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Gründe für den Untergang der Weimarer Republik - Referat



Hier werden Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik aufgeführt und erläutert:

1) Der Versailler Vertrag
Der Versailler Vertrag war ein wichtiger Grund für den Untergang der Weimarer Republik, denn durch die Niederlage der Deutschen im 1. Weltkrieg musste Deutschland horrende Reparationen an die Siegermächte zahlen. Davon konnte sich die Wirtschaft der Weimarer Republik jedoch fast nicht erholen. Als dann schließlich im Krisenjahr 1923 auch noch das Ruhrgebiet von Frankreich eingenommen wurde, litt das Volk nur noch mehr unter der Last des Versailler Vertrages. Die Schuld daran wurde der Regierung zugeschoben, da sie den Vertrag unterzeichnete, wenngleich sie keine andere Wahl hatten. Durch die Armut und die politische Unzufriedenheit, die sich im Volk ausbreitete, gewannen rechte Parteien immer mehr Zustimmung.

2) Die Antidemokratische Einstellung der Bevölkerung
Am 9. November 1918 wurde die Demokratische Republik ausgerufen, welche einen großen Kontrast zur früheren Monarchie darstellte. Das Volk nahm die Demokratie nie wirklich an, ein Beispiel dafür ist die Wahl des Reichspräsidenten Hindenburg, der im Ersten Weltkrieg ein Oberbefehlshaber der 8. Armee war und als Parteiloser am 26. April 1925 im zweiten Wahlgang gewählt wurde. Die Demokratie der Weimarer Republik war etwas völlig Neues für die damalige Bevölkerung, denn die Möglichkeit, für das Volk, mitzubestimmen, gab es bis dahin noch nicht. Das Volk wünschte sich bald einen starken Führer zurück, vor allem wegen der instabilen Regierung. Durch diese Probleme breitete sich eine große Unzufriedenheit im Volk aus, die zum Teil für das Aufsteigen radikaler Gruppen verantwortlich war.

3) Die Schwächen der Weimarer Verfassung
Ein sehr großes Problem in der Weimarer Verfassung war die Stellung des Reichspräsidenten. Er hatte eine viel zu lange Amtszeit und durch die Artikel 48 (Die Notstandsverordnung) oder 25 (Befehlsmacht über den Reichstag) wurde ihm zu viel Macht übertragen, die zur Instabilisierung des Reiches führten. Außerdem war ein weiteres Hindernis die noch nicht existierende 5% Hürde, denn ohne sie konnte jede Partei in den Landtag einziehen, doch zu viele Parteien erschwerten eine Mehrheitsbildung enorm. Dies erwies sich in den Jahren 1930 bis 1932 als ein großes Problem. Da die Präsidialkabinette im Reichstag keine eigene Mehrheit mehr erlangten, wurden alle abgelehnten Gesetzesentwürfe auf der Grundlage des Artikels 48 der Verfassung in Notverordnungen umgewandelt.
Ein weiteres Problem war die starke Stellung des plebiszitären Elements. Wie bereits in 2) erwähnt akzeptierten viele der Einwohner die neue Demokratie nicht und standen deshalb demokratischen Wahlen im Weg. Außerdem hatte die Weimarer Verfassung keinen Verfassungsschutz, d.h. jeder konnte gegen die Verfassung verstoßen ohne dafür belangt zu werden. Es gab auch kein Verbot von verfassungsfeindlichen Parteien. So konnten Parteien wie die NSDAP nach und nach aufsteigen, was sich
auch in den Wahlergebnissen von 1932 und 1933 ausdrückte. Im November 1932 hatte die NSDAP noch 33,1 %, im März 1933 dann schon 43,9 % aller Stimmen. Währenddessen wurden die Prozente vor allem bei der SPD und der KPD niedriger: Die SPD ging von 20,4 auf 18,3 % zurück, die KPD sogar von 16,9 auf 12,3 % das ist ein Defizit von 4,6 %.

4) Die Weltwirtschaftskrise:
Am Ende des Jahres 1929 begann in der USA eine Wirtschaftskrise: durch den 1. Weltkrieg begannen die Vereinigten Staaten mit einer Produktionssteigerung durch Rationalisierung, jedoch verpasste die USA eine Überproduktion zu verhindern. Der zusammen Bruch der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929 weitete sich die Wirtschaftskrise der USA auf die gesamte Welt aus. Auch Deutschland war ein schwer betroffenes Land.
Die „Goldenden Zwanziger“ waren nun vorbei, denn mit den Geldproblemen der USA kamen auch die Anforderungen an Deutschland, das geliehene Geld zurückzuzahlen. Da die Wirtschaftskrise aber auch nach Deutschland vorgedrungen war und man ja auch noch Reparationen zurückzuzahlen hatte, erreichte die Geldnot ungeahnte Ausmaße: In den Jahren 1929-1932 stieg die Zahl der Arbeitslosen von zwei auf sechs Millionen Registrierte und zwei bis drei Millionen nicht registrierte Erwerbslose Männer und Frauen. Die bereits durch das Krisenjahr 1923 geschwächte Bevölkerung fing nun an, nicht nur die Regierung der Weimarer Republik, sondern auch die Demokratie an sich für die Armut verantwortlich zu machen.

5) Aufstieg radikaler Gruppen
Radikale Gruppen erfuhren in den letzten Jahren der Weimarer Republik einen rasanten Aufstieg. Vor allem die NSDAP, die Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, wurde 1920 gegründet und wollte das Ende der Demokratie. Die NSDAP entwickelte außerdem zusammen mit ehemaligen Vertretern der OHL die Dolchstoßlegende: Bei der Dolchstoßlegende handelt es sich kurz gesagt um eine Verschwörungstheorie, die gegen Ende des Ersten Weltkriegs in Umlauf gebracht wurde. Angeblich sollen die Vertreter der SPD die Schuld für die Niederlage im 2. Weltkrieg tragen, da sie den eigenen Soldaten noch während des Kriegs in den Rücken gefallen waren. Mit dieser These wurde die demokratische Regierung für die Schuld an der Niederlage verantwortlich gemacht.
Außerdem gab es viele Putsche vor allem zwischen 1919 und 1923: Der Spartakusaufstand im Januar 1919 in Berlin, Der Kapp-Lüttwitz-Putsch im März 1920 und der Hitler-Putsch in München. Hitlers Ziel war damals die Absetzung der Regierung durch einen Marsch nach Berlin, der Putsch wurde jedoch aufgelöst und Hitler bekam für seine begangene Tat nur 6 Monate im Gefängnis.
Die NSDAP indes war mit der massiven und aggressiven Propaganda höchst erfolgreich und trug maßgeblich zum Fall der Weimarer Republik bei. Sie sicherte sich nicht nur die Unterstützung bei der Bevölkerung, sondern auch bei vielen Unternehmen zu, sodass sie nach und nach mächtiger wurde.
DIE NEUE REGIERUNG
Am 30. Januar 1933 ernannte der Reichspräsident von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Am 23. März 1933 legte der Reichskanzler Adolf Hitler das "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" vor. Mit dem Gesetz sollte die Regierung die Ermächtigung erlangen, ohne Zustimmung von Reichstag und Reichsrat sowie ohne Gegenzeichnung des Reichspräsidenten Gesetze zu erlassen. Das Gesetz wurde mit einer Mehrheit von 444 Stimmen angenommen.
Die Nationalsozialistische Diktatur löste somit die Weimarer Republik ab.




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