen liegen bei der Zusammenarbeit von Mitgliedern in einer Gruppe vor.

Von besonderer Bedeutung sind neben der Qualifikation der Mitarbeiter:
1. Die Bereitschaft und Fähigkeit, Konflikte in der Gruppe zu lösen
Konflikte sind zu unterscheiden von Meinungsverschiedenheiten und Aggression. Ein erster Schritt zur Konfliktlösung ist, zu akzeptieren, dass Konflikte nicht nur unvermeidlich, sondern auch notwendig sind, denn sie können z. B. Probleme aufzeigen, zu neuen Lösungen führen, das Gruppenklima verbessern, die Fähigkeiten der Konfliktparteien weiterentwickeln.
2. Die Zusammenarbeit (Kooperation) zu fördern
= ein
problemlösendes Vorgehen mit den Schritten
Definition des Problems
Festlegen von Bewertungskriterien
Lösungssuche
Bewertungsphase
Entscheidungs- und Durchführungsphase
3. Der Austausch von Informationen und regelmäßige Gruppenbesprechungen
Regelmäßige Gruppenbesprechungen sind ein wichtiges Hilfsmittel für die Zusammenarbeit in der Gruppe. Sie finden regelmäßig statt, um:
- interne Absprachen und Entscheidungen zu treffen
- Meinungen auszutauschen
- Konflikte zu lösen
- Arbeit zu koordinieren
- Informationen weiterzugeben
- Verbesserungen zu erörtern




11.) Warum ist der Begriff „internes Kunden-Lieferanten-Verhältnis“ wichtig?
Jeder Kunde erwartet, dass er vom Lieferanten gut bedient wird und jeder Lieferant bemüht sich seinen Kunden gut zu bedienen. Bei der internen Erledigung der Aufgaben handelt jeder Mitarbeiter im Hinblick auf Qualität und Termine gegenüber seinem internen Kunden genauso, wie er von seinem internen Lieferanten bedient werden will.



12. Wie ändert sich die Rolle des Vorgesetzten bei Gruppenarbeit?

Die Einführung von Gruppenarbeit verändert das Gefüge des Unternehmens nachhaltig. Die Mitarbeiter in den Gruppen lernen in der Regel schnell, ihre größeren Freiräume zu nutzen.
Die Vorgesetzten müssen sich auf das geänderte Verhalten der Mitarbeiter einstellen und die Entwicklung unterstützen.
Die Aufgabenschwerpunkte der Führungskräfte ändern sich deutlich:
- Detailanordnungen entfallen, die Gruppen arbeiten weitgehend selbständig
- Die Vorgesetzten sind für die Zielvorgaben und für die Einhaltung der Rahmenbedingungen zuständig z.B. ev. notwendiger Personalausgleich
- Sie werden zu Beratern der Gruppe
- Sie müssen helfen, motivieren und weiterentwickeln




13.) Welche Chancen und Risiken bringt Gruppenarbeit?
CHANCEN: Vermeiden von Verlusten, die durch Arbeitsteilung entstehen
Größere Flexibilität
In Verbindung mit Wertschöpfungsketten lassen sich Potenziale gut
nutzen
Verantwortungsvolle Tätigkeit statt unmündiger Arbeitsausführung
Kreativität der Mitarbeiter wird genutzt
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess wird unterstützt
Größere Arbeitszufriedenheit bei den Gewinnern

RISIKEN: Die Aufhebung der Arbeitsteilung bringt Verlierer mit sich die bremsen
Wenn Mitarbeiter flexible Strukturen nicht tragen, droht Scheitern
Mitarbeiter aus den Zentralfunktionen müssen in den Betrieb zurück
Änderungen bei den Kompetenzen führen zu Wiederständen bei
Führungskräften.
Wegrationalisieren des eigenen Arbeitsplatzes
Selbstbewusste Mitarbeiter sind unbequem
Geringere Arbeitszufriedenheit bei den Verlierern




14.) Warum werden bei Gruppenarbeit meist neue Entgeltsysteme diskutiert und eingeführt?
Das Entgeltsystem muss an die betriebliche Situation unter Berücksichtigung:
der Form der Gruppenarbeit, tariflichen Bedingungen, das bis dato geltenden Systems angepasst werden. Entscheidend ist aber, dass sich mit der Einführung von
Gruppenarbeit die Verknüpfung des Entgeltsystems mit der Arbeitszeitgestaltung verändern muss, so dass die Erweiterung von Handlungs-und Entscheidungsspielräumen, die Höherqualifizierung der Mitarbeiter und die neue Art der Arbeitsleistung sichergestellt werden.

15.) Warum ist eine gutes Informationssystem wichtig?
Wichtigstes und allein richtiges Mittel gegen Unsicherheit auf Veränderung ist eine frühzeitige, offene und umfassende Information aller an der Einführung von Gruppenarbeit beteiligten vorab des Betriebsrates.
-) Alle Mitarbeiter müssen über das Projekt mit seinen Zielen, das Vorgehen und die Folgen für sie und das Unternehmen informiert werden.
-) Die Infos müssen ausführlich sein und den wahren Stand der Dinge beschreiben.
-) Die Infos müssen verständlich sein und dadurch den Mitarbeitern die klare Position der Unternehmensführung vermitteln.

16.) Welche Ziele verfolgt man bei der Mitarbeiter- Beteiligung?
-) Kreativitätspotenzial der Mitarbeiter nutzen
-) Qualifikation und Motivation verbessern
-) Das Know-how in der Firma halten
-) Informationsfluss anregen
-) Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern
-) Arbeitsplätze humanisieren
-) Widerstände abbauen
-) Akzeptanzlücken schließen
-) Mitarbeitermotivation


17.) Beschreiben Sie den Vorgang der Einführung von Gruppenarbeit!
-) Fester Zeitpunkt des Beginns: in der Regel erfolgt eine betriebliche Bekanntmachung.
-) Fließender Übergang: über Jahre entstandene Verhaltensmuster müssen oft geändert werden. Verantwortung als Gruppe übernehmen ist ein Prozess, der im Bewusstsein der Mitarbeiter wachsen muss, d.h. die Einführung ist nicht zeitpunktorientiert, sondern zeitraumorientiert.
-) Nach grundsätzlichem Beschluss, eingehender Infos und intensiver Vorbereitung, beginnt man in einem Pilotprojekt mit einer od. wenigen Gruppen, berücksichtigt aber sofort die Ausdehnung um weitere Gruppen. Ein erfolgreiches Pilotprojekt fördert entscheidend die Akzeptanz für weitere Gruppenarbeiten.
-) Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes wird eine Ausdehnung des Anteils der Gruppenarbeit vorgenommen, unter Berücksichtigung von Arbeits-& Personalbedingungen.



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