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Grundannahmen der Waldorfpädagogik - Referat



Grundannahmen der Waldorfpädagogik


Grundprinzip der Waldorfpädagogik, deren Begründer R. Steiner war, ist die Nachahmung. Der Erzieherin und dem Erwachsenen kommen eine ganz besondere Vorbildfunktion zu. Im Kindergarten zeigt sich das vor allem durch sinnvolle, durchschaubare Tätigkeiten der Erzieherin, die Kinder zur Nachahmung anregen sollen. Ermahnungen und Strafen etc. sind wirkungslos, das vorbildhafte Tun ist wichtig. Zum Waldorfkindergarten gehören außerdem eine feste Strukturierung, ein Rhythmus (auch bei Erzählungen, Puppenspielen, Liedern etc., die regelmäßig wiederholt werden), Gestaltung von Jahresfesten (natürliche Religiosität der Kinder), sowie künstlerische und handwerkliche Tätigkeiten. Ganz wichtig ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern.


Vorbild und Nachahmung
In den ersten sieben Lebensjahren wird die Grundlage für eine möglichst gesunde seelische und körperliche Entwicklung der Kinder gelegt.
Alles, was die Kinder in diesen Jahren in ihrer Umgebung wahrnehmen, prägt sie, indem sie es nachahmend aufnehmen. Nachahmendes Lernen und Mittun sind daher die pädagogischen Grundprinzipien der Waldorfpädagogik. Dies entfaltet sich im Bereich des schöpferischen Nachahmens durch das vorbildliche Tun der Erzieherin. Dies Verhalten und die sinnvollen Handlungen und Arbeiten, die im Kindergarten und draußen verrichtet werden, entwickeln im Kind über Wahrnehmung und Erleben - durch Spiel und Betätigung-, die Anlagen und Fähigkeiten des Kindes.

Das „Hüllenbildende“
Gleich dem schützenden Mutterleib vor der Geburt brauchen Kinder im ersten Jahrsiebt -gerade in der heutigen Zeit- eine „soziale Hülle“, einen Schutzraum, eine Umgebung, in der sie sich geborgen und aufgehoben fühlen und in der es ihnen möglich ist, ihr Wesen zu entfalten, damit sie später in der Gesellschaft sich selbst finden und ihr Eigenes, ihr „Ich“ behaupten können.

Vertrauen und Sicherheit
... erleben die Kinder in der äußeren Gestaltung des Kindergartens als harmonische Umgebung, durch Farben, Raumschmuck, Nischen und Rückzugsmöglichkeiten, in der inneren, den Kindern zugewandten, liebevollen Beziehung der Erzieherinnen, aber auch beim Tun der Kinder, beim nachahmenden Spielen, beim Märchenerzählen und durch Regelmäßigkeit im Tagesablauf bei Puppenspielen, Geschichten, Reigen und Fingerspielen.

Nachahmendes Lernen
Das kleine Kind lernt nicht durch Belehrung, sondern am Vorbild der Erwachsenen. Es erlebt die Erzieherinnen im Waldorfkindergarten bei sinnvollen, überschaubaren Tätigkeiten des Alltags: z.B. bereitet die Erzieherin mit den Kindern das Frühstück zu, stellt Gegenstände her (z.B. etwas für des Raumschmuck oder den Jahreszeitentisch), näht, backt, wäscht, bereitet Feste oder Geburtstagsfeiern vor.
Die Kinder können mithelfen, sie können genauso „ arbeiten“ wie die Großen.
Sie erleben dabei vielfältige Sinneseindrücke, üben ihre Feinmotorik und lernen, sich auf ihr Tun zu konzentrieren. Ganz offen bleibt dabei, was das Kind nachahmend ergreift, wie das Kind die Tätigkeit nachahmt und welche Entwicklungsfortschritte dem jeweiligen Kind durch die Nachahmung erwachsen.

Erfahrung der Sinne
Das kleine Kind ist ganz ein „Sinnenmensch“ und hat daher in seiner Sinneswahrnehmung noch einen wesentlich unmittelbareren Zugang zu Farben und Formen. Die Kinder erleben die Farben durch kreatives Malen mit Aquarellfarben oder Wachsmalstiften. Die Kinder werden zum Singen und plastischen Gestalten und zu handwerklichen, praktischen Tätigkeiten angeregt.

