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Grundzüge des italienischen Neorealismus - Referat



„Der Neorealismus steht für die sogenannte goldene Periode des italienischen Films und gilt im nationalen Geschichtsmythos seit den 1950er Jahren als das italienische Kino par excellence.“

Die Wissenschaftler sind sich über eine genaue zeitliche Einordnung dieser Epoche nicht einig, für einige beginnt der Neorealismus früher als für andere und hört später als für andere auf. Man kann ungefähr sagen, dass der Neorealismus circa 1943 seine Anfänge hat und um 1954 endet. Darüber hinaus lässt sich festhalten, dass der Neorealismus schon in der Zeit des italienischen Faschismus entstand. Zum Neorealismus zählt man nicht nur den Film, sondern auch Literatur und Malerei.
Die Filmregisseure Roberto Rossellini, Luigi Zampa, Luchino Visconti, Federico Fellini und natürlich Vittorio De Sica gehören unter anderem zu den Begründern des Neorealismus. Nicht nur diese Regisseure waren im Neorealismus von großer Bedeutung, sondern auch Drehbuchautoren nahmen eine wichtige Rolle ein. Einer der bekanntesten Drehbuchautoren des Neorealismus war vermutlich Cesare Zavattini, der Hauptdrehbuchautor von Ladri di biciclette. Zu den wichtigen Romanautoren der Zeit zählten Italo Calvino und Elio Vittorini, einer der bedeutendsten Maler der Epoche war Renato Guttuso.
Als eine Antwort auf den italienischen Faschismus, sollte der Neorealismus die ganze Wirklichkeit des Lebens zeigen und verdeutlichen, in welche materiellen und mentalen Nöte diese Unrechtsherrschaft das italienische Volk nach dem Sturz Mussolinis gebracht hatte..
Der französische Philosoph, Schriftsteller und Literaturkritiker Roland Barthes definiert den Begriff Neorealismus folgendermaßen:

„Moralischer Begriff [, der] genau das als Wirklichkeit darstellt, was die bürgerliche Gesellschaft sich bemüht zu verbergen.“

Vorbild des Neorealismus waren französische Filme aus den 1930er Jahren, deren Einfluss auf den italienischen Neorealismus bemerkenswert war. Als dominante Merkmale dieser Epoche kann festgehalten werden, dass häufig an Originalschauplätzen gedreht wurde und nicht im Studio, meist wurden auch Laiendarsteller anstelle von professionellen Schauspielern vor die Kameras gestellt, was eine Absage an das Starprinzip bedeutete. Zudem kam es den Regisseuren darauf an einen direkten Bezug der Filmhandlungen zum jeweiligen aktuellen Geschehen herzustellen. André Bazin drückt dies mit folgenden Worten aus:

„Die italienischen Filme hingegen wirken immer wie rekonstruierte Tatsachenberichte, selbst wenn das Hauptthema des Drehbuchs unabhängig vom Zeitgeschehen ist. […] Daraus folgt, daß die italienischen Filme einen außergewöhnlichen dokumentarischen Wert besitzen und daß es unmöglich ist, das Drehbuch davon zu trennen, ohne zugleich den gesellschaftlichen Boden mit herauszureißen, in dem es wurzelt.“





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