Kindlichen Phantasie und kindliches Spielen
Eine möglichst einfache Gestaltung der Spielsachen im Kindergarten gibt der Phantasie der Kinder freien Raum und sorgt dafür, dass das Spiel vom inneren des Kindes nach außen auf die Dinge wirken kann, und dass nicht durch spezielles, zu sehr ausgestaltetes Spielzeug die Gegenstände auf das Kind wirken. Eine Wollflocke kann ein Schaf, eine Maus, Schnee sein. Abgeschliffene Ast- und Zweigstücke dienen als Bauklötze. Aus Spielständern, Baubrettern, Tüchern, Kernen, Zweigen, Tannenzapfen werden Häuser mit Möbeln, Kaufläden mit Waren usw.
Der Gesichtspunkt der Andeutung, die durch die Phantasie der Kinder vollendet wird, drückt sich am besten aus in der Waldorfpuppe, die eine Knüpf- und Knotenpuppe ohne ausgestaltetes Gesicht ist: Sie kann sich freuen, kann weinen oder lachen, kann traurig sein oder
gerade schlafen.
Spielen für Kinder ist wie arbeiten für die Erwachsenen, nur ohne ein Ziel zu erreichen. Der Zweck des Spielens liegt im Spielen selbst. Es geht um den Prozess der spielenden Betätigung und selten um ein Ergebnis.
Beim Spielen werden die Kinder unbewußt getrieben vom lebendigen Strom ihrer Phantasie. Das sind die Kräfte, die es dem Kind ermöglichen, die bestehende Welt ausdauernd zu verändern. Diese Kräfte werden um das dritte Lebensjahr spürbar, dann kann das Kind so tun als ob. Ein Holzklotz, ein Stuhl, eine Kiste – sie werden was das Kind darin sieht und was es für sein Spiel gerade benötigt.

Erleben der Natur
Durch die Wahrnehmung der immer wiederkehrenden Veränderungen von Erde, Pflanzen, Tieren und den Elementen im Jahreslauf und den bestimmten Aufgaben des Menschen in diesem Zusammenhang, kann eine Beziehung zur Natur aufgebaut werden, die die Kinder „erlebend verstehen“ lässt, was ein Baum oder eine Blume ist und kann Achtung vor der Natur hervorrufen.
Die Veränderungen draußen in der Natur finden im Inneren des Waldorfkindergartens ihren Ausdruck in Liedern, Reigen, Gedichten, in der Gestaltung des Jahreszeitentisches und den christlichen Jahresfesten.

Das Rhythmische
Im regelmäßigen täglichen rhythmischen Vormittag im Kindergarten, im wöchentlichen Ablauf, im Jahresablauf und in der Gestaltung der Jahresfeste wiederholen sich die verschiedenen rhythmischen Elemente.
Rhythmische Wiederholungen stärken das Empfinden, kräftigen den Willen und sind Teil des „Schutzraumes“, des „Sich-Aufgehoben-Fühlens“ der Kinder.
Die Kinder können sich dessen sicher sein, was nun im Tagesablauf folgen wird.
Ein bestimmtes Lied z.B. zeigt an, dass es nun –nach dem Frühstück- nach draußen geht.
Rhythmische Wiederholungen in Reimen, Reigen und Versen wirken belebend auf die gestalterischen Kräfte des kleinen Kindes, Rhythmus hat eine gliedernde und formende Kraft, die gestaltet und ordnet.
Rhythmus trägt das Geschehen in der Gruppe, gibt Halt und Sicherheit.
Die Erzieherin sorgt für einen rhythmischen, gliedernden Tagesablauf.

Die Eurythmie
Als etwas pädagogisch Wichtiges kann man die von Rudolf Steiner geschaffene Kunst der Eurythmie erleben:
Groß ist die Gefahr der reduzierten, gleichförmigen Bewegungsabläufe der Menschen heute, im Gegensatz zu früher. Deshalb freuen sich unsere Kleinen so, wenn sie z.B. als Häschen hüpfen, als Kätzchen schleichen, als Pferdchen springen und sich ganz mit den Tieren identifizieren können. Oder sie schreiten und tanzen als Königskinder und ahmen aussagekräftige Armbewegungen nach, so wie ein weiches, warmes „Mm“ klingt oder ein rundes B, in dem man sich geborgen fühlen kann. Dadurch lernen die Kinder mittels der Kräfte, die in der Sprache liegen mit Leib und Seele ganz in etwas hineinzuschlüpfen
So kann in unserer mechanisierten Zivilisation die Eurythmie zur Welt- und Selbsterfahrung führen: Durch Bewegungen, die mit einem inneren Erleben verbunden sind, erschließen sich für unsere Kleinen neue Wahrnehmungen.



Dieses Referat wurde eingesandt vom User: monchichi197



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